Genre: Puzzle  
Entwickler: exkee  Publisher: Ubisoft
Plattform(en):  PC, PS3, Xbox360, Wii, PSP
Xbox Live Arcade, PlayStation Network, WiiWare

Release: 26.05.2010
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Voodoo Dice - Review

Alea iacta est - Ein Würfel kommt selten allein

Geschrieben von Khezul am 19. Juli 2010 um 19:56 Uhr


Geschicklichkeitsspielchen gibt es wie Sand am Meer, sei es auf dem heimischem Bildschirm, auf dem Handy oder gar auf dem im Supermarkt erstandenen Sudokublock. Warum entwickeln Leute dann ständig neue Knobeleien? Ganz einfach: Weil sie wenig kosten, dafür aber enormen Spaß machen können. Teilweise halten Independent Games sogar länger bei der Stange als ihre großen Retail-Brüder. Manchmal schwimmen sie aber einfach nur in der Durchschnittssoße wie tausend andere Spiele auch, denen der Durchbruch nicht gelingt. Voodoo Dice ist so ein Schwimmer, wenn auch einer der besseren.

Man mag mich jetzt für dumm verkaufen, aber ich kam bei Voodoo Dice schon im Hauptmenü nicht weiter. Ja, so ist das, wenn man von einem Spiel noch nicht viel gehört oder gesehen hat, sondern einfach das vom Chef zugeteilte Spiel installiert und abwartet, was auf einen zukommt. Und da Voodoo Dice ein Downloadspielchen ist, gibt es auch keine Spielanleitung, jedenfalls nicht in gedruckter Form. Also seh ich im Hauptmenü nun eine viereckige Fläche mit einigen Knöpfen und einem Würfel. Die Knöpfe tragen die Bezeichnungen „Optionen“, „Spiel Starten“ und so weiter, doch wie klicke ich sie an? Mit der Maus kann man nichts machen, und auch die typischen WASD-Tasten verrichten nicht ihre Arbeit. Die Pfeiltasten verhelfen mir dann schließlich aus der Misere; hätt ich‘s mir doch gleich denken können.




Das Eckige muss ins Eckige
„Warum textet uns der Redakteur jetzt mit seiner Unfähigkeit zu und kommt nicht zum Punkt?“, werdet ihr jetzt denken. Aber auch wenn es in Voodoo Dice, wie der Name schon sagt, um Würfel geht, ist das Knobelspiel eigentlich wie ein Pfeil: Es ist spielerisch ziemlich dünne und streckt sich auch noch ewig in die Länge. Aber eins nach dem anderen.

Voodoo Dice setzt eure Geschicklichkeit auf die Probe, verlangt euch aber auch einiges an Logik und Geduld, aber vor allem Durchhaltevermögen ab. Ihr steuert einen sechsseitigen Würfel durch eine mit unterschiedlichen Hindernissen gespickte Spielwelt. Euer Ziel: Einen markierten Punkt auf der Karte erreichen. Während ihr anfangs nur einige Schalter betätigen müsst, werden schon recht bald eure Rechenkünste erprobt. Andere statische Würfel verschwinden nur, wenn ihr mit gleicher Augenzahl neben ihnen „parkt“. Statuen lassen sich verschieben und dienen entweder als Hilfe oder Blockade. Während ihr euch normalerweise recht frei bewegen könnt, weisen euch Förderbänder den Weg und erschweren somit das Vorankommen in die richtige Richtung. Als kleines Hilfsmittelchen haben die Entwickler glücklicherweise eine Vogelperspektive eingebaut, in der ihr in aller Ruhe die Spielwelt inspizieren könnt, um weitere Schritte zu planen.



Versuch, Fehler, Neustart
Moment, sagte ich etwa „in aller Ruhe“? Im Prinzip nein, denn während der zahlreichen Level tickt stetig die Zeit, das Spiel bestraft euch aber auch nicht, wenn ihr länger braucht. Sowieso spielt es keine Rolle, ob ihr die vorgeschlagene Bestzeit unterbietet - eine Belohnung in Form von Trophäen oder Ähnlichem gibt es nicht. Stattdessen erhaltet ihr nach dem Abschließen einer Stufe einen Kristallsplitter. Habt ihr eine festgelegte Anzahl derer gesammelt, könnt ihr auf der Weltkarte voranschreiten und neue Level oder gar Welten betreten.

Der Schwierigkeitsgrad zieht schon sehr bald merklich an. Dabei verzeiht Voodoo Dice keine Fehler. Habt ihr zig Statuen durch allerhand Teleportsteine gewürfelt und euch am Ende des Levels den Weg verbaut, war alle Arbeit umsonst - jetzt hilft nur noch der Neustart. Zwischenspeichern ist nicht möglich. Hinzu kommen lästige Zeitlimits und teils unübersichtliche Ebenen; da helfen auch die vier Kameraperspektiven nichts. Lobenswert ist die Fülle an Herausforderungen: Neben den bereits genannten Hindernissen trefft ihr zum Beispiel später auf einen Magnetwürfel, der sich an euch anheftet und beim Überqueren von Abgründen hilft. Das simple Spielprinzip will aber im Endeffekt doch nicht so richtig zünden, wohl auch, weil wegen der uninspirierten, mauen Grafik nicht so recht der Funke überspringen will. So unterscheiden sich verschiedenen Welten beispielsweise kaum, auch fehlt es dem Setting an Höhepunkten. Hinzu kommt ein hoher Schwierigkeitsgrad, der euch schon in der ersten Spielwelt die Zähne ausbeißen lässt. Ich jedenfalls kam schon im 11. Level nicht weiter - genau wie im Hauptmenü damals.






Khezul schrieb am 19. Juli 2010
Voodoo Dice ist ein relativ hartes Knobelspiel mit einer netten Grundidee, dem Spiel fehlt es aber an Eigenheit und Feinschliff - und an einer schicken Optik. Denn so leicht der Einstieg auch sein mag, so fordernd wird das Spiel mit jedem weiteren Level. Und im Endeffekt werde ich für diese harte Arbeit nicht einmal belohnt: Keine Erfolge oder Trophäen, keine freispielbaren Extras oder Figuren - nichts. Versteht mich nicht falsch: Für Voodoo Dice braucht man keinen Abschluss in Physik oder Statik, aber Nerven aus Stahl und Durchhaltevermögen. Wer sich mit den Eigenheiten des Titels arrangiert hat und nicht aufs polygonarme Grafikgerüst schaut, darf gerne (mit der Xbox 360-Demo) Probespielen. Wer jedoch beim Würfeln kein Glück hat, wird auch bei Voodo Dice nicht weit kommen.


Besonders gut finde ich ...
  • enorm viele Level
  • zahlreiche Herausforderungen
  • einfaches Spielprinzip
  • spaßiger Mehrspieler-Modus


Nicht so optimal ...
  • enorm steile Lernkurve
  • oft Frustmomente, Sackgassen
  • schwache Optik
  • keine Spielhilfen
  • kaum Motivation, keine Belohnungen
  • auf Dauer monoton

 Testsystem:  PC
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