Genre:Action-Adventure  
Entwickler:Beenox Studios  Publisher: Activision
Plattform(en):PS3, Xbox360, Wii, NDS

Release:07.09.2010

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Spider-Man: Shattered Dimensions - Review

Spiderman im Viererpack - 4 Dimensionen, 4 Helden, 4 Grafikstile

Geschrieben von Tim am 17. September 2010 um 15:29 Uhr


Spiderman ist als Videospielfigur nicht cool? Diesen Satz möchte ich von euch bitte noch einmal hören, nachdem ihr Spiderman: Shattered Dimensions von Anfang bis Ende gespielt habt. Denn mit diesem Titel hat Activision fast das vollbringen können, was Warner Bros. mit Batman schon einmal vorgemacht hat: einer Kultfigur zu neuem, ungeahnten Glanz verholfen. Rasante Kämpfe, ansehnliche Schwünge, großartige Bossgegner und vier spielerisch wie optisch individuelle Dimensionen - Spiderman bringt eigentlich alles mit, was ein potentieller Hit braucht, am Ende fehlt nur ein kleines Quäntchen Abwechslung. Und dennoch: dieses Spiderman-Abenteuer ist das beste aller Zeiten!

Schwung in die Freiheit Linearität
Spiderman alias Peter Parker ist ein akrobatischer Kerl: feuert er ein paar gezielte Netzschüsse ab, kann er sich in Sekundenschnelle elegant und geschmeidig am Netz entlangschwingen und so in kürzester Zeit weite Entfernungen überbrücken. Das ist natürlich auch in Spiderman: Shattered Dimensions möglich, allerdings wirkt das so manches Mal noch unrealistischer als es eigentlich schon ist, wenn Spidey sich unter der strahlenden Sonne und dem blauen Himmel an nicht vorhandenen Decken entlanghangelt - das ist zwar ein wenig lächerlich, aber man kann die Kamera ohnehin nicht direkt nach oben richten. Wie auch immer: im Prinzip spielt diese kleine Logiklücke keine Rolle, denn das Schwingen überzeugt größtenteils und die gesamte Akrobatik, die jedoch nicht gerade ausgeprägt ist im neuen Spiel, ist passabel. Nicht mehr und nicht weniger. Es wird aber sowieso wenig Wert darauf gelegt, da sich der Großteil des Gameplays auf Action, Bosskämpfe und simple Hüpfpassagen beschränkt. Übrigens dürft ihr nicht in einer offenen Spielwelt umherschwingen, denn in Shattered Dimensions durchquert ihr ein linear aufgebautes Level nach dem anderen. Und selbst wenn ab und zu doch einmal ein recht großflächiges Areal auftaucht, so geht es danach wieder linear weiter im Takt. Stört mich diese Linearität? Nein, denn die verschiedenen Levels sind nicht nur optisch abwechslungsreich, sondern auch durch und durch mit sehr viel Action durchsetzt.




Mehrdimensionaler Prügelspaß
Auch wenn es in Spiderman: Shattered Dimensions vier titelgebende Dimensionen mit vier verschiedenen Spidermen gibt, so ist das Spielprinzip doch dreimal dasselbe. Der Grund dafür, dass man überhaupt in vier Dimensionen unterwegs ist, ist in der Story begründet: während einer kleinen Rauferei im Museum zwischen Spiderman und Mysterio zerbricht unsere Spinne versehentlich die Tafel der Macht, die dem Besitzer - wie der Name schon sagt - unendliche Macht verleiht. Die Tafel bricht sodann in 16 kleine Fragmente auseinander, welche in den erwähnten vier Dimensionen verstreut werden, und natürlich ist es Spidermans Aufgabe, alle 16 wieder zurückzuholen und in Sicherheit zu bringen, bevor sie in falsche Hände geraten. Dreimal dürft ihr jetzt raten, was passiert: genau, die Bruchstücke geraten in die falschen Hände! Das war's aber auch schon wieder mit der Geschichte, denn Spannung kommt ebenso wenig auf wie Neugier auf den weiteren Verlauf. Außerdem nervt Spiderman auf Dauer mit seinen zahlreichen wirklich unlustigen Sprüchen. Da ist es schon fast gut, dass die Story mehr und mehr zur Nebensache verkommt und irgendwann ganz aus dem Gedächtnis entweicht. Schade dennoch, dass hier nicht mehr drin gewesen war.

Die vier Dimensionen sind neben dem Erstaunlichen Spiderman, also unserem klassischen Helden, folgende drei: 2099, eine Art Zukunfts-Spinne in einer vollkommen abgedrehten und knallbunten Sci-Fi-Welt, Ultimativer Spiderman, der noch mächtigere Kräfte besitzt und in einen Ragemodus verfallen kann, und Noir - das Glanzstück der Dimensionen, auf das ich später in einem separaten Abschnitt zurückkommen werde. Hier erwartet euch neben der üblichen Spring- und Prügelkost nämlich Stealth-Action light, also etwas ganz anderes. Doch wie in den anderen Dimensionen auch kommt bei Noir der Action-Anteil ebenfalls nicht zu kurz. Prügelsequenzen gegen Massen an strohdummen Gegnern gehören zum alltäglichen Brot unserer Heldenspinne und nehmen den Großteil der Spielzeit ein. Das Gute ist aber, dass es wirklich Spaß macht, die Feinde auseinanderzunehmen, denn das Kampfsystem ist anders als erwartet gut und sogar ein wenig tiefgründig: ihr könnt ausweichen, blocken, kontern, schwache und starke Schläge sowie Spezialattacken und mächtige Combos ausführen, wobei es im umfangreichen Upgrade-Menü Dutzende zusätzliche Fähigkeiten freizuschalten gibt. Die Erfahrungspunkte namens Spinnenessenz sammelt ihr durch das einfache Verkloppen von Gegnern und Einsammeln von Spinnen-Emblemen, außerdem gibt es ganze 180 verschiedene Herausforderungen im Spielverlauf, durch die ihr Extrapunkte verdient. Abseits der Kampfupgrades kann man auch Gesundheit, Regeneration oder Bonuskostüme freischalten sowie die Dauer das Ragemodus und der Schnellsicht erhöhen.



Ein großartiger Bosskampf jagt den nächsten
Sehr schade ist es aber, dass jede, wirklich jede Mission gleich aufgebaut ist. Denn obwohl das Leveldesign variantenreich ist, macht man im Grunde immer dasselbe. Der Ablauf einer Mission ist folgendermaßen: man startet in der jeweiligen Dimension, findet sofort heraus, dass sich ein Bösewicht das Tafelbruchstück des Levels geschnappt hat und folgt ihm das komplette Level hindurch, bis es schließlich zum finalen Bosskampf kommt. Dazwischen kämpft man immer noch ein paar Male vorher gegen den Endgegner in kleineren Zwischenkämpfen, bevor am Ende ein besonders großer Kampf ansteht. Innerhalb der Levels hält sich die spielerische Abwechslung auch in Grenzen: zu häufig muss man Zivilisten aus den Händen der Feinde befreien, die euch dann durch das Öffnen von Toren oder Sicherheitstüren helfen, weiter im Level fortzuschreiten. Großartig sind dagegen viele der zahlreichen Bosskämpfe im Spiel: besonders die Kämpfe gegen Sandman, Electro und Hammerhead sind nicht nur fantastisch in Szene gesetzt, sondern auch spielerisch wirklich ergiebig und eine tolle Abwechslung zum sonstigen Spidey-Alltag. Dabei reicht es meistens auch nicht aus, einfach auf den Obermotz draufzukloppen, denn irgendwie muss man ihn erst verwundbar machen. Und das ist bei manchmal haushohen Giganten gar nicht so einfach, wie es klingen mag! Dennoch ist der Schwierigkeitsgrad nicht sonderlich hoch angesetzt, sondern bewegt sich auf einem moderaten, eher niedrigen Niveau.

Drei Spinnen, aber eine wie die andere
Enttäuscht hat mich ein bisschen, dass sich die Dimensionen Erstaunlicher, Ultimativer und 2099 Spiderman nur geringfügig unterscheiden. Sicher: optisch ähnelt keine der anderen und die verschiedenen Spielwelten erstrahlen alle in einem knallbunten, aber sehr ansehnlichen Cel-Shading-Grafikstil. Aber spielerisch halten sich die Unterschiede dann doch in Grenzen. 2099 ist zwar ein wenig schneller, hat andere Attacken parat wie seine Ebenbilder in den anderen Dimensionen, aber das Kampfsystem und der Spielverlauf in seinen Levels sind dennoch identisch. Einziges auffälliges spielerisches Erkennungsmerkmal von 2099 sind die gelegentlichen Flugpassagen, in denen man entweder einen Endgegner verfolgt und sich an ihr heranzieht, um ihm auf die Mütze zu geben, oder vor etwas abhaut - allerdings sind diese meistens sehr kurz und auch nichts, was besonders heraussticht. Was auch in allen Dimensionen gleich und manchmal mehr, manchmal weniger schlimm ausgeprägt ist, sind die Kameraprobleme. Häufig sieht man das ganze Geschehen innerhalb weniger Sekunden aus gefühlten 30 verschiedenen Blickwinkeln, was das Klettern an Wänden und Decken sehr erschwert - hier wäre Feintuning definitiv nötig gewesen. Dennoch ist das Ganze nie unspielbar und die Kamera macht diese Zicken auch nur beim Klettern - und das ist glücklicherweise nur ganz selten zwingend nötig zum Weiterkommen.




Splinter-Cell: Shattered Dimensions - Stealth-Action light mit Noir
Die einzige Dimension, die sich ganz deutlich von den anderen unterscheidet, ist Noir. Hier ist die komplette Grafik fast ausschließlich in Schwarz-Weiß gehalten, nur wenn man sich in beleuchtete Bereiche begibt, wird es ein wenig farbiger. Der düstere Stil passt auch perfekt zum eher stillen und vorsichtigen Gameplay, denn ähnlich wie in Batman: Arkham Asylum müsst ihr eure Feinde heimlich aus dem Hinterhalt erledigen. Zwar spielt der dunkle Rächer definitiv ein paar Klassen höher, aber dennoch gehören die Stealth-Levels zu den Glanzpunkten des Spiels. Besonders die Bosskämpfe, bei denen man ab und an auch heimlich an den Endgegner rankommen muss, werten das Erlebnis zusätzlich auf. Heimlich auschalten heißt natürlich, die Feinde mit einem Netz einzuspinnen, ohne Aufsehen zu erregen - denn Noir ist genau wie Batman sehr anfällig gegenüber Schusswaffen und die meisten Gegner sind nun einmal bewaffnet. Schade aber, dass die KI gelegentlich nicht besonders intelligent agiert, normalerweise ist sie aber in Ordnung. Jedoch geben die Feinde eine Verfolgung zu schnell auf und sehen nicht mal an die Decke - Batman: Arkham Asylum ist da wesentlich anspruchsvoller. Dennoch haben mir die Stealth-Action light Levels sehr gut gefallen!






Tim schrieb am 17. September 2010
Was ist nur mit den Jungs und Mädels bei den Beenox Studios los? Da produzieren sie ein spielerisch so frisches, so unterhaltsames, so aufregendes Spiderman-Spiel und verpassen es, dem Ganzen noch die nötige Portion Abwechslung zu verleihen! Vier Dimensionen haben sie grafisch wie spielerisch individuell und extraordinär gestaltet - Spiderman: Shattered Dimensions sieht wirklich super aus! Die Bosskämpfe sind größtenteils ganz großes Kino: die Fights mit Electro und Sandman gehören mit zu den besten, die ich dieses Jahr bisher austragen durfte! Kampfsystem und Schwungfreiheit überzeugen ebenfalls, genau wie die vielen Möglichkeiten, seine Spielfigur auszubauen: da gibt es nicht nur Bonuskostüme, man kann auch über 50 verschiedene Attacken, Gesundheits- und Regenerationsupgrades freischalten. Spiderman: Shattered Dimensions ist vor allem in den ersten Stunden ein beeindruckender Adrenalinrausch, wenn man mit dem Erstaunlichen, dem Ultimativen und 2099 unterwegs ist, und ein spannungsgeladenes Stealth-Erlebnis mit Noir. Aber die anfängliche Faszination verfliegt langsam, denn der Missionsaufbau bleibt immer derselbe. Mit etwas mehr Kreativität und Variation im Leveldesign wäre sogar noch viel mehr drin gewesen, Spidey wäre sogar bis auf kürzeste Distanz an Batman herangekommen! So bleibt nicht mehr und nicht weniger als das beste Spiderman-Spiel aller Zeiten, aus dem man noch mehr hätte rausholen können - aber Unterhaltung auf sehr hohem Niveau liefert Mr. Parker allemal!

Stimmungsvolle Grafik, rasante Kämpfe, grandiose Bossgegner, vier verschiedene Dimensionen und Stealth-Action light - Spiderman unterhält mit seinem besten Auftritt seit Jahren auf sehr hohem Niveau, lässt aber auf Dauer die Abwechslung vermissen.


Besonders gut finde ich ...
  • vier verschiedene schöne Grafikstile
  • gutes Kampfsystem mit vielen Combos
  • Stealth-Action light mit Noir
  • zumeist spektakuläre Inszenierung
  • etliche Charakter- und Kampf-Upgrades
  • zahlreiche großartige Bosskämpfe
  • einfach zu erlernende Steuerung
  • 180 Herausforderungen bringen XP


Nicht so optimal ...
  • immer gleiche Missionsstruktur
  • Geschichte ist nebensächlich
  • gelegentliche Kameraprobleme

 Testsystem:  PS3
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