Genre:FPS  
Entwickler:id Software  Publisher: Bethesda Softworks
Plattform(en):PC, PS3, Xbox360

Release:07.10.2011

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RAGE

Die erhoffte Revolution oder doch nur ein Grafikblender?

Geschrieben von Hardcora am 22. August 2010 um 15:14 Uhr


id Software, Bethesda und die gute alte Endzeit. Während ich mit Endzeit und Bethesda ja schon gute Erfahrungen gemacht hatte, weckte das Erwähnen von "id" im gleichen Atemzug eher gemischte Gefühle in mir. Erinnerungen an Doom, Quake und Wolfenstein wurden wach und ich begann doch etwas zu zweifeln, ob hirnlose Shooter im Zusammenspiel mit Klassikern eines Bethesda Softworks wohl so gut harmonieren würden. Klar hatte id technische Standards gesetzt, klar hatte id mit jedem neuen Spiel jeden Shooterfan mit einer grandiosen neuen Grafik überzeugt. Was aber passiert, wenn man tolle Grafik mit Spielinhalt füllt?

Ein gewagtes Experiment möchte man meinen. Nach 10 Jahren will id mit RAGE also eine neue Marke etablieren - ein Spiel mit Außenwelt, Fahrzeugen und Endzeitsetting. Ungewohnt für die einen, ein Hoffnungsschimmer für die anderen. Die Grafik wirkt inzwischen zwar nicht mehr so revolutionär wie bei den anderen Titeln, doch hinterließ sie auch diesmal wieder einen bleibenden Eindruck. Hier ein Gegner, der sich elegant von einem Felsvorsprung hangelt, da ein Gegner, der sich hinter Säulen und anderen Gegenständen versteckt, um Deckung vor eurer Waffe zu suchen und an der anderen Ecke wieder ein bisschen Ragdoll.

Soviel zur technischen Revolution der Gegner KI. Die Geschichte? Ein Asteroid soll die Erde treffen, die Menschen bauen unterirdische Bunker, um sich vor dem bösen Steinbrocken zu verstecken, irgendwann kommt ihr, der Protagonist, mal wieder an die Oberfläche und schwupps befindet ihr euch in der Endzeit. Dem ein oder anderen dürfte die Story ein wenig bekannt vorkommen. Reicht es RAGE tatsächlich sich bei anderen Storys zu bedienen, um selbst ein großer Hit zu werden?



Die Kunst des Blendens







Relativ unvoreingenommen betrat ich mit Kith die RAGE-Präsentation der gamescom 2010. Der Titel war auf meiner Wunschliste für das nächste Jahr, da ich alles mit irgendwie so ein bisschen Endzeit eigentlich ganz gerne spiele. Selbst wenn es mein erster id-Titel wäre. Die Jungs stellen sich also vor und das Spiel beginnt. Was mir zuerst auffällt? Ein "relativer" Open-World-Titel mit Ladesequenz. Ok, ist vielleicht nur am Anfang so. Wir betreten das Wasteland und ich begutachte die Grafik. Stirnrunzeln, Mimik, Lippensynchronität - check. Passt. Beeindruckt. Die Stadt, in welcher wir uns gerade befinden, sieht ebenfalls schön alt und verdreckt aus - willkommen im Wasteland eben. Ebenfalls interessant: es gibt genau zwei Anzeigen innerhalb des HUD. Einmal die aktuelle Waffe mit Munition und einmal ein .. irgendwas Balken, der irgendwas anzeigt, inmitten der unteren Bildschirmleiste. Schön sparsam. Man ist sozusagen direkt im Spiel, ohne von etwaigem Gamedesign abgelenkt zu werden. Nett.

Wir bekämpfen ein paar Gegner und kommen schließlich direkt zu unseren Fortbewegungsmitteln. Während die Buggys am Anfang noch waffenlos sind, erhalten wir im Laufe des Spiels die Möglichkeit, mit gepimptem Fahrzeug inklusive jeder Menge Waffen umherzukutschen. Natürlich nutzen wir diese Option und jagen direkt ein paar Banditen durch die holprige Wüste. Explosionen, ratatatata. Nett.

Schließlich landen wir in Wellspring. Eine etwas andere Stadt, die den ein oder anderen vielleicht an Borderlands erinnern dürfte. Jede Menge NPCs schleichen umher, begutachten uns, den Fremden, und lästern über unsere Kleidung. Nettes Städtchen. Im selben Atemzug lernen wir eins der Minispiele kennen. Worum genau es geht, wird nicht so wirklich klar. Wir sollen jedenfalls würfeln, wodurch bestimmt wird, ob die virtuellen Zombies (?), die nach jeder Würfelrunde einen Zug in unsere Richtung machen, uns meucheln. Wir verlieren die Runde. Was solls, töten wir eben ein paar richtige Gegner. Wo wir schon beim Stichwort sind: wir erfüllen eine Mission in einer Mine. Hier zeigt RAGE was es kann, da ein Elektroschuss aufs Wasser, der drei Gegner bruzzelt, hier ein Pfeil und da ein ferngesteuertes Bombenminiauto, das die Gegner in seine Einzelteile zerbröselt. Nett. Aber eben auch nicht mehr.

Nach jeder kurzen Sequenz erwartet uns beim Laden einer neuen Location eine Ladezeit, die selbst die Heavy Rain-Ladezeiten übertrifft. Der Präsentator versucht uns in selbigem Zeitraum zwar mit Fakten zum Spiel abzulenken, doch darauf fallen wir sicherlich nicht rein. Auch die letzte Stadt, Dead City, genügt nicht, um mich vom Grafiblender RAGE zu überzeugen. Da kann die Stadt noch so I am alive sein und es kann uns ein noch so gigantischer Riesenfleischbatzen entgegen treten. Ich erwarte mehr. Mehr von einem gelungen Spiel, das RAGE eben einfach nicht zu sein scheint.

Welcome to the real world, RAGE
Nochmal auf Anfang. Endzeit - check. Bethesda - check. Erfahrungssystem - not. id Software - nooes! Ich weiß ja nicht, wie es euch geht. Vielleicht bin ich inzwischen auch einfach "zu alt für den Scheiß", aber irgendwie erschließt sich der Sinn eines RAGE für mich nicht. Klar, dieser kleine Bombenflitzer ist nett - moment, kommt das nicht auch demnächst für Black Ops? Endzeit ist cool - bei Fallout oder Borderlands. Schöne Grafik ist schön. Aber ist sie ein alleiniger Kaufgrund? Was hat RAGE, was andere Shooter nicht haben? Außenwelt? Gibt es inzwischen überall. Fahrzeuge? Willkommen auf dem Battlefield 1942 im Jahre 2002. Und sonst? Warum sollte ich mir RAGE kaufen, wenn es ein Fallout: New Vegas gibt? Als Überbrückung zu einem eventuellen vierten Teil der Fallout-Reihe? Vielleicht. Vielleicht aber auch nicht.




Die Präsentation auf der gamescom entsprach im Übrigen der E3-Demo dieses Jahres, wer also selbst nochmal prüfen will, ob das Spiel tatsächlich nur ein Grafikblender ist, sollte sich einfach mal die beiden Gameplay-Videos zu Gemüte führen.









3 Kommentar(e):
und folgendem User gefällt der Beitrag: Michi,

 





#1
Geschrieben am 22. August 2010 um 15:28 Uhr

Kithaitaa meint ...

Da muss ich Caro wohl in gewisser Weise Recht geben. Sah alles klasse aus, und das war erst die XBOX 360 Version, aber neben den nervenden Ladebildschirmen, fand ich es leider auch inhaltlich eher mau. Grafikblender trifft es wirklich ganz gut, denn außer stumpfem Rumgeballer in HD-Supertexturen bleibt nicht wirklich viel.

Je nachdem welche Entscheidungen man im Spiel trifft, sollen die Stadtbewohner anders auf einen reagieren und haben dann wohl auch andere Aufträge für uns, aber sonst war alles ziemliche Standardkost. In der Demopräsentation hatte man zudem den Eindruck, dass man nicht sterben kann, da die Lebenspunkte derartig schnell wieder reagiert wurden - ob das nur für die Präsi so eingestellt war? Es gibt wohl auch kein Inventar, Waffen kann man direkt aus dem Menü auswählen, wenn man sie kennt, sprich bereits einmal gesehen/aufgehoben hat. Für die Gadgets, wie diese Selbstschussanlage, muss man die Blaupause kennen und die nötigen Utensilien bei sich tragen (also doch ein Inventar?). Eine Charakterentwicklung wie bei Borderlands oder ähnliche Features konnte man anhand der Präsentation nicht ausmachen.

Ich hoffe die Jungs & Mädels bei id nutzen die Zeit bis zum Release im September 2011 noch gut, und bauen z.B. mehr sinnvolle RPG-Elemente ein, um zwar schlussendlich beim Shooter-Genre zu bleiben, aber eben mit mehr Möglichkeiten und einer gewissen Charentwicklung und mehr Tiefgang.



          
 





#2
Geschrieben am 22. August 2010 um 16:54 Uhr

DarkRaziel meint ...

Soweit ich mich erinnern kann hat id Software überhaupt schon mal ein Spiel mit wirklichen Tiefgang rausgebracht. Also ich kenne nur Grafisch Beeindruckte Grafiken gepaart mit viel Blut und Splatter.

Also ist Rage bestimmt auch nur ein Grafikblender vor dem Videogott und mehr nicht in meinen Augen oder id Software legen sich wie gesagt in Zeug und liefern eine Granate hin.


          
 





#3
Geschrieben am 22. August 2010 um 18:09 Uhr

Hardcora meint ...

Eben - id setzt gerne graphische Standards aber eben weniger spielerische. Genau das wird uns meiner Meinung auch mit RAGE erwarten. Ein Erfahrungssystem würde dem Spiel extrem gut tun - stattdessen aber die ganze Spielzeit über ohne wirkliche Aufwertungen des eigenen Charakters durchs Spiel laufen? Das ist einfach nicht mehr standesgemäß .. heutzutage sollten selbst die Erwartungen an einen "einfachen Shooter" höher liegen.


          



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