Genre:MMORPG  
Entwickler:Blizzard Entertainment  Publisher: Blizzard Entertainment
Plattform(en):PC, Mac

Release:07.12.2010

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World of Warcraft: Cataclysm - Preview

Verjüngungskur für Blizzards MMORPG-Riesen (Teil 1)

Geschrieben von Chris am 7. September 2010 um 20:07 Uhr


World of Warcraft soll voraussichtlich noch dieses Jahr seine dritte und bisher umfangreichste Erweiterung erhalten. Neben den neuen Zonen, Fähigkeiten, Talenten, Instanzen und Monstern, die man von einer MMO-Erweiterung schon fast selbstverständlich erwartet, plant Blizzard auch eine umfangreiche Überarbeitung der klassischen Gebiete. Erste Eindrücke davon, wie Blizzard das alles bewerkstelligen will, bietet der laufende Betatest der Erweiterung.


Weiter auf Wachstum
World of Warcraft ist mit mehr als 11,5 Millionen Abonnements ein absolutes Phänomen und setzt schon lange sämtliche Messlatten im Massive-Multiplayer-Online Genre. Seit mehr als fünf Jahren wächst das Spiel schon, während die Konkurrenz in der Regel bereits nach ein bis zwei Jahren mit sinkenden Abonnentenzahlen zu kämpfen hat. Damit das auch so bleibt, hat sich Blizzard für die dritte Erweiterung besonders viel vorgenommen. Diese soll nicht nur - wie gewohnt - neue Inhalte für hochstufige Charaktere bieten, sondern auch sämtliche Gebiete und Inhalte von Level 1 bis Level 60 generalüberholen. Die sind teilweise immerhin bis zu 5 oder sogar 6 Jahre alt und wirken im Vergleich - etwa zur letzten Erweiterung - mehr als nur angestaubt. Das stört zwar die wenigsten Veteranen, bleibt für Blizzard aber problematisch. Schließlich sind es gerade diese Gebiete mit denen sich potentielle Kunden in der 14 tägigen Testversion einen ersten Eindruck verschaffen. Ein Problem, das mit Cataclysm aus der Welt geschafft werden soll.

Das erscheint durchaus realistisch, denn die bisher spielbaren Teile von Kalimdor und den östlichen Königreichen können durchaus überzeugen und haben spürbar an Qualität gewonnen. Was Cataclysm bisher im Bereich von Level 1 bis Level 60 bietet, knüpft nahtlos an das hohe Niveau der Wrath of the Lich King Zonen an und ist durch Blizzards Phasing-Technologie, bei der sich Zonen für einzelne Spieler je nach Questfortschritt verändern können, hervorragendem Questdesign und einer deutlicheren Einbindung in die übergeordnete Handlung den bisherigen klassischen Gebieten um Welten voraus. Das gilt durchaus auch für die neuen Gebiete der beiden neuen Rassen, den Goblins und Worgen. Gerade das Königreich Gilneas, das als Startgebiet der Worgen dient, kann optisch und inhaltlich absolut überzeugen. Ob Blizzard dieses enorme Niveau in allen überarbeiteten und neuen Gebieten halten kann, lässt sich bisher noch nicht mit Bestimmtheit sagen.


World of Warcraft: Cataclysm



Kampf dem Talentwald
Aber auch für Veteranen soll World of Warcraft zugänglicher werden. Dazu wird unter anderem das Standard-Interface überarbeitet und mit einigen nützlichen Funktionen erweitert, die größtenteils aus von Spielern erstellen Addons übernommen werden. Das war beim fünf Jahre alten Interface zwar längst fällig, sollte aber nur wenige Spieler bekehren, die bisher auf von Spielern erstellte Addons setzten. Weiterhin wird das Talent und Fähigkeitensystem von Blizzard gründlich entschlackt. Während alle Klassen - wie bereits in den beiden vorherigen Erweiterungen - ein paar neue Fähigkeiten dazu gewinnen, werden klassenübergreifend im großen Stil Fähigkeiten entfernt oder miteinander verschmolzen. So verlieren Schamanen ihre Fähigkeit Gifte zu entfernen, Paladine haben ab sofort nur noch zwei Segen, da der Effekt von Segen der Weisheit dem Segen der Macht hinzugefügt wird und Jäger greifen gleich auf eine komplett neue Ressourcen-Mechanik zurück. Die Veränderungen gehen hier deutlich tiefer, als in den beiden vorherigen Erweiterungen zusammen und einige Klassen präsentieren sich schon in dieser frühen Phase der Beta mit einem grundlegend veränderten Spielgefühl.

Passend dazu werden alle Talentbäume komplett überarbeitet und deutlich zurechtgestutzt. Viele der obligatorischen passiven Talente wie prozentuale Schadensboni werden aus den Bäumen entfernt und in Zukunft bei der Wahl der Spezialisierung automatisch vergeben. Ein Feuermagier erhält beispielsweise mit Cataclysm immer einen 20% Bonus auf Feuerschaden, egal welche Talente er wählt. Ziel ist es, die Talentbäume verständlicher und zielgerichteter zu gestalten, aber auch die natürlich entstandenen "Pflichttalente" für einzelne Spezialisierungen zu entfernen und für mehr Flexibilität zu sorgen. Letzteres ist bisher allerdings eher mäßig gelungen, da in den gekürzten Talentbäumen der Erweiterungen kaum mehr ernsthafte Alternativen bestehen. Wer das Optimum aus seinem Charakter herausholen will, ist bei der Wahl der Talente weiterhin sehr eingeschränkt. Trotzdem dürfte sich die Neustrukturierung der Talentbäume langfristig als gute Idee herausstellen, denn spielerisch geht nichts verloren - ein Großteil der entfernten Talente wird als passive Boni in entsprechende Klassen und Spezialisierungen eingebaut. Allerdings wirken alle Talentbäume weitaus durchdachter und weniger überladen.


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Schlankheitswahn in Azeroth
Ändern wird sich auch das Glyphensystem: Die zwei Glyphenarten aus Wrath of the Lich King werden auf drei aufgestockt, von denen Spieler weiterhin jeweils drei Exemplare verwenden können. Diese sollen sich dann je nach Glyphenart mehr oder weniger stark auf Kampfähigkeiten auswirken. Die neuen Prime-Glyphen sollen dabei eindeutige Verbesserungen wie zum Beispiel eine höhere Chance auf kritische Treffer für bestimmte Fähigkeiten bieten, während Major-Glyphen eher auf indirekte Verbesserungen ausgelegt sind und Minor-Glyphen nur für geringfügige Vorteile oder optische Individualisierungen gut sind. Mit Cataclysm müssen Glyphen außerdem nur einmalig erlernt werden und können anschließend in einem hübschen neuen Interface jederzeit miteinander ausgetauscht werden. Insgesamt dürfte das bisher eher kontraintuitive Glyphensystem also deutlich eingänglicher und dynamischer werden.

Auch bei den Gegenständen und ihren Boni setzt Blizzard auf eine Schlankheitskur. Einige sekundäre Boni wie Rüstungsdurchschlag und Manaregeneration gehören der Vergangenheit an. In Zukunft möchte man sich mehr auf die Grundwerte Stärke, Intelligenz, Ausdauer, Beweglichkeit und Willenskraft konzentrieren. So wird die Manaregeneration in Cataclysm lediglich von der Willenskraft des Charakters abhängen. Wie schon bei vergangenen Änderungen, werden damit indirekt Klassen, die sich eine Aufgabe bzw. Rolle teilen, im Bezug auf ihre Gegenstands-Vorlieben aneinander angepasst - beispielsweise setzen mit Cataclysm alle Heiler auf Willenskraft, um ihre Manaregeneration zu erhöhen. Das Ganze führt zwar zu schlankeren "Loottables" und damit zu deutlich weniger Frustpotential bei der Jagd nach der besten Ausrüstung, schränkt aber sowohl die Varietät in Sachen Ausrüstung als auch die noch bestehenden Unterschiede zwischen den einzelnen Klassen ein. Ein Tausch, der nicht unbedingt bei allen Spielern auf Zustimmung stoßen dürfte.


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Rückkehr zum Anspruch
Blizzard hat sich den größten Kritikpunkt an Wrath of the Lich King zu Herzen genommen und verspricht - trotz der oben genannten Vereinfachungen und der erhöhten Einsteigerfreundlichkeit - den Anspruch für hochstufige Charaktere in Cataclysm wieder deutlich anzuheben. Und tatsächlich: Für erfolgreiche Instanzbesuche wird der koordinierte Einsatz von Massenkontrolle-Fähigkeiten wieder Pflicht. Größere Gegnergruppen lassen sich im hochstufigen Bereich nicht mehr per Flächenschaden mit Leichtigkeit aus dem Weg räumen. In den bisher spielbaren Instanzen für Gruppen von fünf Spielern ist Cataclysm bereits deutlich fordernder als Wrath of the Lich King. Auch in den neuen Gebieten für Charaktere von Stufe 80 bis 85 herrscht ein rauer Ton. Die gewöhnlichen Gegner und Questbosse, die sich dem Spieler auf dem Weg zu Stufe 85 in den Weg stellen, fallen relativ zum eigenen Charakter momentan deutlich stärker aus, als in allen vorherigen Versionen. Das mag zwar anspruchsvoller sein, ist bisher aber vor allem nervtötend. Wer nur ein paar Quests erledigen will, möchte in der Regel nicht alle paar Gegner um sein Leben kämpfen. In seiner aktuellen Form ist der Weg von Stufe 80 auf Stufe 85 noch deutlich zu frustrierend. Der extrem gestiegene Schwierigkeitsgrad lässt sich allerdings sicher auch auf die noch sehr wacklige Balance zurückführen. Immerhin arbeitet Blizzard bisher nach eigener Aussage ausschließlich an Konzepten und Mechaniken und noch nicht an Zahlen und Feintuning, was bei vielen Klassen dann auch zu absurd schwachen oder zu auch zu starken Fähigkeiten und Talenten führt.

Auch die neuen Gebiete für hochstufige Charaktere, Vashjir, Mount Hyial, Deepholme, Uldum und Twilight Highlands und die sechs neuen Instanzen sind zwar bereits spielbar aber bei weitem noch nicht fertig. Ein abschließendes Urteil ist hier kaum möglich. Dazu gibt es einfach noch zu viele Fehler und unfertige Stellen. Bisher machen aber alle einen soliden Eindruck und Blizzard dürfte hier die Qualität der bisherigen Erweiterungen halten können. Besonders die Bosskämpfe in den neuen Instanzen bieten mal wieder interessante Konzepte und beim erledigen der Questreihen in Vashjir und Mount Hyial stellt sich bereits ein sehr angenehmer Spielfluss ein. Etwas merkwürdig erscheint allerdings die geographische und thematische Zusammenhangslosigkeit der neuen Zonen. So wirkt das Ganze Aufgebot etwas zusammengewürfelt und lieblos miteinander verknüpft. Dafür bietet die Erweiterung mit Wüstenlandschaften, einer Unterwasserwelt, einer ganzen Zone unter der Erde und einigen eher klassischen Rollenspielgebieten viel Abwechslung.










Chris schrieb am 7. September 2010
Eines ist bereits jetzt klar: Mit Cataclysm dürfte World of Warcraft seine größten Veränderungen seit Erscheinen des Grundspiels durchmachen. Mit neuen Versionen der klassischen Zonen, den gewohnten Inhalten für hochstufige Charaktere, neuen Rassen und der kompletten Überarbeitung der Talent- und Glyphensysteme bleibt fast nichts unangetastet. Dazu sind einige Änderungen so tiefgehend, dass sich sogar plötzlich einige Klassen ganz anders spielen. Am Ende ist Cataclysm also kaum weniger, als eine komplette Sanierung des schwerfälligen Riesen. Das mag einige Fans zwar eher abschrecken, denn die werden hier vor vollendete Tatsachen gesetzt, war aber längst nötig. Immerhin hat sich auch bei der Konkurrenz in den letzten fünf Jahren einiges getan.

Für ein Spiel, das angeblich noch dieses Jahr erscheinen soll, wirkt Cataclysm aber noch ziemlich unfertig. Mit Feintuning und Balancing hat Blizzard noch gar nicht angefangen und viel Zeit bleibt nicht mehr. Da müssen die Kalifornier in den nächsten Wochen noch einmal alles geben.










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