Genre:Rennsimulation  
Entwickler:Polyphony Digital  Publisher: Sony CEE
Plattform(en):PS3

Release:24.11.2010

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Gran Turismo 5 - Review

Ich geb Gas, macht's auch Spaß? - GT5 im finalen Boxenstopp

Geschrieben von DerBene am 15. Februar 2011 um 20:44 Uhr


Videospieler warten. In den meisten Fällen ein paar Monate oder Jahre, in anderen Fällen vergeblich und im Fall von Gran Turismo 5 eine gefühlte Ewigkeit. Mehr als fünf Jahre war der neuste Teil der erfolgreichen Rennspielserie für Sonys Konsole in Entwicklung. Länger braucht nur der Duke. Erstmals zu sehen gab es eine HD-Version von Gran Turismo auf der E3 2005. Da war die PS3 noch gar nicht auf dem Markt. Und kaum einer hätte damals wohl gedacht, dass es bis Ende 2010 dauern würde, bis Kazunori Yamauchi mehr als nur eine kostenpflichtige Demoversion veröffentlicht. Die Erwartungen waren bis zum Release jedenfalls ins Unermessliche gestiegen. Nicht weniger als Rennsport in Perfektion hatten die Entwickler angekündigt. Wird die Simulation ihrem Hype gerecht?

Als ich Gran Turismo 5 in den Händen halte, kann ich es kaum glauben. Es ist wirklich da. Und während sich die unscheinbare Blu-ray im Laufwerk dreht und die Spieldaten installiert, kann ich in Ruhe mein Lenkrad entstauben und aufbauen. Ich habe mir zwar sagen lassen, dass sich das Spiel auch mit Gamepad spielen lässt, richtiger Spielspaß kommt bei einer Simulation wie Gran Turismo aber nur mit einem Lenkrad auf. Nach fast einer Stunde Installation ist das Spiel endlich bereit zur ersten Proberunde, wer sich jetzt allerdings auf extrem kurze Ladezeiten freut, wird spätestens beim Laden des ersten Rennes eines Besseren belehrt, vermutlich aber schon beim Laden des Hauptmenüs des GT-Modus. Wer das Herzstück des Spiels auswählt, wartet einige Sekunden auf ein einfaches 2D-Menü. Warum das so ist, können uns wohl nur die Entwickler verraten. Wer seine PS3 am Internet hängen hat, darf sich bei Problemen mit den Onlineservern auf noch längere Wartezeiten einstellen. Egal ob er gerade online spielen möchte oder nur offline eine Runde drehen will. Ärgerlich. Die ruhige Klaviermusik im Hintergrund sorgt aber dafür, dass mich die Wartezeit nicht gleich durch die Decke gehen lässt – bei anderen Rennspielen auf Konsolen wartet man zwar ähnlich lang, der öde Ladescreen von GT5 sorgt aber dafür, dass die gefühlte Wartezeit um ein Vielfaches länger ist.


Mit einem Kleinwagen fängt alles an...

Doch was zählt, ist auf der Strecke. Also will ich mal sehen, was der „Real Driving Simulator“ hier drauf hat. Zu Beginn muss ich mir von einem bescheidenen Startkapital mein erstes Auto kaufen. Eine prima Gelegenheit sich einen günstigen (in der Regel asiatischen) Kleinwagen zuzulegen. Und euch die unterschiedlichen Einkaufsmöglichkeiten und Fahrzeugtypen in Gran Turismo 5 zu erklären. Insgesamt gibt’s in dem Spiel mehr als 1.000 Fahrzeuge. Allerdings sind einige Modelle wie z.B. der Mazda MX-5 gleich mehrfach 21 mal vertreten. In Worten: einundzwanzig. Selbst mir als Autoliebhaber mit Benzin im Blut ist hier nicht ganz klar, was das bringen soll. Zumal sich die Fahrzeuge z.T. optisch und auch in der Fahrphysik gar nicht unterscheiden. Hier wurde eben jedes Modelljahr mit minimalem optischen Facelift integriert.




Insgesamt ist die Auswahl an Fahrzeugen natürlich überragend, unterteilt sich jedoch in rund 200 Premium-Fahrzeuge und etwa 800 Standard-Autos. Während ihr die Premium-Varianten beim Händler als Neufahrzeuge bekommt, gibt’s die Standard-Wägelchen nur beim Gebrauchtwagenhändler. Und der hat immer nur ein bestimmtes Sortiment an Fahrzeugen da, das Angebot wechselt ständig und damit auch die Verfügbarkeit der Fahrzeuge. Zudem könnt ihr die Flitzer natürlich auch als Preise bei den Rennen gewinnen. Hier werden dann sowohl Premium-Autos als auch Standard-Fahrzeuge unters Volk gebracht. Auch hier dürft ihr euch übrigens wieder auf einige Ladezeiten und unnötige Menüs freuen. Der Gewinn eines Autos läuft nämlich etwa so ab: Ihr gewinnt einen Wettbewerb (Yeah!), ihr bekommt eure Erfahrungspunkte, eure Credit Points (zum Einkaufen bei den Auto- und Teilehändlern) und einen schönen Pokal (immer noch: Yeah!), nun geht’s zurück ins Menü. Nix. Nochmal zurück ins Hauptmenü des GT-Modus: Aha, ihr habt ein Ticket für ein Auto gewonnen. Also: Auto-Lieferdienst anklicken. Dort dürft ihr das Ticket dann einlösen (Was zur Hölle sollten wir auch sonst damit machen wollen?). Also: Einlösen anklicken (zur Sicherheit fragt das Spiel nochmal nach), Ladescreen, Auto wird kurz aus ein paar Perspektiven präsentiert und rollt schließlich direkt auf euch zu. Nun kommt noch die Frage: Wollt ihr direkt einsteigen (d.h. das Auto für die nächsten Rennen nutzen)? Wir klicken nein (erstmal in die Garage, bitte...) und dürfen dann wieder auf das Hauptmenü warten. Warum uns der Gewinn nicht gleich in die Garage gestellt wird, ist mir schleierhaft.


Herr Yamauchi, was macht denn die PS2-Grafik in meinem GT5?

Ich sitze aber ja immer noch ohne fahrbaren Untersatz und ohne erstes Rennen vor dem Bildschirm. Was sind denn die Unterschiede zwischen den Premium- und Standardkarren, werdet ihr euch vielleicht fragen. Genauso ging es mir auch, bis ich (schon kurz vor Release) die ersten Bilder und Videos gesehen habe. Kurz: Premium = hui, Standard = pfui. Ganz ehrlich: Wie es die knapp 800 Standardautos durch die Qualitätskontrolle von Herrn Yamauchi geschafft haben sollen, muss mir mal jemand erklären. Vielleicht haben die verantwortlichen Designer lieber mit den Modellautos gespielt, die sie abdigitalisieren sollten. Bei den Standardfahrzeugen handelt es sich nämlich im Prinzip um die Modelle aus Gran Turismo 4. Und so sehen sie leider auch aus. Sobald man näher herangeht, werden die relativ niedrig aufgelösten Texturen sichtbar. Hier sind die Radkästen nicht rund sondern eignen sich wunderbar zum Treppensteigen.



Detaillierte Cockpits sucht man bei den Standard-Versionen auch vergeblich. Es gibt nicht nur keine realistischen Cockpits (mit funktionierenden Anzeigen, allen Details, Schaltern, Reglern und Knöpfen, wie es bei den Premium-Modellen der Fall ist) sondern einfach gar keins. Wer (wie ich) gerne in der Cockpitperspektive fährt, wird also (so oft es geht) einen Bogen um die Standard-Ausführungen machen. Auch das Schadensmodell (aber das ist ein Fall für sich, dazu später noch etwas mehr) ist bei den Standards ein noch größerer Witz als bei den detaillierteren Modellen und die Frontscheinwerfer sind bei allen Standardautos identisch (die Premium-Wagen haben allesamt Scheinwerfer mit einstellbarem Abblend- und Fernlicht). Kurz gesagt: Die Standardwagen sehen mehr schlecht als recht aus. Sie haben in einem HD-Spiel eigentlich nichts verloren und wirken daher (besonders wenn ihr in den Rennen mal wirklich an den unterschiedlichen Fahrzeugtypen vorbeizieht) irgendwie Fehl am Platz. Die rund 400 bis 500 Fahrzeuge aus Forza Motorsport 3 sind jedenfalls deutlich hübscher. Und bieten allesamt ein Cockpit.


Ist das ein Foto oder ist das GT5?

Bei den 200 Premiummodellen fällt euch dafür mit Sicherheit die Futterluke runter. Was die Entwickler hier an Detailreichtum auf den Bildschirm zaubern ist schlichtweg unglaublich. Dermaßen perfekt umgesetzte Fahrzeuge habe ich bislang noch in keinem Spiel gesehen. Jede Schraube, jedes Ventil und jedes Detail im Cockpit ist wie am Originalfahrzeug. Selbst die Scheibenwischer dürft ihr einschalten (was auf Strecken mit Regen oder Schnee auch spielerisch Sinn ergibt). Und die Auswahl an Premium-Cars ist wirklich sehr abwechslungsreich, auch wenn ich einige Standard-Autos liebend gerne mit vollen Details und Cockpit gesehen hätte. Die vielen Polygone sorgen nicht nur im Foto-Modus und im Menü für große Augen, die Unterschiede sind auch auf der Strecke sichtbar. Für mich schon ganz offensichtlich am Cockpit.




Ich entscheide mich als für einen Honda Civic Type R, der zu den Premium-Autos gehört, die ich mir gerade so leisten kann. Und ab geht’s auf die erste Strecke. Wie in den bisherigen GT-Serienteilen gibt es unterschiedlich schwere Wettbewerbe, wobei in der Regel bestimmte Fahrzeugtypen (z.B. Frontantrieb, bestimmtes Herkunftsland oder bestimmte Epoche) und bestimmte Leistungen (z.B. max. 150 PS) vorgeschrieben sind. Ganz selten erwarten euch auch Events für bestimmte Autotypen. Wer das entsprechende Modell gerade nicht in der Garage hat, muss also zum Händler. Ärgerlich: Wenn es sich um ein Standard-Auto handelt, ist es absolute Glückssache ob der Gebrauchtwagenhändler gerade ein entsprechendes Fahrzeug im Angebot hat oder eben nicht.

Natürlich erwarten euch eine Vielzahl von Optionen, die vor den Rennen noch eingestellt werden können. Fahrhilfen in verschiedenen Stufen, eine Ideallinie, verschiedene Reifenmischungen, die Füllung des Tanks und natürlich das Tuning, also der Austausch von eingebauten Teilen durch leistungsstärkere oder leichtere Tuning-Teile. Ich belasse es erstmal bei den vorgeschlagenen Optionen, nur schalten möchte ich dann doch gerne manuell. Und zum Lernen der Strecke ist die Ideallinie wohl auch sinnvoll... Los geht’s.


Fahrspaß oder Kampf gegen die Regeln der Physik?

Nach einem erneuten Ladebildschirm bin ich auf der Strecke. Noch mal die Startaufstellung anschauen, dann klicke ich auf „Start“. Einen Fehlstart kann man übrigens nicht hinlegen, wer mag kann also während die Ampel noch rot zeigt den Fuß also schon mal auf das Gaspedal setzen. Die ersten Gegner sind kein Problem, ich fahre ja zum Beginn auch im Amateur-Schwierigkeitsgrad (keine Angst, später wird es durchaus schwierig...), nach den ersten paar Kurven hab ich dann auch alle Konkurrenten überholt und Zeit die Kameraperspektiven durchzuschalten. Neben der Stoßstangenperspektive kann ich mich ins Cockpit setzen, direkt vor die Windschutzscheibe über die Motorhaube blicken oder den Wagen in der 3rd-Person-Perspektive von hinten betrachten. Mit einem Lenkrad ist diese Ansicht aber kaum spielbar, wer mit einem Wheel spielt (und das ist bei GT5 absolut empfehlenswert!) wird sich also zwischen Cockpit und Stoßstange entscheiden.

Was aber schon nach wenigen Runden klar und auch nach etlichen Stunden auf verschiedensten Strecken nur bestätigt wird: Die Fahrphysik von Gran Turismo ist über jeden Zweifel erhaben und wohl der Hauptgrund für den Erfolg der Serie. Realistischer geht es an einer Heimkonsole wohl nicht und auch am PC gibt es nur eine handvoll Spiele, die mit GT5 mithalten können. Forza Motorsport 3 auf der XBOX 360 ist bei den Videospielen wohl noch am nächsten dran, GT5 aber noch einen Tick genauer. Wer auf der Nordschleife fährt, erfährt die Strecke wirklich. Alle Steigungen wurden exakt in das Spiel umgesetzt und das Force Feedback sowie die genaue Fahrphysik lassen euch jede Unebenheit, die Kräfte des Fahrzeugs und jede Curbs tatsächlich spüren. Dabei wirken sich Änderungen am Fahrzeug-Setup (z.B. die Reifenwahl aber auch unterschiedliche Tuning-Teile) spürbar auf das Fahrverhalten aus.




Und auch das Wetter auf der Strecke hat Einfluss auf eure Fahrweise. Bei Regen müsst ihr andere Bremspunkte wählen als bei trockenen Streckenverhältnissen. Apropos Regen. Der sieht zwar auf den ersten Blick ganz ok aus (kein Vergleich zu F1 oder DIRT 2, die beiden Spiele zeigen wie Regen heute in einem Rennspiel aussehen muss) aber eure Autos bleiben aus unerfindlichen Gründen vollkommen trocken. Das hat damals schon Project Gotham Racing 4 besser hinbekommen. Dafür sind die Tag- und Nachtwechsel wirklich atemberaubend schön – und auch spielerisch interessant. Im Dunkeln bleiben euch nämlich häufig nur die Scheinwerfer als Lichtquelle – und wenn man die Strecke nicht kennt, sieht man Kurven oder den Streckverlauf nach einer Steigung so erst relativ spät.


Eine Karriere so spannend wie ein Bingo-Abend...

Im Wesentlichen erwartet den Spieler in GT5 nichts Neues. A-Spec (selber fahren) und B-Spec (Fahrer einstellen, dann beim Rennen einige Kommandos geben und hoffentlich gewinnen – Wer bitte kauft ein Rennspiel um da so ein langweiliges Management-Geklicke zu haben? *gähn*) und Lizenztests sind Kennern der Vorgänger wohlbekannt. Neu ist: Die Lizenzen sind eigentlich vollkommen egal, ihr sammelt stattdessen Erfahrungspunkte die euren Level verbessern und euch so in neue Schwierigkeitsgrade und neue Wettbewerbe vordringen lassen. Die Lizenztests sind dennoch spaßig und gerade Simulationsfanatiker werden sich freuen bei den teils richtig kniffeligen Aufgaben noch weitere Hundertstel-Sekunden heraus zu kitzeln.

Neu sind die Spezial-Events. Go-Kart-Rennen auf speziellen Kart-Strecken, eine Nascar-Schule, bei der ihr z.B. das Fahren im Windschatten lernt, verschiedene Herausforderungen auf dem bekannten Top Gear Test Track, eine AMG-Fahrschule auf dem Nürburgring und Rallye-Herausforderungen erfordern ganz unterschiedliches fahrerisches Können und werden Einsteiger und Profis gleichermaßen die Freudentränen in die Augen treiben. Die Aufgaben sind nämlich äußerst abwechslungsreich, schön in Szene gesetzt und unheimlich motivierend. Am Ende winken nicht nur ordentliche Preisgelder sondern auch begehrte Autos.




Der Streckeneditor ist eher ein Witz, nur minimale Änderungen sind möglich, großer Fahrspaß kommt auch nicht auf – das macht aber nichts, weil die mitgelieferten Strecken überzeugen können. Sowohl die Originalkurse aber auch die Fantasiestrecken begeistern mit interessanten Streckenführungen und großer Abwechslung. Die Stadtkurse (unter anderem Rom, Madrid und Tokio) sehen toll aus und sind aufgrund enger Kurven eine besondere Herausforderung. Leider schwankt die grafische Qualität der Kurse enorm. Zwar können die Stadtstrecken mit tollen Details und realistischer Architektur begeistern, dafür geht die Framerate zum Teil deutlich in die Knie und Tearing ist auch ein ständiger Begleiter.

Auch die Originalstrecken sind nicht durchweg sehenswert, bei einigen Rennstrecken ist die Umgebung doch äußerst kahl und die aufgestellten Pappbäume und Pappzuschauer können auch nicht gerade gut darüber hinwegtäuschen, dass es um eine Rennstrecke herum nun mal in der Regel relativ langweilig ist. So schön der Nürburgring als Strecke umgesetzt wurde (in wohl keinem anderen Spiel sind die Eigenschaften der weltbekannten Rennstrecke so genau auf das virtuelle Pendant übertragen worden wie in GT5), nerven die platten Bäume am Streckenrand. Besonders auffällig wird die Qualität der Strecken, wenn in der Wiederholung ein fotorealistisches Premiumauto über den Asphalt brettert. Und die Pappzuschauer erstaunlicherweise vom Windzug nicht umfallen.


Ein Blick unter die Haube - Was hat GT5 technisch auf dem Kasten?

Technisch ist GT5 eine Enttäuschung auf hohem Niveau. Die Beleuchtung sucht ihresgleichen und stellt mit der realistischen Farbgebung z.B. Forza Motorsport 3 locker in den Schatten. Die Standardautos passen aber überhaupt nicht in das Spiel und die schwankende Qualität der Strecken sorgt für weitere Falten auf der Stirn. Schade: Auch mit den Schatten gibt es immer noch große Probleme. Wer im Cockpit fährt darf sich auf viele Treppen freuen: Die Schattenkanten sind nämlich alles andere als gerade oder weich. Auch die Effekte sind ein zweischneidiges Schwert: Die Wettereffekte gibt’s in anderen Spielen deutlich schöner, die Partikeleffekte sehen dafür toll aus: Aufspritzende Gischt, aufgewirbelter Staub – hier macht GT5 sehr viel richtig.



Eher traurig ist die KI. Die hat das I nicht verdient. Denn mehr als auf der Ideallinie fahren und ab und zu mal bremsen, hat die künstliche Intelligenz in Gran Turismo leider immer noch nicht drauf. Spannende Duelle werdet ihr also nur gegen menschliche Gegner fahren können. Und Reaktionen auf einen Unfall oder ähnliches braucht ihr von den Computerfahrern auch nicht erwarten. Apropos Unfall: Schäden an den Autos muss man mit der Lupe suchen. Das angekündigte „perfekte Schadensmodell“ ist ein Aprilscherz von Yamauchi. Es ist nämlich quasi nicht vorhanden. Zwar wirken sich Schäden bei Kollisionen (die übrigens eher so klingen, also würde man zwei Billardkugeln gegeneinander schießen) auf das Fahrverhalten aus (der Wagen zieht z.B. ständig in eine Richtung), optisch ist das Ganze aber auf kleine Dellen beschränkt. Zerspringendes Glas, abfallende Teile, all das sucht man in GT5 ziemlich vergeblich. Da haben andere Spiele optisch schon deutlich Beeindruckenderes auf den Bildschirm gebracht.


Mehrspaß mit mehr Spielern?

Online gibt’s auch Licht und Schatten. Der Onlinemodus ist spielbar und das auch ziemlich gut. Als Host hat man unglaublich viele Möglichkeiten und anders als bei Forza Motorsport kann man die Einstellungen nicht nur für private Lobbys sondern auch bei öffentlichen Rennen ganz seinen Wünschen anpassen. Allerdings fehlt es an vielen Stellen an nötigen Komfortfunktionen, bei denen die Konkurrenz von Microsoft klar die Nase vorn hat. Beim Fuhrpark kann man beispielsweise nur aus einer vorgebenden Auswahl an Fahrzeugen wählen. Möchte man Fahrzeuge aus der eigenen Garage nutzen, muss man diese umständlich als Favorit markieren. Setups können ebenfalls nicht einfach gespeichert und geladen werden, wie es bei Forza schon seit jeher üblich ist und Ranglisten fehlen auch. Schön: Eine Host-Migration ist möglich, d.h. wenn der Host das Spiel verlässt kann er einen Nachfolger bestimmen. Auch sonst hat der Host viele Möglichkeiten: Er kann Spieler per Knopfdruck aus der Lobby werfen und sehr viele Einstellungen für das Rennen wählen. Ganze Rennserien mit Qualifying auszutragen, ist jedoch leider nicht möglich. Dafür dürfen die Teilnehmer je nach Lobby-Einstellung über die Strecke abstimmen und eine Probefahrt ist auch möglich. Dafür geht das Rennen automatisch los, wenn der Host auf „Rennstart“ klickt. Absprachen sind in der Lobby daher unverzichtbar. Gut wenn man da ein Headset besitzt. Der Textchat ist nämlich äußert nervig und meist zu langsam.



Mit Patches wurde der Onlinemodus bereits etwas verbessert. So sammelt ihr nun (wie in Forza) Erfahrungspunkte und Geld, die auch in der Karriere eingesetzt werden können. Auch die Möglichkeit die Auswahl der Autos für die Mitfahrer auf bestimmte Klassen zu beschränken gab es anfangs nicht, inzwischen wurde diese extrem wichtige Einstellungsmöglichkeit nachgeliefert. Eine wirklich umfangreiche Erweiterung sind die Saison-Veranstaltungen. Hier liefert Polyphony Digital in regelmäßigen Abständen neue, zeitlich befristete Veranstaltungen.






DerBene schrieb am 15. Februar 2011
Was lange währt, wird endlich gut? Im Fall von Gran Turismo 5 ist diese Frage nicht ganz eindeutig zu beantworten. Fans der Serie haben das Spiel sicher eh schon lange gekauft und auch für Liebhaber von Autos und Motorsport ist die PS3-Version der legendären Simulation ein absoluter Pflichtkauf: Kein anderes Videospiel zelebriert die Liebe zu Automobilen so wie es Gran Turismo macht.

Allerdings leistet sich das Spiel technisch einige Schwächen, die besonders in Anbetracht der langen Entwicklungszeit wirklich ärgerlich sind. Das beginnt bei der Grafik, die zwar tolle Automodelle und eine fantastische Beleuchtung auf den Bildschirm zaubert, aber auch pixelige Schatten, Slowdowns und Tearing. Dazu kommt das lächerliche optische Schadensmodell und der ebenfalls allenfalls mäßige Sound. Bei den Standardautos dürften sich zudem viele Zocker fragen, was die Automodelle aus einem PS2-Spiel in Gran Turismo 5 verloren haben.

Spielerisch bietet GT5 mehr vom Alten und Bekannten. Dazu kommen die wirklich tollen Spezial-Events und der durchaus gelungene Onlinemodus. Der Fotomodus ist eine Spielerei, die aber mit soviel Liebe zum Detail umgesetzt wurde, dass sich Automobilliebhaber über die Ergebnisse wirklich nur freuen können. In den Bildern zeigt das Spiel, was an Polygonen und Details wirklich in den Autos steckt.

Für Konsoleros mit Benzin im Blut ein Pflichtkauf, der allerdings nicht dem Hype gerecht wird - und mit Sicherheit kein perfektes Spiel. Inzwischen hat auch die Mutter der Rennsimulationen ernste Konkurrenz und wird von Forza in einigen Belangen locker übertrumpft. Bleibt zu hoffen, dass wir nicht wieder solange auf einen Nachfolger warten müssen... Falls doch dürfte Gran Turismo 5 Rennspielfans für die nächsten Jahre beschäftigen.


Besonders gut finde ich ...
  • großer Umfang der Karriere...
  • Premiumwagenmodelle sind
  • konkurrenzlos...
  • Technik kann begeistern: Details der
  • Premiumautos, Beleuchtung, 60fps, Streckengrafik...
  • Fahrphysik
  • Spezial-Events mit viel Abwechslung
  • und toller Präsentation
  • gelungene Tag- und Nachtwechsel
  • solider Onlinemodus


Nicht so optimal ...
  • ... leider recht öde präsentiert
  • ... Standardmodelle sind ein
  • schlechter Witz
  • ... Technik kann entäuschen: Schatten,
  • Details der Standardautos, Slowdowns, Tearing, Streckengrafik
  • KI der Gegner ist unterirdisch
  • Schadensystem
  • belanglose Menümusik
  • Ladezeiten (auch in den Menüs)

 Testsystem:  PS3
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12 Kommentar(e):
und folgendem User gefällt der Beitrag: Haschbeutel,

 





#1
Geschrieben am 15. Februar 2011 um 21:21 Uhr

DarkRaziel meint ...

Habe das Spiel ja bei Euch gewonnen und kann deine Einschätzungen voll so unterschreiben.
Wie die Ladezeiten passen auf keine Kuhhaut und ich frage mich für was man gute 8GB auf die HDD scheffelt. Möchte nicht wissen wie die Ladezeiten ohne die HDD Installation wären.


          
 





#2
Geschrieben am 15. Februar 2011 um 22:40 Uhr

Phaz meint ...

Ich muss sagen, dass ich Forza immernoch schlechter finde.
Das Fahrverhalten ist bei GT5 um einiges besser und die (premium) Modelle sind die schönsten Automodelle dieser Generation.
Die Ladezeiten fand ich nach der Installation nicht so schlimm, wie ihr das gerade aufspielt, obwohl sie im Menü, dennoch recht nervig sind.
Naja gut, das mit der KI ist so ne Sache  und auch das Schadensmodell ist eher pfui als hui.
Trotzdem ist GT5 meiner Meinung nach die beste Rennsimulation für Konsolen, die man haben kann.
Der Karriere-Modus spornt einen mehr an als der von Forza und Spezialevents wie Kartfahren bringen Abwechslung ins Spiel.


          
 





#3
Geschrieben am 16. Februar 2011 um 13:18 Uhr

Petzl meint ...

Bin von GT5 doch etwas enttäuscht.Der GT Modus,so was von umständlich für Spieler,die eigentlich nur Rennfahren mit den besten Autos wollen. Aber das größte Manko für mich ist, es nimmt meine Steuerung nicht richtig an. Habe ein Thrustmaster Universal Challenge Racing Wheel(PS3 kompatibel), aber die Schaltfunktionen über die Wippen nimmt es nicht an. Oder funktioniert das Spiel nur mit Logitech-Steuerung? Ein nicht sehr begeisteter Racer, der lieber weiter F1-2010 spielen wird. 3 Runden,mit dem Lotus.nur Rennen- das ist Racing Total. Aber es kann ja noch sei, daß wer mal was schreibt,, daß ich meine Steuerung danach einstellen könnte und mir das Spiel doch noch Freude bereitet. Petzl


        
 





#4
Geschrieben am 16. Februar 2011 um 14:53 Uhr

DerBene meint ...

@ Phaz: Die Premium-Modelle sind wirklich ein Traum, leider sind aber auch einige Topautos nur in der Standard-Ausführung enthalten. Gerade für Liebhaber von bestimmten Modellen ein echter Wermutstropfen.

Die Karrieren von Forza und GT5 finde ich ziemlich ähnlich wobei ich bei Forza das Gefühl habe, schon früher in flotteren Autos zu sitzen, die Spezial-Events in GT5 sind aber wirklich toll und sorgen für Abwechslung.

Gerade online hat Forza in meinen Augen aber klar die Nase vorn. Alleine die Möglichkeit seine Autos komplett zu personalisieren (durch Anbauteile aber insbesondere durch wirklich individuelle Lackierungen) und der gute Shop sind ganz große Klasse. Bei der besseren Fahrphysik gebe ich dir Recht. Leute die aber nur eine XBOX 360 besitzen, brauchen sich nicht extra für GT5 die PS3 kaufen...

@ Petzl: Das Thrustmaster Universal Challenge Wheel ist leider ein Problemlenkrad, was die Kompatibilität angeht. Die Konfiguration an der PS3 ist dort spieleabhängig sehr problematisch. Als Rennspielfan solltest du dir daher über kurz oder lang überlegen, ob du ein bisschen mehr Geld investierst und dir z.B. ein schönes Logitech Lenkrad zulegst - alleine mit Force-Feedback wirst du in allen Rennspielen eine Menge Spaß haben. Generell unterstützt GT5 auch andere Lenkräder. Du könntest mal verschiedene Lenkräder in den Optionen von GT5 durchprobieren und dort die Tastenbelegung anpassen - eventuell bringst du damit auch die Wippen ans Laufen. Da ich das Lenkrad aber selbst nicht habe, kann ich dir keine genaueren Hinweise geben.


          
 





#5
Geschrieben am 16. Februar 2011 um 16:44 Uhr

petzl meint ...

Danke,so kann ich davon ausgehen,daß ich ein logithech-rad brauche.Eine gute Empfehlung wäre für mich wichtig.Bitte schreibt......Danke Petzl


        
 





#6
Geschrieben am 16. Februar 2011 um 17:36 Uhr

onkelz24 meint ...

Das sehe ich anders als ihr und des weitern werden serwohl erfahrungspunkte im online Modus gesammelt wohl nicht auf dem neusten stand ??? Und Geld gibt es dort auch also bitte richtig stellen !!



        
 





#7
Geschrieben am 16. Februar 2011 um 17:54 Uhr

Kithaitaa meint ...

onkelz24: Das sehe ich anders als ihr und des weitern werden serwohl erfahrungspunkte im online Modus gesammelt wohl nicht auf dem neusten stand ??? Und Geld gibt es dort auch also bitte richtig stellen !!

Definiere "anders"   


          
 





#8
Geschrieben am 17. Februar 2011 um 13:25 Uhr

eppi meint ...

sorry, aber da hat er recht... ein blick auf den changelog vom 1.05patch hätte gereicht

?Belohnungen und Erfahrung für Online-Rennen
Wenn Sie in [Offene Lobby] oder [Meine Lobby] ein Rennen abschließen, erhalten Sie Belohnungen und Erfahrungspunkte.
Auch wenn Sie überwiegend online spielen, können Sie Belohnungen erhalten und sich hochstufen, um in [GT-Life] voranzukommen

fragt man sich ob der gesamte Test so überhaupt Validität besitzt.
Bei vielen GT5 Tests, fiel mir auf das nur schlampig bisweilen garnicht recherchiert geschweige denn selbst gespielt wurde... ein schelm der...

Von Online-Herausforderungen bzw. Online Händler lese ich hier auch nix  Also JB runter patch rauf und nochmal updaten das hier


        
 





#9
Geschrieben am 17. Februar 2011 um 17:39 Uhr

DerBene meint ...

@ onkelz24 und eppi: Danke für die Hinweise. Ich habe das Spiel selbstverständlich selbst gespielt, den Onlinemodus jedoch (auch mangels Mitfahrer im Freundeskreis) schon Anfang Dezember. Zu dem Zeitpunkt waren diese Features noch nicht integriert. Entschuldigt diese Ungereimtheit im Test. Der entsprechende Abschnitt wurde aktualisiert.

Der Hot-Car-Händler ist für die Karriere in der Tat ganz sinnvoll (weil die Wahrscheinlichkeit steigt, dass eine Standard-Auto, was ich brauche, auch direkt verfügbar ist) - aber nicht vergleichbar mit dem Auktionshaus und Onlineshop von Forza.

Die Saison-Veranstaltungen sind hingegen wirklich schön, allerdings schwanken dort der Schwierigkeitsgrad und die Anforderungen recht stark. Insgesamt aber ein tolles Feature, wenn es denn von PD in Zukunft weiter regelmäßig mit Veranstaltungen gefüllt wird.

@ petzl: Das kommt ein bisschen aufs Budget an. Wenn du ziemlich viel Geld ausgeben kannst/möchtest: Das G27 bzw. G25. Ansonsten das Driving Force GT oder (falls du es gebraucht bekommst) das Logitech Driving Force Pro.


          
 





#10
Geschrieben am 17. Februar 2011 um 18:35 Uhr

Petzl meint ...

Ist für "DerBene": Danke für Deine Informationen an mich. Hab mir halt fürs erste ein gebr.Logi-GT Rad bestellt und werde ja sehen, wie's jetzt dann so geht mit dem Spiel, denn wenn ich so die Kommentare lese, ich kenn mich ja überhaupt nicht aus um was es geht. Gruss Petzl


        
 





#11
Geschrieben am 17. Februar 2011 um 19:15 Uhr

Petzl meint ...

Kann man die Wiederholung vom Rennen nicht wegschalten?


        
 





#12
Geschrieben am 25. Februar 2011 um 14:04 Uhr

Striker meint ...

ich find das game echt cool, hab es mir gestern geholt und muss sagen mir gefällt es echt gut, aber ich steh ja sowieso auf racing games  


        



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