Genre: Rennspiel  
Entwickler: EA Black Box  Publisher: Electronic Arts
Plattform(en):  PC

Release: 20.07.2010
Jetzt kaufen: Amazon.de | Steam

Community: 1 User spielt es. 1 User hat es.

 





Need for Speed WORLD - Preview

Beta-Check: Was taugt der Need for Speed Onlineableger?

Geschrieben von Haschbeutel am 10. Juli 2010 um 13:01 Uhr


Eine Beta ist immer was tolles, denn sie kostet nichts und gibt schon früh einen Einblick in ein Spiel, das unter Umständen erst in einigen Wochen oder gar Monaten erscheint. Zwar gibt es hier und da noch Bugs und Schönheitsfehler, aber in Zeiten von halbfertigen oder unspielbaren Verkaufsversionen schreckt den wahren Spieler eigentlich kaum noch was ab. Vor einiger Zeit ist die Beta zu Need for Speed WORLD online gegangen - eine Art MMO im Need for Speed Universum. Wie sich der Titel spielt und ob man ein Racing-MMO wirklich braucht? Das verrate ich euch im ganzen Artikel...

Need for Speed ist tot. Lang lebe Need for Speed.
Mit diesen Worten begann vor mehr als einem Jahr ein Artikel über Need for Speed von Kollegen Kith. Nachdem EA verkündet hatte, das Franchise erst einmal ruhen zu lassen, wurden binnen kurzer Zeit vier neue Titel aus dem Boden gestampft: Need for Speed: Nitro für die Wii, das wirklich gelungene, aber serienfremde Need for Speed: Shift und das just angekündigte und von uns heiß erwartete Need for Speed: Hot Pursuit. Der vierte Titel im Bunde ist Need for Speed WORLD und entführt den Spieler in eine virtuelle Stadt, in der prinzipiell nur Racer leben.

Der Start könnte typischer nicht sein. Name aussuchen, Profilbild festlegen, eines von drei grottig-lahmen Autos auswählen und ab auf die Piste! Need for Speed WORLD fühlt sich von der ersten Minute an, wie (fast) jedes andere Need for Speed auch. Nach diesem traditionellen Prozedere startet das eigentliche Spiel. Ich startet in einer Seitengasse und bekomme einen kalten Schauer, der mir über den Nacken läuft. Warum, verrate ich euch später. Ein Tutorial-Popup-Fenster erklärt mir, was ich jetzt wie, wo und warum tun muss und zeigt, wie das Interface funktioniert. Das alles ist sehr gut gemacht und verständlich, auch wenn es prinzipiell nicht wirklich viel zu verstehen gibt - was will man beim rumfahren schon großartig falsch machen, zumal es eh keine Passanten gibt, die ich überfahren kann.



Die Tastatur, mein Freund und Helfer
Wo wir gerade vom (r)umfahren sprechen. Gesteuert wird mit der Tastatur oder natürlich auch wahlweise mit Gamepad und/oder Lenkrad, wobei ein Lenkrad in diesem Fall weniger zu empfehlen ist. Warum? Nun, das Spiel steuert sich sehr arcademäßig. Mit WASD lenkt, beschleunigt und bremst ihr das Auto, Leertaste ist Handbremse, mit den Tasten 1-4 könnt ihr eure Specials zünden. Da die Steuerung recht gut reagiert, funktioniert das Spielen mit der Tastatur erstaunlich gut. Die Specials könnt ihr, je nachdem was für ein Renntyp gerade stattfindet, individuell in eurer Garage dem Rennen entsprechend anpassen. Wer also gerade einfach nur in der Stadt herumfährt, nimmt beispielsweise Nitro mit und Radar für die Cops; wer gerade in einem Rundenrennen ist, stattet sich mit Schild und dem "Traffic-Magnet" aus. Damit wird ein Gegner zum Verkehrsmagneten und zieht neutrale Fahrzeuge an, die seine Fahrt deutlich erschweren. In der Garage könnt ihr natürlich nicht nur Powerups ausrüsten, sondern auch - und das dürfte das Wichtigste sein - euer Fahrzeug pimpen. Vinyls, Leistungsupgrades oder frische und auffällige Lackierungen - ich denke, jeder Need for Speed Spieler wird sich hier wohlfühlen und einige Stunden totschlagen können.

Übrigens - die Cops sind nicht nur schnödes Beiwerk, sondern haben mich in der Beta fast am meisten unterhalten. Nach 14 Minuten und 20 Sekunden schweißtreibender Verfolgungsjagd und Adrenalin fördernder Musikuntermalung braucht man erstmal ein kühles Getränk zum runterkommen - und natürlich einen Pursuit Breaker, der einem die Cops vom Leib hält.

Most Wanted und Carbon bekommen ein großes Kind...
Pursuit Breaker? Da war doch was. Genau! In Most Wanted fanden diese Polizeistopper zum ersten Mal ihren Einsatz. An bestimmten Stellen im Spiel konnte man Gegenstände, wie zum Beispiel rießige Donut-Werbetafeln zum Einsturz bringen, die anrückende Streifenwagen unter sich begruben. Doch nicht nur dieses Element ist aus Monst Wanted geliehen. Bereits nach den ersten Runden in der Stadt werdet ihr haufenweise Déjà-vus haben, denn das 240km lange Straßennetz setzt sich aus Teilen bekannter Need for Speed Ableger zusammen; überwiegend haben sich die Entwickler bei Most Wanted und Carbon bedient. Zwar habe ich Carbon nie gespielt, aber dafür Most Wanted umso mehr, weshalb ich mich auch recht fix wieder an viele Abkürzungen, Pursuit Breaker und Schlupflöcher erinnert habe.

Auch das Rennsystem ist recht großzügig entliehen. Ihr könnt frei durch die Stadt fahren und werdet an manchen Stellen Eventpunkte finden, wo ihr euch für ein Rennen einschreiben könnt. Wenn genug Spieler zusammengekommen sind, werdet ihr in eine Lobby geschmissen und das Rennen beginnt. Nach dem Rennen könnt ihr noch "Karten" aufdecken, die je nach eurer Platzierung unterschiedlich gute Boni, wie zusätzliche Dollar oder XP, ausspucken. XP? Natürlich! Kein MMO ohne Levelsystem. Mit jedem gefahrenen Rennen, gewonnen Kampf gegen die Cops oder sonstigen Aktionen könnt ihr in eurem Rang aufsteigen und Attributpunkte verteilen. So könnt ihr euren Kickstart verbessern, eure Driftzeit oder auch mehr Geld am Ende eines Rennens kassieren. Wenn ihr einen Rang aufsteigt, schaltet ihr auch mehr Teile der Stadt frei, bekommt frische Vinyls, bessere Lackierungen und natürlich auch schnellere Autos. Mit den Dollars könnt ihr Specials kaufen, denn Nitro und Konsorten sind limitiert. Wenn kein Nitro mehr vorhanden ist, müsst ihr entweder nach einem Rennen Glück beim Karten aufdecken haben, oder in eurer Garage für gewonnene Dollar nachrüsten.

Ihr habt den Braten jetzt wohl schon gerochen - die virtuellen Dollar sind fix aufgebraucht und wollen natürlich auch immer wieder aufgefüllt werden. So ist es nur logisch, dass ihr virtuelle Dollar auch gegen hart verdientes Bargeld eintauschen könnt. Free-to-p(l)ay eben.



Technisch pfui und irgendwie auch sonst nicht so ganz rund
Anfangs schrieb ich von einem kalten Schauer, der mir den Nacken runterlief. Das lag daran, dass Need for Speed WORLD - gelinde gesagt - grausig aussieht. Natürlich ist es ein Free-to-play Titel, aber gemessen an heutigen Standards bekommt man selbst auf maximalen Details noch Tränen in die Augen. Aber da Grafik ja nicht alles ist, wäre der nächste Stützpfeiler die Technik, doch auch hier gibt es massig Abstriche. Die ganze Welt ist im Prinzip eine große Lobby, das heißt, dass im Idealfall mehrere drölfzillionen Autos in den Straßen unterwegs sind. Damit es nicht zu unnötigen Staus kommt, gibt es während der "freien Fahrt" keine Kollisionen, das bedeutet, ihr fahrt nur in der Gegend herum, damit man euer Auto sieht. Kollisionen gibt es nur in den Rennen selbst. Entsprechend gibt es auch ein Schadensmodell, welches allerdings recht spärlich ausfällt und auch sonst keine Auswirkungen auf das Fahren hat. Die meisten Karren außerhalb eines Rennens trifft man an den genannten Eventpoints, an die man fahrena kann. Man kann diese aber auch über die Karte direkt ansteuern und sich hin teleportieren lassen, bzw. sich auch von außerhalb für das Rennen einschreiben lassen. Spätestens nach 4-5 Rennen ist das dann auch die gängigste Methode, ein Rennen zu finden. Außerdem könnt ihr am Anfang noch Singleplayer-Rennen fahren, damit euch die menschlichen Gegner nicht sofort in Grund und Boden stampfen und ihr das Spiel erst einmal kennen lernen könnt.

Leider machen die Singleplayer-Rennen neben den Polizeiverfolgungen am meisten Spaß, denn ein großes Problem hat NfS WORLD leider - die Serverperformance. Ständig ruckelt und zuckelt es, ein Rennen mit acht Spielern ist im schlimmsten Fall eine Diashow, wo man Positionen der Gegner nur erahnen kann, da hier immense Latenzprobleme herrschen. Da wird man an die Wand gedrückt und weiß nicht wieso, bis man sieht, dass vor einem eigentlich ein Gegner fährt - kein Wunder, dass ich nach einigen Rennen lieber die "offline" Variante gespielt habe.

Prinzipiell stelle ich mir die Frage, wen genau Need for Speed WORLD eigentlich ansprechen will. Ehrlich gesagt ist der Titel für mich ein Most Wanted mit dauerhafter Onlinefunktion. Das Streckennetz ist fast identisch, das Spielprinzip ebenfalls. Hochleveln, Auto tunen und sich mit den Cops messen. Danach wieder einige Rennen fahren - entweder im Singleplayer gegen Bots oder gegen richtige Mitfahrer. Das Problem ist, dass ich genau das Gleiche auch in Need for Speed: Most Wanted haben kann, welches dafür technisch ausgereifter ist und optisch um Welten vor WORLD liegt - von dem kommenden Hot Pursuit, wo man auch noch selbst Cops spielen darf, fange ich gar nicht erst an. Und ein MMO spielen, nur damit ich die grafische Lobby gegen ein frei befahrbares Straßennetz eintauschen und die Autos meiner Konkurrenten sehen kann, was dafür auf Kosten von Technik und Grafik geht? Hm. Definitiv nicht meins.


Links:




Haschbeutel schrieb am 10. Juli 2010
Vielleicht bin ich die falsche Zielgruppe für Need for Speed WORLD, aber so ganz kapiere ich den Sinn hinter dem MMO-Ableger nicht. Das einzige, was das Spiel aus meinen Augen besser macht, als z.B. Most Wanted oder das kommende Hot Pursuit ist das Level-System mit der Möglichkeit, neue Fertigkeiten freizuschalten, sowie das gigantische Straßennetz und die Chance, seine Mitspieler und ihre Autos zu sehen. Dafür gibt es Abstriche in der Performance, der Grafik und dem Spielspaß - und zwar deutliche. Während ersteres noch auf den Betastatus geschoben werden kann, wird sich an der grafischen Oberfläche wohl nicht viel ändern. Klar, der Titel wird umsonst sein, sich von Micropayment finanzieren und auch sicher seine Zielgruppe finden - ich gehöre jedenfalls definitiv nicht dazu. Need for Speed WORLD wird wieder von meiner Platte verschwinden und dafür Platz machen für brachiale Cop-Action und grafische Pracht auf meinem Monitor. Da verzichte ich auch gern auf die frei befahrbare Lobby Spielwelt. Und den Rest bekomme ich auch mit einem vernünftigen Multiplayermodus.


 Testsystem:  PC








1 Kommentar(e):
und folgenden Usern gefällt der Beitrag: Haschbeutel, ... und einem Gast.

 





#1
Geschrieben am 11. Juli 2010 um 22:07 Uhr

Tim meint ...

Schade, dass es nicht so toll ist, aber der Fokus liegt bei Need for Speed ja sowieso auf den großen Titeln - und auf Hot Pursuit freue ich mich wirklich sehr. Schließlich habe ich die anderen beiden geliebt ..

Trotzdem ein schöner Artikel  


          



Kommentar verfassen:


NAME*:

EMAiL*: (WiRD NiCHT ANGEZEiGT)

EiGENE HOMEPAGE: (OPTiONAL)

TWiTTERNAME: (OPTiONAL)


DEiN KOMMENTAR*:
                           


BEi WEiTEREN KOMMENTAREN ZU DiESEM ARTiKEL BENACHRiCHTiGEN?
 JA, PER EMAiL.
 JA, PER TWiTTER - DiREKTNACHRiCHT
Du musst PRESSAKEY auf Twitter folgen, damit wir dir Direktnachrichten senden können.


ANTiSPAM*: 
(entfällt bei Registrierung)





     


* = PLiCHTFELDER