Genre:Action  
Entwickler:Beenox Studios  Publisher: Activision
Plattform(en):PS3, Xbox360, Wii, WiiU, NDS, 3DS

Release:29.06.2012, 10.08.2012 (PC), 05.03.2013 (Wii U)

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The Amazing Spider-Man - Review

Prototype goes Familienunterhaltung - Spidey macht einen auf Alex

Geschrieben von Haschbeutel am 20. Juli 2012 um 19:12 Uhr


Der Aufschrei war groß, als bekannt wurde, dass Marc Webb ein Reboot des Spider-Man Franchises machen will, nur kurz nachdem die Trilogie von Sam Raimi einen - meiner Meinung nach - mehr als unwürdigen dritten Teil bekommen hat. Mich persönlich hat's dennoch gefreut, konnte ich mich mit Tobey Maguire und der Heulsuse Kirsten Dunst nie so richtig anfreunden. Passend zum vor kurzem angelaufenen (und ziemlich großartigen) The Amazing Spider-Man gibt's nun passend dazu das Videospiel. Und das ist erstaunlich gut gelungen - für eine Videospielverfilmung.

The itsy bitsy spider went up the waterspout - Tot.

Die Story setzt da an, wo uns der Kinofilm aus dem Saal entlassen hat. Dr. "Echse" Connors sitzt in der Psychatrie, Peter hat Gwen in die Friendzone geschickt und alle sind glücklich und zufrieden, bis ... Peter Gwen bei Oscorp besucht. Dort hat, nach der Entlassung von Dr. Connors, der ehrgeizige Alistair Smythe die Forschungen übernommen. Da er aber mehr der Freund von Nanotechnik und Robotern ist, werden unter seiner Führung die Artenkreuzungs-Experimente nach und nach beseitigt. Leider kommt es jedoch - verursacht durch Peter Parkers Anwesenheit - zu einem Ausbruch der Kreaturen, die daraufhin Alistair und Gwen, sowie weitere Wissenschaftler mit dem hochansteckenden Virus infizieren. Auch gefährliche (und bekannte) Widersacher wie Iguana, Rhino und Vermin werden daraufhin auf die Stadt losgelassen. Spidey hat nun alle Hände voll zu tun, Dr. Connors aus der Nervenheilanstalt zu befreien, damit er ein Gegenmittel erfinden kann, sowie die infizierte Gwen, die Wissenschaftler und die ganze Stadt zu retten - vor dem Virus, vor den Artenkreuzungen und vor den gigantischen Robotern, die Alistair losgeschickt hat, um die Mutationen zu stoppen. Blöd nur, dass auch Spider-Man eine davon ist ... und dass beim Einbruch in die Nervenheilanstalt auch noch eine diebische Verrückte namens Felicia ihr Unwesen in Manhattan treibt.






Hallo Manhatten, was steht heute auf der ToDo-Liste?

Ihr seht, es sind verdammt viele Baustellen, die Spidey zu bearbeiten hat. Neben der Hauptstory, die ihr überwiegend in Kanalisationen und Gebäuden verbringt, gibt es zusätzlich überall in Manhatten verteilt Events, Mini-Missionen und Collectibles, die darauf warten von euch entdeckt und gelöst zu werden. Dabei orientiert sich der Titel recht stark an (ebenfalls aus dem Hause Activision) Prototype (2). Das Konzept ist ähnlich: Ihr könnt entweder straight von Mission zu Mission sprinten und das Spiel durchzocken. Oder ihr schaut euch in der Stadt nach speziellen Punkten um, an denen es (meist) Story-unabhängige Missionen gibt. Das reicht von einfachen "Rette Bürger X und bringe ihn zu Y", über "Stoppe die Verfolgungsjagd" bis hin zu längeren Mini-Missionen mit einem Bossgegner am Ende. Warum man das machen sollte? Wegen dem Level-System.

Ähnlich wie ich vergleichbaren Spielen sammelt auch Spidey Technik- und Erfahrungspunkte. Während er mit den Technikpunkten seine technischen Fähigkeiten verbessert (achwas?) wie die Effektivität seiner Netze, kann er mit Erfahrungspunkten sich selbst verbessern, also seinen Schaden den er einsteckt, austeilt und so weiter. Man kennt das ja. Trotzdem ist das ganze sehr motivierend verpackt, die Missionen und Mini-Einlagen sind recht abwechslungsreich und das Levelsystem ist gut durchdacht und hält bei der Stange.


Der dünne Faden zwischen Licht und Schatten

Also alles Standard-Kost und doch nicht so "Amazing"? Nicht ganz, denn wenn der Titel eines verdammt gut macht, dann ist es das Gefühl, Spidey zu sein. Wenn wir uns mit dem Spinnenmann im Morgengrauen mit geschmeidigen Animationen durch die Häuserschluchten schwingen, währen die Sonne hinter dem Empire State Building hervor lugt und ein angenehm-epischer Soundtrack aus den Boxen dröhnt, ist das verdammt "Amazing"! Es macht Spaß, Manhattan zu erkunden, Aufgaben zu erledigen, Gangster zu schnappen und für eine Journalistin Fotos von Tatorten zu machen. Auch das Kampfsystem und die damit verbundenen Animationen sind gelungen - selten hat sich Spidey so smooth und galant um Gegner gewunden und an der Decke entlang gehangelt. Das System orientiert sich dabei ganz grob an den Batman-Spielen und setzt auf eine gesunde Kombination aus Combo- und Ausweichserien. Sehr nettes Detail: Je länger Spidey in der Welt unterwegs ist und je mehr Kämpfe er bestreitet, desto mehr wird sein Anzug in Mitleidenschaft gezogen. Wer also nach einer Mission den finalen Boss besiegt hat, wird nicht selten mit einem zerkratzten, blutigen Helden da stehen, dessen Anzug überwiegend nur noch aus Fetzen und Löchern besteht. Trotzdem ist das Game selbst mitnichten düster und blutig. Der Grundtenor und auch die sonstige Farbwahl ist - bis auf einige Ausnahmen - überwiegend bunt und freundlich.

Manchmal ist die Stimmung allerdings zu freundlich, denn gerade unser Held ist ein extremes Plappermaul. Auch wenn einige Sprüche durchaus amüsant sind, könnte er doch hin und wieder öfter mal die Klappe halten. Vor allem deshalb, weil die deutsche Synchro fast durch die Bank schrecklich besetzt ist und somit auch extrem vom Film abweicht - genau wie das Charakterdesign, das sich zwar ganz grob am Film orientiert, aber keine bekannten Gesichter auffährt. Bei einem "Spiel-zum-Film" irgendwie unverständlich und schade. Auch schade ist, dass Spider-Man zwar sehr viele bekannte Gegenspieler auffährt, allerdings die meisten nur extrem kaschiert. Felicia, die um einiges interessanter als Gegenspieler Smythe ist, bekommt zwar immerhin noch eine Mission mit kleinem Kampf spendiert, aber Figuren wie Rhino sind nicht mehr als kleine Mini-Kämpfe. Schurken wie Mr. Negative werden sogar nur in den Fotografen-Missionen kurz erwähnt. Das ist zwar nett für Comic-Fans, gibt aber das Gefühl, dass da mehr drin gewesen wäre. Auch in der Spielwelt wäre hier und da wünschenswert, dass in den Straßen etwas mehr los ist und die Missionen (vor allem die Rettungs-Missionen) könnten abwechslungsreicher gestaltet sein.

Das klingt jedoch alles negativer, als es im Endeffekt ist, denn "The Amazing Spider-Man" ist (vor allem für eine Film-Umsetzung) mehr als gelungen. Einige spektakuläre Momente, wie der nächtliche Kampf gegen einen hunderte Meter großen Stahlwurm, der sich durch Gebäude und Boden gräbt, könnten genau so auch im Film übernommen werden. Wenn wir dann später von Jäger-Bots mit einem Affenzahn durch die Stadt gejagt werden, während wir ihren Elektrofeldern ausweichen und die Bots dann in einer großartigen Sequenz in den Straßen von Manhatten versenken - dann wird es Zeit für ein kühles Bier. Nach solchen Momenten fühlt man sich nämlich wie ein richtiger cooler Held - nur eben ohne den ganzen Ruhm und Sex, der eigentlich dazu gehört. Immerhin gibt's für diese Anstrengungen, sowie das erfolgeriche Sammeln versteckter Goodies in der Welt, freischaltbare Konzeptzeichnungen, Biografien und (das wichtigste) Original-Comics, die man in vollem Umfang lesen kann. Spätestens da werd' ich auch ohne Spinnweben ganz klebrig.









Haschbeutel schrieb am 20. Juli 2012
Mit diesem Spidey schwing' ich gerne wieder.

Surprise, Surprise! In Anbetracht der sonstigen Film-zu-Spiel-Umsetzungen ist 'The Amazing Spider-Man' ein verdammt gelungener Sandbox-Titel geworden. Eine große Stadt als Spielwiese mit vielen kleinen Aufgaben, die es zu erledigen gilt, ein tolles Mittendrin-Gefühl, schicke Grafik, viele Referenzen an die großen Vorlagen in Film und Comics, ein durchdachtes Kampfsystem und eine interessante Story können die 8-10 Stunden Spielzeit hindurch super unterhalten. Die teilweise spektakulären Bosskämpfe gegen Oscorps Roboter-Armee runden das Paket ab. Schade nur, dass viele Gegenspieler kaum Platz finden (Felicia) oder über eine bloße Erwähnung (Mr. Negative) nicht hinauskommen. Hier lässt man wohl Spielraum, um keine falschen Handlungsstränge vor dem nächsten Film zu spinnen.


Besonders gut finde ich ...
  • Schicke Präsentation
  • Beeindruckende Bosskämpfe
  • Großartiges Freiheits-Gefühl
  • Durchdachtes Kampfsystem
  • Freischaltbare Original-Comics
  • Motivierendes Levelsystem
  • Hoher WiederspielWeiterspielwert


Nicht so optimal ...
  • Wenig los in der Stadt
  • Kamera in Gebäuden eine Zumutung
  • Abweichendes Charakterdesign
  • Deutsche Synchro
  • Sandbox-Prinzip nicht ausgereizt

 Testsystem:  Xbox360
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6 Kommentar(e):
und folgenden Usern gefällt der Beitrag: Haschbeutel, ... und einem Gast.

 





#1
Geschrieben am 20. Juli 2012 um 20:10 Uhr

Frankstar meint ...

bitte pressakey, stellt eure videos auf einen html5 player um. die seite funktioniert sooo gut, um nicht zu sagen vorbildlich, auf meinem android tablet, aber videos sind ein graus



          
 





#2
Geschrieben am 20. Juli 2012 um 20:12 Uhr

Haschbeutel meint ...

Frankstar: bitte pressakey, stellt eure videos auf einen html5 player um. die seite funktioniert sooo gut, um nicht zu sagen vorbildlich, auf meinem android tablet, aber videos sind ein graus


Jetzt bekommt mein Spider-Man Artikel einen Kommentar und dann .. dann ... hat er nichtmal Bezug zu diesem fantastischen Test. Das trifft mich jetzt ganz, ganz tief in der Seele, wenn nicht sogar im Herzen!  

  


          
 





#3
Geschrieben am 20. Juli 2012 um 20:14 Uhr

Kithaitaa meint ...

Frankstar: bitte pressakey, stellt eure videos auf einen html5 player um. die seite funktioniert sooo gut, um nicht zu sagen vorbildlich, auf meinem android tablet, aber videos sind ein graus

Android Tablet, ey oida, komm uns doch nicht mit sowas. Ist ja wie IE6 *fg* Ne, mal im Ernst -> Mobil(e) Stuff ist ganz oben auf meiner Todo-Liste, funktioniert ansich auch alles soweit, nur eher etwas iLastig.   


          
 





#4
Geschrieben am 21. Juli 2012 um 10:01 Uhr

DarkRaziel meint ...

Kithaitaa: ... nur eher etwas iLastig.


geht mir auch so   
Zu Test mal selber bleibt mir nicht weider als das ich Filmumsetzungen nicht so mag und ganz ganz Selten welche kaufe und wenn dann meist nur in der Kramkiste für 10 Euro.


          
 





#5
Geschrieben am 25. Juli 2012 um 20:35 Uhr

Frankstar meint ...

hehe. der test ist ausgezeichnet! absolute erste sahne... wie alle tests von dir  aber das weisst du ja. und wie gesagt funktioniert ausgezeichnet aber der video player war/ist mir am desktop schon kein freund. aber ernsthaft.. die seite ist die beste die mir bisher untergekommen ist, am tablet.


          
 





#6
Geschrieben am 25. Juli 2012 um 20:49 Uhr

Kithaitaa meint ...

Frankstar: aber der video player war/ist mir am desktop schon kein freund. aber ernsthaft.. die seite ist die beste die mir bisher untergekommen ist, am tablet.

Danke für's Lob (der Haschi aktualisiert gerade auf OS X 10.8 Mountain Lion - kann dauern), aber das mit dem Videoplayer nehm ich jetzt schon fast persönlich. War ansich immer eine coole Sache, wir selbst haben da auch nie Probleme - von manchen Mobile-Varianten mal abgesehen, aber weil du auch von Desktop schreibst. Das macht mich traurig. Sehr sehr traurig.   

Aber, damit die Kommentare hier nicht so sehr vom Thema, sprich der Review zu Spider-Man, abdriften, hab ich mal einen Thread im Forum erstellt. Da kann man dann alles weitere, bisher unbekannte & Co. diskutieren.


          



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