Genre: FPS  
 Publisher: Warner Bros. Interactive
Plattform(en):  PC, PS3, Xbox360

Release: 30.04.2009
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Wanted: Weapons of Fate - Review

WANTED - Läuft eine Kugel um die Ecke...

Geschrieben von pel.Z am 11. Mai 2009 um 20:44 Uhr


Filmumsetzungen, ein durchaus umstrittenes Thema. Filme bieten großes Potenzial, das bisher aber von vielen Entwicklerstudios konsequent ignoriert wurde. Momentan rollt wieder eine Lawine von Spielen mit Leinwandhintergrund auf den Markt. Angefangen mit X-Men Wolverines über Batman Arkham Asylum und Wanted. Huch? Genau... der Film mit Morgan Freeman, James McAvoy und Angelina Jolie. Wer jetzt, genau wie ich, einen Aufschrei der Freude durch die Nachbarschaft erklingen lässt, der ist hier richtig. Ist aber auch ein heißes Schnittchen! Ach, ihr habt wegen Wanted gejubelt? Ich anfangs auch...



I'm an asshole with a gun in a cool suite.


Doch dann erfuhr ich, dass Angelina Jolie kein digitales Ebenbild verpasst bekam, also keinerlei Rolle im Spiel spielt. Wie denn auch, ist Weapons of Fate doch rund 5 Stunden nach dem Film einzuordnen und bekanntermaßen stirbt Frau Jolie in diesem. Was ist es also, dass uns dazu bringen soll, den Laden zu stürmen um mit einem eigenen Exemplar und einem fetten Grinsen im Gesicht nach Hause zu spazieren? Gibt es etwa andere geile Weiber? Eine spannende Story? Revolutionäres Gameplay oder einfach nur viel Blut? Mal sehen...

Ein Feature, auf das ich mich persönlich am meisten gefreut habe ist das, was auch dem Film schon seinen Ruf eingebracht hat. Denn Wesley, also ihr, kann Kugeln in Kurven lenken und somit Gegner hinter Ecken oder Kisten treffen, die sonst ein unmögliches Hindernis darstellen würden. Cool? Definitv! Wie es aber oft so ist, seid ihr zu Beginn des Spiels ein kleines Würstchen und könnt nicht viel. Beziehungsweise wart ihr eines, wenn man dem Wortlaut Wesleys Glauben schenken darf.

Ich war auch mal so planlos und jämmerlich, genau wie du.
Hab vor der Glotze gehangen, Videospiele gespielt und wurde fett. Ich war ein Loser. Was aber, wenn dir jemand eines Tages die Chance böte, deiner langweiligen, kleinkarierten Welt zu entfliehen und alles hinter dir zu lassen?
Mit einer Bedingung: Du musst Killer werden!







Vom fetten Außenseiter mit Spielsucht zum Auftragskiller - ein vorbildlicher Werdegang. Mich wundert‘s, dass bisher in Deutschland noch niemand auf die Barrikaden gegangen ist. Bietet dieses Zitat den Killerspiele-Gegnern doch genügend Zündstoff um bei Warner Brothers die Eingangshalle in Staub zu verwandeln. Haben sie bisher nicht - kommt aber sicher noch!

Ein kurzer Exkurs in die Story und Spielelemente? Sehr gerne doch. Ihr seid die meiste Zeit als Wesley Gibson unterwegs, schlüpft aber auch ab und zu mal in die Rolle seines Vaters Cross. Wesley will The Immortal, den Mörder seiner Mutter finden und aus Rache zur Strecke bringen, während man als Cross auf kurzen Trips in die Vergangenheit unter anderem Wesleys Mutter vor Unmengen Gegnern schützt. Klingt nicht so einfallsreich? Stimmt, war die Kinovorlage aber auch nicht wirklich. Weapons of Fate teilt sich im Spiel selbst grob in 3 Abschnitte, die sich unterschiedlich spielen. Da wäre zum einen der „normale“ Teil, in dem man in typischer Third-Person-Shooter Manier durch die Gegend rennt und Bösewichte ausschaltet. Zwischendurch wiederum springt das Spiel in die First-Person Ansicht und ihr müsst unter Zeitdruck auf euch zufliegende Geschosse und die dazugehörigen schießwütigen Halunken treffen. Als letztes wird man noch hinter ein fest stationiertes Maschinengewehr gesetzt, nur um Welle für Welle Gegner zu vernichten. Ganz schön viel zu tun!

Bevor das Spiel aber nun endgültig beginnt, bekommt ihr noch eine kurze Einweisung in die Steuerung des Spiels. Dazu gehört ein Deckungssystem, dass sehr an ihr-wisst-schon-was erinnert. Viel geklaut, aber gut umgesetzt. Denn wie ihr früh feststellen werdet, ist Deckung das A und O, um länger als 5 Sekunden nicht im Hauptmenü zu verbringen. Zudem besteht die Möglichkeit blind über oder um die Deckung zu schießen, eure Feinde zu verwirren und sie dann, von Deckung zu Deckung hechtend, zu flankieren. Funktioniert im Tutorial super, kommt später aber so gut wie nie zum Einsatz. In diesen Tutorialmodus werdet ihr übrigens immer geschickt, wenn Wesley eine neue Fähigkeit erlernt. Seid ihr dann bestens informiert, geht es richtig los. Polizisten sind in eurem Haus und entwenden einen Zettel, der hinter dem Bild eurer Mutter versteckt war. Dass das nicht gerade euer Wohlbefinden steigert, sollte klar sein und so jagt ihr dem Dieb über die Dächer hinterher, um währenddessen von einer Vielzahl anderer Polizisten angegriffen zu werden - Kanonenfutter! Habt ihr den diebischen Polizisten in die Enge getrieben, stellt sich dieser als Zwischengegner vor und muss besiegt werden. Gesagt, getan und schwupps eignet ihr euch eure erste Fähigkeit an.


Gegner. Wand. Kugeln. Kurven. Klingelts?





Richtig, genau das ist die erste erlernte Fähigkeit. Üblicherweise schießt ihr mit RT, haltet ihr nun aber RB gedrückt, seht ihr die Flugbahn der nächsten Kugel, die den Lauf verlässt. Mit dem rechten oder linken Analogstick gebt ihr Richtung und Stärke der Kurve vor und schießt die Kugel mit Loslassen von RB ab. Das klingt nicht nur so einfach, es geht auch total locker von der Hand. Schon nach kurzer Zeit hat man es sich eingeprägt und schießt nun blind. Wäre da nicht eine kleine Anzeige in der oberen rechten Ecke des Bildschirms, die das Ich-schieße-non-stop-um-Ecken Verhalten unterbindet. Im Laufe des Spiels sammeln sich dort 4 Patronen an, die euch für Spezialattacken zu Verfügung stehen: euer Adrenalin. Jeder Kurvenschuss verbraucht eine Patrone. Manche Spezialangriffe, die ihr später bekommt, verbrauchen sogar 2 Patronen. Angesichts der maximal 4 Patronen klingt das ziemlich viel - ist aber gar nicht so schlimm, denn pro getöteten Gegner erhaltet ihr eine aufgeladene Patrone zurück. Erledigt man also einen Bösewicht per Kurvenschuss, bekommt man die somit eingesetzte Patrone sofort zurück - ein gutes Geschäft also. Aber das ist nicht die einzige Fähigkeit. Mit der Zeit erlernt ihr - nach Besiegen diverser Zwischengegner - noch einen Zeitlupen-Deckungswechsel und die Möglichkeit, mit der Maschinenpistole explodierende Kugelpakete in Kurvenbahnen zu lenken.

Womit wir mit den Maschinenpistolen beim Waffenarsenal angelangt wären. Und damit auch eigentlich schon wieder aufhören können. Denn Auswahl habt ihr quasi keine. Während des gesamten Spiels ballert ihr nur mit Pistolen und Maschinenpistolen. Aufsammeln anderer Waffen ist nicht möglich und ihr bekommt auch keine neuen - Abwechslung sieht anders aus. Gerade in Hinsicht auf das Einsteckvermögens eurer Gegner hätte man durchaus die ein oder andere Durchschlags kräftigere Kanone ins Arsenal packen können. Fallen diese doch am Anfang noch nach 2 Schüssen aus der Pistole um, braucht man im letzten Akt für manche Gegner schon mal 10-20 Treffer. Wenn man es allerdings schafft, in Nahkampfreichweite zu gelangen, sieht die Welt ganz anders aus: Mit angezogenem Knie dem Feind in die Brust springen lässt diesen den sofortigen Tod ereilen und ihr bekommt dafür sogar 2 Patronen gutgeschrieben. So oft hat man diese Chance aber nicht, da Wesley erstaunlicherweise sehr wenig einstecken kann und somit hinter Kisten besser aufgehoben ist. Mehr Nahkampftechniken gibt‘s aber auch nicht zu bewundern. Jedenfalls nicht für Besitzer der in deutschen Landen erhältichen Version, aber dazu jetzt mehr.


Schnipp, schnapp, Haare ab!





Weapons of Fate hat, so wie viele andere Spiele auch, von der USK den roten „Keine Jugendfreigabe“-Stempel aufgedrückt bekommen. An sich nichts schlimmes, könnte man doch annehmen, dass die Jungs und Mädels unserer Kontrolleinheit nach GTA IV, Resident Evil 5 und The Chronicles of Riddick etwas handzahmer handeln würden, aber so kann man sich leider irren... Die Schnitte sind sogar schlimmer und unverständlicher, als angenommen. Das Erste, was sofort auffällt, ist das nicht vorhanden sein sämtlicher roten Pixel - als hätte es sie nie gegeben. Nein, Blut ist nicht zwingend notwendig, bei Scrabble zum Beispiel. Aber wir reden hier von einem Third-Person Shooter mit einer Freigabe ab 18 ohne Blut?

Auch nicht vorhanden ist die Möglichkeit, Gegner per Kopfschuss auszuschalten. Der gesamte Körper ist eine Hitbox und es macht keinen Unterschied, wo man trifft. Vielleicht liegt es auch daran, dass man gegen Ende unverhätnismäßig lange für einzelne Gegner braucht, hier fehlt mir aber der Vergleich zur ungeschnittenen Version. Kommen wir zu den, beziehungsweise der Nahkampftechnik. Denn anders als im Original mit 6 verschiedenen Nahkampfangriffen inklusive Messer, bekommen wir eine armselige Darbietung eines Sprunges, wohlgemerkt ohne Messer. Gegner als Kugelschutz vor uns hertragen können wir übrigens auch nicht. Als wäre das alles noch nicht genug, wurde auch die Kamera entfernt, die euch die genaue Flugbahn der Kugel vom Lauf bis hin zum Gegner und deren Zusammenstoß zeigt. Wow, wär das toll.

Aber so schlimm das auch klingt, den Vogel abgeschossen hat definitv die so oft aufploppende schwarze Box. Ihr wisst nicht was ich meine? Schaut euch mein Foto an, dass ich noch gerade so vom Bildschirm machen konnte und entschuldigt bitte die Qualität. Ich konnte mich in dem Moment nicht wirklich entscheiden, ob ich weiter lachen oder endlich das Handy in die Hand nehmen und abdrücken sollte. Die Größe der Box variiert zwischen der gezeigten und geht maximal bis zu einem Drittel des Bildschirms. Ihr wollt wissen, was sie verdeckt? Okay, ich verrate es euch. Also, man sieht (oder sieht in der deutschen Version eben nicht), wie Wesley einem Zwischengegner den Arm inklusive darauf notierten Binärcode abhackt. Dieser Arm liegt dann eine Weile im Bild und ist netterweise mit einem schwarzen Balken versehen, damit auch niemand auf die Idee kommt, danach möglicherweise Amok zu laufen. Vielen Dank!






pel.Z schrieb am 11. Mai 2009
Um mal das Eingangsthema Filmumsetzungen wieder aufzugreifen: Wanted Weapons of Fate ist eine durchaus gelungene Umsetzung. Die Story ist auf Niveau der Filmvorlage, die Grafik teils richtig hübsch anzusehen, das Deckungssystem gut geklaut und auch sonst macht Wanted vieles richtig, aber leider auch vieles falsch...

Eine Gesamtspieldauer von 4 bis 5 Stunden ist, selbst für einen preislich reduzierten Titel, viel zu wenig. Vor allem dann, wenn kein Multiplayer Modus mitgeliefert wird! Man spielt zwar immer mal wieder Charaktere frei, mit denen man danach das Spiel auch noch mal spielen kann, aber dieses Spielerlebnis wird durch vorgerenderte Cutscenes getrübt, in denen - trotz anderem Spielcharakter - immer noch Wesley agiert. Auch der schwerste Schwierigkeitsgrad, den man nach erfolgreichem Durchspielen auswählen kann, bringt nicht den erhofften Wiederspielwert. Hier verschenkt Wanted ziemlich viel Potential.
Was natürlich für deutsche Spieler richtig bitter aufstößt, ist die Art und Weise, wie das Spiel hierzulande auseinandergenommen wurde. Kein Blut, keine Kopfschüsse, nur eine Nahkampftechnik, zensierte Zwischensequenzen und sogar 2 fehlende Spielmodi ("Töte alle Gegner nur per Headshot" und "Töte alle Gegner nur im Nahkampf") vernichten das Spiel - trotz des roten Stickers auf der Verpackung.

Ich muss aber sagen, dass mir Wanted doch ein bisschen Spaß gemacht hat. Es ist unkomplizierte Action mit teilweise nervigen Abschnitten, die aber auf Grund der ohne hin kurzen Spieldauer sehr kurz ausfallen. Wer am Ende des Monats Geld über hat oder sich als Fan des Films outet, kann hier zugreifen. Alle anderen schauen dann mal in ein paar Monaten bei der Spielepyramide vorbei.


Besonders gut finde ich ...
  • Um Ecken schießen
  • Gelungenes Deckungssystem
  • Oft hübsche Grafik
  • Nette Zwischengegner...


Nicht so optimal ...
  • Viel zu kurz
  • Dt. Version unverschämt geschnitten
  • Kleines Waffenarsenal
  • ... die aber zu leicht sind
  • Keine Angelina!

 Testsystem:  Xbox360
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4 Kommentar(e):

 





#1
Geschrieben am 11. Mai 2009 um 23:07 Uhr

Kithaitaa meint ...

Für den üblen Filmspoiler am Anfang gehört dir natürlich erstmal ein Ei abgehackt, so ganz klassisch mit Messer und Blut!   Ansonsten scheint das Game ja aher ein kurzer Spaß zu sein ... wenn überhaupt.



          
 





#2
Geschrieben am 12. Mai 2009 um 10:25 Uhr

pel.Z meint ...

Kithaitaa: Für den üblen Filmspoiler am Anfang gehört dir natürlich erstmal ein Ei abgehackt, so ganz klassisch mit Messer und Blut!


Wer den Film jetzt noch nicht gesehen hat, der wird ihn auch Morgen nicht anschauen.   
Das Spiel IST ein kurzer Spaß!


          
 





#3
Geschrieben am 13. Mai 2009 um 08:42 Uhr

GizMo meint ...

die eingriffe der usk sind ja mal lächerlich xD

wenn ich spieleumsätzungen gut finden würde, würd ich aber eh zur importvariante greiffen, denn mal ehrlich:

gibts in deutschland "tötungstrainingskillerspielsoftware" die nicht geschnitten und verstümmelt wurde? ^^


          
 





#4
Geschrieben am 13. Mai 2009 um 13:22 Uhr

Hardcora meint ...

gute Frage. Die für mich krasseste Zensur war bei Team Fortress 2 .. ich hatte das ja schon zur Genüge gesehen. Dann also spontan im Saturn (großer Fehler!) zugeschnappt, daheim installiert und gestartet. Gespielt und - WTF? - natürlich wurd ich getötet .. aber Plüschtiere, Quietscheentchen, Burger, Nummernschilder und Dosen nach meinem Ableben anstelle meiner Leiche zu sehen... ääh. Ich hätte mich fast am Essen verschluckt vor wtf-Lachen   


          



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