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Schluss. Aus. Vorbei. Ich kann es nicht mehr ertragen. Namenlose Soldaten, die sich durch den x-ten Aufguss von einer langweiligen Spielereihe ballern. Realistische Waffen und IronSight, regeneratives Health-System. Wann zum Henker haben Spiele eigentlich ihre Eier abgelegt und sie gegen Wattebausch und Political Correctness getauscht? Es wird Zeit, dass die Entwickler endlich wieder bewusstseinserweiternde Substanzen zu sich nehmen und uns Helden bescheren, die sich um das Wesentliche kümmern. Möglichst viele Gegner in literweise Blut ertränken, möglichst viele durchgeknallte Waffen haben, haufenweise willige Weiber und dazwischen coole Sprüche abrotzen. Kurz gesagt: wir brauchen mehr "Stirb Langsam" und weniger "Twilight". Es ist Zeit, dass Action wieder 80er wird!
Was haben Biowares Mass Effect, Sonys Uncharted, 2Ks BioShock und Tecmos Ninja Gaiden gemeinsam? Richtig: Sie alle haben Zeichen gesetzt und die Messlatte für kommende Spiele höher gelegt - und das völlig ohne Multiplayer. Niemand hat je einem Mehrspielermodus in diesen Serien verlangt. Jeder war zufrieden mit dem grandiosen Einzelspieler-Erlebnis, das man geboten bekam. Und was ist heute? Heute ist ein Multiplayer Pflicht; Spiele, die keinen haben, verkaufen sich angeblich schlechter und scheinen ja geradezu minderwertig zu sein. Heute muss jede Serie irgendwann auf den Mehrspielerzug springen - sei es nun ein Dead Space, ein Uncharted, ein Ninja Gaiden oder sogar ein God of War. Selbst die Spiele, die sich in all den Jahren konsequent mit siebenstelligen Verkaufszahlen in den Charts behauptet haben, kommen nicht um einen Multiplayermodus herum. Wo sind wir hier nur gelandet, woher kommt diese Multiplayer-Manie?
Nachdem ich mich heute Morgen an den PC gesetzt, meine Lieblingsseiten abgeklappert und meinen Kaffee getrunken habe, bin ich plötzlich auf GameTrailers TV gestoßen. Und im ersten Moment dachte ich: "Yeah, das neue Super Smash Bros. wird endlich gezeigt!". Doch dann waren da Worte wie Kratos, PlayStation, Sony und Fat Princess zu hören. Da kann irgendwas nicht stimmen! Also noch einmal genauer hingesehen. Name: PlayStation All-Stars Battle Royale. Plattform: PlayStation 3. Publisher: Sony Computer Entertainment. Schließlich wurde auch mir klar, dass es sich hier nicht um ein neues Super Smash Bros. handelt, sondern um eine auf den ersten, zweiten und dritten Blick unglaublich dreiste Sony-Kopie. Wie meine Reaktion als langjähriger Nintendo-Fan aussieht, können sich die meisten sicherlich ausmalen. Also: ruhig Blut und das Ganze näher betrachten.
Niemandem dürfte in den letzten Wochen entgangen sein, was derzeit große Wellen im Internet schlägt und von jeder namhaften Seite außer unserem schönen kleinen pressakey aufgebauscht wird: Angeblich wurden die ersten Details zur Xbox 720 geleaked! Codename Durango, Account-Bindung, aktives Vorgehen gegen den schrecklichen und Arbeitsplätze vernichtenden Gebrauchtmarkt und und und - Microsoft scheint ja Großes in Planung zu haben. Und Sony erst: Der Megakonzern arbeitet laut einigen anonymen Quellen an einer Ultra-Konsole, die Auflösungen jenseits jeglicher Vorstellungskraft unterstützt, keine PS3-Spiele abspielt und unter dem Decknamen Orbis entwickelt wird. Ist das nicht aufregend? Nein. Ist es nicht. Es juckt mich keinen Deut, was über die ach so tolle Next Generation verbreitet wird. Denn im Gegensatz zu einem Großteil der Leute, die im Internet ihre Meinung kundtun, lebe ich noch in der Realität.
Vielleicht kennt ihr diese Situation ja: In wenigen Tagen oder Wochen kommt ein Spiel auf den Markt, auf das ihr euch schon ganz lange freut, und natürlich wollt ihr direkt an Tag 1 zuschlagen. So geht es mir momentan mit Street Fighter X Tekken - das Beat-'em-Up, das zwei in der Prügelbranche legendäre Serien miteinander vermischt, will ich unbedingt zocken. Eigentlich steht damit ja alles fest: Ich kaufe das Spiel zum Launchtag und bin glücklich! Leider ist es nicht ganz so einfach, da diverse Zusatzinhalte der einen bzw. anderen Version die Entscheidung schwerer gestalten als gedacht. Und so geht es mir mittlerweile nicht nur bei Street Fighter X Tekken, sondern auch bei zahllosen anderen Games. Also: Wieso, weshalb, warum?
Spiele müssen uns Zocker auf vielen Ebenen erreichen. Grafik, Inszenierung, Charaktere und Motivation sind genauso wichtig wie das Balancing und innovative, frische Ansätze. Ein weiterer, wichtiger Aspekt ist natürlich die Beschallung, die den Spieler während seines Abenteuers begleitet. Realistische Sounds, passende Geräusche und selbstredend ein packender Soundtrack gehören hier zum guten Ton. Was wäre Portal ohne GlaDos' legendäres Abschlussliedchen? Und obwohl viele Soundtracks nicht immer darauf ausgelegt sind, dass man sich daran erinnert, gibt es genug Beispiele an Spielen aus vergangener und aktueller Zeit, die einen unvergesslichen Hörgenuss erschaffen haben und bei denen es nur wenige Noten benötigt, um den Titel dazu zu kennen. Fünf dieser Spiele habe ich mir nun herausgepickt - und keine Angst: zeitlose Klassiker wie Zelda oder Mario werdet ihr hier nicht finden. Wer die nicht im Schlaf mitsingen kann, muss gar nicht erst weiterlesen.
Die 90er durchlebt, die Storys der Singleplayerspiele begeistert aufgesogen. Welcher Teil der Spielerkarriere fehlt dann wohl noch? Das Spielen im Team, das Spielen gegen andere Teams, Lanpartys und und und. Willkommen im Land der Multiplayerspiele. Natürlich haben mich die Pixelspiele begeistert und natürlich schwärme ich auch heute noch von der ein oder anderen Geschichte - doch spielt man einen Singleplayertitel letztendlich eben doch nur einige Stunden lang. Ein Multiplayertitel kann wiederum über Monate - ja sogar über Jahre begeistern. Wie man von Adventures in die Sparte des begeisterten Multiplayerzockers rutscht? Nun. Das ist eigentlich ganz einfach erklärt.
Erinnert ihr euch noch daran, wie schön das Gamerleben vor einigen Jahren war? Es ist nicht lange her, da erschien eine Demo zu einem (für heutige Verhältnisse) ungehypten Titel namens BioShock. Spieler auf der ganzen Welt waren begeistert, erstaunt und verzaubert. Die hohen Wertungen stellten sich ausnahmsweise nicht als Hype heraus - der Spieler konnte sich ja selbst davon überzeugen. Warum aber hat man aus dieser Erfolgsgeschichte nichts gelernt? Warum verlässt man sich heutzutage lieber auf millionenschwere Marketingkampagnen statt dem Spieler einfach eine Demo zum Ausprobieren vorzusetzen? Wer weiß schon, ob das ein oder andere Spiel nicht erfolgreicher geworden wäre, hätte es eine Demo spendiert bekommen. Was wären wir heutzutage ohne die Trailer, Interviews und vor allem Reviews?
Wer das kürzlich erschienene Need for Speed: Shift 2 Unleashed gebraucht kauft und es anschließend mit seinen Freunden online spielen möchte, darf sich freuen: Hat der Verkäufer den beiliegenden Online-Pass schon eingelöst, darf man als neuer Besitzer nochmal 800 MS-Points oder 10€ latzen - nur um das gekaufte Spiel auch online spielen zu können. Und EA ist inzwischen nicht mehr der einzige Publisher, der sich auf diese Art und Weise auch ein Stück vom dicken Kuchen des Gebrauchtmarkts sichern möchte. Höchste Zeit für ein Pamphlet gegen das Online-Pass-System.
Für einen Entwickler gibt es wohl nichts schlimmeres, als ein Spiel zu entwickeln, das von Fans und Presse geliebt, aber von dem größten Spielerteil gemieden wird und somit wie Blei in den Regalen der Händler liegt. Leider trifft dieses Schicksal überwiegend viele tolle Spiele - wie, um ein neueres Beispiel zu nennen, das grandiose Enslaved, das bis heute nicht einmal die Millionenmarke geknackt hat. Zum Vergleich dazu schaue man sich die Verkaufszahlen des drölfzillionsten Call of Duty Aufgusses an: 5,6 Millionen verkaufte Exemplare innerhalb der ersten 24 Stunden nach Release - nur in den USA und UK! Zu Ehren von Titeln, die um ein vielfaches besser und innovativer, aber weniger erfolgreich waren, widmet sich meine heutige "5 Spiele" Reihe einer kleinen Auswahl an Titeln, die zu Unrecht nie die Kassen der Entwickler klingeln ließen.

















