Genre: MMORPG  
Entwickler: Bioware  Publisher: LucasArts
Plattform(en):  PC

Release: 20.12.2011
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Star Wars: The Old Republic

Biowares machtvolles MMORPG-Debüt zeigt erstaunliches Potential

Geschrieben von Chris am 9. September 2010 um 18:08 Uhr


Biowares Knights of the Old Republic ist ein ausgezeichnetes und sehr erfolgreiches Rollenspiel und das wohl bisher beste Videospiel im Star Wars Universum. Nach dem von Obsidian Entertainment entwickelten Nachfolger, der mit den hohen Erwartungen leider nicht vollends mithalten konnte, arbeitet Bioware jetzt seit einigen Jahren an einem inoffiziellen Nachfolger: Star Wars: The Old Republic. Dieser wird allerdings auch Biowares erstes Massive Multiplayer Online Role Playing Game - kurz: MMORPG - und soll nicht nur Fans der KotOR Serie bedienen, sondern gleich das vergleichsweise junge Genre revolutionieren. Wer hier Parallelen zur Entwicklung von World of Warcraft sieht, hat durchaus Recht. Das ist aber noch lange keine Erfolgsgarantie, denn an vergleichbaren Vorhaben sind schon Studios mit weitaus mehr MMORPG-Erfahrung gescheitert. Auf der gamescom konnten wir uns endlich einen ersten Eindruck davon machen, wie sich Bioware bisher schlägt.


Schon wieder ein MMORPG?
Mit World of Warcraft machten Massively Multiplayer Online Role Playing Games den engültigen letzten Schritt vom Nischendasein zum Mainstream-Genre. Seitdem boomt das Genre wie kaum ein anderes und obwohl bereits fünf Jahre vergangen sind, scheint die Zahl der MMORPG-Neuankündigungen weiterhin jährlich zu wachsen. Dabei wurde so ziemlich jeder zweite Titel seit World of Warcraft schon im Vorfeld als erster ernsthafter Konkurrent des Branchenkönigs angepriesen. An den knapp 11,5 Millionen Abonnenten der Vorlage konnte aber keiner dieser Titel kratzen, weil die meisten qualitativ weit hinter ihren Versprechen zurück blieben oder einfach nichts Neues boten. Spätestens seit Warhammer Online, das vor guten Ideen nur so strotzte, am Ende aber besonders in elementaren Aspekten schwächelte, wird neuen Großprojekten in der MMORPG-Szene mit großer Skepsis begegnet.

Star Wars: The Old Republic ist wieder ein solches Großprojekt. Komplett mit ausufernder Finanzierung, einem kompetenten Entwicklerstudio und unzähligen Versprechungen. Besonderes Gewicht legt Bioware dabei immer wieder auf den Story-Fokus und die alles umfassende Vertonung des Online-Rollenspiels. Jeder Dialog im Spiel - von Quest-Briefings bis hin zu NSC-Händlern - soll komplett vertont werden. Das ist im Genre bereits einzigartig. SW:TOR setzt zusätzlich als erstes MMORPG überhaupt auf ein Dialogsystem im Stil von Einzelspieler-Titeln wie Mass Effect oder eben Knights of the Old Republic. Alle Dialoge im Spiel bieten dem Spieler und in einigen Fällen auch einer ganzen Gruppe verschiedene Reaktionsmöglichkeiten, die den Ausgang des Dialogs oder der entsprechenden Questreihe beeinflussen können. Quests mit stummen und größtenteils langweiligen Textbeschreibungen dürfte das Genre damit in naher Zukunft entkommen sein.

Doch das ist nicht das einzige Feature, das aus den bekannten Bioware Titeln entliehen wird. Die Idee klassische Einzelspieler-Konzepte mit MMORPG-Systemen zu etwas Neuem zu verschmelzen zieht sich wie ein roter Faden durch das Spiel. Ob und wie das alles funktionieren kann, wird sich wohl frühstens in der kommenden Betaphase des Spiels klären. Die auf der gamescom spielbare Version bietet allerdings allen Grund zur Hoffnung.


Star Wars: The Old RepublicStar Wars: The Old RepublicStar Wars: The Old Republic
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Anders als die Filme...
Star Wars: The Old Republic spielt 4000 Jahre vor Star Wars Episode IV: A New Hope, also dem ursprünglichen ersten Teil der Star-Wars-Saga und 300 Jahre nach Knights of the Old Republic 2. Damit siedelt sich das Spiel in einer bisher unverbrauchten und größtenteils unerkundeten Zeitspanne des Star-Wars-Universums an. Eine durchaus geschickte Methode, um gestalterischen Freiraum innerhalb der bekannten Franchise zu schaffen. So sind etwa spielbare Jedi oder Sith und die damit verbundenen Mengen viel leichter zu erklären, als es im Zeitalter der Kinofilme der Fall wäre.

Die Spieler verteilen sich auf die Galaktische Republik, die den Idealen der Demokratie folgt und mit Hilfe des mächtigen Jedi Ordens in der Galaxis für Frieden und Fortschritt steht und das Sith-Imperium, das die Republik zerschlagen und die unumstrittene Herrschaft über die Galaxis erzwingen will. Auf Seiten der Republik stehen der Jedi-Ritter, der Jedi-Botschafter, der Schmuggler und der Soldat. Sith-Spieler hingegen wählen zwischen dem Sith-Krieger, dem Sith-Inquisitor, dem Kopfgeldjäger und dem Imperialen Agenten. Dabei wird wie üblich je nach Klasse und Spezialisierung jeweils auch eine der Rollen des klassischen Rollenspiel-Dreiecks aus Heiler, Tank und Damage Dealer gewählt. Von diesem Konzept möchte Bioware zwar nach eigener Aussage etwas abweichen, indem Tanks und Heiler auch viele andere nützliche Fähigkeiten mitbringen, großartige Innovationen sind hier aber nicht mehr zu erwarten. Genretypisch steht dem Spieler bei der Charaktererstellung neben einer Klasse auch eine Rasse zur Wahl. Auch hier wird sich nicht zwingend an den Filmen orientiert, denn auch viele Rassen aus dem erweiterten Universum rund um Bücher und Videospiele bevölkern die alte Republik. Bisher sind Menschen, Miralands, Mirakula, Twi'Lek, Zabraks, Sith Purebloods, Chiss und Rattataki als spielbare Rassen bekannt. Nichtspielercharaktere werden sich noch auf weitaus mehr Rassen aufteilen.


Star Wars: The Old Republic



... und trotzdem Star Wars!
Trotz des enormen Zeitunterschieds zu den Filmen kommt in Star Wars: The Old Republic schnell Star-Wars-Feeling auf. Dazu tragen vor allem die acht ikonischen Klassen bei, die lose an herausragende Charaktere aus den Filmen und Büchern angelehnt sind. Aber auch die gut geschriebenen Dialoge und die Kämpfe und natürlich die Planeten fühlten sich beim Probespielen einfach wie Star Wars an. Letztere funktionieren prinzipiell nicht anders, als einzelne Zonen in Konkurrenztiteln wie World of Warcraft oder Herr der Ringe Online, sollen aber laut Bioware im Durchschnitt spürbar größer ausfallen. Unter den bisher vierzehn angekündigten Planeten gibt es zwar viele bisher unbekannte oder zumindest unbesuchte Welten, Fans dürfen sich aber auch auf aus den Filmen bekannte Planeten wie Coruscant oder Hoth freuen.

Das All selbst wird voererst nicht frei erforschbar sein - Bioware plant allerdings Star Wars' typische Weltraumschlachten, die als eine Art hübscher aber eher seichter Tunnel-Shooter umgesetzt werden. Um an diesen teilnehmen zu können, müssen sich Spieler allerdings erst ein eigenes Raumschiff verdienen, das zusätzlich als individualisierbares Hauptquartier dient.

Hier versammeln sich auch NSC-Begleiter, sogenannte Companions, die sich im Laufe des Spiels dem Charakter anschließen. Diese ähneln den klassischen Rollenspiel-Gruppenmitgliedern, können Rollen wie beispielsweise Tank oder Heiler übernehmen und verfügen über eigene Quests und Handlungsstränge. Besonders für Einzelgänger und kleinere Gruppen soll der richtige Begleiter eine große Hilfe darstellen. Damit sich trotzdem Gruppen bilden, ist allerdings jeder Spieler auf einen aktiven Begleiter beschränkt. Wie genau Bioware Begleiter in hochstufigen Spielinhalten mit großen Gruppen und Spieler gegen Spieler Schlachten handhaben will, ist noch unklar. Neben den Spieler-Raumschiffen sollen auf und zwischen den einzelnen Planeten auch kostenpflichtige Transportsysteme zur Verfügung stehen, die sich wohl am Greifensystem aus World of Warcraft orientieren dürften.


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Überraschend starker Spielfluss
Wie alle MMORPGs spricht auch Star Wars: The Old Republic Kämpfen eine zentrale Rolle zu. Als Rahmen dient hier der Star Wars übliche Konflikt zwischen der hellen und der dunklen Seite der Macht und damit der galaktischen Republik und dem Sith Imperium. Obwohl besonders Kampfszenen im bisher veröffentlichten Videomaterial noch etwas abgehackt und unrund wirkten, macht das Kampfsystem einen sehr flüssigen und fortgeschrittenen Eindruck ohne jegliche Eingabeverzögerung. Auch das ungewöhnliche Konzept, die Spieler von Anfang an hauptsächlich gegen eine Übermacht an Gegnern antreten zu lassen, um ein heroisches Gefühl zu erzeugen, scheint aufzugehen. Schon im Startgebiet kommt ein Gefühl von Macht auf, wenn sich der eigene Charakter seinen Weg durch ganze Gegnermassen bahnt. Das Kampfsystem selbst orientiert sich dabei stark an etablierte Konzepte, die sich schon in World of Warcraft oder Herr der Ringe Online bewährt haben, setzt aber auch auf Innovationen. Automatisch vom Charakter ausgeführte Standardangriffe (Autoattack) gibt es in SW:TOR nicht. Stattdessen füllt der Spieler aktiv die Lücken zwischen einzelnen Fähigkeiten per Mausklick mit einer Standardattacke. Das mag Genre-Veteranen erstmal verunsichern, funktioniert aber bereits sehr gut und könnte potentiell für zusätzlichen Anspruch und Dynamik sorgen.

Auch grafisch macht The Old Republic schon einen ordentlichen Eindruck. Animationen und Charaktermodelle sind für das frühe Entwicklungsstadium weit fortgeschritten und wirken schon deutlich weniger steif, als in den älteren Videos. Die durchgehend hübschen Umgebungen versprühen zwar Star-Wars-Atmosphäre, wirken aber noch etwas leer und detailarm. Insgesamt passt der ungewöhnliche Stil zwischen Comic und Realismus, den Bioware "Stylised Realism" nennt überraschend gut zum Star-Wars-Szenario. Gegner von comicartiger Grafik werden mit SW:TOR zumindest optisch aber eher wenig Freude haben.


Star Wars: The Old Republic



Ebenfalls überzeugend präsentierte sich das Dialogsystem, das sich perfekt in den Spielfluss einfügt und für deutlich mehr Tiefgang sorgt, als die simplen Quest-Texte der Konkurrenz. Mit starken Sprechern, einer intuitiven Bedienung und starken Inhalten kann Bioware hier direkt an Einzelspieler-Titel wie Mass Effect oder Dragon Age anknüpfen. So versuchen Nichtspielercharaktere bereits im Startgebiet für Sith-Inquisitoren den Spieler auf amüsante Weise gegen andere NSCs auszuspielen. Dabei bietet das Spiel stets mehrere Reaktionsmöglichkeiten. Zu denen gehört auch Quests einfach abzulehnen, was laut Kommentar eines Bioware-Mitarbeiters auch langfristige Folgen haben soll. Die Aufgaben in den ersten Quests des Startgebiets selbst scheinen zwar wenig außergewöhnliches zu bieten, dürften in erster Linie aber auch an neue Spieler gerichtet sein und können durchaus mit der Konkurrenz mithalten.









3 Kommentar(e):
und folgenden Usern gefällt der Beitrag: Kithaitaa, Haschbeutel,

 





#1
Geschrieben am 9. September 2010 um 19:22 Uhr

Chaosmacherin meint ...

Das erste MMORPG, das ich aktiv spielen werde!


          
 





#2
Geschrieben am 12. September 2010 um 00:56 Uhr

Larissa meint ...

Na, das war doch mal ein guter, hilfreicher Artikel! ^^
Ich hab sofort Lust bekommen, das Spiel auszuprobieren!



        
 





#3
Geschrieben am 20. September 2010 um 23:51 Uhr

Kithaitaa meint ...

Bin auch schon sehr gespannt auf das Spiel und hoffe einfach, dass das kein zweites Tabula Rasa wird. Die komplett Vertonung trägt schon ganz schön viel zur Atmosphäre bei, wie ich finde. Schätze man hört sich die Story- und Questaufgaben sicherlich eher an und tauch so auch vielmehr die, laut BioWare, klasse Story - üblicherweise klickt man ja meist die Questtexte "durch" und liest nur mal Todo & Belohnungen quer. Einziges Manko, es kommt wohl (nach aktuellem Stand) ziemlich zeitnah mit Guild Wars 2 raus, da wirds richtig knapp mit der Freizeitplanung ... zumal The Witcher 2 dann auch noch gespielt werden will         


          



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