Entwickler: Crystal Dynamics  Publisher: Square Enix
Genre: Puzzle  Plattform(en):  PC, XBOX360, PS3
XBOX Live Arcade, Playstation Network

Release: 18.08.2010
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Lara Croft and the Guardian of Light - Review
Lara trifft Diablo - Ein grandioser Mix aus Action und Abenteuer
Geschrieben von Haschbeutel am 26. August 2010 um 22:07 Uhr


16 Jahre und kein bisschen müde. So oder so ähnlich könnte man Lara Croft beschreiben. 1994 mit dem ersten Tomb Raider ins Leben gerufen, hat die gebürtige Engländerin mittlerweile acht mehr oder minder gute Abenteuer plus diverse Handheldableger hinter sich gebracht. Veränderungen an ihrem Aussehen oder der Spielmechanik gab es zwar immer wieder, aber keine Gameplayänderung war so drastisch wie die des Spin-Offs, welches aktuell im Xbox Marktplatz und bald auch im PSN Store und auf dem PC zu finden ist. Doch was taugt Laras Abenteuer in Zentralamerika, in dem sie einen bösen Mayagott jagt? Ich habe mich ins Abenteuer gestürzt...

Spieglein, Spieglein auf dem Altar...
Die Story von Lara Croft and the Guardian of Light ist recht fix zusammengefasst und so redundant wie austauschbar. Lara erkundet irgendwo in Zentralamerika antike Mayatempel auf der Suche dem legendären Spiegel des Rauchs. Sie findet ihn dann auch, blöd aber, dass sie sich mit dem Warlord Vazco zusammengetan hat. Der hat natürlich eigene Pläne, überrumpelt Lara und reißt den Spiegel, wie sollte es anders sein, an sich. Leider wusste er nichts von dem Fluch, der auf diesem Spiegel liegt und - quelle surprise - das Unheil nimmt seinen Lauf. Durch berühren des Spiegels hat er nämlich zwei antike Gottheiten zum Leben erweckt. Den titelgebenden Wächter des Lichts mit Namen Totec und seinen finsteren Gegenspieler Xolotl. Beide führten vor über 2000 Jahren einen erbitterten Krieg, bei dem Xolotl Totec's gesamtes Mayavolk ausgelöscht hat. Dennoch gelang es Totec irgendwie, Xolotl zu bezwingen und ihn in den Spiegel zu stecken. Doch jetzt ist der Bösewicht wieder da und will nach 2000 Jahren Spiegelknechtschaft ordentlich Butter bei die Fische machen. Lara und Totec haben nur bis zum Sonnenaufgang Zeit, sonst wird die Welt für immer in ewige Finsternis gehüllt. Man kennt das ja. Bittere Pille: Der Anfangs eingeführte und von allen gefürchtete Warlord Vazco hat geschätzt 10 Sekunden Screentime. Danach werden seine Männer niedergemacht. Unnötiger kann ein Charakter kaum sein.







2GB voller Spaß, Action und sensationeller Grafik
Wir erinnern uns an die Anfangszeiten von XBLA-Spielen. 150MB Limit. Das erlaubte zwar viele kreative Spielkonzepte, aber die grafischen Möglichkeiten waren recht stark eingeschränkt. Das Thema ist mittlerweile Geschichte und so trumpft TGL erst einmal mit einem knapp 2 Gigabyte großen Download auf. Uff. Ziemlich viel Stoff, der sich da durch die Leitung prügelt, aber das Spiel ist jeden einzelnen Byte davon wert. Begonnen bei der fantastischen Präsentation, die beeindruckende Partikel-, Physik- und Effektspielereien erlaubt. Egal ob ihr gerade eine alte Gruft oder den tiefen Dschungel mit seinen Wasserfällen und Bächen durchstreift - die Texturen sind knackig scharf, Objekte sind zahlreich und detailverliebt. Im späteren Spielverlauf kann man zum Beispiel herumstehende LKWs in die Luft jagen. Die Explosionen in Kombination mit herumfliegenden Trümmern, die umliegende Büsche in Brand stecken sehen einfach fantastisch aus und am liebsten würde man den Reloadbutton drücken und alles nochmal anschauen. Laras und Totecs geschmeidige Animationen geben das Sahnehäubchen oben drauf. Auch der Soundtrack kann sich hören lassen, wenngleich die Waffen etwas mehr Wumms vertragen könnten.

Genießen dürft ihr das alles, und das ist ein großes Novum im Lara Croft Universum, aus einer stark an die Diablo-Reihe erinnernden Isoperspektive - das ist aber auch gewollt, denn Lara Croft ist kein neues Tomb Raider, sondern ein Arcade-Spin-Off. Entsprechend spielt sich der Titel auch - spätestens der Coop-Modus signalisiert, dass hier der Schwerpunkt nicht auf der Story oder irgendwelchen dramatischen Twists liegt, sondern am Spaß an der Sache. Und auch wenn in dem 2GB Download kein Platz mehr für eine vernünftige Geschichte war, so ist TGL doch (fast) jeden der 1200 MS-Punkte wert.

Im Duo fantastisch, alleine eher klassisch
Wat? Coop? Jawoll. Das magische Feature, welches die Industrie endlich für sich entdeckt hat. Lara erlebt die Geschichte nämlich nicht alleine, sondern zusammen mit Totec. Das ist auch nötig, denn beide haben Fähigkeiten, die nur in Kombination des Anderen ergänzt werden können. Während Totec mit seinem Schild Giftpfeile und fliegende Objekte abwehren kann und sich und Lara so Schutz gewährt, kann Lara mit ihrem magnetischen Seil eine Brücke über eine Gruft spannen, über welche Totec balancieren kann. Oder er nimmt seinen magischen Speer, wirft diesen an Wände und kann so für Lara Vorsprünge und Trittflächen schaffen. Alleine kommt man im Coop wahrlich nicht weit, da das genaue Abstimmen der Aktionen teilweise sehr fordernd ist und so solltet ihr ohne direkte Kommunikation gar nicht erst anfangen. Die Kommunikation habt ihr momentan zwangsmäßig sowieso, da für die Xbox-Exklusivität der Online-Coop gestrichen wurde - doof. Heißt, ihr dürft momentan nur lokal mit Real-Life Freunden spielen. Der Online-Coop wird dann nächsten Monat zusammen mit PC- und PS3-Release kostenlos nachgeschoben - außerdem gibt es als Entschädigung den ersten von bereits fünf angekündigten DLCs kostenlos. Super Sache! Von Oktober bis Dezember möchten Square Enix und Crystal Dynamics nämlich fleissig Addon-Packs veröffentlichen. Die ersten drei sollen dabei neue Rätsel und neue erkundbare Bereiche, die letzten beiden "bekannte Videospiel-Figuren" ins Spiel bringen. Ob diese Packs etwas kosten werden und wieviel ist bisher nicht bekannt, man darf aber davon ausgehen, dass ein paar Punkte/Euros fällig werden.

Wer keine RL-Freunde hat, kann die Story natürlich auch Solo spielen. Hier offenbart Lara allerdings einige Schwächen, die vor allem die magere Story betrifft. Totec taucht zwar in Zwischensequenzen auf (und zwar immer zufällig genau dann, wenn der monströse Zwischenboss gerade vernichtet wurde!), verabschiedet sich aber immer wieder sofort mit irgend einer blöden Ausrede. Außerdem bekommt ihr zu Beginn noch seinen magischen Speer in die Hand gedrückt. Gemäß dem Motto "Ich kenne dich nicht, ich bin ein Gott, du nur eine Sterbliche, aber ich geb dir trotzdem mal den Ultra-1337-Speer der 5x so groß ist wie du und trink solange Kaffee, während du meinen 2000 Jahre alten Rivalen jagst und zur Strecke bringst" mutiert Lara zur Ein-Mann-Armee. Bewaffnet mit Speer, Knarren und weniger Fallen auf ihrem Weg, ballert, springt und knobelt sie sich durch die Level und mäht alles nieder, was nicht bei drei auf einem Baum hockt und wimmert.



Schöner Mix aus Knobel und Baller mit Suchtfaktor
Aber egal ob Coop oder Solo - Spaß macht es trotz allem. Das liegt vor allem am sehr fein abgestimmten Mix aus fordernder Knobelei und ansprechendem Actionanteil. Während ihr im einen Moment noch Steinkugeln über den Boden rollt, Physikrätsel löst und Fallen überwindet, hetzt euch Xolotl im nächsten Augenblick Heerscharen seiner untoten Armee auf den Hals. Dann heißt es durchladen, zielen und ballern, bis die Colts rauchen. Wehrt ihr euch noch zu Beginn mit den klassischen Pistolen, findet ihr im späteren Verlauf auch noch massig andere Waffen - Granatwerfer, Flammenwerfer, Doppeluzi, Schrotpumpe und, und, und...! Dabei sind die einzelnen Elemente immer so dosiert, dass es im Prinzip nie langweilig wird oder sich irgendwie überstrapaziert. Es gibt sowohl die klassischen "Renn' um dein Leben, weil hinter dir ein Bösewicht her ist" Level, wie auch die "Töte einfach alles und mach den Zwischenboss platt" Level.

Hinzu kommt, dass ihr in jedem Level neben dem "ans Ziel kommen" auch noch eine Art optionale Checkliste habt. So gilt es, eine bestimmte Punkteanzahl zu erreichen, zehn versteckte, rote Schädel zu finden, einen Abschnitt ohne zu sterben zu beenden und so weiter. Das motiviert und erhöht den Wiederspielfaktor um ein Vielfaches. Wer die Checkliste abarbeitet, bekommt neue Waffen, Artefakte und Reliquien - diese verbessern die Durchschlagskraft der Waffen, euren Munitionshaushalt und andere Aspekte wie Gesundheit und Agilität. Es gibt also auch fein dosierte Rollenspielelemente. Da man jederzeit jedes bereits gespielte Level erneut spielen kann und dabei die bereits freigespielten Waffen behält, ist ein erneuter Durchgang eine Mordsgaudi! Achja, wer mal ins Gras beißt, muss nicht verzagen - die Checkpoints sind sehr fair platziert. Frust kommt so gut wie nie auf, auch nicht bei den teils recht knackigen, aber nie übermäßig schweren Rätseln. Mit etwas Fantasie löst man diese in recht kuzer Zeit. Apropos Zeit - mit 4-5 Stunden Solo-Spielzeit ist der XBLA-Titel recht annehmbar. Wer noch den Coop rocken und alle Artefakte und Power-Ups finden will, kann locker mit 12-15 Stunden Spielspaß rechnen.






Haschbeutel schrieb am 26. August 2010
Oh Lara, was habe ich mit ihr nicht schon alles erlebt. In den rosigen Zeiten (Tomb Raider I + II) war sie die Action-Adventure Göttin, eine Koryphäe der Archäologen und ein Must-Have für jeden Mann. Sie hat mich wochenlang unterhalten und mich durch Städte und Länder dieser Welt gejagt, immer auf der Suche nach sagenumwobenen Schätzen.

In den schlechtesten Zeiten (Tomb Raider: Angel of Darkness) hat sie jeder gehasst, der Name war eine Lachnummer, ihr Stern war im Prinzip erloschen. Dennoch konnte sie immer wieder aufstehen und einige beachtliche Comebacks feiern - ich denke nur an das großartige Tomb Raider: Legends. Jetzt, mit dem Spin-Off Lara Croft and the Guardian of Darkness legt Lara abermals eine beachtliche Nummer auf's Parkett. Die Grafik ist erste Sahne, die Präsentation rundum gelungen, der Soundtrack fesselt und das Coop-Feature ist spitze integriert. Im Prinzip gibt es hier nichts zu bemängeln, auch wenn die Story redundant ist.

Doof nur, dass für die Xbox-Exklusivität der Online-Coop vorerst nur Zukunftsmusik ist. Zwar kann man lokal im Coop spielen, aber da man nicht immer einen Freund zur Seite hat, wird man erstmal überwiegend Solo spielen. Das macht auch Spaß, allerdings hat die Story durch den fehlenden Totec-Anteil klaffende Lücken und einige wirklich dämliche Aussetzer. Auch durch Laras "Übermenschlichkeit" wird das Spiel recht einfach. Aber all das ist Jammern auf hohem Niveau, denn der Rest vom Spiel kann begeistern. Zwar sind 1200 MS-Punkte zum jetzigen Stand überteuert, aber wenn man in die Zukunft schaut, sind sie eine sehr gute Investition. Zugreifen!


Besonders gut finde ich ...
  • Gelungener Spin-Off
  • Coop ist fordern und spaßig
  • Grafisch wunderschön
  • Tolle Effekte
  • Schöner Soundtrack
  • Synchronisation
  • Erster DLC kostenlos
  • Hoher Wiederspielwert
  • Viele freischaltbare Boni & Waffen
  • Recht lange Spielzeit


Nicht so optimal ...
  • Steuerung am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig
  • Jetzt schon mehrere DLCs angekündigt
  • Für Xbox-Exklusivität kein Online-Coop
  • Im Singleplayer etwas zu einfach
  • 1200 MS Punkte aktuell zu viel
  • Story hanebüchen


 Testsystem:  XBOX360
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8 Kommentar(e):
und folgenden Usern gefällt der Beitrag: Michi, Haschbeutel, DarkRaziel,

 





#1
Geschrieben am 27. August 2010 um 14:37 Uhr

DarkRaziel meint ...

Da jetzt in den kommenden Monaten wieder neues Futter kommt für die Konsolen lasse ich Lara erstmal links liegen, denn 1200 Points sind für mich zuviel dafür. Wenn ich für die 15 Euro circa ind England umschaue bekomme ich schon mehr für mein Geld.

Und da 5 DLC schon so sicher sind wie das Ahmen in der Kirche warte ich auf ein Angebote das mich rundum glücklich macht so wie meine Frau.


          
 





#2
Geschrieben am 28. August 2010 um 01:16 Uhr

Kithaitaa meint ...

Sobald mein DSL wieder läuft ist das und SHANK sowas von gekauft. Das hat mit Caro auf der Messe schon so gerockt, und wir "wollten nur mal schauen" ... je, ne is klar?!  

DarkRaziel:1200 Points [...] 15 Euro

Naja, komm. Du kannst nicht 4200'er Karten für 39 Euro (Standardpreis btw., wir hatten das Thema ja) predigen und 1200 Punkte als 15 Euro verkaufen. Das sind 11ungrad! Nur mal so, als ... kleiner Dings.   


          
 





#3
Geschrieben am 28. August 2010 um 14:35 Uhr

Hardcora meint ...

aye! ich freu mich schon tierisch auf das Spielchen .. wie Darius schon sagt: wir wollten uns nur die Zeit ein bisschen vertreiben und dann rockt das so dermaßen im COOP, dass wir bis zum Abspann nicht aufhören konnten?!  

Ich glaube wirklich, dass das gut investierte 15€ sind


          
 





#4
Geschrieben am 30. August 2010 um 10:13 Uhr

Kimmikaze meint ...

Angespielt und begeistert *-*


        
 





#5
Geschrieben am 30. August 2010 um 18:52 Uhr

A-zul meint ...

Joa ich würde es mir auch antuhen wenn mein wenigkeit ne box hätte  

man man man können die das nicht noch für die 3er aufm markt werfen...


          
 





#6
Geschrieben am 30. August 2010 um 19:53 Uhr

DarkRaziel meint ...

A-zul: Joa ich würde es mir auch antuhen wenn mein wenigkeit ne box hätte man man man können die das nicht noch für die 3er aufm markt werfen...


Kommt doch noch im September und dann entscheide ich auf welchem System es vielleicht gekauft wird.


          
 





#7
Geschrieben am 31. August 2010 um 16:34 Uhr

Spielemagazin meint ...

Hi!
Ich konnte den Code vom Summer of Arcade aus Zeitgründen nicht einlösen und daher völlig erwartungsvoll in Zocklaune (gerade in Hinsicht Coop-Modus). Euer Review finde ich super und klar strukturiert.


        
 





#8
Geschrieben am 31. August 2010 um 19:43 Uhr

spielekat meint ...

Auch wenn die Geschichte bisschen platt ist. hat mich das video dann doch posetiv überrascht. und wenn man Lara Craft fan ist .. tja ..


        



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