Genre: FPS  
Entwickler: Zipper Interactive  Publisher: Sony CEE
Plattform(en):  PS3

Release: 29.01.2010
Jetzt kaufen: Amazon.de

Community: 1 User will es. 1 User hat es.

 





MAG - Review

Mit 256 Spielern geballert - die (R)evolution des Shooter-Genres?

Geschrieben von Tim am 3. Februar 2010 um 17:10 Uhr


Shooter gibt es wie Sand am Meer. Besonders großer Beliebtheit erfreuen sich aber Online-Shooter wie Counter-Strike, oder zusätzliche Online-Multiplayer wie zum Beispiel in der Call of Duty Reihe. Zipper Interactive ist unter Shooter-Freaks sicher kein unbekanntes Studio, haben sie doch die SOCOM-Reihe entwickelt. Nun hat genau dieses Studio ein für das Genre ganz großes PS3-Exklusivprojekt erschaffen - das Massive Action Game, kurz MAG. Mit unglaublichen 256 Spielern auf einer Karte tobt der Schattenkrieg auf den Sony-Servern. Das Ziel: das Genre zu (r)evolutionieren. Mission erfolgreich?

Vielleicht haben einige von euch ja die Beta von Mag gespielt - wenn ja, dann könnt ihr euch am besten vorstellen, was auf euch zukommt, wenn ihr mit Hunderten anderen Spielern auf einer gigantischen Karte in eine noch gigantischere Schlacht verwickelt werdet. Richtig: ein ganz dickes Actionpaket, in dem es alle paar Sekunden donnert und kracht. Was in der Beta den einen oder anderen vielleicht noch ernüchterte, könnte euch aber in der Vollversion durchaus überzeugen - denn, wie ich nach ausgiebigem Spielen festgestellt habe, MAG offenbart seine bemerkenswerten Stärken erst auf den zweiten oder vielleicht auch dritten Blick. Und vor allem erst dann, wenn man genug Zeit mit Ballern verbracht hat! Ganz gefeit vor Schwächen und Mängeln ist aber auch der rekordverdächtige Online-Krieg nicht. Wie sich MAG im Detail präsentiert, ob das Ganze lagfrei und flüssig läuft, wie es mit dem Balancing ausschaut und ob das Geballer auch Spaß macht, erfahrt ihr im folgenden Text.

Der Schattenkrieg im Untergrund






Die Geschehnisse von MAG finden 15 Jahre in der Zukunft statt. Es hat sich vieles verändert, der dritte Weltkrieg ist beendet. Nun streiten sich die drei mächtigsten Söldner-Armeen um Waffen, Macht und Ressourcen - ein erbitterter Kampf im Hintergrund, ein Krieg, der leise im Untergrund tobt. Die drei Fraktionen nennen sich S.V.E.R., Raven und Valor. Es ist aber etwas schade, dass die Präsentation der Handlung nicht der Rede wert ist; es gibt zwar eine kurze Einführung und Vorstellung der drei Armeen inklusive Intro-Video, aber sobald ich mich für eine Fraktion entschieden habe, ist die Hintergrundgeschichte erledigt. Als wirklich schlimm empfinde ich das aber keineswegs: in einem Online-Shooter wie MAG steht schließlich bombastische Action auf dem Tagesplan, keine dramatische Erzählung über Leben und Tod. Ich kann mich frei entscheiden, welcher der drei Fraktionen ich beitreten möchte. S.V.E.R. ist ein tschechisches Militärunternehmen, das nicht gerade viel Geld besitzt und auf Söldner verschiedener Nationalitäten setzt. Raven dagegen sind die reichen High-Tech-Spezialisten aus Österreich, und Valor erinnern stark an die heutigen Streitkräfte der USA. Die Unterschiede klingen in der Theorie krass, sind es aber in der Praxis bis auf einige frustrierende Balancing-Macken nicht.

Ich habe mich für Valor entschieden. Sobald ich mich dem jeweiligen Team angeschlossen habe, darf ich meinen künftigen Soldaten noch optisch ein wenig anpassen. Ich kann also ein Gesicht und eine Stimme wählen - aber dann ist auch wieder Schluss. Keine Statur, kein Bartwuchs, keine Frisur oder Haarfarbe; der Charakter-Editor von MAG ist sehr knapp gehalten. Schlimm? Überhaupt nicht - schließlich geht es nicht um das Aussehen, sondern die Fähigkeiten im Kampf. Diese werden in MAG ausschließlich über Waffen und Ausrüstung festgelegt. Das dürfte einige vielleicht auch an Modern Warfare 2 erinnern, es gibt im Grunde auch keine wesentlichen Unterschiede bei der erweiterten Spezialisierung, bei der man mit seinen gewonnenen Erfahrungspunkten einkaufen gehen kann. Einziger größerer Unterschied ist, dass Activisions Shooter-Spektakel dem Spieler mehr Optionen zur Verfügung stellt und ihm ein größeres Angebot an Kaufbarem bietet. Dennoch kann sich MAG hier doch etwa sehen lassen: Dutzende nützliche Erweiterungen für die Waffen, neue Wummen im Allgemeinen, Medi-Kits, Minen, anderer Sprengstoff, Rauch- und Giftgasbomben, neue Fähigkeiten - der Shop hat doch einiges zu bieten und motiviert damit auch ein Stück weit, immer mehr Erfahrungspunkte zu verdienen.



Missionen und Massenschlachten












Nun komme ich aber endlich zum wichtigsten Teil von MAG, dem Gameplay an sich. Bevor ich aber genauer auf den eigentlichen Kampf eingehe, stelle ich euch mal kurz die verschiedenen Spielmodi vor. Insgesamt gibt es leider nur vier Spielmodi, was verhältnismäßig etwas wenig ist - dafür können die aber auch auf Dauer überzeugen und machen immer wieder Spaß. Die wichtigsten Modi sind hierbei zunächst einmal ein klassisches Team-Deathmatch, was aber keinen Einfluss auf den eigentlichen Schattenkrieg hat und mehr als ein Training gedacht ist, zumal das als Training funktionierende Tutorial Einsteigern nicht gerade hilft, das Spiel zu verstehen. Das eben genannte Team-Deathmatch findet aber mit gerade einmal 64 Spielern statt - mit der vollen Zahl an Soldaten darf man ausschließlich im größten und wichtigsten Modus "Herrschaft" in den Krieg ziehen. In "Herrschaft" ist es das Ziel, sich bis in die Mitte der ringförmigen Anlage vorzukämpfen und anschließend die dort gelegenen Treibstoffanlagen zu zerstören. Auf dem Weg dahin gibt es jedoch eine ganze Reihe anderer wichtiger kriegstechnischer Objekte, die sich euch als Hindernis in den Weg stellen: Flak, Bunker, Panzer, Tore, Geschütze - alles muss erst aus dem Weg geräumt werden, damit der brachiale Kampf um die Treibstoffanlagen so richtig zünden kann.

Dann gibt es noch den kleinsten Modus namens "Sabotage", in dem es das Ziel ist, zunächst zwei Satellitentürme zu erobern und anschließend das Datenzentrum hochzujagen. Und gerade in diesem Modus mit "nur" 64 Spielern geht es am Ende richtig ab: da tummeln sich bis zu 64 Spieler auf engstem Raum und versuchen, sich gegenseitig abzuknallen und dennoch die Kontrolle über das Datenzentrum zu behalten. Und zu guter Letzt reiht sich noch der Modus "Unterdrückung" für 128 Spieler ein, in dem es darum geht, feindliche Fahrzeuge zu stehlen und aus der feindlichen Anlage zu entkommen. Mein klarer Favorit bleibt aber auf jeden Fall der Herrschafts-Modus: eine gigantische, mit 256 Spielern überquellende Massenschlacht und ein nie in dieser Form dagewesenes Action-Spektakel! MAG entfaltet irgendwann, sobald man alle Modi freigeschalten hat - "Sabotage" ab Level 4, "Unterdrückung" ab 6 und "Herrschaft" ab 8 - ein riesiges Suchtpotenzial, das den Spieler immer wieder in den Schattenkrieg lockt - super!

Der Aufstieg

Damit alle Spieler nicht wild durch die Gegend rennen und sich gegenseitig wahllos aufs Korn nehmen, hat Zipper Interactive für eine besondere Art von Organisation gesorgt: acht Spieler bilden einen Squad, vier Squads ein Platoon und vier Platoons ein Team. Dazwischen gibt es einige Anführer, die die jeweiligen Gruppen mit allen Kräften unterstützen - sei es durch nützliche Fähigkeiten, wenn man eine bestimmte Aktion in der Nähe eines Kommandeurs ausführt, oder durch eine gezielte Organisation. Der Anführer kann Zielpunkte markieren; erfüllt man das Ziel, erhält man zusätzlich zu den standardmäßigen Erfahrungspunkten noch Bonus-Befehlspunkte. Das interessante an der Sache ist aber, dass jeder Spieler eine Führungsrolle übernehmen kann, wenn er hart dafür arbeitet - ab Level 15 durfte auch ich eine Truppe kommandieren, was durchaus Laune macht und einen großen taktischen Einfluss auf das Gemetzel hat. Allerdings funktioniert das taktische Vorgehen nur dann so richtig, wenn die Spieler sich mit Headsets untereinander verständigen können. Manche Spieler dagegen vernichten die sorgsam geplanet Taktik durch einfaches Drauflosstürmen in den eigenen Tod - bitter, aber das war eigentlich schon abzusehen. Machen jedoch alle Spieler mit, entwickelt sich MAG zu einem komplexen, taktisch angehauchten und sorgfältig organisierten Online-Krieg.

Es gibt in MAG auch keine Klassen wie Sanitäter oder Ingenieur; alles hängt von der eigenen Ausrüstung ab. Ihr könnt Medikits mit euch tragen, Raketenwerfer über die Schultern hängen, Granaten und Rauchbomben mitnehmen und euch eure Waffen frei auswählen, ohne irgendwie beschränkt zu sein. Damit es aber keine Überklasse geben kann, dürft ihr nur eine bestimmte Menge an Punkten pro Ausrüstung investieren - damit wird das Balancing wieder einigermaßen ausgewogen. An anderer Stelle jedoch hapert es genau bei diesem Punkt jedoch heftig: zum einen ist es auf manchen Karten viel leichter zu verteidigen als anzugreifen, und außerdem ist die Fraktion S.V.E.R. erstaunlicherweise ziemlich oft Sieger des Gefechts. Da hätten Zipper Interactive noch etwas nachbessern müssen. Außerdem sind Sturmgewehre sogar auf Distanz extrem stark, auch wenn dabei natürlich die Präzision nachlässt. Die knapp 12 Karten dagegen sind toll designt, wirklich gigantisch und optisch nah an der Realität.



Technische Mängel?

MAG lässt sich für einen Konsolenshooter super steuern und stellt eigentlich niemanden vor größere Probleme - nur das nervige und ungewöhnliche Auswählen von Granaten hat mich etwas gestört. Dagegen bewegt sich das Fadenkreuz mit einer angenehmen Geschwindigkeit, was das Zielen einfacher macht. Grafik und Sound sind im Grunde solide, auch wenn Texturschwächen nicht zu verschweigen sind. Dafür punktet MAG aber mit einer erstaunlich flüssigen Spielgeschwindigkeit, es gibt nahezu keine Lags und nur ganz seltene Framerateeinbrüche im Herrschafts-Modus. Da kann man natürlich auch die recht unspektakuläre, aber dennoch keineswegs schlechte Grafik verzeihen, die jedoch ein wenig blass aussieht und nicht gerade mit vielen kräftigen Farben aufwartet. Der Sound ist im Großen und Ganzen okay, die Explosionen klingen bei der Konkurrenz Modern Warfare 2 aber natürlicher und brachialer. Aber MAG bietet sogar eine deutsche Sprachausgabe, die überdies noch richtig gut gelungen ist - toll! Wer zudem nicht genug von Statistiken bekommen kann, kann sich auch freuen, denn der PS3-exklusive Online-Shooter bietet ein riesiges Arsenal an Fakten und Daten. Und außerdem kann man im Spiel Dutzende Auszeichnungen absahnen, die immer wieder zum Weiterspielen anspornen.






Tim schrieb am 3. Februar 2010
MAG hat mich eiskalt erwischt! Nach der Beta war ich noch etwas ernüchtert, nun bin ich (fast) vollends begeistert - alles läuft flüssig, fair und verdammt spaßig ab. Besonders der Spielmodus "Herrschaft" hat mich fasziniert: da kracht und scheppert und donnert es an allen Ecken und Enden und die Spielgeschwindigkeit bricht fast nie ein - klasse! Auch die Idee mit Kommandieren und kommandiert werden ist sehr gut umgesetzt worden. Ich werde noch ein ganzes Weilchen auf den Servern anzutreffen sein, denn der Schattenkrieg hat mich trotz einiger kleinerer Mängel gepackt wie selten zuvor ein anderer Online-Shooter. Ich bin und bleibe ein stolzer Valor-Soldat - und jetzt ziehe ich wieder in die Schlacht, die mich auch ohne Grafikpracht gefesselt hat!


Besonders gut finde ich ...
  • flüssige Online-Gefechte ohne Lags
  • enorme taktische Verfeinerung ...
  • motivierendes Aufstiegssystem
  • riesige, abwechslungsreiche Karten
  • sehr übersichtliche Präsentation
  • 256 Spieler auf einmal -> massig Action
  • sehr gute Lokalisation & Sprachausgabe
  • Statistiken & Auszeichnungen en masse


Nicht so optimal ...
  • verhältnismäßig wenig Spielmodi
  • ... wird durch manche Spieler vernichtet
  • recht schlechtes Balancing der Fraktionen
  • leicht ungewöhnliche Steuerung

 Testsystem:  PS3
 Weitere Reviews von Tim anzeigen










6 Kommentar(e):

 





#1
Geschrieben am 3. Februar 2010 um 18:57 Uhr

Jables meint ...

Hört sich extrem interessant und spaßig an. Nur blöd, dass ich die falsche Konsole habe. Schade, dass das Spiel nicht für die xbox360 erschienen ist.
Wünsche den PS3-Besitzern jedenfalls viel Spaß beim zocken (-:


          
 





#2
Geschrieben am 4. Februar 2010 um 09:36 Uhr

GizMo meint ...

inwieweit sind denn nu die S.V.E.R. so imbalanced?

details pls :>


          
 





#3
Geschrieben am 4. Februar 2010 um 14:53 Uhr

Tim meint ...

²GizMo
"So imbalanced" sind sie zum Glück nicht, aber es fällt eben doch auf. Der Grund dafür ist einfach: die Karten, in denen S.V.E.R. angreifen muss, sind leichter zu erobern und die Karten, in denen sie verteidigen müssen, sind schwerer für die anderen Fraktionen zu erobern. Das ist zum Glück nicht ganz so schlimm, wie es klingen mag, weil man sich daran gewöhnt und es so extrem nicht ist - allerdings gibt es manchmal so viele erstklassige Sniperpositionen für S.V.E.R., dass das ganz schön nerven kann, wenn man ständig erledigt wird ^^

PS: dann ist es aber einfacher, die Auszeichnung für 30 Tode in einer Schlacht zu erreichen  


          
 





#4
Geschrieben am 4. Februar 2010 um 16:57 Uhr

DarkRaziel meint ...

Zum Vollpreis werde ich mir das Spiel nicht kaufen obwohl es Spaßig klingt Virtuell Krieg zu spielen. Ausleihen werde ich es mir mal um schon mal rein zu schauen ob sich das warten auf einen günstigeren Preis lohnt.


          
 





#5
Geschrieben am 5. Februar 2010 um 18:16 Uhr

Benü meint ...

Ich habe noch nie wirklich geglaubt das so viele Spieler wirklich auf einem Server laufen können.
Wird für mich kein Kaufgrund sein, aber ein reiz ^^

Sehr nett geschriebenes Review  


          
 





#6
Geschrieben am 8. Februar 2010 um 17:31 Uhr

MeFirst meint ...

Was soll das jetzt mit Revolution zu tun haben? Schon vor 6 Jahren gab es einen Mutliplayer Shooter mit 250 Spielern. Joint Operations auf dem PC, war übrigens sogar recht guter Titel. Von Revolution kann hier mit Sicherheit keine Rede sein.


        



Kommentar verfassen:


NAME*:

EMAiL*: (WiRD NiCHT ANGEZEiGT)

EiGENE HOMEPAGE: (OPTiONAL)

TWiTTERNAME: (OPTiONAL)


DEiN KOMMENTAR*:
                           


BEi WEiTEREN KOMMENTAREN ZU DiESEM ARTiKEL BENACHRiCHTiGEN?
 JA, PER EMAiL.
 JA, PER TWiTTER - DiREKTNACHRiCHT
Du musst PRESSAKEY auf Twitter folgen, damit wir dir Direktnachrichten senden können.


ANTiSPAM*: 
(entfällt bei Registrierung)





     


* = PLiCHTFELDER