Genre: Action-Adventure  
Entwickler: Ubisoft  Publisher: Ubisoft
Plattform(en):  PC, PS3, Xbox360, Wii, NDS, PSP

Release: 20.05.2010
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Prince of Persia: Die vergessene Zeit - Review

Der Wii-Prinz hüpft, kämpft und kraxelt vor orientalischer Kulisse

Geschrieben von Tim am 12. Juli 2010 um 13:55 Uhr


Man sieht sich immer zweimal im Leben - mindestens. Im Falle Prince of Persia: Die vergessene Zeit trifft das zumindest zu 50% zu, denn nachdem mich die HD-Version auf der Playstation 3 doch sehr enttäuscht hatte, habe ich mir mehr von der Wii-Version erhofft. Das schöne: die Kulissen wirken endlich farbenprächtiger und wecken orientalischen Zauber. Das schönere: der Remote-Prinz schafft es mit spielerischer Leichtigkeit, besser zu unterhalten als auf der PS3. Und das schönste: der Wii-Ableger ist keine Portierung, sondern ein perfekt an die Wii angepasster Exklusivtitel - allerdings mysteriöserweise unter falschem Namen.

Der Prinz, sein Bruder und ... moment.
Tatsächlich handelt es sich bei Prince of Persia: Die vergessene Zeit für Wii um eine komplette Neuentwicklung und somit um einen exklusiven Ableger der beliebten Serie. Allerdings muss man hier doch die angebrachte Frage stellen: warum heißt der Titel dann genauso und hat auch dasselbe Cover?! Tja, das ist ein Rätsel, vor das uns Ubisoft stellt - dabei liegt die Begründung eigentlich recht nah. Passend zum Start des Kinofilms musste auch das Spiel in die Händlerregale und am einfachsten lässt sich Werbung nun mal für ein einzelnes Spiel machen, wenn man nicht jede Version separat hervorheben muss. Dennoch ist es nicht nachvollziehbar, dass man einen Exklusivtitel wie eine simple Portierung darstellt. Besonders dann, wenn der Exklusivtitel die übrigen Versionen in Sachen Leveldesign, Abwechslung und Spielspaß übertrifft.

Der deutlichste spielerische Unterschied liegt darin, dass der im Titel genannte Sand der Zeit in der Wii-Version gar nicht auftaucht. Die Zeit lässt sich nämlich nur auf PC, Xbox 360 und Playstation 3 zurückdrehen, während man auf Wii von sogenannten Lebensorbs abhängig ist. Sammelt man während seines Abenteuers fleißig Seelen, erhält man Orbs. Verliert man nun irgendwo in einem Kampf oder stürzt in den Abgrund (was übrigens verhältnismäßig selten passiert!), startet man kurz vor der entsprechenden Situation neu, dafür wird ein Orb verbraucht. Insgesamt lassen sich drei Orbs ansparen. Sind alle Orbs verbraucht und solltet ihr nochmals sterben, startet ihr erst wieder am letzten Checkpoint in Form eines magischen Brunnens - das gute: die Rücksetz- und Speicherpunkte sind reichlich und vor allem auch fair verteilt. Im großen und ganzen braucht man sich darüber aber recht wenig Gedanken machen, da der Wii-Prinz nur ein sehr leichtes Abenteuer zu bestehen hat; bei den großen Versionen wird man wesentlich mehr gefordert.




Kreativer, aber leichter

Das ist auch der größte Kritikpunkt neben dem wie auch auf PC, PS3 und Xbox 360 schwachen Kampfsystem. Auf Wii habt ihr immerhin die Möglichkeit zu blocken, allerdings bietet euch das System auch hier zu wenige Möglichkeiten und verkommt nicht nur zur Routine, sondern wird regelrecht langweilig. Immerhin funktioniert die Steuerung allgemein sehr gut und kommt fast ohne Herumfuchteln aus. Zum Angreifen müsst ihr die Remote zwar schwingen, ansonsten ist aber alles in Ordnung. Zum Verändern der Kameraperspektive und für einige andere Aktionen wird der Pointer verwendet, was auch gut von der Hand geht. Gelegentlich gibt es einige Quick-Time-Events, allerdings so selten, dass sie kaum ins Gewicht fallen - zumeist kommen diese dann bei Bosskämpfen vor. Diese sind im Gegensatz zu den anderen Versionen nicht nur viel kreativer und imposanter, sondern auch leichter. Wieder einmal wird auch hier der zu niedrige Schwierigkeitsgrad deutlich, der sich durch das ganze Spiel hindurchzieht und somit den Aufstieg in die Wii-Extraklasse verhindert.

Allerdings kann dafür das Leveldesign einiges herausreißen, da es hier endlich die Möglichkeit gibt, alternative Routen zum Klettern zu verfolgen. Zwar sind diese meist recht kurz und offensichtlich, aber man fühlt sich wesentlich freier in seinem Vorgehen. Während ich mich auf PS3 eingeengt fühlte und strikt den vorgegebenen Wegen folgen musste, darf ich hier also ein wenig experimentieren und werde endlich auch zum Erkunden der äußerst schönen Spielwelt eingeladen. Aber auch wenn es zwischendurch mal linear weitergeht, kann das Leveldesign überzeugen. Rätsel und Kämpfe wechseln sich mit unterhaltsamer Akrobatik ab, wie man sie vom klassischen persischen Prinzen gewohnt ist. Schön sind auch die neuen Sandkräfte, mit denen der Prinz Sandwirbel beschwören oder neue Plattformen aktivieren kann - dadurch wirkt das Abenteuer vielseitiger und erfrischender. Natürlich kommen die traditionellen Kletter- und Hüpfpassagen nicht zu kurz. Diese machen wie auch bei den großen Versionen den Großteil des Spielspaßes aus.



Der ganze Zauber des Orients

Was mich am Spiel überrascht hat, sind die farbenprächtigen und ansprechenden Kulissen, die endlich mal so richtig den orientalischen Zauber versprühen, den ich auf PS3 so vermisst habe. Zwar kann die Wii natürlich nicht mit feinster Pixelpracht begeistern, dafür aber mit einem attraktiveren und lebendigeren Spielstil. Auch die Akustik ist durchaus stimmungsvoll und passt gut zur Spielwelt. Schade ist aber, dass die Story hier genausowenig fesseln kann wie an der Playstation 3, zudem ist sie ziemlich kitschig. Allerdings geht es auf Wii nicht um Malik und die Sandarmee, sondern um einen jungen Prinzen, dem eine Fee (die euch übrigens ständig als Hilfe zur Seite steht) ein Königreich mitsamt Prinzessin versprochen hat. Der Kitsch geht sogar so weit, dass Statuen zum Weiterkommen geküsst werden müssen. Überhaupt hätte man die Geschichte spannender erzählen können ...






Tim schrieb am 12. Juli 2010
Wer hätte das gedacht? Der "kleine" Prinz schlägt seine großen Brüder um Längen, ja sogar um Welten! Ganz anders als man es erwartet hätte, handelt es sich bei Prince of Persia: Die vergessene Zeit für Wii nicht um eine simple Portierung, sondern um eine komplette Exklusiventwicklung. Das heißt auf gut deutsch: Geschichte, Leveldesign, Gameplay, Grafik, Spielmodi etc. sind vollkommen eigenständig - und auch noch richtig gut gelungen. Das, was ich an den großen Versionen vermisst habe, bekomme ich hier geboten: ein offeneres Leveldesign mit alternativen Routen - endlich darf ich auch selbst mal nach möglichen Lösungen für das Weiterkommen suchen und muss nicht den vorgegebenen Wegen strikt folgen! Endlich verzaubert mich die Kulisse mit prächtigen Farben und tollem Leveldesign! Endlich serviert man mir die gewünschten Highlights! Und vor allem wird das Gameplay hier nicht zur Routine, wie es bei den HD-Versionen der Fall ist. Trotz allem wäre hier sogar noch viel mehr drin gewesen, wenn Ubisoft Quebec an so manchen Aspekten noch ein wenig gearbeitet hätte. Das Kampfsystem ist auch auf der Wii erschreckend träge und öde, die Geschichte wird belanglos erzählt und der Schwierigkeitsgrad ist für erfahrenere Spieler einfach zu niedrig. Auch die Spielzeit hätte ein wenig länger ausfallen können. Doch trotz dieser Macken ist der Wii-Prinz ein empfehlenswertes und unterhaltsames Abenteuer - warum man dem Titel aber den gleichen Namen gibt wie den HD-Versionen, ist und bleibt mir schleierhaft ...

Schade, dass unnötige Macken wie die schwache Story, der mangelnde Anspruch und das Kampfsystem den Spielspaß ausbremsen - dennoch macht der orientalische Prinz auf Wii die beste Figur.


Besonders gut finde ich ...
  • gänzlich frischer, wii-exklusiver Ableger
  • bezaubernde orientalische Kulisse
  • viele kreative Ideen, coole Sandkräfte
  • offenes Leveldesign mit Alternativwegen
  • sehr gute Steuerung (fast) ohne Fuchteln
  • abwechslungsreiches Gameplay
  • stimmige Musik, gute dt. Synchronisation


Nicht so optimal ...
  • recht niedriger Schwierigkeitsgrad
  • sehr schwaches Kampfsystem
  • belanglos erzählte Story

 Testsystem:  Wii
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1 Kommentar(e):

 





#1
Geschrieben am 13. Juli 2010 um 15:20 Uhr

Fetzig meint ...

ich habe schon beim release ein auge auf den titel geworfen, denke aber das ich mir dieses spiel dann doch eher kaufen werde, wenn es für kleines geld erhältlich ist.
interessiert bleibe ich aber, vor allemn weil das spiel im co-op spielbar ist (der zweite spieler kann, ähnlich wie bei mario galaxy, gegner festhalten und es dem hauptspieler ein bißchen vereinfachen).


          



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