Genre: Adventure  
Entwickler: Telltale Games  Publisher: Telltale Games
Plattform(en):  PC, Mac, PS3, Xbox360, PSVita, iOS
Xbox Live Arcade, PlayStation Network

Release: 24.04.2012, 10.05.2013 (Retail)
Jetzt kaufen: Amazon.de | XBLA-Store | PSN-Store | Steam

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The Walking Dead - Review

Episode 1: Quick Time Events, Zeitdruck-Dialoge und ... Zombies!

Geschrieben von Kithaitaa am 14. Mai 2012 um 16:50 Uhr


Sind Zombies nicht so langsam mal out!? Zugegeben, ich schaue mittlerweile schon ziemlich gelangweilt drein, wenn irgendein Film oder Spiel abermals Zombies als Thema aufgreift und finde es mindestens genauso ausgelutscht wie die Zweiter Weltkriegs-Shooter in den letzten Jahrzehnten. Telltale Games und die Macher der The Walking Dead Comics sehen das natürlich anders und haben gemeinsam ein Adventure-Spiel entwickelt, welches in gewohnter Telltale Manier in Episodenform erscheint. Die erste Episode "A New Day" ist kürzlich für den PC, Mac, XBOX Live Arcade und im PlayStation Network erschienen - ich habe sie gespielt und mein Fazit zum rund zweistündigen Adventure-Horror-Quicktime-Survival Trip gibt's hier.

Dabei soll das hier keine Review mit abschließender Wertung werden, schließlich handelt es sich zunächst um die erste von insgesamt fünf Episoden, die uns Telltale in den nächsten Wochen und Monaten präsentieren möchte. Außerdem sollte man vielleicht auch festhalten, dass man sich gemeinsam mit Robert Kirkman, dem Schöpfer von The Walking Dead, für eine Story abseits der in der Comic- und TV-Serie gezeigten Überlebenden entschieden hat. Somit erhalten die Spieler andere, frische Perspektiven gezeigt, auch wenn man im Spiel stellenweise auf Charaktere und Orte aus den Comics treffen wird. Generell aber eine gute Entscheidung. Denn das Spiel lebt (bisher) einzig von der Story und dem Artwork, welches durch die Comics inspiriert wurde.




Im Februar hatten uns die Entwickler die häufigsten Fragen zum Spiel in einer F.A.Q beantwortet. Damals hörte sich das Ganze unter anderem so an:

Wird das Spiel Quick Time Events als überwiegendes Gameplay-Element nutzen und wird es ähnlich wie in Telltale Games Jurassic Park: The Game verhindern, die direkte Kontrolle der Spielfigur zu übernehmen?

Nein. The Walking Dead bietet ein völlig anderes Gameplay-Erlebnis als Jurassic Park. QTEs bilden keinen großen Teil des Spiels, und man wird die volle Kontrolle über den Charakter haben und diesen frei durch die Spielumgebung steuern können.

Nun, in der ersten Episode gestalten sich die Steuerung und das Gameplay wie folgt: Mit dem linken Analogstick kann man seinen Charakter, Lee, steuern und in den vorgesehenen Arealen auch frei bewegen, die jedoch nicht sonderlich groß ausfallen. Mit dem rechten Analogstick kann man sich in der Gegend umschauen und durch drücken eines zusätzlichen Buttons entsprechende Aktionen auf verschiedenen Objekten ausführen. Zum Beispiel eine Schublade öffnen, eine Batterie oder eine Axt aufheben, mit Leuten reden. Aber auch Aktionen sowie schnelle Reaktionen gegen das infizierte Gesocks werden so gehandhabt, man zielt also mit dem rechten Analogstick auf einen bestimmten Punkt und muss dann mit A, B, X, Y eine Aktion ausführen. Dem Zombie in die Fresse treten, ihm mit der Axt den Kopf abhacken oder einfach sonst irgendwie zu Brei schlagen.

Damit wären die grundlegenden Gameplay-Elemente geklärt, denn mehr macht man in diesem Spiel bisher nicht, außer natürlich: Entscheidungen treffen. Der Begriff Entscheidungen wird von Spieleentwicklern mittlerweile fast genauso oft und gerne verwendet, wie "Soziale Gerechtigkeit" von Politikern. Daher halte ich diesen Begriff und die letztendliche Umsetzung in vielen Spielen für ziemlich verbraucht und entwertet. Schade. In The Walking Dead erhaltet ihr bei Gesprächen mit anderen Überlebenden und bei euren Handlungen immer mehrere Möglichkeiten angeboten, zwischen denen ihr euch mal mehr, mal weniger rasch entscheiden müsst. Einige eurer Entscheidungen haben unmittelbare Auswirkungen, andere sollen sich später im Spielverlauf bemerkbar machen. Hier erlebt man auch wirklich teilweise komplett andere Spielabschnitte, wodurch sich euer Spielerlebnis komplett von dem eines anderen unterscheiden kann und auch ein Pluspunkt für den Wiederspielwert ist.




Die Antworten müsst ihr allerdings größtenteils wirklich ziemlich fix parat haben - so fix, dass man des öfteren nicht einmal alle (vier) Antworten lesen kann. Das ist für meinen Geschmack ein wenig zuviel "Quick Time", denn wenn ich überwiegend dazu genötigt werde irgendwas zu drücken, damit ich im Zeitfenster bleibe, geht das zumindest bei mir auf Kosten des Spielspaßes. Bei den Handlungen wird das großzügiger gehandhabt, zumal man hier auch meist nichts lesen muss. Vielleicht sollte man das Zeitfenster etwas, wenn auch minimal, erweitern.

Insgesamt dürfte man bei den zwei Stunden die die erste Episode andauert, wohlwollend geschätzt, ungefähr 40 Minuten effektive Spielzeit erhalten, die sich auf o.g. Gameplay-Elemente beschränkt. Wirklich punkten kann das Adventure, wie schon zu Beginn erwähnt, in Sachen Story, Atmosphäre und beim Artwork. Letzteres ist mal erfrischend anders, als der übliche Telltale-Stil den man aus Spielen wie Sam & Max, Back to the Future, Wallace & Gromit oder Tales of Monkey Island kennt. Auch die Sprecher der Charaktere sind recht gut. Die Zombies werden glücklicherweise eher zu Nebendarstellern, im Vordergrund stehen die Überlebenden und deren Umgang miteinander bzw. die Reaktionen auf etwaige Entscheidungen die man trifft. Sofern sich eine dieser auf das gesamte Ganze auswirkt, teilt euch das Spiel dies im linken oberen Rand mit, falls ihr das nicht in den Spieleinstellungen deaktiviert.

Last but not least, die Technik. Weshalb man bei der XBOX-Version bei einem rund 400 Megabyte großen Spiel derartig viele Ladezeiten benötigt, mag ich nicht beurteilen, aber nervig sind diese schon. Zumal selbst die Zwischensequenzen und auch Übergange ins Spielgeschehen nicht nur einmal mit einigen Rucklern und Lags auskommen müssen. Die Steuerung mit dem Gamepad ist okay, aber dennoch zumindest am Anfang ein wenig gewöhnungsbedürftig und speziell wenn es ans Zielen unter Zeitdruck geht, wirkt diese ziemlich fummelig. Bei der PC-Version kann man die Maus- und Tastatur-Steuerung nahezu komplett vergessen. Die deutsche Verkaufsversion ist nur in englischer Sprache verfügbar, auch deutsche Untertitel sucht man vergebens, daher solltet ihr, vor allem im Hinblick auf die Dialoge, darin einigermaßen fit sein.

Bei Interesse wirft man einfach einen Blick in die Demo, die zumindest auf XBLA und im PSN verfügbar ist und einen sehr guten Eindruck vom Spiel vermittelt. Und da ich aufgrund der relativ kurzen Spielzeit und der damit verbundenen Spoilergefahr nahezu kaum ein Wort über den Storyinhalt verloren habe, könnt ihr dies nun im nachfolgenden Trailer nachholen - falls gewünscht.









Kithaitaa schrieb am 14. Mai 2012
Schön, dass Telltale Games auch mal einen anderen Stil präsentiert, als den, den man aus Sam & Max, Back to the Future, Wallace & Gromit oder Tales of Monkey Island gewohnt ist. Auch schön, dass man zusammen mit den Schöpfern der Comic-Serie eine neue Story mit Perspektiven anderer Überlebender kreiert hat. Diese ist zusammen mit den gefällten Entscheidungen der wichtigste Faktor um die Spannung und Atmosphäre im Spiel aufrecht zu erhalten, denn das Gameplay beschränkt sich im wesentlichen auf Quick Time Events sowie auf Dialoge und Entscheidungen, die man ebenfalls unter Zeitdruck fällen muss. Somit erhält man einen spannenden, aber spielerisch eher mauen Einstieg in die fünfteilige Serie. Bleibt also abzuwarten, welcher Eindruck am Ende von Episode Fünf bleibt. Apropos Episode, auf diesen Knackpunkt sollte man sich ebenfalls einstellen oder womöglich erst zum Komplettpaket bei Erscheinen der letzten Episode greifen. Denn die Spielzeit jeder Episode fällt mit zwei Stunden recht gering aus und die Wartezeit auf eine Fortsetzung soll im Schnitt bei einem Monat liegen.

Da es sich um die erste von fünf Episoden handelt, wurde auf eine Wertung verzichtet.


Besonders gut finde ich ...
  • Story & Entscheidungen
  • Artwork
  • Sprecher
  • Uncut


Nicht so optimal ...
  • "Quick Time Event"-Gameplay
  • dezent übertriebener Zeitdruck bei Dialogen und Entscheidungen
  • nur komplett in Englisch erhältlich
  • PC-Steuerung (Maus und Tastatur)
  • Effektiver Spielzeitanteil bei 2 Stunden Gesamtdauer
  • Episodenform & Wartezeit auf Fortsetzungen

 Testsystem:  Xbox360
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9 Kommentar(e):
und folgenden Usern gefällt der Beitrag: Haschbeutel, Tim, ... und einem Gast.

 





#1
Geschrieben am 14. Mai 2012 um 17:11 Uhr

Haschbeutel meint ...

Schade  


          
 





#2
Geschrieben am 14. Mai 2012 um 17:28 Uhr

Kithaitaa meint ...

Haschbeutel: Schade

Wieso schade? So von der Story & Co. ist es ja nicht schlecht, nur das Gameplay ist halt irgendwie nicht so das gelbe vom Ei und kommt auch generell zu kurz, zumindest in dieser Episode.


          
 





#3
Geschrieben am 14. Mai 2012 um 17:34 Uhr

Haschbeutel meint ...

Genau deshalb ist es ja schade  


          
 





#4
Geschrieben am 14. Mai 2012 um 17:47 Uhr

Kithaitaa meint ...

Generell würde ich aber auf jeden Fall einen Blick in die Demo empfehlen, die geht so rund 15 Minuten, da bekommt man schon einiges mit. Dann muss man natürlich noch sehen, dass das Game jede Episode 400 MSP kostet bzw. um die 20 Euro komplett.



          
 





#5
Geschrieben am 14. Mai 2012 um 18:29 Uhr

DarkRaziel meint ...

Die Serie (Staffel 1) habe ich mir jetzt 6 Folgen gesehen und mir hat sie sehr gut gefallen, auch wenn viele viele Logikfehler drin sind.
Das Spiel werde ich vielleicht auch mal Testen aber mehr auch nicht, denn wenn es gut sein sollte (Alle Episoden) warte ich auf ein gutes Angebot.


          
 





#6
Geschrieben am 15. Mai 2012 um 08:59 Uhr via

Christian meint ...

Weiß jemand, ob es eine Retail Version von dem Spiel geben wird?


        
 





#7
Geschrieben am 15. Mai 2012 um 10:24 Uhr via

Christian meint ...

danke...


        
 





#8
Geschrieben am 23. Mai 2012 um 18:38 Uhr

Marcel meint ...

@Christian

Ich glaube die Rede war einmal davon, aber so genau kann ich das nicht mehr sagen.

Hab mir auch direkt zum Release die Episode geholt. Für 400 MS Points ist das ein "Schnäppchen". Na gut, gesamthaft gesehen wiederum nicht, aber der Glaube zählt, oder? *g*


        
 





#9
Geschrieben am 23. Mai 2012 um 19:42 Uhr

Kithaitaa meint ...

Christian: Weiß jemand, ob es eine Retail Version von dem Spiel geben wird?

Wirds sicherlich, wie bei allen Telltale Games, geben, sobald mal alle Episoden erschienen sind. Dann ggf. auch mit dt. Untertiteln etc. - ob dass dann jedoch auch für die XBL/PSN-Version so sein wird, ist wohl eher fraglich.



          



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