Genre:Partygame  
Entwickler:Ubisoft  Publisher: Ubisoft
Plattform(en):PS3, Xbox360, Wii, WiiU

Release:02.10.2012, 30.11.2012 (WiiU)

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Just Dance 4 - Review

Anyone can Just Dance! Überzeugt die Party auch beim vierten Mal?

Geschrieben von Tim am 22. Oktober 2012 um 19:45 Uhr


Manch einer betrachtet seine Kinect-Kamera ja als eine absolute Fehlinvestition. Das ist nicht weiter verwunderlich, schließlich lassen sich die guten Kinect-Games an einer Hand abzählen und Titel wie Fable: The Journey oder Steel Battalion: Heavy Armor würden ohne die erzwungene Gestik besser funktionieren. Doch Dance Central 3 und Just Dance 4 erinnern mich daran, dass sich Kinect immerhin für eines gelohnt hat: für Partyspaß mit Kumpels, Peinlichkeiten und Schadenfreude. Mit Just Dance 4 habe ich am vergangenen Wochenende viel Zeit verbracht. Hat Ubisoft es geschafft, die Tanzfläche auch im vierten großen Anlauf noch zu rocken? Let's dance.

Worum es in Just Dance geht, brauche ich wohl kaum erklären, aber was soll's: Es geht um Tanzen. Eure Aufgabe ist es, vor dem Kinect-Sensor Platz zu nehmen und die virtuelle Bühne zu rocken - natürlich nicht durch Buttonmashing mit dem Controller, sondern durch Real-Life-Bewegungen! Wer das jetzt schon als dämliches Gehampel abstraft, darf an dieser Stelle aufhören zu lesen, denn Tanzmuffel sind in Just Dance 4 nicht erwünscht. Um Spaß damit zu haben, müssen einige Bedingungen erfüllt werden. Erstens: Man darf nicht alleine sein! Versucht ihr nämlich, ganz alleine im Zimmer vor dem Fernseher herumzutanzen, werdet ihr euch schnell ziemlich blöd vorkommen. Zweitens: Ihr und eure Freunde/Freundinnen dürft keinesfalls spießig und verklemmt sein. In Just Dance tanzt ihr nämlich keinen Salsa, Rumba oder Wiener Walzer, sondern richtig abgedrehte und hochgradig peinliche Moves. Drittens: Ihr müsst unbedingt genug Platz im Zimmer haben. Ansonsten kann es passieren, dass Lampen zu Bruch gehen oder man sich gegenseitig die Nase bricht. Just Dance kann gefährlich sein!




Von den Black Eyed Peas über Elvis Presley bis hin zu Carly Rae Jepsen und Europe!

Mit jedem neuen Just Dance kommt selbstverständlich eine neue Songliste, an der sich wie immer die Geister scheiden. Ubisoft versucht zwar, es jedem recht zu machen und möglichst alle Musikrichtungen abzudecken, letztendlich entscheidet aber doch der persönliche Geschmack. In Just Dance 4 sind unter anderem aktuelle Chartstürmer wie "Call Me Maybe" von Carly Rae Jepsen, "Good Feeling" von Flo-Rida und "On The Floor" von Jennifer Lopez, aber auch Klassiker wie "Jailhouse Rock" von Elvis Presley und "The Final Countdown" von Europe enthalten. Wer es etwas bizarrer mag, darf auch zu "Rock N'Roll (Will Take You To The Mountain)" von Skrillex oder zu "Asereje (The Ketchup Song)" von Las Ketchup tanzen. Mit über 40 Songs ist das Angebot breit und vielfältig, zumal man weitere Songs im Spiel freischalten kann. Übrigens: Wer sich rickrollen lassen möchte, darf auch "Never Gonna Give You Up" von Rick Astley wählen (peinlich: mein Tanzvideo findet ihr unter diesem Link). Besonders cool wird auch ein kommender DLC im November, mit dem "Gangnam Style" von PSY dem Spiel hinzugefügt werden kann. Wer also wissen will, wie der Tanz denn eigentlich funktioniert, kann sehr bald schon in Just Dance 4 üben und sich blamieren. Der DLC kostet zwar 3€, aber hey: Wer wollte den Tanz nicht schon immer mal lernen?!

Dass Just Dance 4 im Freundeskreis so viel Spaß macht, liegt natürlich nicht nur daran, dass man jeden Song zu viert nebeneinander tanzen kann, sondern auch an der wirklich guten Bewegungserkennung von Kinect. Auch wenn man nach Fable: The Journey und Steel Battalion: Heavy Armor denken könnte, dass die gesamte Technik eine Katastrophe ist, so gibt es mit Just Dance und Dance Central doch Spiele, die einen vom Gegenteil überzeugen - schade, dass das nicht überall gelingt. Wer wirklich streng ist, der findet zwar auch in Just Dance 4 immer wieder den Fall vor, dass eine Geste trotz richtiger Ausführung nicht exakt erkannt wird, aber das hält sich glücklicherweise in Grenzen und im Normalfall funktioniert das System sehr gut. Dance Central 3 ist mit seiner professionellen Herangehensweise zwar genauer in der Erkennung, dafür aber weniger partytauglich als Ubisofts Tanzspiel. Das ist auch einer der größten Pluspunkte an Just Dance: Jeder kann sofort ohne Tutorial und Anleitung einsteigen ...

... und Erfolge feiern! Das ist das Erfolgsrezept in Just Dance: Ganz egal, ob man die Vorgänger kennt oder nicht oder ob man ein Tanzprimus ist - Spaß macht Just Dance 4 auf jeden Fall und das nicht nur, wenn man einen neuen Highscore erzielt. Außerdem holt man schon bei durchschnittlichem Tanz relativ fix drei von den fünf Sternen, was einen richtig motiviert, beim nächsten Mal noch einen draufzulegen.




Frage: Was ist neu? Antwort: Dance Battles, Menüführung, Just Dance TV & mehr.

Gegenüber den bereits sehr gelungenen Vorgängern hat Just Dance noch einmal eine ganze Schippe an Qualität zugelegt und liefert nun auch der Xbox-Fassung ein sehr viel übersichtlicheres und besser bedienbares Menü. Scheiterte man in Just Dance 3 noch oft daran, den gewünschten Song auszuwählen, weil Kinect partout nicht das machen wollte, was man durch Handbewegungen vorgab, ist das Prinzip dieses Mal wesentlich angenehmer. Die Menüpunkte und Icons sind viel größer als vorher und nun genügt eine einfache Bewegung der Hand nach vorne, um die erwünschte Option auszuwählen. Zwar hat Kinect das immer noch nicht perfekt drauf und es wäre mir deutlich lieber, das Menü mit dem Controller navigieren zu können, aber im Vergleich zum Vorgänger ist das hier eine Steigerung. Eine Überarbeitung hat auch die Grafik erfahren, die nun durch abwechslungsreich animierte Hintergründe und klar erkennbare Silhouetten einen richtig schicken Eindruck hinterlässt. Klar: Wer schon den Stil von Just Dance 3 nicht mochte, wird auch hier nicht überzeugt sein. Ich finde es aber schön zu sehen, dass sich Ubisoft nicht einfach auf dem Erfolg der Serie ausruht, sondern sich bemüht, das Erlebnis zu verbessern. Und das ist hier zu meiner großen Freude auf jeden Fall gut gelungen!

Neu sind auch die sogenannten Dance Battles, in denen zwei Spieler gegeneinander antreten und sich durch perfekte Bewegungen Schaden zufügen, was ein wenig an Beat'em-Ups im Stile von Street Fighter erinnert. Abgesehen davon warten weitere freischaltbare Songs und neue Mash-Ups für den Just-Sweat-Modus. Generell motiviert Just Dance 4 durch die vielen freischaltbaren Inhalte sehr stark. Eine weitere sehr coole Neuerung sind kurze Video-Aufnahmen während der Songs, die man im Anschluss per "Autodance" zu einer Choreographie zusammenschneiden lassen kann. Dort sieht man dann allerdings nicht irgendwelche Just-Dance-Figuren, sondern sich selbst, während man tanzt und sich in den meisten Fällen blamiert - ein herrlich witziger und unterhaltsamer Spaß, der Just Dance 4 deutlich aufwertet. Ursprünglich war im Spiel auch ein Feature enthalten, die Videos auf Facebook & Co. hochzuladen; da Microsoft spontan entschieden hat, Facebook & Twitter von der Xbox 360 herunterzuschmeißen, führt der Menüpunkt allerdings ins Nichts. Schade, aber auch verschmerzbar.

Im Gegensatz zu Dance Central 3 bietet Just Dance 4 übrigens nicht die Möglichkeit, die Lieder aus dem direkten Vorgänger zu importieren. Dafür wird es auch in Zukunft (kostenpflichtige) DLC-Pakete geben.




Neben der Xbox-360-Fassung, für die Kinect selbstverständlich vorausgesetzt wird, gibt es Just Dance 4 auch für die PlayStation 3 und die Wii - eine Version für die Wii U wird zum Launch der Konsole am 30. November ebenfalls erhältlich sein, die dann mit zusätzlichen Songs und Spielmodi daherkommt ...







Tim schrieb am 22. Oktober 2012
Wer beim Gedanken an Just Dance schon den Kopf schüttelt, der wird natürlich auch vom vierten Teil der Serie nicht vom Gegenteil überzeugt werden. Ich kann aber jedem, der Move, Kinect oder eine Wii besitzt und Spaß an Partys hat, nur ans Herz legen, Just Dance einmal eine Chance zu geben. Ubisoft hat sich mit dem vierten Teil noch einmal gewaltig gesteigert und die Qualität des Spiels mit der verbesserten Menüführung, der hübscheren Grafik, den Video-Aufnahmen und den neuen Spielmodi entsprechend aufgewertet. Klar, unter dem Strich ist und bleibt es nur ein Tanzspiel, das den Hardcore-Zocker natürlich nicht befriedigen kann - aber für den kleinen Spaß zwischendurch ist es ein Dauerbrenner. Bei mir wird Just Dance 4 nun vermutlich häufiger im Xbox-360-Laufwerk rotieren und alleine an einem Wochenende habe ich mehr Zeit damit verbracht als mit so mancher Triple-A-Produktion. Ob ihr allerdings lieber Just Dance 4 spielt oder Dance Central 3, das liegt bei euch - beide Spiele haben ihre Vor- und Nachteile.

Manch einer mag in Just Dance nur eine Geldmaschinerie sehen, doch wer sich einmal mit dem Spiel beschäftigt, wird schnell vom Tanzfieber gepackt. Mit Teil 4 hat sich Ubisoft auf jeden Fall noch einmal gesteigert! Der Song-Import wird aber schmerzhaft vermisst ...


Besonders gut finde ich ...
  • herrlicher Partyspaß im Freundeskreis
  • 4 Tänzer gleichzeitig auf dem Parkett
  • verbesserte Grafik, mehr Animationen
  • über 40 sorgfältig ausgewählte Songs
  • meistens sehr überzeugende Erkennung
  • neu: Dance Battles und Video-Aufnahme


Nicht so optimal ...
  • kein Song-Import aus Just Dance 3
  • z.T. hat Kinect Erkennungsprobleme
  • DLCs wahrscheinlich wieder überteuert

 Testsystem:  Xbox360
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