Genre:Action-Adventure  
Entwickler:Gaijin Entertainment   Publisher: TopWare Entertaiment
Plattform(en):PC, PS3, Xbox360

Release:28.01.2009

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X-Blades - Review

Arsch hoch und ab dafür - Ayumi im knackigen Schnetzel-Test

Geschrieben von Haschbeutel am 6. März 2009 um 16:31 Uhr


Willkommen in der Welt von X-Blades. Dort, wo eine Heldin nur mit Stringtanga und Bladeguns bewaffnet die Welt vor Licht, Schatten und ungefähr drölfzillionen Monstern bewahren will, die sie vorher selbst auf die Menschheit losgelassen hat - blöde Sprüche und klischeehaft-dämliche Storytwists inklusive.

Warum die monotone Schnetzelei dennoch trotz enormem Frustfaktor kurzzeitig richtig viel Spaß macht, was das Zaubersystem dazu beiträgt und warum Level-Recycling dennoch für'n Arsch ist - in diesem Fall aber nicht für den von Ayumi -, erfahrt ihr in unserem X-Blades Test.

















Gestatten? Arsch. Äh. Ayumi!

Unsere Heldin Ayumi tut all das, was die moderne, verzogene Göre von heute auch tut. So gut wie nackt in der großen, weiten Welt herumlaufen, blöde Sprüche klopfen und antike Schätze sammeln. Achja - und Monster mit Gunblades töten und zaubern. Ok, zugegeben, vielleicht ist Ayumi doch etwas anders, als die anderen Mädchen. So kommt es dann auch, dass sie beim Besuch des örtlichen Antiquitätenhändlers aus Versehen einen alten Würfel berührt, das pure Böse in Vden Laden holt und den Händler auf dem Gewissen hat. Aber immerhin entpuppt sich der Würfel als Karte, die Ayumi natürlich gleich einsackt in der Hoffnung, etwas Tolles zu finden - der Händler hätte es bestimmt so gewollt. In einem antiken Tempel findet sie, neben drölfzilliarden Monstern, dann auch tatsächlich etwas. Eine alte Kugel, die das pure Böse enthält und einen alten Wächter, der wie ein zu groß geratener Löwe aussieht. Dieser Wächter des Lichts wacht über das uralte Artefakt und weil in selbigem das unglaublich Böse schlummert, mag er natürlich nicht, dass Ayumi das Teil berührt. Doch, wie sollte es anders sein, allen Ratschlägen zum Trotz berührt Ayumi die Kugel (blöde Kuh!) und trägt fortan den Fluch der Schatten in sich. Ihre einzige Chance ist, den Wächter der Dunkelheit zu besiegen, die Kugel des Lichts zu finden und den Fluch zu beenden. Alles im superknappen Outfit - Tangakluft inklusive. Klar. Sonst kann das ja jeder.


... und ab dafür!

Ihr seht, die Story von X-Blades gewinnt garantiert keinen Pulitzer-Preis und passt auch locker auf den abendlichen Bierdeckel in der Lieblingskneipe. Also sollte der Titel unbedingt andere Qualitäten haben - und all den schlechten Kritiken da draußen zum Trotz, gibt es diese auch. Die Präsentation kann durchaus als gelungen betrachtet werden. Zwar mag der Anime-Stil nicht jedermanns Sache sein, doch die im Cell-Shading Look gehaltenen Zwischensequenzen können sich durchaus sehen lassen. Das ist natürlich absolute Geschmacksache, doch ich steh drauf. Das Spiel selbst behält diesen Look leider nicht bei und so sieht Ayumi Ingame doch um einiges realistischer aus. Dafür können die Umgebungen und Effekte überzeugen. Teilweise ist die Grafik sogar so toll, zum Beispiel wenn wir auf einer Brücke stehen und in das grüne Tal hinabschauen, dass wir kurz innehalten und einfach die Kamera kreisen lassen. Etwas Ruhe im hektischen Abenteuer der Ayumi, denn bereits wenige Sekunden nach Spielbeginn befinden wir uns in einem kleinen Foyer, in dem die ersten Monster auftauchen. Nach einer kurzen Einführung klopfen wir also kurz darauf wie blöde auf den X-Knopf und prügeln, schießen und schnetzeln uns die Seele aus dem Leib. So läuft es auch das komplette Spiel hindurch. Areal betreten - Gegner töten. Areal verlassen. Neues Areal betreten. Gegner töten. Und so weiter. Cool: wenn wir den Prügelknopf länger gedrückt halten, startet kurz eine Art SlowMo-Funktion, die es uns vereinfacht, den nächsten Schlag zu setzen und eine Combo zu starten. Sieht gut aus - entpuppt sich im späteren Verlauf aber nur als nettes Beiwerk.

Viel Sinnvoller ist die Idee, das simple Hack'n'Slay der Abwechslung halber mit Magie-Elementen aufzustocken. So bekommen wir auch relativ am Anfang gleich unsere erste, magische Fähigkeit: das Erdbeben. Wenn uns die Gegner eingekreist haben, springt Ayumi in die Luft, stampft zu Boden und "erdbebt" (10-cent in die Wortspiel-Kasse) alle Gegner um sie herum. Das ist nicht nur praktisch sondern auch schön anzuschauen. Weniger schön ist, dass die Animation und Kameraeinstellung jedes Mal die gleiche ist. Damit ist auch ein Problem von X-Blades gleich enttarnt. So schön zu Beginn auch alles ist, so schnell nutzt es sich ab.

Zum Glück gibt es im Laufe des Spieles genug Magiefertigkeiten zum Kaufen, dass zumindest hier und da genug Abwechslung herrscht. Wie? Magie kaufen? Ja! Mit jedem Gegner den ihr tötet erhaltet ihr Seelen. Mit diesen Seelen könnt ihr euch dann Magiefähigkeiten, aber auch Upgrades für eure Gunblades oder sogar Lebensenergie kaufen. Dabei könnt ihr stets vier Magiefertigkeiten gleichzeitig aktiv haben. Das erweist sich sowohl als Fluch, als auch als Segen. Einerseits könnt ihr so immer recht fix und taktisch passend eure Zauber zusammenstellen. Viele Nahkampfgegner im Areal? Flächenschaden rein. Fernkämpfer? Fernzauber rein. Dieser minimale Anspruch an Taktik erweist sich als willkommene Abwechslung und vor allem die Bossgegner benötigen stets die richtige Portion abgestimmte Zauber. So finden wir zum Beispiel irgendwann einen rießen Schamanen (in Form einer einäugigen Libelle!), den wir so nicht einfach attackieren können. Ich möchte hier nicht zu viel verraten, denn ihr sollt ja selbst auf die Lösung kommen - aber die richtige Taktik ist hier für den Sieg unabdingbar.
Auch cool ist die Fähigkeit, sich die Macht des Artefakts untertan zu machen. Je nachdem, ob wir gerade von Licht oder Schatten besessen sind, können wir eine besondere Fähigkeit aktivieren und Ayumi nutzt die Schatten bzw. das Licht, um mal so richtig auf die Kacke zu hauen. Das ist nicht nur unglaublich effektiv, sondern verkürzt die Lebensdauer der Monster um ungefähr 95% - sehr praktisch, weil zeitsparend. Cool aussehen tut es dabei auch noch.

Ich hasse dich!

Soviel zu den positiven Aspekten. Doch, wie auch die Story, gibt es im Spiel nicht nur Licht, sondern auch Schatten. Wie ihr euch sicher denken könnt, kann das Spiel aufgrund der mageren Story kaum lange fesseln. Tolle Grafik hin oder her - nach 30 Minuten Knöpfchen drücken und Gegnerhorden metzeln geht dem Spielprinzip einfach die Luft raus. Hinzu kommt, dass der eben angesprochene Taktikaspekt überstrapaziert wird. Im Laufe eures Kampfes werdet ihr nämlich immer wieder auf Gegner treffen, die besondere, magische Zauber benötigen, um sie zu töten. So benötigt ihr für ein Eiselement logischerweise Feuer, für Feuerelemente Eiszauber und so weiter. Blöd nur, wenn diese Elemente in mehrfacher Ausführung (Eis, Feuer, Chaos, ...) auftreten und gleichzeitig auch noch "gemeines Fußvolk" unterwegs ist. So seid ihr mitten im Kampf damit beschäftigt , ständig eure Fähigkeiten neu auszurüsten, was unnötig die Fahrt aus den Kämpfen nimmt.


Wo wir gerade bei Fahrt sind. Zwischen all dem Geschnetzel gibt es einige Levelabschnitte, die lediglich durch Geschick überwunden werden wollen - diese Jump'n'Run Passagen sind nett gemeint, aber können den Controller öfters an die Wand befördern. In einem Abschnitt müsst ihr zum Beispiel unter Klingen hindurchrollen. Dazu müsst ihr zweimal schnell den Controll-Stick nach vorne und dann springen drücken. Blöd nur, dass in 80% der Fälle diese Combo nicht erkannt wird und man so mitten in den Fallmessern landet. Richtig ärgerlich wird es, wenn man diese Stelle das zweite Mal passiert (ja richtig gelesen, man spielt das Spiel einmal vor- und dann wieder rückwärts) - denn dann töten diese Messer sofort, egal wie viel Lebensenergie man noch hat. Hier ist Frust vorprogrammiert. Zum Thema "Levelrecycling" - ja, es ist leider wahr. Sobald man die Kugel des Lichts gefunden und den Fluch vorerst bezwungen hat (oder doch nicht?), spielt man quasi das Spiel wieder rückwärts - im Sonnenuntergang. Exakt die gleichen Level. Exakt die gleichen Gegner. Was das soll? Ich weiß es nicht. Spaß macht das nur bedingt - da helfen auch neue Effekte und etwas Rumpeln in der Kulisse nicht. Sehr ärgerlich vor allem deshalb, weil X-Blades durchaus Spaß macht. Das simple Knöpfchendrücken kann, dank der Magie-Elemente, kurzzeitig fesseln. Auch optisch und soundtechnisch muss der Titel sich nicht unbedingt verstecken. Schade daher, dass es viel zu viele Punkte gibt, die den Spielspaß trüben. Warum dieser unnötige Taktikzwang? Wieso diese lästigen Jump'n'Run Passagen? Warum Levelrecycling? Sowas ist vor über einem Jahrzehnt offiziell für tot erklärt worden. Was also bleibt ist ein solides Hack'n'Slay mit guten Ansätzen, aber zu vielen Nerv-Faktoren. Wer dennoch gerne sein Hirn ausschaltet und sich gut unterhalten möchte, darf gerne zugreifen.






Haschbeutel schrieb am 6. März 2009
Die Erde ist rund. Ein Spiel geht 90 Minuten. X-Blades ist ein reines Hack'n'Slay. Wer das nicht akzeptieren kann, der wird keine Freude mit diesem Titel haben. Alle anderen, die sich auch mit stumpfen Spielprinzipien anfreunden können, dürfen gerne eine Blick riskieren.

Auf der Haben-Seiten steht ein netter Anime-Stil, tolle Effekte, Abschnittweise sogar eine unglaublich schöne Grafik sowie annehmbare musikalische Untermalung und Instant-Non-Stop-Action. Diese Komponenten können dabei ungefähr 30-40 Minuten fesseln, danach wird es fad. Wer dann abschalten kann, um irgendwann weitermachen zu können, wird mit X-Blades einen Mordsspaß haben. Wer dagegen auf eine tolle Story, clevere Twists und abwechslungsreiches Gameplay steht, der wird sich bei X-Blades fühlen, wie Reich-Ranizki beim deutschen Fernsehpreis - irgendwie total verarscht.


Besonders gut finde ich ...
  • Schnelle, unkomplizierte Action
  • stellenweise wunderschöne Grafik
  • Perfekt für zwischendurch
  • Magiefertigkeiten bringen Abwechslung


Nicht so optimal ...
  • Nervige Jump'n'Run Passagen
  • Unnötig-erzwungene Taktikstellen
  • Wenig/keine Abwechslung
  • Hanebüchene Story
  • Schwammige Steuerung

 Testsystem:  Xbox360
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3 Kommentar(e):

 





#1
Geschrieben am 6. März 2009 um 17:55 Uhr

Tim meint ...

Klingt doch trotzdem irgendwie interessant. Auch wenn du im Chat die ganze Zeit gejammert und geflucht hast - ich erinnere mich an die Jump&Run-Szene, die du uns sogar als Video geschickt hast   


          
 





#2
Geschrieben am 6. März 2009 um 21:02 Uhr

Manni meint ...

Ui ui, das Spiel kommt mir nie mehr ins Laufwerk. Ich habe es ähnlich empfunden wie Haschbeutel - nur noch viel schlimmer. X-Blades ist absoluter Schund und da ich als bekennender Trash-Gamer hier anwesend bin, kann ich alle nur warnen...


          
 





#3
Geschrieben am 7. März 2009 um 00:13 Uhr

Haschbeutel meint ...

Hehe, jau. War auch am Überlegen, ob 2 oder 3 Sternchen. Aber im End-Effekt funktioniert X-Blades als das, was es konzipiert ist (Hack'n'Slay) durchschnittlich gut. Daher auch eine Kaufempfehlung für den durchschnittlichen Spielspaß-Unterhaltungswert  


          



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