Entwickler: Codemasters  Publisher: Codemasters
Genre: Rennspiel  Plattform(en):  PC, XBOX360, PS3, Wii, PSP

Release: 10.09.2009
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Colin McRae: DiRT 2 - Review
Wirbelt mächtig Staub auf: DiRT 2 driftet souverän aufs Podium
Geschrieben von DerBene am 22. September 2009 um 19:04 Uhr


Wunderschöne Canyons, ein romantischer Wasserfall und diese herrliche Ruhe. Utah kann so langweilig sein – nicht in DiRT 2, hier rast nämlich ein Subaru Impreza WRX STi durch die staubige Landschaft. Das Ende vom Lied: Dreck klebt am Wagen und der Lack hat einige Schrammen, als der Subaru über die Ziellinie brettert. DiRT 2 ist eben nichts für Leute, die jeden zweiten Tag ihr Auto putzen. Rennspielfans sollten das neuste Werk von Codemasters aber auf ihre Einkaufsliste setzen. Warum? Nun, ich bin einer. Und bin von DiRT 2 begeistert.



























My camping trailer is my castle

Nach dem fetzigen Intro wird klar: die Präsentation hat sich im Vergleich zum ersten DiRT gewaltig geändert. Wer nicht weiss, dass er gerade ein Rennspiel in sein Laufwerk gelegt hat, könnte auch meinen, im neusten skate oder Tony Hawk gelandet zu sein: Das Hauptmenü, die Musik – alles riecht verdammt nach einem hippen Skateboard-Spiel. Nachdem ich meinen Namen und Nationalität eingeben habe, darf ich, wie auch schon in GRID, einen Namen auswählen, mit dem mich die KI im Spiel anredet. Optimalerweise pickt man sich dazu aus der ziemlich langen Liste seinen eigenen Vornamen heraus. Ist der nicht dabei, stehen einige mehr oder minder ansprechende Spitznamen zur Wahl.

Zunächst gewöhnungsbedürftig ist das Hauptmenü: ein ziemlich heruntergekommener Wohnwagen ist nicht nur das Heim des viel reisenden Offroad-Fahrers sondern auch die Schaltzentrale für den Spieler. Mit dem Stick kann man sich frei im Trailer umschauen und verschiedene Menüpunkte erreichen. Die verschiedenen Rennen findet ihr beispielsweise auf einer schicken Landkarte.

Ich entscheide mich für eine Rallye-Etappe. Für die Autowahl geht’s nach draußen. Vor dem Camping-Wagen ist richtig was los: Hier laufen Fans und meine Crew herum, im Hintergrund sind die mobilen Häuser der anderen Fahrer zu sehen. Auf einem Tisch liegen Fotos von unterschiedlichen Autos, zum Start bekomme ich den Subaru Impreza STi Group N geschenkt. Die Kamera schwenkt zum Wagen, das Rennen kann losgehen.

Hey, Benedikt. Willkommen in Marokko…

Nach einer kurzen Ladepause, während der, nochmals deutlich schicker als im Vorgänger, Statistiken und Startaufstellung präsentiert werden, geht’s auf die Strecke. Ken Block begrüßt mich mit Namen und erzählt ganz kurz was zur Piste, dann wechselt die Kamera zum Startpunkt und ich kann endlich losfahren.

Die Kameraperspektiven sind identisch zum Vorgänger. Zur Wahl stehen Stoßstange (sehr weit unten, sehr schnell), Motorhaube (etwas höher, ihr habt die Haube im Blick aber genauso schnell), zwei unterschiedlich weit entfernte „Third-Car“-Perspektiven (hier könnt ihr besonders gut die schöne Streckengrafik genießen) und natürlich die Cockpitperspektive.

Nach den ersten Kurven steht fest: Die Steuerung ist eine gute Mischung aus Realismus und Arcade. Es macht sehr viel Spass die Autos durch die Kurven driften zu lassen, wer aber Gas und Bremse nicht richtig dosiert, landet schnell im Graben oder dreht den Wagen. Aus dem Cockpit gewinnt das Spiel nochmals deutlich an Realismus: Im Laufe des Rennens kommt immer mehr Staub auf die Windschutzscheibe, wer durch Pfützen fährt ist kurzzeitig blind, weil das Wasser auf die Scheibe platscht (dieser Effekt sieht übrigens atemberaubend aus) und die Scheibenwischer anschließend etwas Zeit brauchen, um die Scheibe wieder halbwegs klar zu kriegen. Schmutzspuren bleiben. Genauso wie Sprünge nach Crashs. Wer einen allzu heftigen Unfall baut, darf sich direkt ganz von seiner Frontscheibe verabschieden.

Bei Rallye-Etappen starten übrigens die Autos tatsächlich wie in der Realität nacheinander, ihr könnt also Gegner auf der Strecke überholen (zum Beispiel wenn euer Vordermann einen Unfall baut) oder selbst überholt werden (zum Beispiel wenn ihr selbst einen Unfall…, ist klar).

Level up!

Am Ende zählt die Zeit: Für den Sieg gibt’s nicht nur jede Menge Kohle sondern auch einige Erfahrungspunkte. Für jedes Event gibt es eine bestimmte Anzahl Punkte aber auch für besondere Aktionen wie z.B. das Fahren auf zwei Rädern, Überschläge, Sprünge aber auch einfach für die Zeit, die ihr im Auto verbringt. So kriegt ihr für 10 Überschläge 250 Punkte, für 50 ganze 500 und so weiter.

Nach und nach steigt ihr so im Level auf, als Belohung werden neue Lackierungen und neue Hupen freigeschaltet, die ihr dann beliebig in den Autos einbauen könnt – besonders cool ist der Eiswagen-Sound. Mindestens genauso genervt reagieren Gegner online übrigens auf die Polizei-Sirene...

Auch euer Cockpit dürft ihr euch anpassen. Wer kann zu einem wackelnden Hula-Mädchen auf dem Armaturenbrett oder Plüschwürfeln am Spiegel schon nein sagen? Sehr cool: Auf der XBOX360 dürft ihr euch sogar euren Avatar ins Auto hängen, der dann physikalisch korrekt am Innenspiegel baumelt.

Kleiner Wermutstropfen: Single- und Mulitplayer-Ränge sind nicht verknüpft, wer online fährt, sammelt also keine Erfahrungspunkte für die Offline-Tour und umgekehrt.

Colin McRae Rally DiRT 2

Früher, als DiRT noch Colin McRae Rally hieß, da gab es Zeitrennen und gut war’s. Heute ist die Auswahl deutlich größer: Neben normalen Rallyewagen erwarten euch Buggys, Trophy Trucks, Jeeps, Rallyecross- und Trailblazer-Fahrzeuge. Letztere sind leider die gleichen wie im Rallyemodus, nur mit abgeklebten Scheinwerfern (Rallyecross) bzw. einem dickeren Spoiler (Trailblazer). Bei der Fahrzeugauswahl ist DiRT 2 also leider ein Rückschritt zum direkten Vorgänger. Lediglich 35 Autos stehen zur Wahl, einige wollen aber zumindest erstmal freigespielt werden. Gegenüber DiRT fehlen auch einige Rennmodi: Crossover und Hillclimb sind nicht mehr mit von der Partie.

Heute gehts mit bis zu sieben Gegnern auf den Kurs, da wird gerempelt, gedrängelt und überholt. Die KI passt sich übrigens eurem Fahrverhalten an und hat auch freche Sprüche auf Lager. Wer fair fährt, darf sich über Freundschaften mit den Stars freuen. Das kommt euch für die Teamrennen zu Gute, in denen ihr mit KI-Kollegen gemeinsam um den Sieg fahrt.

Rallye-Fans rümpfen die Nase, Offroad-Fans dürfen sich dafür über fordernde Baja-Rennen in Buggys und Jeeps, packende Rallyecross-Rennen in Arenen und Gate-Crasher-Events freuen. Die Abwechslung ist sicher nicht verkehrt und die Disziplinen machen allesamt Spass, dennoch fehlen mir mehr und längere Rallye-Etappen sowie die Reparaturen dazwischen. Das gab es im ersten DiRT noch – bitte auch wieder im nächsten. Sehr schön: Die Hommage Colin McRae, dem eine ganze Rallye-Tour in einem alten Ford Escort gewidmet ist.

Fortschritte hat dafür die Grafik gemacht. Und was für welche: DiRT 2 ist nahe dran an der Perfektion. Wunderschöne, extrem detaillierte Landschaften, nahezu fotorealistische Autos mit spiegelndem Lack, geniale Staub- und Wassereffekte, perfekte Beleuchtung – kein Rennspiel sah jemals so gut aus. Dabei läuft das Spiel jederzeit absolut flüssig, auch mit 7 Gegnern auf dem Schirm und auch online. Besonders gut zur Geltung kommt die tolle Grafik übrigens in den Wiederholungen. Absolut unverständlich, warum man die Replays nicht speichern kann.

All around the world…

Von der Westküste der USA in Los Angelos, über die Wüste in Utah, die Baja-Kurse in Kalifornien, die Staubpisten in Marokko, die engen Kurse in London, die Bergstrecken in Kroatien, die Regenwälder in Malaysia, Japan bis zu den abwechslungsreichen Landschaften Chinas: In DiRT 2 kommt man ganz schön herum. Allerdings werdet ihr einige Strecken mehrfach besuchen: Die DiRT-Tour umfasst 100 Events, die sich auf 41 Strecken verteilen. Durch die sehr abwechslungsreichen Orte macht die Fahrt durch die Regenwälder Malaysias auch noch beim xten Mal richtig Laune.

Weltweit vernezten kann man sich dank des neuen Multiplayermodus: Bis zu acht Fahrer kämpfen entweder im Team oder alleine um den Sieg. Es gibt Ranglisten-Rennen, in die ihr mit einer Party von bis zu 4 Spielern einsteigen könnt und so genannte Jam Sessions, bei denen ihr die Spielparameter genau vorgeben könnt und mit euren Freunden just for fun um die Wette driften dürft.

Sehr cool ist das Vergleichsfeature: Ihr könnt jederzeit eure Statistiken mit euren Freunden vergleichen und so zum Beispiel sehen, wer in eurer Freundesliste die meisten Totalschäden fabriziert oder den längsten Drift hingelegt hat. Auch sehr spaßig: Ihr dürft euch die Ghostcars von euren Freunden runterladen und gegen sie antreten.

Auch Codemasters ist online nicht untätig und startet regelmäßig Turniere, an denen ihr automatisch teilnehmt, wenn ihr die entsprechende Aufgabe im Spiel erfüllt. So gilt es beispielsweise eine Bestzeit für einen Kurs aufzustellen oder möglichst lange zu driften. Für die Sieger verspricht Codemasters Preise, z.B. neue Lackierungen oder ähnliche Boni.






DerBene schrieb am 22. September 2009
Ob einem die neue Aufmachung von DiRT 2 gefällt ist sicher Geschmackssache, die absolut fantastische Grafik hingegen ist über jeden Zweifel erhaben und bringt die packenden Offroad-Rennen perfekt auf den Bildschirm. Die Singeplayer-Tour ist enorm abwechslungsreich und motiviert durch das Rang-System und freischaltbare Belohnungen.

Im Vergleich zum Vorgänger gibts einige kleine Wermutstropfen für Rallyefans, mit dem Multiplayermodus der auf der ganzen Linie überzeugen kann, dürften aber auch die versöhnlich gestimmt sein.

Unterm Strich ist DiRT 2 das wohl beste Offroad-Rennspiel und ein Pflichtkauf für Genrefans. Bei der fantastischen Präsentation und der einsteigerfreundlichen Steuerung sollten aber auch Neulinge einen Blick riskieren. Mit Sicherheit ein Kandidat für das Rennspiel des Jahres.


Besonders gut finde ich ...
  • perfekte Grafik
  • atmosphärische Präsentation
  • abwechslungsreiche Events
  • genialer Soundtrack
  • viele freischaltbare Belohnungen
  • Onlinemodus für alle Spielmodi
  • tolles Force-Feedback
  • Wiederholungen wie im Fernsehen


Nicht so optimal ...
  • zu wenige und zu kurze Rallye-Etappen
  • keine Reperaturen möglich
  • viel weniger Autos als im Vorgänger


 Testsystem:  XBOX360
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Kithaitaa schrieb am 20. September 2009
Kann mich da in Sachen Kaufempfehlung dem Bene nur anschließen, DiRT 2 hat mich wirklich schwer gefesselt und tut es nach wie vor. Man ist dank des klasse Menüdesigns direkt mitten im Geschehen und fühlt sich auch gleich als karrierehungriger Fahrer, der Soundtrack heizt einem gleich noch zusätzlich mit ein. Die Kontrahenten sind dank Stars keine Namenlosen und haben auch immer nette oder weniger nette Worte für einen übrig, unabhängig davon handeln sie wie Profis und zeigen Respekt und Anerkennung, sei es als Freund oder in einer Herausforderung. Da ich den Vorgänger nicht ausgiebig gespielt habe, stör ich mich aktuell auch nicht über die wohl reduzierte Fahrzeugauswahl und den abgespeckten Rallyekurs-Anteil.

Die Strecken sind recht abwechslungsreich, auch wenn man teilweise gleiche Kurse in unterschiedlichen Modi durchstreift. Grafisch ist DiRT2 eine Wucht. Ich bin ansich PC-Spieler und hab da dank "Ultra-High"-Trauma hier und da bei Konsolengames etwas auszusetzen, aber hier ...! Wer die Demo gespielt hat und dachte "Mist", der sollte sich ggf. etwas Zeit lassen um mit der Steuerung und den Feinheiten in Einklang zu kommen.

Meiner Meinung nach macht DiRT2 vieles besser, was NFS:Shift fehlt, wenn man diesen Vergleich an der Stelle mal herholen darf. Wenn mir Kathie per Funk zuruft "Hey, Pistenschreck, lass mir mal etwas mehr Platz!" dann sorgt das schon für mehr Atmosphäre als ein stupides Rumgekurve mit Random-Namen-Honks. Auch das NFS:Shift'sche Menü, das einer Exceltabelle gleicht, sorgt da nicht gerade für Abwechslung - ganz im Gegensatz zu DiRT2. Ergo, kaufen, starten, loslegen!



Besonders gut finde ich ...
  • Grafisch sehr überzeugend
  • Super Atmosphäre & Menüführung
  • Abwechslungsreiche Strecken & Modi
  • Hoher Spielspaß
  • Multiplayermodus

Nicht so optimal ...
  • Nicht mehr das Rallye was es mal war
  • Rückblenden teils sinnfrei, da zu kurz


 Testsystem:  PS3
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4 Kommentar(e):

 





#1
Geschrieben am 23. September 2009 um 10:56 Uhr

Sinan C. meint ...

Sehr schöne Review macht lust auf mehr ^^

Eine Sache kann ich dem Test allerdings nicht entnehmen und zwar ob es ein Pc, PS3 oder 360 Test ist. (vllt. habe ich es auch übersehen ^^)

Und dann würde ich gerne wissen ob dort viel gesprochen wird ich denke mal nicht dann würde ich es mir aus uk importieren (wo es halt billiger ist)

mfg
sinan


        
 





#2
Geschrieben am 23. September 2009 um 11:16 Uhr

DerBene meint ...

Hallo Sinan. Unter der Fazitbox kannst du das jeweilige Testsystem sehen, ich hab das Spiel auf der 360 gespielt.

Du kannst auch bedenkenlos zur UK-Version greifen, die kommt nämlich auch mit deutscher Sprachausgabe und Menüs.


          
 





#3
Geschrieben am 23. September 2009 um 11:21 Uhr

Sinan C. meint ...

Danke, habs also doch übersehen.

Werds mir dann denke ich über den Amazon UK Store bestellen.


        
 





#4
Geschrieben am 23. September 2009 um 17:03 Uhr

Steven meint ...

Geile Review, geiles Game. Kaufen!


        



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