Genre: RTS  
Entwickler: Blizzard Entertainment  Publisher: Blizzard Entertainment
Plattform(en):  PC, Mac

Release: 27.07.2010
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Starcraft 2: Wings of Liberty - Preview

Der König ist zurück! Eindrücke aus der Starcraft 2 Beta

Geschrieben von Chris am 1. Juli 2010 um 19:50 Uhr


Am 27. Juli 2010 ist es soweit: Nach mehr als 12 Jahren erscheint der lang ersehnte und viel diskutierte Nachfolger zu Blizzards Echtzeit-Klassiker Starcraft, welches bis heute bereits über 10 Millionen mal verkauft wurde. Doch was ist dran an all den Vorschusslorbeeren und der Kritik, die es bereits im Vorfeld gegeben hat? Die Multiplayer-Beta ist seit Februar in vollem Gange und macht bereits einen guten Eindruck.



Riskantes Großprojekt
Blizzard riskiert mit Starcraft 2 einiges - sowohl finanziell als auch imagetechnisch. Der Vorgänger ist schließlich nicht nur der König der klassischen Echtzeit-Strategie und ein ewiger Klassiker der E-Sport Szene, sondern gleich auch noch Nationalsport von Südkorea. So ist es bei näherer Betrachtung auch nicht weiter verwunderlich, dass Blizzard angeblich schon seit 2003 an dem Großprojekt werkelt und dieses mittlerweile in 3 separate Titel geteilt hat: Das in Kürze erscheinende Starcraft 2: Wings of Liberty und die zwei Erweiterungen Heart of the Swarm und Legacy of the Void.

Die größte Herausforderung dürfte wohl sein, sowohl Gelegenheitsspieler als auch die große E-Sport-Szene gleichermaßen zufrieden zu stellen. Die einen lieben den Vorgänger für seine packenden Kampagnen und gelegentliche Schlachten mit Freunden - die anderen interessieren sich nur für den Mehrspielerpart und hoffen auf eine perfekte Balance, die maximale Übersicht und spannende Strategien für die Zuschauer. Blizzard will diesen Spagat wieder mit allen Mitteln meistern und lässt den Spieler beispielsweise in Singleplayer und Multiplayer auf verschiedene Einheiten zurückgreifen. So wird es in der Kampagne alte und neue Einheiten geben, die im Multiplayer aus Balance-Gründen gestrichen wurden. Auch die vergleichsweise niedrigen Systemanforderungen sind auf eine möglichst breite Zielgruppe abgestimmt. Schnell ist klar, dass Blizzard dieses immense Risiko nicht ohne Grund eingeht und hier nicht nur viel verlieren, sondern auch viel erreichen kann: den nächsten Megahit.


Schwerer Kreuzer in Starcraft 2: Wings of Liberty



Im Weltall nichts Neues...
Wer den Originaltitel von 1998 gespielt hat, dürfte sich in Starcraft 2: Wings of Liberty schnell zurecht finden. Mit Zerg, Protoss und Terranern sind nicht nur alle drei Rassen aus Starcraft wieder mit von der Partie, diese scheinen sich auf den ersten Blick auch kaum verändert zu haben. Auch das Spielprinzip bleibt trotz aller Innovationen im Genre durch Spiele wie World in Conflict, Dawn of War oder Company of Heroes weitestgehend unverändert. Der Multiplayerpart ist damit eindeutig Echtzeit-Strategie der alten Schule und dürfte auf viele Spieler schon fast rückständig wirken. Kein Wunder also, dass Innovationsmangel unter den Betatestern bisher der größte Kritikpunkt ist und auch schon im Vorfeld immer wieder angekreidet wurde.


...oder etwa doch?
Dass Starcraft sich nicht selbst neu erfinden will, war aber schon im Vorfeld zu erwarten. Damit würde Blizzard schließlich die breite Fanbasis des Vorgängers nur abschrecken und letztendlich ist Blizzard auch nicht gerade für Innovationen bekannt - schon immer verstanden es die Kalifornier, bereits bestehende Genrestandards zu perfektionieren. Das gelingt ihnen auch mit Starcraft 2, das die unzähligen Details, die Starcraft damals zur Genre-Referenz machten, weiter ausbaut.

So werden die bereits großen Unterschiede zwischen den drei Rassen noch weiter vertieft, ohne dabei die Balance aus den Angeln zu heben. Protoss, die wie im Vorgänger ihre Gebäude nur in die Energiefelder ihrer Pylonen errichten dürfen, beamen Einheiten einfach in das nächstgelegene Energiefeld und sparen sich so sowohl einen Teil der Bauzeit als auch den Laufweg. Daraus entstehen spannende Strategien rund um gut getimete Angriffe, die den Gegner mächtig unter Druck setzen können. Die meisten Gebäude der Terraner können nach wie vor fliegend verlegt werden und bewegen sich dabei sogar deutlich schneller. Zudem lassen sich fast alle Gebäude mit Addons ausstatten, die, im Gegensatz zum Vorgänger, zwischen den verschiedenen Gebäudentypen getauscht werden können. So entstehen schon in der Beta schier endlos viele Strategien im Basisbau, die ein wildes hin und her der Gebäude voraussetzen. Die Zerg verdanken viele ihrer neuen Strategien und Möglichkeiten einer einzigen neuen Einheit: der Königin. Diese eignet sich vor allem zu Beginn einer Partie zur effektiven Basisverteidigung und kann den Kriecherschleim, der den Zerg als Grundfläche zum Basisbau dient und die Geschwindigkeit aller Zergeinheiten erhöht, erweitern, eine befreundete organische Einheit heilen oder am Hauptgebäude für zusätzliche Larven sorgen. So können Zerg noch schneller zwischen Arbeiter- und Einheitenproduktion umschalten. Die daraus entstehende Gratwanderung zwischen Wirtschaft und Kampfkraft wird in den höheren Ligen schon fast zur Wissenschaft für sich.


Luftschlacht in Starcraft 2: Wings of LibertyThot Attacke in Starcraft 2: Wings of LibertyKreuzer und Belagerungspanzer in Starcraft 2: Wings of LibertyBanshee in Starcraft 2: Wings of LibertyHellion in Starcraft 2: Wings of LibertyZerg-Offensive in Starcraft 2: Wings of LibertyStalker in Starcraft 2: Wings of LibertyZerglinge in Starcraft 2: Wings of Liberty



Alle drei Fraktionen verfügen über einige neue Einheiten, die gekonnt ergänzen, was aus dem Vorgänger übernommen wurde und durchgehend sehr gelungen sind. So wird bei den Protoss der Räuber durch den Koloss ersetzt, der mit seinen Flächenangriffen gleich ganze Armeen zerlegt und mit seinen - an "Krieg der Welten" erinnernden – Roboterbeinen sogar Klippen überwinden kann. Bei den Terranern sorgt der Marodeur für die größte Umstellung. Die Infanterieeinheit ersetzt den Feuerfresser aus dem ersten Teil und bietet eine äußerst robuste Alternative zum altbekannten Marine. Die vom Marodeur verschossenen Raketen sind zudem auch noch besonders effektiv gegen alle gepanzerten Einheiten. Eine mächtige Kombination, die ihn schon mehrmals Bekanntschaft mit der Balance-Keule machen ließ. Bei den Zerg macht neben der Königin auch der neue Berstling – eine Evolution des bekannten Zerglings - auf sich aufmerksam. Dieser sprengt sich bei Kontakt mit einem Gegner selbst in die Luft und reißt kleinere gegnerische Einheiten in der direkten Umgebung kurzerhand mit sich. Besonders gemein: der Berstling kann sich nach Erforschung eingraben und auf Knopfdruck auch einfach unter dem ahnungslosen Gegner explodieren. Insgesamt haben die Zerg weniger Neuzugänge als die anderen beiden Rassen und generell ist die effektive Auswahl an Kampfeinheiten hier etwas eingeschränkter, was Zerg-Spielern beim Reagieren auf gegnerische Strategien nicht ganz so viele Einheitenvariationen offen lässt.

Fraktionsübergreifend wurde zudem die Mobilität der Armeen deutlich erhöht. Viele der neuen Einheiten sind etwas mobiler als ihre Vorgänger und alle drei Rassen haben entweder neue Transportoptionen gewonnen oder haben es zumindest etwas leichter die altgedienten Möglichkeiten zu nutzen. So wirkt Starcraft 2 oft etwas dynamischer, was für kürzere Partien und einige hitzige Diskussionen unter den Testern sorgt. Generell scheint es dem Spielfluss aber gut zu tun.





Alte Tugenden
Die wohl spannendste neue Einheit ist der Protektor (Sentry), der den Protoss schon früh zur Verfügung steht und mit geschicktem Einsatz seiner Kraftfelder ganze Partien herumreißen kann. In solchen Momenten blüht Wings of Liberty erst so richtig auf und offenbart seine größte Stärke, nämlich die großartige Umsetzung eines der ältesten Game-Design Prinzipien: easy to learn, hard to master. Die Methode zieht sich prägend durch das gesamte Spiel, von der eher übersichtlichen Anzahl von Einheiten und Gebäuden über das Prinzip der drei einzigartigen Fraktionen bis hin zur vereinfachten Bedienung und diversen neuen Komfortfunktionen, die sicher stellen, dass dieses Prinzip jetzt schon weitaus besser funktioniert als noch in Starcraft. Kurz: Wings of Liberty ist deutlich einsteigerfreundlicher als der Vorgänger, ohne dabei komplett auf Spielraum für Optimierungen oder riskante - aber dafür lohnenswerte - Kniffe zu verzichten. Hier wird Blizzard den verschiedenen Spielertypen gerecht, auch wenn nicht jeder zufrieden gestellt werden kann.

In Sachen Balance kann Starcraft 2 seinem Vorgänger noch nicht ganz das Wasser reichen - der Vergleich ist allerdings auch nicht ganz fair. Starcraft gilt als das am besten ausbalancierte Strategiespiel aller Zeiten und dafür brauchte Blizzard ganze 7 Jahre Patch Support. Nach bereits 15 Patches in der ersten Betaphase des zweiten Teils ist Blizzard aber schon auf einem sehr guten Weg. Schon jetzt sind die diversen Matchups ausgeglichener als in den meisten Konkurrenztiteln. Sollte der Support so ausfallen wie beim Vorgänger, braucht man sich hier ohnehin keine größeren Sorgen machen. Im Notfall stehen ja noch zwei Erweiterungen an, die mit neuen Einheiten und Fähigkeiten noch einiges bewirken können.






Chris schrieb am 1. Juli 2010
Wings of Liberty ist bereits im Betatest ein exzellenter Multiplayer-Titel, der sich zumindest im Bereich der klassischen Echtzeit-Strategie mit allem messen kann, was seit dem Vorgänger so erschienen ist. Fans von den ungleich innovativeren Titeln, die das Genre in den letzten Jahren hervorgebracht hat, werden zumindest am Multiplayer aber eher wenig Spaß haben. Dazu übergeht Blizzard einfach zu viele Ideen, die in den letzten 12 Jahren aufgekommen sind. Durch Custom-Maps dürfte die Umsetzung der Ideen - dank des bereits jetzt sehr starken Galaxy-Editors - wohl dennoch ähnlich vielseitig und spaßig ausfallen, wie in Warcraft 3.

Ob Starcraft 2 seinen Vorgänger vom E-Sport-Thron stoßen kann, wird sich wohl erst in den nächsten Jahren klären. Den meisten Spielern dürfte das aber sowieso herzlich egal sein. Gespannt bin ich jetzt vor allem auf die Kampagne, von der ich bisher erst eine Mission antesten konnte. Zu wünschen wäre, dass sich Blizzard mal so richtig austobt und wenigstens hier Innovationen zeigt.


 Testsystem:  PC








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