NieR: Automata - Preview 6

Quasi als vorweihnachtliches Geschenk haben Square Enix und Platinum Games dieser Tage zum Ausklang des Jahres eine Anspielversion zu NieR: Automata in den PlayStation Store gepackt - und jetzt, nach den anstrengenden Festtagen und dem darauffolgenden Fresskoma, kam ich endlich dazu, das Action-Rollenspiel um Androidin 2B selbst anzuspielen. Warum mir die Demo so gut gefallen hat, ich wahnsinnig neugierig auf diese dystopische Welt bin und NieR Automata das Zeug zum Geheimtipp hat, findet ihr in meinem kleinen Democheck heraus - inklusive Video.

Ich habe NieR nie gespielt und damals im Jahr 2010 nicht einmal wirklich mitbekommen, dass es überhaupt existierte. Aber NieR: Automata ist eines der Spiele, auf die ich mich im kommenden Jahr 2017 am meisten freue. Das hat mehrere Gründe.

Und der erste und wichtigste davon ist so logisch wie trivial: NieR: Automata entsteht in Zusammenarbeit mit Square Enix bei Platinum Games - einem Studio, das ich nicht zuletzt durch Bayonetta und Vanquish lieben gelernt habe. Abgesehen von einigen schnellen Lizenz-Versoftungen und Star Fox Zero war eigentlich alles, was in diesem Gebäude in Osaka produziert wurde, brillant. Kaum ein anderer Entwickler versteht Videospiel-Action so gut wie Platinum Games. Wenn nun also genau dieses Platinum Games an einem neuen Actionspiel arbeitet oder beteiligt ist, dann bin ich sofort neugierig. So natürlich auch im Fall von NieR: Automata - auch wenn die Geschichte dahinter dieses Mal etwas merkwürdig anmutet. Immerhin war das originale NieR weder ein klassisches Actionspiel noch so populär, als dass Verkaufszahlen und Feedback einen Nachfolger rechtfertigen würden. Und doch kommt Automata im März 2017 und dürfte allem Anschein nach alles andere als ein Schnellschuss werden.


NieR: Automata
Die Demo führt Androidin 2B in eine verlassene und heruntergekommene Fabrik voller Gefahren.


Die etwa 30-minütige Demo für die PlayStation 4 gibt jedenfalls schon einen guten ersten Einblick in das, was man von NieR: Automata erwarten kann. Vordergründig geht es selbstverständlich um Action in Form von schnellem Zwei-Tasten-Nahkampf in bester Bayonetta-Tradition, unterstützt durch eine Arcade-Shooter-Komponente. Das Kämpfen mit den beiden Schwertern fühlt sich auch ganz genauso an wie man es eben von Platinum kennt, es gibt eine Menge Combos, Boden- und Luftaktionen, einen optimalen Flow und den üblichen Konter durch perfekt getimtes Ausweichen, größere Überraschungen sucht man jedoch vergebens, zumindest in der Anspielversion. Erst der Pod sorgt zumindest für eine kleine Umgewöhnung: Ohne Munitionslimit kann man Non-Stop kleine Projektile abfeuern und per Schultertaste auch einen mächtigen Strahl auf das Ziel schicken.

Das wirkt in der klassischen Schulterperspektive zunächst seltsam, ging bei mir aber spätestens dann in Fleisch und Blut über, sobald die Kamera sich das erste Mal in die Sidescroller- oder gar Top-Down-Ansicht drehte. So transformiert sich NieR: Automata in der Demo regelmäßig vom traditionellen Actionspiel zum Twin-Stick- und Bullet-Hell-Shooter. Der Übergang ist fließend - und mich haben die vielen coolen Kameraspielchen wirklich beeindruckt. Gleiches gilt selbstverständlich auch für den Bosskampf am Ende der Demo, in dem Platinum Games einmal mehr beweisen, warum sie einfach die Meister ihres Fachs sind: Wenn ein turmhoher Fabrikkomplex plötzlich zum Leben erwacht, man in einem fliegenden Mech riesigen Schaufelbagger-Armen (!) ausweicht und der Boss schließlich auch noch selbst zum Levelabschnitt wird, dann sucht das wieder seinesgleichen, und seit Bayonetta 2 habe ich nicht mehr solchen Spaß an Bossfights gehabt. Hoffentlich gibt es im März viele mehr davon! Einen weiteren hat man auf der E3 im vergangenen Juni schon angekündigt und in diesem Trailer kurz vorgestellt.


NieR: AutomataNieR: Automata
Diesen roten Kugeln sollte man lieber ausweichen - was sich aber einfacher anhört als es tatsächlich ist.


Aber Automata ist nicht nur Action, sondern auch Rollenspiel - wovon man in der Demo abseits von einem Stufenaufstieg und ein paar Sammel- und Crafting-Objekten nicht wirklich viel gesehen hat. Es spielt sogar in einer offenen Welt, wovon allerdings ebenfalls nicht wirklich viel durchschien bis auf die Frage, wie genau das eigentlich in diesem Spiel funktionieren soll. In jedem Fall ist das neue NieR aber ein Abenteuer mit erstaunlich vielen Ruhephasen, das sich auch um das Thema "Leere" dreht. Ganz habe ich die Geschichte um den Kampf der Androidin 2B und ihrer Gefährten gegen die Maschinen zwar noch nicht verstanden, aber da das Drehbuch vom gleichen Autor stammt wie in NieR, darf man durchaus Spannendes und Emotionales erwarten, wenn der erste Teil wirklich so eine gute Story hat, wie das im Internet behauptet wird. Persönlich freue ich mich auch sehr auf den offensichtlich grandiosen Soundtrack von Keiichi Okabe - denn NieR hat mit die beste Videospielmusik, die ich kenne.

Da Bilder bekanntlich mehr sagen als tausend Worte, schließe ich an dieser Stelle mit einem kleinen Gameplay-Zusammenschnitt aus der Demo für die PlayStation 4 ab. NieR: Automata soll am 10. März für die PlayStation 4 und etwas später auch für den PC erscheinen, und ich freue mich wirklich sehr darauf. Auch wenn noch viele Fragen offen sind: Wer Lust auf schnelle Action in butterweichen 60FPS hat, sollte sich den Tag im Kalender ankreuzen - und natürlich selbst in die Demo hineinschnuppern.



  •  
  • Entwickler:Platinum Games
  • Publisher:Square Enix
  • Genre:Action-Adventure
  • Plattform:PC, PS4
  • Release:10.03.2017
    (PC) 2017

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Folgenden Usern gefällt der Beitrag: CookieMonster, Evoli, HerrBeutel, Markys, ... und 2 Gästen.
  • Kithaitaa
    #1 | 29. Dezember 2016 um 20:02 Uhr
    Finde es nicht uninteressant, allerdings stört mich das verhältnismäßig karge, eintönige Umgebungsdesign schon sehr. Vielleicht zündet ja die Story oder der Hype nach dem Blick in die Demo setzt ein. Zumindest scheint das Spiel ja mehr Aufmerksamkeit zu erhalten als noch der erste Teil. Gibt es da irgendwelche zwingend notwendigen Zusammenhänge in der Story?
  • Tim
    #2 | 2. Januar 2017 um 17:25 Uhr

    Kithaitaa: Gibt es da irgendwelche zwingend notwendigen Zusammenhänge in der Story?


    Soweit ich das verstanden habe, keine zwingend notwendigen - zwischen den Stories liegen wohl auch mehrere tausend (?) Jahre. Habe NieR aber leider auch nicht gespielt, wie gesagt. Da wäre ein Remaster ausnahmsweise mal eine feine Sache   
  • Manni
    #3 | 23. Januar 2017 um 11:51 Uhr
    @Tim: Hole Nier auf jeden Fall nach - es ist ein Ausnahmespiel. Nicht hübsch aber sehr atmosphärisch  
  • Tim
    #4 | 23. Januar 2017 um 16:29 Uhr
    Gäbe es doch nur eine PC-Version. Habe PS3 und X360 schon lange eingemottet   

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