Genre:Action  
Entwickler:Disney Interactive Studios 
Publisher:Disney Interactive Studios
Plattform(en):PC, PS3, Xbox360, Wii, NDS, PSP

Release:12.07.2010

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Toy Story 3 - Review

Woody, Buzz und Co. auf dem Spielplatz

Geschrieben von Khezul am 28. Juli 2010 um 20:42 Uhr


Wer hätte das gedacht - da kommt nach über zehn Jahren doch noch der dritte Teil zur enorm erfolgreichen Toy Story-Serie. Und wo ein neuer Kinofilm ist, kann die dazugehörige Videospielversoftung nicht weit sein - schon gar nicht bei Disney PIXAR. Und auch Toy Story 3 erfindet das Rad nicht neu, sondern bietet mehr vom Alten. Im Prinzip ist das nichts Schlimmes, aber Lizenzumsetzungen großer Filmprojekte sorgen seit jeher für ein ungutes Gefühl in der Magengegend. Braucht ihr auch bei Toy Story 3 eine Schmerztablette?

Videospielumsetzungen teurer Leinwandproduktionen sind den menschlichen Pickeln gar nicht so unähnlich. Beide werden verflucht, noch bevor sie erscheinen - und auch Toy Story 3 wird wohl zu Beginn mit Skepsis betrachtet, versteckt sich hinter der silbernen Spielscheibe doch mit Sicherheit nur ein lauwarmer Aufguss veralterter Spielelemente, verpackt im knallbunten Gewand der Filmvorlage. Selten haben Videospiele, die einer Serie oder einem Film nachempfunden wurden, die Käuferschicht überzeugt. Bei Toy Story 3 liegt es natürlich nahe, sowieso nur die jüngeren Zocker anzusprechen - aber das Spiel schafft es auf überraschende Weise, sogar alteingesessene Veteranen vor die Mattscheibe zu locken!

Grand Theft Ponny
Das neuste Werk aus dem Hause PIXAR bestätigt beim Einlegen der Spieledisc genau den oben beschriebenen Eindruck der innovationslosen Umsetzung für die Konsolen. Dabei kann es euch aber passieren, dass ihr beim Spielen das „wahre“ Abenteuer gar nicht bemerkt und somit eine Menge Spielspaß verpasst. Denn neben der bereits angesprochenen Möglichkeit, die Story des Films auf kompakte, aber recht anspruchslose Weise nachspielen zu dürfen, verbirgt sich hinter Woodys Roundup ein enorm umfangreicher Sandkasten-Modus. Eigentlich als nette Dreingabe der Entwickler gedacht, fesselt euch Woodys Roundup schon bald mit magnetischer Anziehungskraft vor der Mattscheibe mit der Absicht, euch stundenlang nicht mehr loszulassen. Denn hinter der passenden Bezeichnung erwartet euch eine riesige Plastikstadt in den Canyons, die von euch erkundet, bebaut und befahren, aber auch belebt und beklettert, sowie zum Leben erweckt werden will. Roodys Roundup ist sozusagen die Haupstadt der Spielzeugwelt, in der ihr euch frei entfalten könnt und jede Menge zu erledigen, aber auch zu lachen habt.



Das leblose Örtchen hat zu Beginn eurer Karriere als Sheriff nicht viel zu bieten: Trostlos verlassene Gebäude, deren heruntergekommene Fassade nicht einmal Holzwürmer anlockt, gähnen euch gerade zu an. Eure Aufgabe: Die Plastikspielwelt wieder auf Fordermann bringen, mit Leben füllen und die Dorfbewohner zufrieden stellen. So beginnt ihr langsam, die unbeeindruckenden Gebäude mit neuen Anstrichen und zusätzlicher Dekoration wieder bewohnbar zu machen. Hamm das Sparschwein, der Bürgermeister dieses Kleinods, gibt euch in klassischer GTA-Manier die ersten Aufträge, für deren Belohnung es goldene Taler und andere Extras hagelt. Überhaupt füllt sich die Stadt recht schnell durch euer Zutun, leblose Trümmer weichen quicklebendigen Knuddelmännchen (und Aliens) und Blumen sprießen am Wegesrand. Selbstverständlich müsst ihr während eurer Arbeit nicht auf bekannte Filmfiguren verzichten - beinahe alle Charaktere haben es ins Spiel geschafft und gehen ihrem Tagesablauf nach. So trefft ihr beispielsweise auf Porzelinchen, die sich später um die Schulkinder kümmert, oder Slinky Dog, der eine Farm betreibt. Auf der Spielerseite stehen hingegen Buzz, Woody und Jessie zur Verfügung, mit denen ihr die Spielzeugwelt (un)sicher machen könnt.

Spielzeug für Jedermann
Durch den Sandkasten-Modus versetzt euch Toy Story 3 mit seinem charmanten Spiel- und Erkundungsdrang einige Jahre in eure Kindheit zurück, vorausgesetzt, ihr seid bereits dem Kindesalter entwachsen. Des Öfteren werdet ihr euch dabei ertappen, wie ihr in Erinnerungen schwelgt und an Zeiten denkt, in denen ihr selber noch mit Stoffpüppchen oder Plastiksportwagen durch die Kinderstube getollt seid, um eurer Freude freien Lauf zu lassen. Denn das könnt ihr in Woodys Roundup jederzeit! Im virtuellen Spielzeugland kommt ihr von einem Auftrag zum nächsten, erledigt hier und dort etwas und ertappt euch ständig dabei, dass ihr noch etwas vergessenes erledigen müsst. Beispiel gefällig? Mittels Spitzhacke im Gepäck sollt ihr die umliegenden Goldhäufchen ihrem Erz berauben, stoßt auf dem Weg zu den einzelnen Goldvorkommen aber auf ein kleines Mädchen, welches einen Auftrag für euch hat. „Hm, das liegt auf dem Weg - geht klar!“, heißt es da - und schwupps befindet sich ein Eintrag mehr in eurem Missionsverzeichnis.



Wenige Meter weiter erspäht ihr einen grünen Army-Man-Soldier auf dem Dach eines zuvor gebauten Gebäudes, mit dem ihr kleinere Fallschirmspielchen absolvieren könnt. Im Sprung mit dem eifrigen Soldaten seht ihr in der Ferne einen weiteren Questgeber und so weiter - es gibt an jeder Ecke etwas zu entdecken. Übrigens könnt ihr alle freigeschalteten Belohnungen, wie zusätzliche Bewohnerfigürchen, Shops und Gebäude im Spielzeuggeschäft kaufen. Der gewünschte Artikel wird dann postwendend mit der Kutsche geliefert, denn auch der Spielwitz kommt bei Toy Story nicht zu kurz, sondern bedient sich dem Slapstick-Humor der Filmvorlage.

Ein weiterer Beweis für die lustigen Momente dieses Titels: Die kleinen umherlaufenden Männlein könnt ihr im Nachhinein sogar mittels Tritt in das jeweilige Geschäft frisieren und einkleiden. Im späteren Spielverlauf gelangt ihr nämlich nicht nur an einen Bilderkoffer, der euch einige Anreize gibt, in welche Klamotten ihr die Dorfbewohner steckt, sondern auch an eine Kamera, um von euren Erlebnissen einen Schnappschuss zu machen. Natürlich habe ich hier nur einen Bruchteil der verfügbaren Extras aufgezählt, die euch in den unendlich erscheinenden Spielstunden von Toy Story 3 in die Hände fallen werden. Nur so viel: Es erwartet euch unter Anderem sogar eine Gel-spritzende Maschine, mit denen ihr Personen oder fahrbare Untersätze aufblähen oder schrumpfen könnt - ein netter Nebeneffekt, der trotzdem für eine Fülle von Rätseln zum Einsatz kommt.

Groß, größer, Toy Story
Fahrzeuge sind auch das richtige Stichwort, denn was wäre ein Spieleparadies ohne Gefährt? Auch in Woodys Roundup gelangt ihr mit dem Pferd recht schnell an eure erste Reisemöglichkeit. Später könnt ihr für teuer Geld sogar einige polierte Sportwagen erstehen, mit denen ihr die in der Spielwelt integrierten Rennstrecken und Erlebnisparks unsicher machen könnt. Diese verstecken sich ebenso wie zahlreiche weitere Areale hinter Zäunen, verschlossenen Türen oder verschütteten Felsen - mit der Zeit schaltet ihr immer weitere Gebiete der enorm umfangreichen Welt frei.

So groß sich die Spielwelt auch erstreckt, so einsteigerfreundlich nimmt man euch zu Beginn an die Hand. Da die meisten Gebiete wie bereits angesprochen unter Verschluss gehalten werden, konzentriert ihr euch jedes Mal bei euren Aufträgen auf ein bestimmtes Gebiet - die restlichen erkundet ihr zu gegebener Zeit. Doch Toy Story 3 ist nicht nur etwas für Einsteiger. Auch wenn die meisten Aufgaben eher anspruchsloser Natur sind, kommen hin und wieder selbst langjährige Zocker ins Schwitzen. Damit sich die gelegentlichen Frustmomente aber in Grenzen halten, haben die Entwickler neben fairen Checkpoints und einer quasi unsterblichen Hauptfigur auch einen Kompass eingebaut, damit ihr stets auf Knopfdruck wisst, wo es weiter geht. Trotzdem möchten wir an dieser Stelle darauf hinweisen, dass das Spiel in keiner seiner Disziplinen das volle Potenzial ausschöpft. Stattdessen wirkt alles wie gewollt, aber nur halb gekonnt, was kleine Kinder aber nicht stören dürfte, da sich sogar Erwachsene nur schwer der knuddeligen Anziehungskraft entziehen können.



Wer wirklich alle Dorfbewohner zufrieden stellen, die gesamte Stadt vor Dieben und Hinterhälten säubern und alle Nebenaufgaben, Rennen und Spaßaufgaben erledigen will, dürfte tagelang beschäftigt sein. Als zusätzliche Motivation sind in der gesamten Plastikspielwelt immer wieder kleinere Container versteckt, die Anziehsachen und Farbfassaden beinhalten, um sein Dorf noch weiter zu verschönern.

Kunterbuntes Spielzeugland
Man bedenke: Beinahe der gesamte Artikel bezog sich nun auf den charmanten Freie-Welt-Modus, der eigentlich nur als Bonus von den Entwicklern eingebaut wurde. Verlieren wir aber der Fairness halber noch einige Worte über das Hauptspiel. Hier erwartet euch wenig überraschend gewohnte Standardkost. Ihr folgt der recht kurz gehaltenen Haupthandlung des Films, mehr als Springen, Gegner umkloppen und über Hindernisse springen dürft ihr allerdings nicht erwarten. Leider kommen die unterschiedlichen Fähigkeiten der verschiedenen Charaktere erst in der zweiten Spielhälfte zum Zug, insgesamt aber trotzdem zu selten. Um den Sammlertrieb zu wecken, sind ebenso wie in Woodys Roundup an jeder Ecke diverse Extras versteckt, die ihr anschließend im Spielzeugladen freischalten könnt. Wer als Elternteil zwei Kinder hat oder den Nachmittag zusammen mit seinem Nachwuchs vor Mattscheibe verbringen will, freut sich über den Koop-Modus.

Technisch darf man von einer Filmumsetzung freilich nicht all zu viel erwarten. Die knallbunte Kulisse erreicht leider nie die Qualität der Pixar-Filme, fängt den Flair des Films aber wunderbar ein. Und wo mittelmäßige Texturen und eine instabile Framerate versagen, sorgen die witzigen Figuren mit ihren gelungenen Animationen zusammen mit dem bekannten Slapstick-Humor für hochgezogene Mundwinkel. Leider müssen Spieler hierzulande Abstriche bei der Synchronisation in Kauf nehmen. Denn von einem Tom Hanks ist weit und breit nichts zu hören und auch in den Genuss der Stimmen von Bully Herbig und Kollegen (die für die deutsche Filmversion hinterm Mikro stehen) kommt ihr nur im Film - unverständlich!






Khezul schrieb am 28. Juli 2010
Donnerwetter, was Toy Story 3 zu bieten hat, war so definitiv nicht zu erwarten. Und ich rede hier auf keinen Fall vom Story-Modus. Der bietet nämlich gewohnte Standardkost in Form von kurzen Levelabschnitten und viel zu wenigen Höhepunkten. Dafür kann der enorm umfangreiche Sandkasten-Modus mit seiner offenen und frei begehbaren Spielwelt punkten. Klar, die solide Grafik wird auch hier keinen Deut schärfer und das gewöhnungsbedürftige Gameplay sorgt erneut für den ein oder anderen Frustmoment; aber es gibt einfach viel zu viel zu entdecken und zu erledigen, als dass ihr den Controller eher zur Seite legen könnt, bevor die Stadt vollends erblüht ist.

Kinder, und für die ist Toy Story 3 schließlich gemacht, werden sich hier wie im Schlaraffenland fühlen, aber auch Erwachsene dürfen sich gerne als Sheriff behaupten, ohne zu bemerken, wie schnell doch die Zeit ins Land zieht. Toy Story 3 ist keinesfalls ein herausragendes Produkt der Unterhaltungssoftware. Aber wenn selbst ein Fan kinderfeindlicher Shooter und komplexer Rollenspiele wie ich in die Spielzeugwelt eintaucht und so schnell nicht mehr das Gamepad aus der Hand legt, hat Disney alles richtig gemacht!


Besonders gut finde ich ...
  • Filmflair wird gut eingefangen
  • fast alle Filmfiguren enthalten
  • extrem umfangreiches Roundup
  • lustige Anspielungen/Slapstick-Humor
  • enorm viel zu entdecken
  • allerhand freischaltbarer Extras
  • unterhaltsamer Koop-Modus


Nicht so optimal ...
  • dt. Synchro mit Abstrichen
  • spielerisch anpruchslos
  • Gameplay mit Macken
  • Framerateeinbrüche

 Testsystem:  Xbox360
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3 Kommentar(e):

 





#1
Geschrieben am 28. Juli 2010 um 22:31 Uhr

DarkRaziel meint ...

Den Film habe ich schon gesehen in 3D im Cinemaxx, doch das Spiel werde ich vielleicht meinen Sohn mal kaufen wenn es im Preisfeld liegt was mir zusagt und das sind so unter 20 Euro.


          
 





#2
Geschrieben am 28. Juli 2010 um 23:51 Uhr

TheWave meint ...

also im pc gibt es keine 1920x1080 einstellung ... glaube gibts nur 4 ...


          
 





#3
Geschrieben am 3. August 2010 um 08:41 Uhr

Khezul meint ...

DarkRaziel: Den Film habe ich schon gesehen in 3D im Cinemaxx, doch das Spiel werde ich vielleicht meinen Sohn mal kaufen wenn es im Preisfeld liegt was mir zusagt und das sind so unter 20 Euro.

Zum Budgetreis zuzuschlagen ist eine sehr gute Idee, da kann man nichts falsch machen. Würde ich auch so handhaben, wenn ich keine Kinder hätte.   


          



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