Genre:Arcade-Action  
Entwickler:Arkedo Studios  Publisher: Sega
Plattform(en):PC, PS3, Xbox360

Release:03.10.2012

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Hell Yeah! Wrath of the Dead Rabbit - Review

Mit Kreissäge, Jetpack und grenzgenialem Humor durch die Unterwelt!

Geschrieben von Tim am 24. Oktober 2012 um 19:12 Uhr


Warnung: Bei manchen Personen kann es bei Betrachtung der Bilder im folgenden Bericht zu epileptischen Anfällen oder Bewusstseinsstörungen kommen. Was soll man von einem Spiel erwarten, das sich Hell Yeah! Wrath of the Dead Rabbit nennt? Eines ist klar: Wenn ein Entwickler sein Spiel so betitelt, dann muss dahinter etwas absolut einzigartiges stecken. Nun gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder ist es ein besonderes Spiel, das sich auf positive Art und Weise von der Masse abhebt, oder es ist ein Spiel, das in seinen Grundfesten völlig konservativ ist, dies aber hinter einer blendenden Kulisse zu verbergen versucht. Hell Yeah! ist eindeutig letzteres. Und nicht nur das: Es ist der abgef***teste Scheiß, den ich in den letzten Jahren gespielt habe. Was kann schon beknackter sein als ein toter Diktatorhase, der die Monster in der Hölle jagt, weil sie seinen Bade-Enten-Fetisch auf sozialen Netzwerken verbreitet haben?

Man kann es echt nicht anders nennen: Hell Yeah! Wrath of the Dead Rabbit ist krank. Waren die Entwickler von Arkedo auf Drogen? Möglich ist alles und in diesem Fall würde ich es nicht einmal ausschließen. Fest steht jedenfalls, dass die gesamte Präsentation von Hell Yeah! hochgradig abgedreht und einzigartig ist. Das beginnt schon bei der Story, die - wie bereits oben erwähnt - von einem toten Diktatorhasen handelt, der beim Baden mit Gummienten spielt. Doch durch unglückliche Zufälle gelangt das Geheimnis nach außen und ist wenige Minuten später schon auf Facebook & Co. hochgeladen, mit der Überschrift: "The Prince is a Pussy!". Was macht der beschämte Höllendiktator? Ist doch klar: Er reist durch die Unterwelt und metzelt die fiesen Monster nieder, die ihn vor der ganzen Öffentlichkeit blamiert haben. Ein Hase, der etwas auf sich hält, kann sowas natürlich nicht akzeptieren!




Ein bisschen Castlevania, ein wenig Metroid, literweise Blut und Regenbogenfarben!

Optik und Style von Hell Yeah! sind auf jeden Fall beeindruckend und "unique"; ein solches Spiel habt ihr vermutlich noch nicht gesehen. Obwohl es sich im Kern nur um einen 2D-Platformer mit Action-Elementen handelt, passiert so viel auf dem Bildschirm, dass man des Öfteren den Überblick verliert. Es prasselt ein regelrechtes Farben-Feuerwerk auf euch ein, das selbst Spiele wie Child of Eden alt aussehen lässt - die Kontraste sind unglaublich hoch und die Farbvielfalt gigantisch. Doch trotz des Regenbogen-Szenarios ist Hell Yeah! eher nichts für Kinder, da Blut und Gewalt allgegenwärtig sind. Mal müssen Gegner zerquetscht werden, mal muss man sie durch die Guillotine jagen, ein anderes Mal betrachtet man in Nahaufnahme, wie sie gerädert werden - im Anschluss wird der Bildschirm mit Blut zugekleistert. In Verbindung mit dem coolen Artdesign der Monster und Umgebungen, das ein wenig an Arcade-Spielautomaten und diverse Videospiel-Klassiker erinnert, macht Hell Yeah! also visuell wirklich einiges her. Dazu kommt der rockige Soundtrack, der das Geschehen perfekt untermalt. Keine Frage, stilistisch ist Wrath of the Dead Rabbit wirklich gut gelungen! Allerdings kann das Gameplay nicht ganz mithalten.

Auch wenn Hell Yeah! ziemlich einzigartig aussieht, so spielt es sich unterhalb der Oberfläche doch erstaunlich konservativ - im Grunde ist es nicht mehr als ein zweidimensionales Action-Adventure im Stile von Metroid oder Castlevania, das den Fokus jedoch mehr auf blutige Action anstatt Erkundung und Rätsel legt. Die Levels sind relativ groß angelegt und meistens frei begehbar, um vorwärts zu kommen, benötigt man allerdings die entsprechenden Gadgets. Diese erhält man entweder im Shop oder von erlegten Monstern. Besonders ebenjene Monster sind das spielerische Highlight von Hell Yeah!, da sie unterschiedliche Taktiken erfordern und man manchmal auch mit der Umgebung interagieren muss. Zum Beispiel muss man bei einem frühen größeren Zwischengegner Schalter betätigen, um giftige Säure von oben herab fließen zu lassen - diese Säure löst den Gegner auf. Die Zahl dieser Höllenmonster ist riesig, da das Spiel im Grunde aus nichts anderem besteht, als die Viecher zu töten. Habt ihr alle Monster in einem Gebiet vernichtet, dürft ihr in das nächste reisen und das Ganze mit neuen Feinden und Umgebungen wiederholen. Zwischendurch wartet auch noch ein echter Bosskampf gegen ein noch größeres Monster, allerdings sind diese Bossfights nicht halb so interessant und oftmals auch noch ziemlich schwierig bis hin zu unfair - hier hat man einiges an Potential liegen gelassen, schade.




Kreissäge oder Maschinengewehr? Granat- oder Raketenwerfer? Das Blut fließt!

Um die insgesamt 100 Monster der Unterwelt zu erlegen, hat Höllenhase Nestor ein paar nützliche Waffen dabei: Maschinengewehr, Raketen- und Granatwerfer sind noch die harmlosen Todbringer. Viel interessanter ist beispielsweise die Kreissäge, die standardmäßig die erste Waffe darstellt und die gleichzeitig mit einem Jetpack verankert ist. So kann man durch schnelles Drehen der Säge durch die Lüfte gleiten oder sich durch Mineral fräsen - praktisch für die rasche Fortbewegung in den oft recht groß angelegten Umgebungen. Kommt ein Monster unter die Säge, so sieht es für den Feind entsprechend schlecht aus. Allerdings haben auch die anderen Waffen eine massive Durchschlagskraft und jeweils ihre Vorteile. Doch Vorsicht: Zum einen können sie überhitzen, zum anderen funktioniert es in Hell Yeah! nicht, aus dem Bildschirm herauszuschießen - das Projektil verschwindet quasi, wenn es den Rand des Bildes erreicht. So ist es nicht einfach damit getan, den Gegnern aus der sicheren Distanz auf die Mütze zu geben. Habt ihr ein Monster schließlich so stark verwundet, dass es fast besiegt ist, wird es Zeit für einen Fatality á la Mortal Kombat: In einem kurzen Minispiel, das so auch einer Hardcore-Version von WarioWare oder Rhythm Paradise hätte entspringen können, wird das Monster brutal hingerichtet.

Diese Finisher gehören mit zum Witzigsten, was Hell Yeah! Wrath of the Dead Rabbit zu bieten hat. Mein persönliches Highlight ist dabei ein Quiz, das einem ähnlich wie bei Wer Wird Millionär? vier mögliche Antworten abietet. Die Frage lautet: "Wie lange lebt ein totes Kaninchen durchschnittlich?" Wer nun eine der drei möglichen Zahlen wählt, liegt falsch - die richtige Antwort ist natürlich "WTF?". Beantwortet ihr die Frage korrekt, wird das Monster nach allen Regeln der Kunst vernichtet. Beispielsweise wird es zerquetscht, überfahren, geröstet oder zerschnitten - die Vielfalt ist groß und der Spaßfaktor angesichts der abgedrehten Finisher enorm. Schade ist nur, dass das Spiel nach einiger Zeit stark nachlässt und viele Elemente recycelt; irgendwann kennt man auch die Finisher in- und auswendig. Selbst Umgebungsgrafiken, Musikstücke und Monster-Designs werden nach einer Weile wiederholt und spätestens dann merkt man, dass den Entwicklern die Puste ausgegangen ist. Die Spielzeit beläuft sich insgesamt auf etwa 5-6 Stunden - für 12,99€ bzw. 1200 MS-Punkte geht das durchaus in Ordnung. Übrigens: Wer PlayStation-Plus-Abonnent ist, darf sich das Spiel aktuell kostenlos herunterladen!









Tim schrieb am 24. Oktober 2012
Bei aller Liebe zum abgedrehten Design, dem urkomischen schwarzen Humor und den coolen Fatalities finde ich es schade, dass Hell Yeah! spielerisch nicht mit seiner tollen Präsentation mithalten kann. Man hätte sich etwas mehr Zeit nehmen sollen und neue Umgebungen kreieren, anstatt bekannte Elemente zu recyceln. Auch die Minispiele wiederholen sich nach einiger Zeit - gerade in solchen wichtigen Aspekten darf dem Spiel einfach nicht die Puste ausgehen! Und auch die Steuerung hätte ein wenig Feintuning gebraucht: Gerade die Jump'n'Run-Passagen leiden oft unter der unpräzisen Handhabung. Doch unter dem Strich hat mich die Monsterjagd und die Geschichte um den beschämten Diktatorhasen gut unterhalten, was natürlich vor allem an der abgedrehten Inszenierung liegt. PlayStation-Plus-Nutzer müssen das Spiel sowieso herunterladen, weil es ihnen kostenlos zur Verfügung gestellt wird - alle anderen sollten zunächst die Demo spielen und prüfen, ob sie mit dem Style warm werden.

Ein toter Diktatorhase mit Bade-Enten-Fetisch, der fiese Facebook-Stalker-Monster in der Hölle jagt und sie durch brutale Fatality-Minispiele hinrichtet? Das ist Hell Yeah! - abgedreht, unter der Oberfläche allerdings etwas zu konservativ und auf Dauer monoton.


Besonders gut finde ich ...
  • grenzgenialer Humor und cooles Design
  • abgefahrene Finisher á la WarioWare
  • farben- und kontrastreicher Grafikstil
  • über 100 Monster mit Hintergrundstory
  • rockiger Soundtrack, der perfekt passt
  • kostenlos für PlayStation-Plus-Nutzer


Nicht so optimal ...
  • Steuerung ist nicht präzise genug
  • Spiel geht langsam die Puste aus
  • Bosskämpfe spielerisch z.T. schwach

 Testsystem:  Xbox360
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