Genre:Action-Adventure  
Entwickler:Rockstar North  Publisher: Rockstar Games
Plattform(en):PC, PS3, Xbox360

Release:29.04.2008

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Grand Theft Auto IV - Review

Das letzte Mal in Liberty City - die Ballade auf dem Prüfstand ...

Geschrieben von Michi am 13. November 2009 um 19:46 Uhr


Zum dritten und wahrscheinlich letzten Mal lädt Rockstar Games in die wohl bekannteste virtuelle Stadt „Liberty City“ ein. Nach dem großen Erfolg des ersten Download-Addons „The Lost and Damned“ legen die GTA-Schöpfer noch einmal nach und veröffentlichen mit „The Ballad of Gay Tony“ den zweiten kostenpflichtigen Downloadinhalt für das im Jahre 2008 veröffentlichte Grand Theft Auto IV – und das exklusiv für die Xbox 360. Doch… lohnt der erneute Besuch von Liberty City, oder sollte man diese Stadt nach den eher negativen Erlebnissen der alten Protagonisten doch meiden? Ich finde nicht und wieso das so ist, verrate ich euch in meinem Test.


Gut, dass man eine rechte Hand hat…



Nach Niko Bellic (GTA IV) und Johnny Klebitz (The Lost and Damned) verschlägt es den Spieler in „The Ballad of Gay Tony“ als Luis Fernando Lopez wieder einmal nach Liberty City. Luis selbst ist niemand geringeres als der persönliche Wachhund und die rechte Hand von Anthony Prince, welcher in der Nachtclubszene auch als „Gay Tony“ bekannt und Besitzer der zwei angesagtesten Clubs der Stadt ist. Natürlich hat das Leben als wohlhabender Szenebekannter auch seine Schattenseiten: Hat man erst die Schwelle zum Reichtum überschritten und fängt an mit dem Einfluss zu spielen, dauert es nicht mehr lange, bis (Achtung, Ironie!) wirklich freundliche Menschen auf einen zukommen und alles wieder wegnehmen wollen.

Leider hat sich unser schwuler Tony mit den falschen Leuten angelegt und hat nun ein kleines mentales und finanzielles Problem mit Kredithaien, Gangstern und weiteren Gesellschaften, die man nicht unbedingt auf Omas Geburtstagsfeier antreffen möchte. Damit es nicht zum kompletten Absturz von Anthonys Leben und seinen Geschäften kommt, soll Luis ihm aus der Patsche helfen und das schlimmste verhindern.


Nice to see you!




In der etwa 10-15 Stunden andauernden Hauptstory werdet ihr nicht nur „Gay Tony“ beiseite stehen und Arbeit erhalten, sondern auch alte Bekannte aus dem Hauptspiel und dem ersten Add-On „The Lost and Damned“ antreffen. Die alten Protagonisten Niko und Johnny werden euch zwar hin und wieder mal über den Weg laufen, aber nicht ins aktive Spielgeschehen eingreifen – damit meine ich, dass ihr von und mit diesen Charakteren keine Aufträge erhaltet oder Missionen erledigen müsst. Das „Wiedersehen“ kommt daher, weil die Story parallel zum Hauptspiel (GTA IV) verläuft und so die eventuell damals entstandenen Storylücken füllen soll (Was passierte mit den gestohlenen Diamanten?) - mit „The Ballad of Gay Tony“ wird (mal nebenbei erwähnt) das gesamte „Liberty City Kapitel“ geschlossen. Die Missionen sind, wie man es von Rockstar Games kennt, natürlich sehr abwechslungsreich gehalten und werden euch einige spaßige Stunden auf den Bildschirm zaubern. Egal, ob man das Golfen zum Informationsausquetschen einer Person missbraucht, mit einem Helikopter einen U-Bahn-Waggon stiehlt, oder euer Auftraggeber gerne einen von euch geklauten Panzer in seiner Sammlung haben möchte – für jeden ist etwas dabei.

Neben den die Story erzählenden Hauptmissionen, kann man auch Nebenmissionen annehmen, die das Spiel über den Hauptstrang hinweg noch umfangreicher wirken lassen. Da muss man mal eben die Ex-Freundin aufgrund Trennungsdepressionen und einer darauf eingenommenen Medikamentenüberdosis schnell ins Krankenhaus fahren, der Mama aus einer misslichen finanziellen Lage helfen oder alten Freunden bei Drogenauslieferungsmissionen unterstützen.

Es gibt insgesamt nur eine Handvoll Spieletitel, die derart authentische und unverwechselbare Charaktere besitzen – dass neben Half Life, Max Payne & Co. auch Grand Theft Auto einige beinhaltet, sollte kein Geheimnis sein. Sei es Gay Tony, der seine Depressionen mit Drogen- und Alkoholkonsum lindert, oder Yusuf, welcher durch seinen reichen Vater (ein Scheich) ein Leben in Saus und Braus führt und das höchste Gebäude in Liberty City erbauen möchte - es gibt unzählige witzige und auch einzigartige Personen im Spiel anzutreffen. Das i-Tüpfelchen erzeugt auch noch die grandiose englische Sprachausgabe, welche aber mit deutschen Untertiteln ergänzt wird.


Aha, aber was ist neu?!






Zwar hat sich im neuesten Add-On im Gegensatz zum Hauptspiel generell nicht viel verändert, aber durch neue Fahrzeuge, Radiosender und das hinzugekommene Basejumping wurde das robuste GTA-Gameplay um einige nette Features erweitert. Das Basejumping, mit welchem ihr euch in ganz Liberty City mit einem vorhandenem Fallschirm von insgesamt 15 Absprungstellen in die Tiefe stürzen könnt, ist eine der herausragenden Neuerungen – dies geht auch im Multiplayermodus mit Freunden. Wenn ihr einen solchen Sprung wagt, gibt euch das Spiel eine bestimmte Landestelle vor, die dann bestenfalls von euch sicher und schnellstmöglich erreicht werden sollte. Für den virtuellen Adrenalinkick für zwischendurch ist auf jeden Fall gesorgt und das sollte dann unbedingt auch mal ausgenutzt werden.

Wie bereits zu Beginn der Review erwähnt, besitzt Kollege Prince zwei der angesagtesten Clubs der Stadt, in welchen man auch zwischen 21 Uhr – 6 Uhr tätig werden kann. Hier kann der Spieler entscheiden, ob er den Club-Manager spielen will, oder doch einfach nur durch die Nacht feiern möchte. Als Club-Manager habt ihr die Aufgabe, im Laden aufzupassen und störende Gäste, Drogendealer und sonstiges Dreckspack aus dem Laden zu werfen. Hin und wieder hat es doch schon Vorteile, für den Besitzer der Clubs zu arbeiten, denn Drinks, der Eintritt und was sonst noch dazu gehört, gehen natürlich auf Kosten des Hauses. So kann man einfach mal das Surroundsystem aufdrehen, der gut gemixten Clubmusic zuhören, sich auf der Tanzfläche austoben und mit etwas Glück und einer guten Tanzeinlage eine Dame für andere „Zwecke“ ausleihen. Wenn Tanzen nicht den Geschmack des Spielers treffen sollte, kann dieser auch bei Trinkspielen mitmachen, welche aber in den meisten Fällen zu ungemütlichen und schmerzhaften Ergebnissen führen – dies kann sogar mit einem Filmriss enden und man wacht am nächsten Morgen an einem unbekannten Ort auf ...

Unserem Luis steht zudem noch ein erweitertes Waffenarsenal bereit, in dem sich z.B. ferngesteuerte Haftminen oder neue Maschinengewehre eingefunden haben. Auch im Bereich des Interfaces gab es kleine Änderungen, zum Beispiel eine Farbanpassung an den schwulen Künstlernamen von Anthony, und ein nach jeder abgeschlossenen Mission angezeigtes kleines Resümee, in dem die erbrachte Gesamtleistung (benötigte Dauer, Schaden, Trefferquote) zusammengefasst und mit optimalen Werten (von Rockstar vorgegeben) verglichen wird.

Falls sich das Endergebnis sehen lassen kann und der Spieler bei der Mission nicht draufging, wird dieses in das Rockstar Games Social Club Netzwerk hochgeladen.



GTA IV wird aber benötigt!?

Nein! Naja, eigentlich schon... „The Ballad of Gay Tony“ ist zwar offiziell eine downloadbare und kostenpflichtige Inhaltserweiterung zu Grand Theft Auto IV und nur für die Xbox 360 erhältlich, aber mit der Veröffentlichung des zweiten Add-Ons hat Rockstar Games ein kleines Bundle mit „The Lost and Damned“ geschnürt und beide Erweiterungspacks auf eine DVD gepresst. Das unter „Grand Theft Auto: Episodes From Liberty City“ getaufte Pack ist ab sofort im Handel erhältlich und komplett eigenständig spielbar - das Hauptspiel (GTA IV) selbst wird nicht benötigt.

Die Downloadfassungen sind zwar mit jeweils 1600 Microsoft Points (etwa 17 Euro) ein wenig günstiger als die gepresste Version, besitzen aber dafür „verständlicherweise“ kein(e) Poster/Stadtkarte oder DVD-Box und man spart natürlich nebenbei Speicherplatz auf der Xbox 360 Festplatte.
Wer bisher noch keines der beiden Add-Ons sein Eigen nennt, sollte sich das Bundle auf jeden Fall näher anschauen und ggf. zuschlagen.






Michi schrieb am 13. November 2009
Mit "The Ballad of Gay Tony" hat Rockstar Games einen gelungenen Abschluss der Liberty City Story kreiert und auf jeden Fall gute Arbeit geleistet. Das Gesamtpaket stimmt, der Umfang ist für den Preis riesig (1600 Micrsoft Points) und die Story weiß wieder einmal in ihren Bann zu ziehen. Seien es die coolen Charaktere oder nur das einfache "durch die Stadt cruisen" mit einem der vielen verfügbaren Radiosender - es macht einfach Spaß. Die neuen Features wie das Basejumping und die Clubinteraktionen wurden nahtlos in das GTA-Gameplay eingebaut und heben das Freizeitangebot an. Hier und dort stören dann mal Framerateeinbrüche den Spielfluss, aber sonstige Mankos sind mir bisher erspart geblieben.

Warten wir dann mal gespannt ab, wohin es uns im nächsten GTA-Teil verschlägt - bis dahin sollte man auch die 100% Marke des Spielfortschritts erreicht haben ...


Besonders gut finde ich ...
  • spannende Story
  • sehr ansehnliche Grafik
  • gute Missionsabwechslung
  • coole Charaktere
  • großer Umfang
  • beide Addons im Bundle erhältlich


Nicht so optimal ...
  • gelegentliche Framerateeinbrüche
  • Fahrzeugsteuerung

 Testsystem:  Xbox360
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1 Kommentar(e):

 





#1
Geschrieben am 13. November 2009 um 23:40 Uhr

Kithaitaa meint ...

Oh Mann, ich sollte GTAIV echt mal anfangen, naja ich habs schon angefangen und bin schon ... in dem Apartement. Auf dem PC. Hm.


          



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