Genre:Rennspiel  
Entwickler:Firemint  Publisher: Firemint
Plattform(en):iOS

Release:08.06.2009

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Real Racing - Review

PSP Go(!) Home? - Das Grafikwunder Real Racing im iPhone Test

Geschrieben von Haschbeutel am 26. Juli 2009 um 15:17 Uhr


Wieder ein iPhone Test. Und wieder ein Rennspiel. Zumindest für ersteres habe ich eine Ausrede! Da ich momentan wegen Schweinegrippe eines grippalen Infekts quasi dauerhaft ans Bett gefesselt bin, bleibt mir nichts anderes über, als mich gesund pflegen zu lassen und mich mit Mobilgeräten zu unterhalten. Seit Tagen quäle ich mein iPhone daher mit Real Racing, dem neuesten Spross aus den australischen Händen der Firma Firemint. Firemint? Genau, vor einiger Zeit zeigte sich Kollege pel.Z von deren Erstling Flight Control begeistert. Warum Real Racing ein gelungener Zweitling ist und dabei sogar der PSP die Stirn bieten kann, das erfahrt ihr in meiner erkältungsresistenten Review...







Erst vor wenigen Tagen euphorisierte mich die iPhone Variante von Need for Speed: Undercover und lockte mir, vor allem Grafik und Steuerung betreffend, mehr als wohlwollende Worte aus dem Mund. Doch jetzt steht mit Real Racing ein neues iPhone Grafikwunder zum Zocken bereit und heute muss ich es wohl noch einmal loswerden. Nicht nur, dass Real Racing das schönste (Renn-)Spiel im AppStore ist - es setzt auch neue Maßstäbe in Sachen Steuerung, Rennfeeling und Spaßfaktor. Ich gehe sogar so weit und sage: Das iPhone hat die grafische Leistung einer PSP erreicht.

Was spielen wir denn heute?
Nach dem Intro, welches schon einmal spektakulär das in Szene setzt, was da auf uns zukommt, landen wir im schick gestalteten Hauptmenü und haben dort Zugriff auf alle wichtigen Features des Spieles. Neben der Verwaltung des Profils und seinen abrufbaren Onlinestatistiken und den Onlineligen, kann man auch noch Zeitrennen oder die klassischen Quickrace-Rennen fahren. Hauptpunkt ist allerdings der Karrierenmodus, wo 76 Events auf zwölf unterschiedlichen Strecken, die von Stadtgebieten bis klassischer Rennstrecke alles abdecken, mit 48 Rennwagen in drei Rennserien (A, B, C) auf euch warten. Eine Menge Holz also, wie man sieht.

Wer Freunde hat, die ebenfalls ein iPhone oder einen iPod Touch ihr Eigen nennen, kann über W-Lan mit bis zu sechs Leuten über die Rennstrecken jagen. Wie gut das funktioniert, kann ich allerdings nicht sagen, da ich leider keine wohlhabenden Freunde habe... :( Die Onlineligen beschränken sich übrigens auf "virtuelles Gegeneinanderfahren" und Bestzeiten vergleichen. Für den kleinen Pullermannvergleich zwischendurch jedoch absolut zufrieden stellend. Das Herz des Spieles liegt sowieso im Karrieremodus.

Präsentation wie aus dem Bilderbuch
Wenn man sich dann das erste Mal hinter das Steuer einer der Rennboliden klemmt, merkt man schnell, woher die Vorschusslorbeeren aus der Fachpresse stammten. Grafisch fühlt man sich hinter dem Steuer sofort wie in einem Rennwagen. Der Fahrer lenkt fleißig und schaltet die Gänge durch, der Sound knurrt knackig aus dem Lautsprecher, der von Rock bis Drum'n'Base reichende Soundtrack treibt die Rennen adrenalinhaltig voran. Wem das immer noch zu fad ist, der stellt einfach seine eigene iPod-Playlist in die Wiedergabeliste.

Gesteuert wird dabei, wie schon in Need for Speed: Undercover, mit dem Gerät selbst. Standardmäßig gibt das Auto von selbst Gas. Gebremst wird mit Druck auf den Bildschirm und gelenkt wird mit dem Gerät. Alternativ gibt es noch drei weitere Steuerungsmodi, die von manuellem Gas geben bis hin zu einem Lenkrad auf dem Bildschirm alle Wünsche abdecken. Wer die Cockpitperspektive nicht mag, der kann auch jederzeit in eine Außenansicht umschalten, wobei jedoch viel von der Rennatmosphäre verloren geht. Das ist auch insofern schade, da das Geschwindigkeitsgefühl atemberaubend ist. Wer hinter dem Steuer einer Maschine mit 250 Sachen knapp an den Kontrahenten vorbeirast, der bekommt schon mal schwitzige Hände. Das liegt auch daran, dass die Optimierung des Spieles für Apples Mobilgerät einfach perfekt gelungen ist.

Egal ob 3G, 3GS oder iPod Touch - das Spiel läuft stets absolut flüssig und vermittelt immer ein Gefühl von Geschwindigkeit. Selbst wenn alle sechs Fahrzeuge gleichzeitig im Bild sind, sich rempeln, durch den Dreck fahren oder bei Höchstgeschwindigkeit aneinander vorbeirauschen. Man hat nie das Gefühl, dass das Spiel ins Stottern kommt, sondern man bleibt stets in einem konstanten Geschwindigkeitsrausch.














Arcade VS Simulation
Obwohl die Standardsteuerung stark an das erwähnte NfS: Undercover erinnert, liegen zwischen beiden Titeln Welten. Während Undercover ein reinrassiger Arcade-Racer ist, kann Real Racing durchaus als anspruchsvolle Simulation durchgehen. "Kann" deshalb, weil man je nach eigenem Anspruch Fahrhilfen ein- und ausschalten kann. Der "Brake Assist" zum Beispiel bremst vor Kurven automatisch das Fahrzeug auf eine adäquate Geschwindigkeit herunter. Je nachdem, wie stark der Assistent eingestellt ist, kann man sich hier mehr oder weniger auf die Kurvengeschwindigkeit verlassen, ohne gleich im Kiesbett zu landen. Hinzu kommt eine Steuerung, die selbst auf kleinste Bewegungen exakt reagiert - auch hier wieder abhängig von der Einstellung.

Während die ersten Autos aus den niederen Rennserien noch einige Steuerungsfehler erlauben, wird man spätestens mit den ersten richtigen PS-Monstern nach hektischen Bewegungen außerhalb der Rennstrecke landen. Doch hier hört das Spiel noch nicht auf. Wer im Kiesbett, auf Rasen oder allgemein abseits der Asphaltstrecke landet, wird deutliche Änderungen am Fahrverhalten spüren. Während man mit der Zeit gekonnt um Kurven driften kann, bricht das Fahrzeug sofort aus, wenn man nicht genau aufpasst und das Kiesbett streift. Die Gegner freuen sich und man selbst könnte das iPhone am liebsten an die Wand...

Lust, Frust und Ärgernisse
Die Gegner sind auch einer der wenigen, aber auffälligen Kritikpunkte am Spiel. Obwohl die KI eigentlich sehr clever ist und sich auch im Fahrerfeld immer wieder Fahrfehler, Positionswechsel und kleinere Rangeleien auftun, sind die Gegner übermäßig schlecht auf den Spieler zu sprechen. Jedes Mal wenn wir auch nur annähernd in die Nähe eines Kontrahenten kommen, oder einer in unsere Nähe, beginnt dieser sofort, uns zu rammen und von der Piste zu drängen. Dies geht weit über das sportliche "Weg abschneiden" hinaus. Selbst wenn die Gegner ihre Ideallinie verlassen müssen und einen schlechteren Platz riskieren, rammen diese uns lieber, als Platz 1 zu sichern. Hier hätte ich mir eine KI-Anpassung gewünscht, die von "Neutral" bis "Aggressiv" einige Verhalten abdeckt. Oder wir hätten den Mitfahrern vorher einfach nicht in den Kaffee pinkeln sollen... man munkelt.

In diesem Zuge ist auch zu bemerken, dass der Schwierigkeitsgrad zwischen den Rennen teilweise rapide schwankt. Ist man eine Runde vorher noch den Gegnern relativ gut vorneweg gefahren, sind diese im nächsten Event plötzlich so immens stark, dass man die ersten Versuche wutentbrannt im Kiesbett beendet. Zudem ist es bei allem Realismus extrem schade, dass man Dinge wie Federung, Reifen(druck) etc. am Fahrzeug nicht einstellen kann. Auch wechselnde Wetterverhältnisse wie Regen, Nebel oder eine daraus resultierende rutschigere Fahrbahn wären noch wünschenswert. Statistikfreunde werden zudem von den verschiedenen Fahrzeugen die Spezifikationen wie Höchstgeschwindigkeit oder PS-Zahl vermissen.

Ärgerlich ist auch, dass der Titel keine Demoversion zur Probefahrt bereitstellt. Bei einem stolzen Preis von immerhin 7,99€ im AppStore will man halt doch gerne erst einmal wissen, was auf den potentiellen Rennfahrer wartet, bevor man dann in etwas investiert, was nicht seinen Erwartungen entspricht. Wobei man in diesem Fall eindeutig eine Entwarnung geben kann - wer auch nur annähernd etwas für Rennspiele übrig hat, der wird um Real Racing auf keinen Fall herumkommen.






Haschbeutel schrieb am 26. Juli 2009
Nach Need for Speed: Undercover dachte ich eigentlich erstmal, dass mich so schnell grafisch kein Titel mehr vom Hocker hauen kann. Als dann Firemint, die ja vorher das gute, aber grafisch unspektakuläre Flight Control veröffentlich haben, Real Racing angekündigt hatte und ich die ersten Trailer sah, dachte ich erst, dass so etwas garantiert nicht flüssig auf dem iPhone laufen würde.

Doch ich wurde eines besseren belehrt. Real Racing ist nicht nur wunderhübsch und grafisch das bis dato beste Spiel auf dem iPhone, sondern bedient dank vieler Einstellungsmöglichkeiten sowohl Arcade-Fahrer, als auch Simulationsprofis. Egal ob gezieltes driften oder doch lieber das behutsame Bremsen - es gibt viele Möglichkeiten ins Ziel. Untermalt wird der Titel dabei von einem tollen Soundtrack, der aber auch jederzeit durch die eigene Playlist ergänzt werden kann.

Einzig die etwas aggressive Gegner-KI und der schnell ansteigende Schwierigkeitsgrad könnten blutige Anfänger abschrecken. Abschreckend dürfte auch der Preis von knapp 8€ sein. Doch wer diesen investiert, bekommt ein rundum gelungenes Rennspiel, was Tage- und Wochenlang begeistern kann. Nicht nur, wenn man krank ist.


Besonders gut finde ich ...
  • Tolle Grafik
  • Realistischer Sound
  • Abwechslungsreiche Strecken
  • Eigene Playlist
  • Einzigartige Rennatmosphäre
  • Gelungenes Spielgefühl


Nicht so optimal ...
  • Hoher Preis
  • Keine Demoversion
  • Gegner-KI zu aggressiv
  • Schnell steigender Schwierigkeitsgrad
  • Keine Wettereffekte
  • Kein Tuning

 Testsystem:  iOS
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4 Kommentar(e):

 





#1
Geschrieben am 26. Juli 2009 um 17:59 Uhr

DarkRaziel meint ...

Und ich warte immer noch auf mein iPhone 3GS   

Mal Schauen ob es dieses Spiel auch schafft auf mein iPhone.


          
 





#2
Geschrieben am 26. Juli 2009 um 23:27 Uhr

Michi meint ...

Die Screens sehen etwas undetailiert aus, aber wenn man das Ganze erstmal in Bewegung sieht, bemerkt man erst wieviel Potential das Smartphone hat. Real Racing ist derzeitig die Renn-Referenz auf dem iPhone und das zurecht.  Da haben sich die 7,99€ meiner Meinung nach sehr gelohnt.


          
 





#3
Geschrieben am 28. Juli 2009 um 23:13 Uhr

adenoid meint ...

DarkRaziel: Und ich warte immer noch auf mein iPhone 3GS Mal Schauen ob es dieses Spiel auch schafft auf mein iPhone


Ich musste auch 4-5 wochen warten. Hab dann einfach in der Stadt angerufen und so eins bekommen. Hatten noch ein paar auf Lager. Die haben dann auch gleichzeitig meine Onlinebestellung storniert. Ich liebe meinen i-Telefonapparat. Zum Spiel: Kürzlich Gekauft - sagenhafte optik und überasschend präzises Gameplay. Sehr schön. 4/5 hätt ich auch gegeben. Preis find ich allerdings OK für den Umfang. Da bezahlt man für vergleichbare PSP-Spiele das 6-fache.


          
 





#4
Geschrieben am 29. Juli 2009 um 16:18 Uhr

DarkRaziel meint ...

iPhone ist schon seit Montag in the Haus bzw Hosentasche   

Doch ich würde gerne erst eine Demo spielen um die Steuerung usw zu Testen, denn ich habe keine Lust ca. 8 Euro aus zu geben was mir am Ende nicht gefällt.


          



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