Genre: FPS  
Entwickler: Human Head Studios  Publisher: 3D Realms
Plattform(en):  PC, Xbox360, iOS

Release: 14.07.2006
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Community: 13 User haben es.



 





Prey - Review

Ja, leck mich doch! Tommy versaut sein iPhone Debüt...

Geschrieben von Haschbeutel am 10. Oktober 2009 um 14:04 Uhr


Prey war für mich im Jahr 2006 der absolute Überraschungstitel im Shooter-Genre. Trotz überwiegend starkem Action- und Balleranteil, war die Jagd auf Ausserirdische mit dem indianischstämmigen Tommy eine gelungene Abwechslung im Weltkriegsshooter-Allerlei. Dazu trugen auch die coolen halborganischen Waffen, das tolle Umgebungsdesign sowie die Portal- und Schwerkraftspielereien bei. Doch was die Hands-On Mobile Studios nun im Auftrag von 3D Realms unter dem Titel Prey Invasion für das iPhone veröffentlicht haben, grenzt fast schon an schwere Körperverletzung...












Vorfreude
Es war im Februar diesen Jahres, als ich zum ersten Mal erfuhr, dass Prey für das iPhone erscheinen sollte. Gefreut habe ich mich schon, versprachen erste Vorabtests und die Screenshots doch eine relativ schöne Umsetzung auf Apples Mobilgeräten. Auch die ersten Wertungen von immerhin sehr angesehenen Magazinen wie IGN, die das Spiel in höchsten Tönen lobten, sprachen für sich. Doch die Wahrheit könnte nicht noch entfernter liegen.

Erste böse Vorahnungen hatte ich schon, als ich nach der Releaseverkündigung auf der 3D Realms Webseite laß, dass Prey schon kurz nach Release auf 0,79€ heruntergesetzt wurde. Zum Vergleich ziehe ich an der Stelle einige andere Umsetzungen wie Need For Speed: Undercover oder Resident Evil heran, die immer noch stolze 3 bis 5 Euronen kosten. Auch die Kundenbewertungen schwankten stark zwischen "OMFG! IT KICKS AZZ!!!ZOMG!!11" und "WTFFUCKINGSHIT!!!" - aber hey. Was kann man bei 79 Cent schon verlieren?

Steuerung Arsch. Sound Arsch. Alles Arsch.
Bevor man überhaupt erst einmal im Hauptmenü landet, muss man sich durch einige Steuerungskonfigurationen quälen, da es für Zielen und Fortbewegung zwei Varianten gibt. Bewegen kann man sich entweder, ähnlich wie in Alive 4-ever, über zwei virtuelle On-Screen-Knüppel, die man mit dem Daumen bedient. Links ist Laufen, rechts Umschauen. Gezielt wird entweder mit dem Fadenkreuz, was aber völliger Nonsens ist - da kann man gleich mit 'nem Joystick Counter-Strike spielen - oder als bessere Alternative steht Tap-to-Shoot, also Ziel drücken und es wird geschossen, zur Verfügung.

Wem das alles bekannt vorkommt und wer sich an die Umsetzung von Duke Nukem 3D erinnert fühlt, hat Recht - denn dort kam das gleiche System zum Einsatz. Wer jetzt aber glaubt, dass die Steuerung in Prey so schlecht funktioniert, wie in Duke Nukem 3D, der irrt sich - sie ist noch viel beschissener.

Ich meine, machen wir uns nichts vor. Dass ein Shooter auf dem iPhone schwer umzusetzen ist, ist klar. Natürlich muss man hier und da Abstriche im gewohnten Bedienkomfort machen, doch was hier abgeliefert wird, ist eine Frechheit. Das Umschauen ist so dermaßen ungenau, dass man sich fragt, wofür es diese Funktion überhaupt gibt und warum man nicht lieber, ähnlich wie Doom, einen Railshooter gemacht hat. Wer einmal einen Gegner hinter sich hatte, weiß wovon ich spreche. Manchmal werden Bewegungen gar nicht registriert, teilweise ist es nur möglich, sich in kleinen Abschnitten zu drehen, bevor man erneut seinen Finger auf dem Pad positionieren muss, weil der virtuelle Knüppel seinen Dienst versagt.

Wer nun denkt, er schaltet auf die zweite Steuerungsmöglichkeit um, nämlich Richtungsbuttons, die auf dem Bildschirm gezeigt werden, wird schnell eines besseren belehrt - diese Steuerungsvariante funktioniert zwar eher, ist aber noch ungenauer zu bedienen.

Damit könnte man sich ja vielleicht noch einigermaßen anfreunden, wenn das Spiel wenigstens sonst irgendwas zu bieten hätte, was den Spieler bei Laune hält. Story? Fehlanzeige. Man erwacht mit einem Schraubenschlüssel in der Hand in einem Tal. Neben uns liegt ein Auto auf dem Kopf. Ein Text sagt, dass wir einen Unfall hatten. Das wars dann auch. Fortan kämpfen wir nicht nur mit der Steuerung, sondern gegen Ausserirdische und miserables Leveldesign. Stets gleich aussehende, schlauchartige Canyons wechseln sich mit Tempelanlagen und sich stets ähnelnden Raumschiffgängen ab. In Zusammenhang stehen die Level so gut wie gar nicht und auch die wenigen Storyfetzen sind redundante Spielelemente.

Fast schon dreist sind die Levelübergänge - war vor wenigen Sekunden noch eine Wand vor uns, ruckelt das Spiel kurz und offenbart einen weiteren Gang. Hinter uns ist eine gerade Strecke, die wir nicht mehr betreten können. Manchmal laufen wir auch auf schwarze Türen zu und sind plötzlich mitten in einem Raum, während hinter uns die Tür verschwunden ist. Hinzu kommt, dass das Spiel danach noch etwas weiterlädt, Gegner allerdings schon fröhlich auf uns einprügeln können.

Hinzu reiht sich eine Soundkulisse, die den Namen nicht verdient. So gut wie jede Waffe verwendet den gleichen Waffensound, die Hintergrundmusik setzt teilweise komplett aus und die seltene Sprachausgabe klingt so, als würde man sie auf einem 10 Jahre alten Nokiahandy abspielen - absolut übersteuert und voller Störgeräusche. Achja, die Soundkulisse der Gegner kommt selten über ein "Huuaa!" oder "Wuaargh!" hinweg - absolut grauenhaft.


Licht am Ende des Tunnels
Doch hin und wieder kann auch Prey Invasion etwas begeistern - wenn auch nur kurz. Grafisch präsentiert sich der Titel durchaus solide. Die Waffen erinnern sofort an die großen Vorbilder, die Leveldesigns wirken trotz unscharfer Texturen sehr organisch. Wenn man dann noch etwas mit der Gravitation herumspielen kann, kommt fast so etwas wie Prey-Feeling auf. Auch schön gemacht ist die Funktion des Spririt Walk, welche wir sehr früh im Spiel und extrem unspektakulär erlernen. Während Tommy in der Luft schwebt, sind wir als Geist unterwegs und lösen "Rätsel" - genauer gesagt gehen wir lineare Gänge entlang, die wir ohne Spirit Walk nicht betreten könnten.

Doch kurze Zeit darauf erstickt das Glücksgefühl wieder in einem langweiligen Herumgeballere ohne Sinn und Verstand und wird letztenendes von der vergurkten Steuerung und dem langweiligen Leveldesign wieder zunichte gemacht. Immerhin ist es schnell überstanden - der Titel bietet gerade einmal knapp 40 Minuten Spielzeit, bevor uns ein "To be continued" auf die nahende Katastrophe vorzubereiten versucht. Hilfe!






Haschbeutel schrieb am 10. Oktober 2009
Eigentlich versuchen wir ja immer, jedes Spiel fair und möchtlichst neutral zu bewerten und zumindest einige positive Aspekte herauszufiltern. Leider ist das in diesem Falle äußerst schwer. Prey Invasion ist eine absolut miserable Portierung des großen Spieles auf Apples Mobilplattform. Mehr als das - es ist nicht einmal die 79 Cent wert, die ich dafür ausgegeben habe.

Es gibt so viele gute Portierungen von großen Vorbildern auf dem iPhone. Egal ob NfS: Undercover, die Resident Evil Titel oder sogar Sim City - alle haben den Sprung mehr oder wenig gut geschafft. Aber Prey ist der absolute Rohrkrepierer. Sei es die miserable Steuerung, die fehlende Story, die mangelnde Soundkulisse oder der nicht vorhandene Spielspaß. Da können auch die relativ ordentliche Grafik und einige kurze Lichtblicke nichts retten. Ich vergebe zum ersten Mal einen Stern. Prey Invasion hat sich damit tatsächlich das Prädikat "äußerst beschissen" verdient. Gratulation!

Aber immerhin habe ich etwas gelernt - Prey Invasion war das erste Spiel, bei dem ich mein Rückgaberecht beansprucht und von Apple mein Geld wieder bekommen habe. Die 0,79€ kann ich nämlich auch in andere Spiele stecken. Und da gibt es genug, die mehr Spaß machen.


Besonders gut finde ich ...
  • Grafik
  • Spirit Walk


Nicht so optimal ...
  • Hundsmiserable Steuerung
  • Levelübergänge missraten
  • Soundfehler
  • Keine Story
  • Lieblose Präsentation
  • Öde Ballerei ohne Substanz

 Testsystem:  iOS
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1 Kommentar(e):

 





#1
Geschrieben am 10. Oktober 2009 um 16:26 Uhr

DarkRaziel meint ...

Wo ich gesehen habe das Prey für das iPhone gibt vor einigen Wochen habe ich mich gefreut da mir der Xbox360 Ableger so gefallen hat.
Doch bevor ich ein Game für das iPhone kaufe informiere ich mich erst mal mit Berichten und Videos.
Auch wenn 0,79 Cent nicht viel ist doch auf den Globus verteilt kommt auch eine nette Summe für Müll zusammen.
Und da die meisten Test und Videos ihre Sprache gesprochen haben blieben 0,79Cent auf meiner VISA und mein iPhone wurde von diesem Müll verschont.


          



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