Genre:Jump'n'Run  
Entwickler:Sonic Team  Publisher: Sega
Plattform(en):PC, PS3, Xbox360, iOS

Release:16.05.2012

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Sonic the Hedgehog 4: Episode II - Review

Flinker Igel (26) sucht wohlhabende Spieler mit Frustresistenz ...

Geschrieben von Tim am 13. Juni 2012 um 21:14 Uhr


Fast eineinhalb Jahre ist es her, dass Sonic endlich wieder zweidimensional wurde und sich ganz auf seine Stärken fokussierte - jedenfalls war das der Plan bei Sonic the Hedgehog 4: Episode I, so ganz hat das Vorhaben trotzdem nicht geklappt. Das Spiel war für seinen mickrigen Umfang zu teuer und kam außerdem nicht an die früheren 2D-Teile zu Mega-Drive-Zeiten heran. Mit Sonic the Hedgehog 4: Episode II soll nun (wie immer) alles besser und das Gameplay ausgefeilter werden. Doch guter Wille alleine reicht bekanntlich nicht und wenig überraschend ist auch die zweite Episode weit von der Qualität früherer Ableger entfernt. Sie ist nicht schlecht, aber auch nicht gut.

Sonic ist schnell, Sonic ist blau, Sonic sammelt Ringe, Sonic kämpft gegen Dr. Eggman. Das war früher so und das ist heute so - am grundlegenden Konzept hat sich auch in Sonic the Hedgehog 4: Episode II nichts geändert. Das ist eine gute Sache, da man dem Namen sonst ja nicht gerecht werden würde. Allerdings kämpft SEGAs Igel-Ikone trotzdem mit einigen schlimmen Problemen, die es früher zu Mega-Drive- und Genesis-Zeiten noch nicht gegeben hat. Der größte Kritikpunkt ist der gleiche wie schon bei Sonic the Hedgehog 4: Episode I: Das Spiel ist selbst für ein Download-Spiel viel zu teuer und bietet zu wenig Inhalt für sein Geld! Die Spielzeit ist mit mageren zwei Stunden unheimlich kurz und obwohl durchaus Wiederspielwert gegeben ist, empfinde ich das als enttäuschend. Wer die erste Episode schon besitzt, erhält zwar noch zusätzliche Bonus-Levels mit Metal Sonic, aber selbst dann ist der Umfang gering. Und leider ist das nicht das einzige Problem an Sonic the Hedgehog 4: Episode II.




Ich bin der schnellste Igel der Welt! Aber irgendwie wird das mit dem Rennen nix ...

Obwohl die zweite Episode natürlich auf dem Grundgerüst der ersten aufbaut, wollten SEGA und das Sonic Team einiges anders und besser machen. Daher ist Sonic nun auch nicht mehr alleine unterwegs, sondern hat stets einen Begleiter an seiner Seite: Tails! Der Fuchs mit den zwei Schwänzen dient dabei nicht nur als witziger Sidekick, sondern vor allem als spielerische Ergänzung, da man mit ihm einige Team-Aktionen durchführen kann. Beispielsweise kann Tails den Igel als Pseudo-Helikopter in die Luft heben und ihn auf höher gelegene Plattformen hieven. Doch das ist längst nicht alles: Tails fungiert auch als Beschleunigung unter Wasser und wenn sich die beiden aneinanderkuscheln, können sie zusammen durch große Hindernisse hindurchrollen. In der Theorie mag das nett klingen und Abwechslung in das Gameplay bringen, aber in der Praxis sorgt Tails dafür, dass die Geschwindigkeit im Spiel flöten geht. Diese Team-Aktionen sind nämlich kein optionaler Bonus, sondern wirken einfach aufgezwungen und im Kontext des Spiels irgendwie auch unstimmig - schade, die Idee an sich hat mir durchaus gefallen. Immerhin sorgt der Helikopter-Trick des Öfteren dafür, dass man sich gerade noch vor dem Hinabstürzen in plötzlich auftauchende Abgründe retten kann. Jedoch klappt das nicht immer.

Frust ist grundsätzlich keine Seltenheit im Spiel. Besonders bei den nach wie vor sehr enttäuschenden Bosskämpfen habe ich mich häufig richtig aufgeregt. Es geht nämlich nicht um spielerisches Können, sondern ausschließlich um das Auswendiglernen der Angriffsschemen - das ist für einen Bossfight in meinen Augen ein No-Go, aber das kennen wir ja schon aus der ersten Episode. Noch blöder ist aber, dass man beim kleinsten Fehler zurück an den Anfang des Levels gesetzt wird und alles von vorne spielen kann. So ist es mir beispielsweise passiert, dass sich nach fünf Minuten einwandfreien Spielens plötzlich ein gähnender Abgrund auftat und ich hilflos hineingestürzt bin - danach musste ich Metal Sonic erneut hinterherrennen und mir die Qual nochmal antun. Nein, so macht das wirklich keinen Spaß. Unterhaltsamer sind dagegen die normalen Levels, die dieses Mal vor vier unterschiedlichen Kulissen stattfinden. Dazu gehören dicht bewucherte Ruinen, eine sandige Wüste mit Ölbohrtürmen, natürlich ein Unterwasser-Abschnitt und eine Schneelandschaft inklusive Holzachterbahn auf der winterlichen Kirmes. Alle diese Levels sind durchaus spaßig, aber alles andere als erinnerungswürdig. Optisch macht das Spiel einen guten Eindruck, was vor allem am gelungenen Artdesign liegt, die reine Technik ist auf dem Level des Vorgängers: Die Engine ist die gleiche und auch manche Animationen wurden übernommen.




Das größte Problem an Sonic the Hedgehog 4: Episode II ist allerdings weder das Leveldesign noch die Technik, auch nicht der neue Sidekick Tails, der den Spielfluss gelegentlich ins Stocken bringt. Das Kernproblem ist für mich die Tatsache, dass es nichts im ganzen Spiel gibt, an das ich mich in einigen Monaten noch erinnern könnte. Irgendwie wirkt alles uninspiriert und belanglos. Das liegt zu einem großen Teil sicherlich auch am Soundtrack, der im Hintergrund eben so vor sich hin düdelt - es gibt keine einzige Melodie, die auch nur ansatzweise an die tollen Stücke von Sonic Colours oder Sonic Generations herankommen kann. Generell haben Sonic-Spiele in meinen Augen mit den beiden genannten Ablegern eine so hohe Qualität in 3D erreicht, dass ich ein so klassisches 2D-Sonic wie Episode II fast schon als langweilig empfinde. Hier fehlen Ideen, hier fehlt Herz, hier fehlen Höhepunkte und Glanzlichter. Alles ist solide, aber nichts ist wirklich besonders gut gelungen. Schade eigentlich.







Tim schrieb am 13. Juni 2012
Um es gleich vorwegzunehmen: Ich bin enttäuscht von Sonic the Hedgehog 4: Episode II und hatte nach dem soliden Vorgänger eine Steigerung erwartet, zumal sich SEGA und das Sonic-Team fast eineinhalb Jahre Zeit mit der Entwicklung gelassen haben. Tails ist als neue Dauerbegleitung eine nette Idee, spielerisch wirken die Teamaktionen aber aufgesetzt und nicht ausgereift - es ist schon traurig, wenn ausgerechnet in einem Sonic-Spiel der Spielfluss stockt und die Geschwindigkeit gehemmt wird. Was hat denn der schnellste Igel der Welt davon, dass er so schnell ist, wenn er es nicht zeigen darf? Und dass der Preis angesichts des mageren Umfangs immer noch so hoch ist, empfinde ich schon als etwas frech. Keine Frage, man kann Spaß mit dieser zweiten Episode haben, aber ich persönlich bevorzuge mit Colours, Generations und dem schwarzen Ritter nahezu alle in den letzten Jahren erschienenen 3D-Ableger. Dort stecken mehr Ideen, mehr Details, mehr Herz und mehr Frische drin und außerdem kann ich mich an zahlreiche Levels und Musikstücke noch sehr gut erinnern.

Sonic the Hedgehog 4: Episode II ist durchweg solide, macht zwei Stunden lang Spaß, ist aber weit davon entfernt, in irgendeiner Hinsicht Zeichen zu setzen. Und nicht nur das: Es fehlen auch Ideen, Herz und jegliche Höhepunkte. Ein passables, aber kein gutes Sonic.


Besonders gut finde ich ...
  • ansehnliche, kunterbunte Grafik-Kulisse
  • solide Spielmechanik & Leveldesign
  • gute Idee mit Tails als Dauerbegleiter


Nicht so optimal ...
  • es fehlen jegliche Höhepunkte
  • Team-Aktionen wirken aufgesetzt
  • Spielfluss & Geschwindigkeit gehemmt
  • hoher Preis für geringen Umfang
  • absolut enttäuschender Soundtrack

 Testsystem:  Xbox360
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1 Kommentar(e):

 





#1
Geschrieben am 14. Juni 2012 um 00:52 Uhr

Kithaitaa meint ...

Schon wieder 1200 MS Points bzw. 15 Euro? Schon wieder nur knapp zwei Stunden Spielzeit? Ja, sorry! Dann lieber gleich für 60 Euro rausbringen und wie Capcom über besser-, höher-, schneller Versionen abrippen      


          



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