Genre:Beat 'em up  
Entwickler:Capcom  Publisher: Capcom
Plattform(en):PS3, Xbox360

Release:30.04.2010

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Super Street Fighter IV - Review

Hadouken! Der König ist zurück - mit einer Extraportion Super

Geschrieben von Haschbeutel am 30. April 2010 um 21:32 Uhr


Street Fighter geht in eine neue Runde. Das bedeutet für mich: Schweiß auf der Stirn, Flüche im Sekundentakt, durchzockte Nächte, rauchende Controller und Fight-Sticks, sowie jede Menge Nervenzusammenbrüche. Denn ich muss immer besser werden. Ich muss trainieren. Nur noch diese Challenge. Nur noch hier ein Perfect. Ja, Street Fighter ist für mich eine Lebensphilosophie. Umso ärgerlicher waren damals beim Street Fighter IV die Macken, die mir das Spiel hier und da vermiest haben. Doch Capcom hat auf die Spieler gehört und will mit Super Street Fighter IV alles besser machen. Erwartet uns hier eine neue Offenbarung oder doch nur ein Add-On?

Super-Mega-Hammer-Ober-Hyper-Turbo-HD-Remix-mäßig auf die Zwölf!
Jede Serie hat so ihre Traditionen. In Dead or Alive werden die Brüste immer perfekter berechnet, in Tekken wird die Grafik immer toller und die Moveliste immer länger und Street Fighter bringt seine Ableger in zig Variationen immer wieder neu auf den Markt. Nehmen wir als Beispiel den Klassiker Street Fighter II, auch bekannt als Street Fighter II - The World Warrior. Was folgten waren Street Fighter II' - Champion Edition, Street Fighter II' Turbo bzw. Street Fighter II' Hyper Fighting, Super Street Fighter II - The New Challengers, Super Street Fighter II Turbo und Super Street Fighter II Turbo HD Remix, welches allerdings eine Xbox Live Arcade Neuauflage des alten Turbo ist, nur eben mit hübscher Grafik. Man beachte - das alles war stets ein und dasselbe Spiel, nur mit neuer Balance, einigen neuen Features und neuen Kämpfern. Jetzt setzt Capcom mit Street Fighter IV und Super Street Fighter IV diese Tradition fort. Doch Super Street Fighter IV ist weitaus mehr, als nur eine kleine, kosmetische Neuauflage oder gar ein Add-On.


Kämpfen auf dem nächsten Level
Grundlegend hat sich an Super Street Fighter IV nicht viel verändert. Vor allem nicht im direkten Vergleich zu Street Fighter IV. Immer noch die gleiche Grafikengine, wenn auch hier und da etwas aufpoliert. Immer noch 2D-Prügelei und immer noch verdammt spaßig. Wer mit Street Fighter tatsächlich nichts anfangen kann, der sollte meine kleine Zeitreise und Street Fighter Exkursion und passend dazu auch den Street Fighter IV Test lesen.

Was also ist neu und toll an SSF IV? Zum einen wäre da der erweiterte Kämpferpool. Die 25 bekannten Charaktere aus SF IV werden durch 10 Neuzugänge erweitert. Acht von ihnen dürften eingefleischte Street Fighter Veteranen aus diversen Vorgängern, wie der Street Fighter Alpha Serie oder Street Fighter III kennen - Makoto, Dudley und Guy, um nur mal drei zu nennen. Ergänzt wird der Pool durch zwei komplette Neuzugänge. Da wären zum einen die wunderschöne aber tödliche Juri, die zum ersten Mal in der Street Fighter Ära das Tae-Kwon-Do einführt. Zum anderen wäre da der türkische (!) Kämpfer Hakan (!!), der sich vor jedem Kampf mit Öl einreibt (!!!) und die Gegner mit seinem rutschigen Kampfstil in die Knie zu zwingen versucht. Beide Kämpfer fügen sich perfekt in die bestehende Kämpferriege ein und bringen mit den komplett unterschiedlichen Kampfstilen neuen Schwung in die Serie. Vor allem Juri hat es mir mit ihren schnellen und präzisen Moves angetan. Auch das Balancing der einzelnen Charaktere ist nochmal einen Tick verfeinert worden und diverse Unzulänglichkeiten wie der überstarke Sagat in Street Fighter IV gehören nun auch der Geschichte an - auch wenn er immer noch eine mächtige Kämpfernatur ist. Einzig Obermotz Seth, der sehr zu meinem Bedauern weiterhin als Endboss im Arcade-Modus fungiert, hat sich nicht wirklich verändert. Immer noch sorgt er für den meisten Frust im Solospiel. Und wer sich selbst mit ihm unterfordert fühlt, der darf sich an den hohen Schwierigkeitsgraden austoben.

Großartig: war es in Street Fighter IV noch notwendig, Charaktere teils sehr umständlich freizuschalten, steht in Super Street Fighter IV jeder Kämpfer von Anfang an zur Verfügung. Das wäre auch sehr schade gewesen, denn wie aus SF IV bekannt, hat jeder Charakter im Arcade-Modus abermals seine eigene Geschichte zu erzählen - aufwendige Anime-Sequenzen inlusive. Damit hat Capcom meinen größten Kritikpunkt an Teil IV beseitigt. Adios nerviger Zeittöter. Hallo Instant-Action!



Der Mob will unterhalten werden. Neue Moves und alte Bekannte
Das sind jedoch nur ein Bruchteil der Neuerungen, die ihren Weg in das Spiel gefunden haben. Neu ist ebenfalls, dass jeder Charakter nun aus zwei unterschiedlichen Ultra-Moves auswählen kann. Zu jedem bekannten Ultra aus SF IV kommt nun noch ein alternativer Ultra hinzu. Meist sind diese etwas einfacher auszuführen, machen dafür aber (gefühlt) etwas weniger Schaden. Der Spieler muss sich jedoch aus Balancinggründen für einen Move bereits vor Start des Matches entscheiden. So entstehen immer wieder interessante Matches und eine neue Dynamik innerhalb der Kämpfe. Schön ist auch, dass die Steuerung für den Controller noch etwas verbessert wurde, weshalb nun auch schwere Ultra-Moves wie Vegas Bloody High Claw oder Guiles Flash Explosion weniger ein Problem sein sollten.

Für Street Fighter II Nostalgiker hat Capcom noch ein extragroßes Schmankerl. Die beliebten Bonus Stages, in denen man unter Zeitdruck ein Auto schrotten oder von oben herabstürzende Fässer zerstören musste, haben wieder ihren Weg ins Spiel gefunden und dabei kein bisschen an Reiz verloren. Die Jagd nach der ultimativen Taktik, um in kürzester Zeit am optimalsten die Stages zu lösen, ist nach wie vor motivierend. Um ausreichend üben zu können, kann man die Bonus Stages auch direkt im Challenge-Modus auswählen und muss nicht jedesmal den Arcade-Modus zocken. Dort lassen sich die Bonus Stages übrigens auch ausschalten. Wo wir gerade vom Challenge-Modus und Stages reden - auch hier hat sich einiges getan. Zu den bereits bekannten Szenarien gesellen sich nochmal einige neue dazu, die grafisch beeindruckend das Geschehen untermalen. Egal ob während einer Sonnenfinsternis vor Nilpferden und Giraffen in der Serengeti oder vor jubelnden Bauarbeitern auf einem Stahlgerüst gekämpft wird - das Auge hat defintiv vieles zu sehen. Die aus Street Fighter IV bekannten Modi Time Attack, wo man in vorgegebener Zeit eine gewisse Anzahl Feinde erledigen musste, sowie Survival, wo es galt, so lange wie möglich zu überleben, wurden aus Super Street Fighter IV gekickt - warum, weiß wohl nur Capcom. Übrig geblieben ist unverständlicherweise der Trial Modus. Hier muss man vorgegebene Combos nacheinander abarbeiten - was auch dieses mal mit fortschreitenden Stages nahezu ein Ding der Unmöglichkeit wird. Ich persönlich hätte gerne diesen Modus weggelassen und dafür die anderen beiden behalten, aber wirklich tragisch ist dies nicht, zumal der Trial Modus zumindest die ersten paar Stages durchaus ein brauchbares Tutorial darstellt.


Viele Freunde sollte ihr sein - Online-Prügeleien in Perfektion
Die größten Fortschritte hat allerdings der Multiplayer gemacht. Endlich kann man sich in Lobbies sammeln und ist nicht nur auf 2-Spieler-Action beschränkt. So bekämpfen sich im Endless-Battle bis zu acht Spieler abwechselnd. Der Gewinner bleibt dabei so lange in einem Match, bis er selbst besiegt wird. Der Verlierer rutscht ans Ende der Warteschlange und schaut fortan zu und kann so seine Taktik verbessern oder mit den andern Spielern reden. Auch der Ranked-Modus wurde überarbeitet und erlaubt es nun, dass ergatterte Battlepoints nach einem Sieg nicht mehr für alle Charaktere angerechnet werden, sondern nur für den, mit dem ihr gespielt habt. So könnt ihr auch in gewerteten Matches andere Charaktere ins Rennen schicken, ohne um eure hart erkämpften Punkte fürchten zu müssen.

Richtig spaßig ist der neue Modus Team-Battle, in welchem bis zu acht Spieler aufgeteilt in zwei Teams gegeneinander antreten. Verliert hier ein Spieler, rückt der nächste im Team nach und versucht, den Kontrahenten zu vernichten. Idealerweise treffen hier zu Beginn immer die schwächeren Spieler aufeinander, damit die guten Spieler als Joker zum Schluss übrig bleiben. Die Startreihenfolge kann nämlich ebenfalls im Team abgesprochen werden. Gewonnen hat dann das Team, welches zuerst alle Spieler des anderen Teams besiegt hat. Wer hier mit einer Hand voll Freunden zusammen spielt, wird defintiv eine Gaudi haben, wie man sie selten bei Prügelgames erlebt hat.

Für Juni hat Capcom dann noch einen kostenlosen DLC parat. Der aus Super Street Fighter II Turbo HD Remix (ernsthaft, wer denkt sich sowas aus?) bekannte Turniermodus wird dann den Onlinebereich noch um einen wundervollen Modus erweitern. In bekannter Turnier-Manier treten die Mitstreiter hier in Turnierbäumen gegeneinander an und schlagen sich so durch Achtel-, Viertel- und Halbfinale, bis sich am Ende die besten Spieler gegenüber stehen. Hier will Capcom auch regelmäßig Turniere ins Leben rufen, die mit Sachpreisen dotiert werden.


Jetzt mecker doch auch mal, du Sau!
Wir fassen zusammen. Zehn neue Kämpfer, zwei davon komplett neu, die absolut perfekt integriert wurden. Alle Charaktere von Anfang an verfügbar, neue Ultra-Moves, neue, beeindruckende Stages, ein optimiertes Balancing, wunderschöne Anime-Filmchen, die bekannten Bonus-Stages und ein überarbeiteter Multiplayer versprechen abermals wochenlange Prügelfreuden. Nach so viel Lob sollte nun doch endlich Kritik kommen, wie bei Street Fighter IV, nicht wahr? Blöd ist nur, dass ich kaum Kritikpunkte habe.

Seth als Obermotz im Arcade ist da schon das höchste der Gefühle, was ich zu bemängeln habe. Nach wie vor finde ich diesen Kerl einfach nur zum kotzen - aber so richtig. Da kuschel ich sogar lieber mit Akuma. Im Multiplayer sind mir hin und wieder kleinere Verbindungsprobleme aufgefallen, wenn man gegen Spieler aus Japan oder den US und A angetreten ist. Wer gerne Achievements jagd, wird zudem eine richtig schwere Zeit mit SSF IV haben, denn hier muss man sich seine virtuellen Auszeichnungen wirklich hart erkämpfen - für Nervenschwache Spieler ist das garantiert nix. Ausserdem fehlt nach wie vor ein richtiges Tutorial, wodurch Neulinge wohl recht fix die Flinte ins Korn werfen - es sei denn, sie versuchen sich freiwillig am Trial-Modus. Ansonsten bietet Super Street Fighter IV genau das, was es bieten soll. Prügelaction in absoluter Vollendung. Die Unstimmigkeiten aus SF IV wurden verbessert, Inhalte erweitert und Neuerungen sinnvoll integriert. Spielerherz, was willst du mehr?








Haschbeutel schrieb am 30. April 2010
Mehrere durchzockte Nächte, Augenringe bis an die Kniekehlen, Glückshormone ohne Ende und ein vor Frust zerstörtes ein kaputtes Headset, - das ist das Résumée einer Testwoche Super Street Fighter IV. Ich hatte erst Bedenken, ob die Neuerungen nicht auch als DLC hätten kommen können - aber meine Bedenken waren unbegründet.

Capcom hat hier ein frisches Paket geschnürt, welches nur aus besten Zutaten besteht. Das klassische Spielprinzip von Street Fighter, die beliebten Bonus Stages aus Street Fighter II, dazu viele neue Charaktere, u.a. aus der Street Fighter III Reihe, die tolle Optik von Street Fighter IV gepaart mit einem (endlich!) ordentlichen Multiplayersystem, einer verfeinerten Balance und einer besseren Steuerung, die auch für Anfänger optimiert wurde. Der fehlende Turniermodus wird laut Capcom im Juni kostenlos nachgereicht und mit regelmäßige Turnieren, in denen man Sachpreise gewinnen kann, unterstützt.

Bei Street Fighter IV hatte ich in der Tat einige Kritikpunkte - diese sind nun bis auf einen einzigen Aspekt verschwunden. Nach wie vor ist im Arcade-Modus Seth als Obermotz vertreten und hat mich schier in den Wahnsinn getrieben (Stichwort: defektes Headset). Meiner Meinung nach hat dieser Charakter nichts im Street FIghter Universum verloren. Zu übermächtig, zu einfallslos, zusammengeklaute Moves. Aber naja, man kann eben doch nicht alles haben.

Wer auch nur im entferntesten etwas für Prügelspiele übrig hat, für den war Street Fighter IV vielleicht nicht unbedingt ein Pflichtkauf - aber Super Street Fighter IV ist es. Auch ohne Fanboi-Brille bietet das Spiel einfach ein großartiges Gesamtpaket, welches kaum Wünsche offen lässt. Selbst wer bereits Street Fighter IV besitzt, hat genug Gründe für einen Kauf. Dafür sprechen auch der reduzierte Preis, diverse Boni, die man als Besitzer der "Ur-"Version bekommt und die vielen großen und kleinen Neuerungen, die SSF IV so zu bieten hat. Lediglich Spieler, die nicht oder kaum Online spielen, werden vielleicht nicht gleich losrennen müssen - dafür liegt der Schwerpunkt von Super Street Fighter IV doch zu sehr auf Multiplayer.


Besonders gut finde ich ...
  • Nach wie vor tolle Präsentation
  • Klassischer Prügelspaß
  • 35 Kämpfer
  • Bonus Stages
  • Neue "Alte" Bekannte
  • Frische Kämpfer pefekt integriert
  • Gelungenes Balancing
  • Multiplayer-Lobby
  • Team-Matches
  • Keine Challenges mehr
  • Boni für SF IV Spieler
  • Massig freischaltbarer Schnick-Schnack
  • Neue Stages


Nicht so optimal ...
  • Seth stinkt!!!
  • Tourniermodus fehlt (noch!)
  • Für Solisten wenig Neues
  • Kein richtiges Tutorial
  • Achievements freischalten bockschwer
  • Gekürzter Challenge-Modus

 Testsystem:  Xbox360
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2 Kommentar(e):
und folgenden Usern gefällt der Beitrag: Haschbeutel, Kithaitaa, Michi, Tim, ... und einem Gast.

 





#1
Geschrieben am 4. Mai 2010 um 19:49 Uhr

ALeks_M meint ...

mannomannomann! da macht sich der haschbeutel die mühe und testet dieses spiel und keiner schreibt einen comment dazu. das geht überhaupt nicht und ich finde, dass mal alle ein wenig den arsch hochkriegen sollten. grrrrrh!

zum thema:

gewohnt gute review! ich habe das game heute zum ersten mal gespielt und bin ordentlichst von meiner freundin verkloppt worden, aber ich gebe nicht auf und hoffe bis zur gamescom einigermassen fit zu sein,denn wir haben uns ja quasi verabredet   

hugs


          
 





#2
Geschrieben am 4. Mai 2010 um 19:58 Uhr

Kithaitaa meint ...

ALeks_M: mannomannomann da macht sich der haschbeutel die mühe und testet dieses spiel und keiner schreibt einen comment dazu das geht überhaupt nicht und ich finde dass mal alle ein wenig den arsch hochkriegen sollten grrrrrh!


Hehe. Jaja, die Sache mit den Kommentaren ... ist schon teils eine fiese Geschichte      


          



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