Events & Präsentationen

Messebericht Olymptronica - Die Frankfurter Antwort auf .... ja was?

Geschrieben von Haschbeutel am 20. März 2009 um 16:09 Uhr


Vorletztes Wochenende, genauer gesagt am 07. bis 08. März des Jahres 2009, fand in Frankfurt zum fünften mal die Olymptronica statt. Bitte was? Ja, die Olymptronica. Doch keine Bange - wir hatten bis dato auch nichts von dieser Messe gehört. Laut Internet findet dieses Festival der Videospielkulturen seit 2005 jährlich statt und wird von der Stadt Frankfurt und dem Land Hessen unterstützt. Wir haben uns also auf die Messe gewagt und berichten euch, ob ihr nächstes Jahr unbedingt dabei sein solltet. Kleiner Tipp - da der Artikel über eine Woche zu spät kommt, kann sich unser gebildeter Elite-Leser die Antwort sicher schon denken...

Traum und Realität

Voller Erwartungen fuhren wir, also Kith, meine Wenigkeit und Hardcora am Steuer eines Porsche Cayenne an einem wunderschönen Sonntagmorgen Richtung Frankfurt. Unser Ziel war die Olymptronica, das "Festival der Videospielkulturen". Die Messe war zum Glück sehr einfach zu finden. Überall Werbung, tausende Spieler die gen Hallen stürmten, ein perfekt ausgeschilderter Parkplatz, ein überaus professioneller Staff und eine mit Spielern überrannte Messe ... Stop. Hammertime!
Denn das klingt zu schön, um wahr zu sein, oder? Ok, fangen wir nochmal an:
Voller Ungewissheit führen wir, also Kith, meine Wenigkeit und Harcora am Steuer eines - für meine 1,81m Körpergröße - viel zu kleinen BMW an einem pissigen und saukalten Sonntagmorgen Richtung Frankfurt Innenstadt. Unser Ziel war die Olymptronica, das "Festival der Videospielkulturen". Die Messe war nur mit Umwegen zu finden, da nirgendwo auch nur ein klitzekleines Schild oder eine Infotafel zu der Messe war. Der im Bau befindliche, versiffte Parkplatz, der Eher an Rumänien vor 50 Jahren erinnerte, war schonmal alles andere als einladend. Von Menschenmassen war ebenfalls keine Spur - hier und da war eine verwirrter Seele zu sehen, der wie wir fragend die Messe suchte. Dann endlich an der Messe angekommen, bot sich ein leeres Bild. Etwas Security, einzweidrei Menschen, die am Eingang warteten. Keine Musik war zu hören, kein Geschrei von schwitzenden Nerds, die sich um einen AMD-Kugelschreiber schlagen - nichts. Als nächsten gingen wir an den Presse-"Schalter", wo wir erst einmal feststellen mussten, dass die Mitarbeiter die Akkreditierungs-Liste verloren haben. Natoll. Dafür bekamen wir drei "Gutschein"-Pfandmarken, einen Stempel auf die Hand und waren drin.

Leer, leer, leer sind alle meine Stände...

Drin? Ja, drin, mitten im Nintendo-Gewühl, kleinen Kindern und - überwiegend gähnender Leere. So schlenderten wir also durch den Eingangsbereich und hofften, im angrenzenden Raum etwas Erholung von Nintendo zu finden. Fehlanzeige. Wii Sports, Wii Lenkräder, Wii Wii wiisisisi! Es war fast so, als wäre Nintendo für 96% der Finanzierung der Messe zuständig - was ja prinzipiell nichts schlimmes ist. Denn einige Stationen, wie das aufgebaute Tennisfeld, wo zwei Spieler sich im Wii-Tennis-Match fordern konnten, waren doch sehr amüsant. Doch leider waren wir vermutlich absolut die falsche Zielguppe für so etwas. Viel toller war da der "Kulutrraum", in dem die Jungs und Mädels von RetroGames.info einige Spielhallenkonsolen aufgestellt hatten, wo man dann Giana Sisters, PacMan oder Pong spielen konnte. Leider war der Raum sehr klein und nach 5 Minuten hatte man alle Automaten durch - Spaß hatte man hier dennoch genug! Mehr Andrang fand da der Job-Bereich, in dem unter anderem Gameforge, Crytek und Deck13 nach neuen Mitarbeitern suchten. Hier war zudem die allgemeine "Promi"-Dichte am höchsten - auch Gunnar Lott von der Gamestar war vor Ort. Dem Gesichtsausdruck zu entnehmen, schien er sich ebenfalls nicht so wohl zu fühlen auf der Messe. Als wir auf dem Weg zum letzten Messeraum waren, durften wir auch noch Bekanntschaft mit der Security machen. Als Caro einige Fotos schoß, erwischte sie beinahe einen der Sicherheitsmänner, welcher daraufhin wutschnauben auf uns zugestürmt kam und das Foto sehen wollte, ob man ihn erkennt. Der Grund war verständlich - freundliches Fragen hat aber noch niemanden getötet. So kamen wir dann aber dennoch im letzten Raum an, wo dann auch endlich einige Leute vor Ort waren. Vor allem in Konamis Pro Evolution Soccer Ecke war doch sowas wie ein Menschenmob zu finden. Highlight jedoch war ein Stand von VierPfeile.de, die eine Plattform für die Tanzmattenspieler weltweit geschaffen haben. Dieser Stand fiel auch vor allem durch sein freundliches Personal auf, welches auf den Besucher zuging und sich vorstellte. Warum das leider die Ausnahme blieb, war rätselhaft, zumal der Stand hier nur von Fans betrieben wurde - ohne Publisher oder Werbefachleute im Rücken. Am Ende gab es dann von "Scoobay" (so nennt er sich bei den VierPfeilen) eine Performance mit Beatmania IIDX15 DJ TROOPERS In The Groove auf den Matten, die uns schon beim Zuschauen den Schweiß auf die Stirn trieb. Wie schnell kann ein Mensch seine Füße bewegen? Nach dieser Performance jedenfalls glaubten wir fest an die Lichtgeschwindigkeit.

Impressionen und unser Fazit

Das war dann auch die ganze Olymptronica - nach ungefähr anderthalb Stunden hatten wir alles gesehen und geknipst, was es zu sehen und knipsen gab. Von Videospielkultur fehlte jedoch jede Spur (10cent in die Reime-Kasse). Der Messe fehlte einfach ein sichtbares Konzept, denn man wusste nie genau, was die Olymptronica eigentlich vermitteln möchte. Für Spielefreunde war die Messe zu sehr auf Casual-Nintendo-Wii-Kindergarten getrimmt, für weit entfernte Spieler war die Anfahrt nicht die Größe der Messe wert und für ein Festival der Videopspielkulturen fehlte einfach zu sehr die Kultur. Wer in Frankfurt wohnt, der dürfte auch nächstes Jahr gut daran tun, kurz mal vorbeizuschauen. Für alle anderen dürfte die geringe Umfang und die fehlende Struktur der Messe zu abschreckend wirken - hier herrscht definitiv nachholbedarf. Doch jetzt erstmal genug getextet. Wir präsentieren euch jetzt noch einige Impressionen der Messe - das Fazit von jedem von uns findet ihr dann weiter unten:








Haschbeutel schreibt am 20. März 2009
Tja, was soll ich sagen. Ich denke, schon an dem kleinen Bericht konnte man sehen, dass ich mehr als enttäuscht war. Ok, die Olymptronica an Messen wie der Role Play Convention oder der Games Covention zu messen, ist etwas unfair - aber dennoch gab es auch viel seitens der Organisation zu meckern. Was ich vermisst habe, war eine Leitfaden. Was will diese Messe erreichen? Oben ein paar Retro-Spielautomaten, unten überall Nintendo und dazwischen ein paar Stände, die von Fans betrieben werden. Dazu kommt ein freundliches aber unprofessionelles Staff-Team, sowie Security, die zum Frühstück Bullensteriode und kleine Kinder frisst und das letzte mal vor 10 Jahren zum Lachen in den Keller gegangen ist. Nein, so sollte darf keine Messe aussehen. Hier fehlt eindeutig ein Konzept. Denn wenn das Highlight einer Messe ein Fanstand (in diesem Falle: Top Leistung an VierPfeile.de) ist, dann läuft da in der Tat etwas falsch. Sollte man die Olymptronica mal besuchen? Kann man. Muss man das Folgejahr wieder hin? Wenn sich nichts am Konzept tut, defintiv ein dickes: nö!


Besonders gefallen hat mir ...
+ Standbetreuer gaben sich Mühe
+ Retro-Automaten Bereich

Eher nicht so mein Fall ...
- Keine klare Linie
- Unfreundliche Security
- Nichts los
- Videospielkultur?



Kithaitaa am 16. März 2009
Schade. Die Website und das Video aus dem letzten Jahr hat ansich einen interessanten Eindruck vermittelt. Gefühlt waren mehr Security & Standpersonal als Besucher vertreten, ob das an diesem veregneten Sonntag lag? Vielleicht gehöre ich auch einfach nicht zur Zielgruppe, die Wii-Fans der jüngeren Generation hatten scheinbar viel Spaß. Vielleicht braucht dieses Event auch einfach mehr Marketing & Co. schliesslich waren auch Größen wie Crytek und Gameforge vertreten - wenn auch nur im Bereich Jobs.

Ich grüße noch die zwei netten Mädels, leider hatten es meine beiden Kollegen anschliessend so eilig, das ich nicht wie versprochen wiederkommen konnte. Sigh. Ich machs wieder gut ;-)


Besonders gefallen hat mir ...
+ die zwei Mädels
+ der Abzappler "Scoobay" am VierPfeile-Stand
+ Crytek Jobstand - Stichwort Hundemarke!!
+ Haschies Aufregerresüme auf der Heimfahrt

Eher nicht so mein Fall ...
- USK Stand ;P
- der Rest



Hardcora am 17. März 2009
Menschenansammlungen, Ellenbogenkämpfe, Gimmickjagd und Drückerkultur. Genau das erwartet der Hardcore-Zocker von einer Spielemesse. Sollte man jedenfalls erwarten. Während die Schießspielbrigade sich auf einer Games Convention fröhlich hüpfend mit einem "You're just a freak - like ME!" begrüßen kann, ohne das Gegenüber damit zu beleidigen, sucht man die wirklichen Freaks auf einer Olymptronica vergebens. Na gut. Vielleicht andere Freaks. Während man anderswo halbnackte Babes, zig Testcomputer und kostenlose Kugelschreiber findet, findet man auf der Olymptronica eben Tanzmatten und WiiSports. Nicht, dass ich dagegen etwas hätte. Wenn ich aber tatsächlich alle zwei Meter zum Hüpfen auf einer rutschigen Plastikmatte oder zum Wii-Wettkampf gegen einen Minderjährigen genötigt werde, hört der Spaß an einer vielversprechenden Messe mit dem Untertitel "Festival der Videospielkulturen" doch irgendwann auf.

Und nein. Ich habe wie schon gesagt kein Problem mit solchen Spielen. Ich liebe die Wii ja selbst. Und nein, ich brauche auch keine platzenden Köpfe in ach so bösen Killerspielen oder gar halbnackte, leicht naiv drein grinsende Girls, die in der Gegend herumstehen, um mein persönliches Messeglück zu finden. Doch das, was die Olymptronica geboten hat, war einfach zu wenig. Zwei tatsächliche Ausstellungsräume (vom 5 m² Raum mit Retrogames im oberen Geschoss mal abgesehen), ein Raum zur Jobakquise der Entwickler (die wirklich nur dafür da waren) und eine halbleere Lobby sind jedenfalls nicht das, was ich mir unter einem Festival vorstelle.

Vielleicht waren die Erwartungen ("Aufwärmung für die anstehende GamesCom") ja einfach zu hoch. Ich hoffe wirklich, dass die Olymptronica aus ihrer Idee in den kommenden Jahren etwas machen kann und werde sicher trotz all den mehr oder minder negativen Eindrücken wieder vorbei schauen.


Besonders gefallen hat mir ...
- kinderfreundliche Messe
- netter Staff
- Retrogames

Eher nicht so mein Fall ...
- rudimentäres Messedesign (ein Tisch hier, ein Poster da)
- kleine Auswahl an Spielen
- Entwickler ohne wirkliche Messepräsenz
- fehlende Previews zu kommenden Spielen
- zu wenig Neues
- unfreundliche Security
- Zielgruppe?








11 Kommentar(e):

 





#1
Geschrieben am 20. März 2009 um 16:46 Uhr

pel.Z meint ...

Less information, more babes!!!!

Scheiß auf wenig Besucher, gab's wenigstens genug zum glubschen? Wii-Babes, die schweiß gebadet in engen Anzügen Tennis spielen und sich danach gegenseitig Wassereimer über den Kopf schütten?
Nicht?
Dann ist die Messe nichts für mich!   


Netter Bericht zu einer Messe mit Möglichkeiten der Erweiterung.


          
 





#2
Geschrieben am 20. März 2009 um 16:52 Uhr

Haschbeutel meint ...

Nein, nichtsdergleichen. Sieht man auch daran, dass Caro nur ein Mädchen fotografiert hat   


          
 





#3
Geschrieben am 20. März 2009 um 17:34 Uhr

Kithaitaa meint ...

pel.Z: Less information more babes Scheiß auf wenig Besucher gabs wenigstens genug zum glubschen WiiBabes die schweiß gebadet in engen Anzügen Tennis spielen und sich danach gegenseitig Wassereimer über den Kopf schütten


Ich glaube ja, das lief alles schon Samstags ab, auf der Aftershow-Party *hust*  



          
 





#4
Geschrieben am 20. März 2009 um 19:31 Uhr

DarkRaziel meint ...

Wie zur Aftershow-Party wäre ich auch gekommen, wenn das dort so Abgelaufen wäre         




          
 





#5
Geschrieben am 20. März 2009 um 19:47 Uhr

scoobay meint ...

moin,

Sehr lustiger Bericht, so ähnlich isses mir auch vorgekommen =)
Danke fürs Erwähnen und Loben unseres Standes und meiner Wenigkeit, aber bitte schreibt doch, dass ich auf der Bühne In The Groove gespielt habe, und nicht IIDX 15, das ist nämlich was völlig anderes ^^

lg, scoobay


        
 





#6
Geschrieben am 20. März 2009 um 19:50 Uhr

Haschbeutel meint ...

Oh, pardon - hab das natürlich geändert. Kommt davon, wenn man dauernd ausgepeitscht wird beim Schreiben   


          
 





#7
Geschrieben am 20. März 2009 um 20:01 Uhr

Rubbinnexx meint ...

guter bericht, welcher auch meine meinung in vielen punkten widerspiegelt.
mich und garantiert ganz vierpfeile, freut es zu hoeren, dass wir als fangemeinde/"der kleine angelverein vom dorf nebenan" unterm strich besser abgeschnitten haben als die repraesentanten der firmen.
ich hoffe, dass wir uns dadurch etwas bekannter machen konnten, ein positives bild von uns und unserem hobby zeigen konnten und auch in zukunft von euch und anderen interesse und aufmerksamkeit geschenkt bekommen =)



        
 





#8
Geschrieben am 20. März 2009 um 23:54 Uhr

Kithaitaa meint ...

Ihr als VierPfeile müsst euch nicht unter den Scheffel stellen, wie es so schön heisst, ich mein, was gabs auf dieser Veranstaltung, den eSportbereich, den unzählige Gangs Clans belagert haben, so sah es zumindest aus. Dann gab es lang nix, selbst Crytek, Gameforge & Co, waren doch nur mit einem Schreibtisch am Start und verteilten Flyer. Hallo?

Ihr habt die Action gebracht, für uns, also den Fun den die anderen nicht bringen konnten. Das fanden wir halt geil, und "scoobay" ist eh ausser Konkurrenz, glaube den bringen wir noch ganz groß raus.  



          
 





#9
Geschrieben am 21. März 2009 um 13:20 Uhr

light meint ...

Wisst ihr, an was mich eure Bilder von der Messe erinnern? An einen etwas überdimensionierten "Gaming-Area" im nächsten Asi-Media-Markt eures Vertrauens. Da hängen auch immer ein paar seltsame Gestalten vor Konsolen ab.

Schade, dass auch diese Messe offensichtlich nicht gerade aus der langweiligen Masse heraussticht. Hoffen wir also auf eine gelungene GamesCom 09.  


          
 





#10
Geschrieben am 21. März 2009 um 15:19 Uhr

pel.Z meint ...

light:Schade, dass auch diese Messe offensichtlich nicht gerade aus der langweiligen Masse heraussticht. Hoffen wir also auf eine gelungene GamesCom 09.


Ich bin von einer gelingenden GamesCom in Köln überzeugt! Der Messestandort Köln ist ideal, auch wenn es natürlich schade für Leipzig ist.

Hoffentlich hattet ihr Spaß in Frankfurt! Ihr scheint ja die richtige Zielgruppe gewesen zu sein. :-P


          
 





#11
Geschrieben am 23. März 2009 um 15:00 Uhr

Hardcora meint ...

Ich glaube Tim alleine wäre dort weitaus glücklicher geworden als wir drei zusammen  .. also so von wegen richtige Zielgruppe   

Auch ich lobe nochmal den Einsatz von vierpfeile .. auch wenn ich wirklich nicht der geborene Tanzmatten-Fan bin. Was nicht ist kann ja noch werden .. oder so  


          



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