Genre:FPS  
Entwickler:Splash Damage  Publisher: Bethesda Softworks
Plattform(en):PC, PS3, Xbox360

Release:13.05.2011

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Brink

Erste Turnübungen auf der Ark

Geschrieben von Chris am 24. August 2010 um 15:40 Uhr


Wolfenstein: Enemy Territory gehört nach mehr als 7 Jahren noch immer zu den bekanntesten und meistgespielten Multiplayer-Shootern. Das lässt sich zum Teil sicher dem kostenlosen Vertrieb zuschreiben, aber auch die ungewöhnliche Kombination aus Spieltiefe und dynamischem Gameplay dürfte zum enormen Erfolg beigetragen haben. Nach dem nicht ganz so erfolgreichen Nachfolger, Enemy Territory: Quake Wars, verbindet Splash Damage in Brink jetzt das altbewährte System mit neuen, innovativen Konzepten, die im Genre duchaus einen bleibenden Eindruck hinterlassen könnten. Mit entsprechend hohen Erwartungen habe ich mich auf der Gamescom in ein erstes Multiplayer-Gefecht gestürzt.

Bewährter Kern ...
Nach einem frühmorgendlichen Pressetermin endlich am Bethesda Stand angekommen, erlebte ich schon eine böse Überraschung: Brink war auf der diesjährigen Gamescom leider nur mit einem Xbox 360 Controller spielbar. Nicht gerade die besten Voraussetzungen für einen Multiplayer-Shooter. Als eingefleischter PC-Spieler, der Controller ausschließlich für Sportspiele benutzt, hatte ich auch nur wenig Hoffnung in der kurzen ca. 20 minütigen Demo das Schießen ohne Maus zu erlernen. Allerdings war das auch nicht nötig, denn Brink gehört zwar namentlich nicht mehr zur bekannten Enemy Territory Reihe, erbt aber sowohl ihre taktische Tiefe, als auch den starken Fokus auf zielorientiertes Teamplay. Auch in Brink wählen Spieler zwischen vier verschiedenen Klassen: Soldat (Soldier), Sanitäter (Medic), Ingenieur (Engineer) und Agent (Operative). Jede Klasse verfügt über nützliche, teamorientierte Fähigkeiten, die entscheidend zum Spielgeschehen beitragen. So kann der Sanitäter verwundeten Teamkollegen eine belebende Spritze zuwerfen, seine Mitspieler heilen oder ihnen einfach nur einen temporären Lebenspunktebonus verschaffen. Der Ingenieur hingegen kann Waffen verstärken oder Geschütztürme aufbauen. Zudem werden seine mechanischen Fähigkeiten benötigt, um bestimmte Missionsziele zu erfüllen. Das ist wichtig, denn wie schon in Wolfenstein: Enemy Teritory und Quake Wars: Enemy Territory gilt es im Team innerhalb eines Zeitlimits kartenspezifische Missionsziele zu erfüllen oder das gegnerische Team davon abzuhalten. Die Demo-Karte, Container City, erinnerte mit einem zu eskortierenden Fahrzeug und sprengbaren Blockaden stark an die Karte „Gold Rush“ aus Wolfenstein: Enemy Territory und machte bereits einen bemerkenswert ausgereiften Eindruck.

Doch nicht nur die gespielte Karte erinnerte immer wieder an den Klassiker - Brink kann kaum verbergen, dass man sich in Sachen Gameplay und Spielfluss sehr stark an Wolfenstein: Enemy Territory orientiert hat. Auch wenn letztendlich eine Klasse gestrichen wurde und bekannte Fähigkeiten und Stärken neu verteilt wurden, sind die Parallelen im Klassensystem schwer zu übersehen und trotz meines aussichtslosen Kampfes gegen die Xbox-Steuerung, kam auch in den Feuergefechten mit der Standard SMG das altbekannte Spielgefühl auf. Schon nach wenigen Minuten war klar: Brink scheut sich nicht Elementares aus Splash Damages vergangenen Titeln zu übernehmen. Das ist auch gut so, denn gerade diese Grundbausteine waren schon damals nahezu perfekt.






... mit gewagten Innovationen ...
Da mein Team von Anfang an hervorragend verteidigte und ich den Großteil der Partie hinter mich brachte, ohne Respawnen zu müssen, hatte ich als einer von zwei Sanitätern in unserem 8 Spieler Team schon sehr bald keine Munition mehr. Zwar können Soldaten ihre Teamkollegen mit Munition versorgen, beim Rest des Teams schien das aber noch nicht angekommen zu sein. Folglich konzentrierte ich mich vor allem auf den Spielfluss des Sanitäters, der bereits einen ordentlichen Eindruck machte und auf das wohl wichtigste Feature: das "Smartmove"-System. Letzteres soll auf Knopfdruck kontextspezifische Bewegungsabläufe erzeugen, die stark an Mirror's Edge erinnern. und funktionierte nach einer kurzen Eingewöhnungszeit bereits ausgezeichnet. Mit relativ simplen Eingaben ließen sich komplexe Bewegungen abrufen, die es in Multiplayer-Titeln so noch nie zu sehen gab. So führt ein Ducken bzw. in die Knie gehen im vollen Sprint dazu, dass sich die Spielfigur auf den Boden wirft und einige Meter vorwärts rutscht. Ideal, um aus einer aussichtslosen Situation in die nächste Deckung zu fliehen, unter Hindernissen einfach durchzurutschen oder als Sanitäter die letzten Meter zu einem verwundeten Teamkollegen gekonnt hinter sich zu bringen. Gegen Ende der Partie war ich bereits in der Lage, per Smartmove filmreif über immer größer werdende Hindernisse vor dem feindlichen Team zu flüchten. Das machte nicht nur Spaß und funktionierte sehr verlässlich, sondern trug auch entscheidend zur Spieltiefe bei. Splash Damage hat sich hier eine Menge vorgenommen, und scheint auf dem ersten Blick hervorragend damit klar zu kommen. Sollte das Smartmove-System auch langfristig ähnlich gut funktionieren, dürfte es im Genre einen bleibenden Eindruck hinterlassen.





... und starker Technik.
Gut gefallen haben mir außerdem die zahlreichen Individualisierungsmöglichkeiten für den eigenen Charakter und die umfassende Waffenauswahl. Der Charaktereditor ist zwar eher unter Spielerei zu verbuchen, war aber deutlich umfangreicher als erwartet. Die Möglichkeit Waffen in mehreren Bereichen aufzurüsten konnte ich zwar noch nicht testen, dürfte aber noch einmal für zusätzliche Spieltiefe sorgen. Auch grafisch kann Brink durchaus überzeugen. Zwar ist der Stil der Spielfiguren mit ihren unrealistischen Proportionen sehr gewöhnungsbedürftig, ansonsten sieht das Spiel aber toll aus und dürfte so ziemlich alles aus der Id Tech 4 Engine herausholen. Genervt hat mich hier nur der typische Erdbeermarmelade-Nahtod-HUD-Effekt, der sich in letzter Zeit zumindest unter Entwicklern großer Beliebtheit erfreut und in erster Linie als Ersatz zum klassischen Lebensbalken eingesetzt wird, wenn es an besseren Ideen mangelt. Da sich im HUD bereits ein Lebensbalken befindet, wirkt der Effekt einfach nur störend und deplatziert.

Insgesamt machte Brink einen überraschend ausgereiften und fertigen Eindruck. Bugs waren in der Probepartie praktisch nicht vorhanden und das Spiel präsentierte sich ausgesprochen flüssig und aufpoliert. Der aktuell angepeilte Erscheinungstermin, Frühjahr 2011, dürfte dementsprechend realistisch sein.












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