Genre: Adventure  
Entwickler: Level 5  Publisher: Nintendo
Plattform(en):  NDS

Release: 22.10.2010
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Professor Layton und die verlorene Zukunft - Review

Das Duo Infernale ist zurück - Rätseln wir uns die Zukunft schön!

Geschrieben von Hardcora am 15. November 2010 um 18:14 Uhr


Professor Layton. Seit der ersten Veröffentlichung ist der Gute eines der Must-Have-Games für den Nintendo DS. Seit Ende Oktober gibt es nun endlich den langerwarteten dritten Teil. Der ein oder andere mag sich darüber wundern, dass dieser nun nicht, wie die beiden Vorgänger, eine Altersfreigabe "ab 0" sondern "ab 6" erhält. Nun - das ist mehr als gerechtfertigt. Geht es in diesem neuen Layton doch eher um eine düstere Zukunft und dunkle Machenschaften als um Geschichten von Bienchen und Blümchen. Aber zurück auf Anfang.

Der dritte Layton beginnt typisch: wir erhalten einen Brief, der uns über unsere neue Mission aufklärt. Wir, das wären Professor Hershel Layton und sein Lehrling Luke, machen uns alsbald dazu auf, diesen neuen mysteriösen Fall zu lösen. Warum mysteriös? Der Brief kommt von Luke selbst. Aus der Zukunft.


Prolog

Willkommen im London der Gegenwart. Der mysteriöse Brief lockt unsere Protagonisten erst einmal durch die zauberhafte britische Hauptstadt. Nebenbei werden wir Zeuge einer Vorführung des neuesten technischen Schnickschnacks: einer Zeitmaschine. Natürlich geht alles schief, was schief gehen kann und am Ende werden diverse Menschen vom Erdboden verschluckt. Von der Neugier geweckt verfolgen wir den Ursprung des Briefes, der uns geradewegs in einen alten Uhrenladen führt. Wir betreten ihn in der Gegenwart und verlassen ihn in der Zukunft. Genug gespoilert! Back to the basics und auf ins Rätselgetümmel!


Hauptteil

Rätselfreunde der Laytonspiele werden sich sofort wohlfühlen - das Handling entspricht zu 100% dem der Vorgänger. Rätselneulinge werden durch die Aussagen der herumstehenden NPCs an die Hand genommen und via Tutorial an die einfache Steuerung herangeführt. Natürlich gibt es wieder einmal die Hinweismünzen, die ihr in jedem, traumhaft detailreichen, Hintergrund durch wildes Herumtippen finden könnt. Diese werden auch hier wieder für die Tipps bei den Rätseln selbst benötigt. Neu ist hier beispielsweise, dass es auch versteckte Hinweismünzen gibt. Findet ihr beim Suchen also eine Art "Rascheln", versteckt sich nach weiterem Antippen dieser Stelle darunter wahrscheinlich eine Münze - oder eben ein verstecktes Rätsel. Die Münzen sind eure Währung für die freischaltbaren Rätselhilfen - neu ist hier wiederum der so genannte "Supertipp", der euch nach drei freigeschalteten Tipps den letzten Anstoß geben sollte, das Rätsel zu lösen. Da hier weniger um den heißen Brei herumgeredet wird, wie bei den drei normalen Tipps, ist der Supertipp mit zwei Hinweismünzen entsprechend "teurer". Kommt ihr wirklich einmal nicht weiter, sollte der Supertipp euch eigentlich fast immer helfen.



Während des knapp einstündigen Prologs fällt die Rätseldichte eher mager aus, da ihr hier langsam an die Geschichte herangeführt werdet. Auch danach kommt es mir eher vor, als wären die Rätsel mit rund zehn je Stunde extrem knapp bemessen - im Gegenzug liegt der Fokus klar auf der Handlung. Im Zuge dessen werdet ihr im "Zukunftslondon" viel herumgeschickt. Nur einmal ist es bei mir vorgekommen, dass selbiges etwas konstruiert wirkte. Ich war gerade auf dem Weg nach Chinatown, wofür ich gefühlte 20 Hintergründe durchquerte, kam an und wurde direkt wieder zurückgeschickt, da mein Auftraggeber es sich anders überlegt hatte. Unschön. Kam aber nicht mehr vor. Schwamm drüber. Später gibt es immerhin noch die sehr nützlichen öffentlichen Verkehrsmittel, die eure Wege extrem abkürzen.



Letztendlich findet die Story hauptsächlich im "neuen London" statt, doch gibt es auch diverse Abstecher ins "alte London". Die Geschichte spielt mit euch. Selten habe ich innerhalb eines Spieles soviele Storytwists wie hier erlebt. Dazu sei gesagt, dass der neue Layton tatsächlich erwachsener daher kommt, als noch in den Vorgängerspielen. Die erhöhte Altersfreigabe kann ich also mehr als verstehen. Für Kleinkinder ist die Geschichte tatsächlich nicht unbedingt geeignet. Blut gibt es zwar nicht zu sehen, doch könnte die düstere Geschichte dem ein oder anderen vielleicht doch etwas aufs Gemüt schlagen. "Große Zocker" bekommen dafür eine spannende und wendungsreiche Geschichte serviert, die eigentlich gar nicht so sehr zum Laytoniversum passt. Natürlich trefft ihr wiedermal viele alte Charaktere, was den Wohlfühlfaktor natürlich enorm steigert. Abgesehen davon prägen Emotionen en masse, Gentlemen-Weisheiten, Verlust und eine verlorene Zukunft die Handlung. Wie ihr wisst, setzt ein Gentleman seinen Hut niemals ab - egal wie verfahren die Situation auch sein mag. Ob es angesichts der bedrückenden Ereignisse eine Wendung gibt und wir tatsächlich einmal das Haupthaar des Professors erblicken? Ja, nein, ja, nein, vielleicht, vielleicht auch nicht. Ihr dürft gespannt sein.


Spannungsbogen

Zurück zur Nebenhandlung: den Rätseln. Hier erwarten euch die traditionellen Layton-Kopfnüsse. Mehr oder weniger sinnvoll erhaltet ihr diese Rätsel, wie bisher auch, von den Nebendarstellern, die in der ganzen Stadt verteilt herumstehen. Warum mehr oder weniger sinnvoll? Weil es diesmal nicht immer zur Handlung passt. Ob nun ein Polizeichef, der euch mitten in den Ermittlungen ein Rätsel auftischt, oder ein Schläger, der lieber eure Logik in Frage stellt, als euch aufzumischen - teilweise wirken die Rätselanfragen etwas konstruiert, was aber nichts daran ändert, dass die Kopfnüsse wiedermal gut gelungen sind. Alles in allem scheinen die Spielchen aber etwas leichter als in den Vorgängern auszufallen.



Trial & Error, Logik, Mathematik, klassischen Knobeln, Schieberätsel und mehr erwarten euch. An bestimmten Stellen der Geschichte erwarten euch die neuen Rätselduelle, die der Professor mit anderen Hauptdarstellern ausfechtet. Diese Duelle werden direkt ausgetragen und nicht durch das klassische Rätseldesign mit Tipps dargestellt. Ohne Tipps nicht machbar? Doch, immer. Macht ihr etwas falsch, sagt euch euer Gegenüber einfach, dass das so nicht stimmt und ihr dürft solange probieren, bis ihr die Lösung gefunden habt. Nicht besonders anspruchsvoll, aber doch unterhaltsam. Findet ihr während eines Kapitels nicht alle Rätsel, wandern diese wie gehabt zur Hütte der Rätseloma, um sie zu einem späteren Zeitpunkt zu lösen. Nochmal ein Hinweis zur Rätseldichte: zu Beginn fällt diese, wie bereits oben erwähnt, recht mager aus. Im Laufe der Geschichte stellt sich das dann, zumindest bei mir, so dar: 3 Stunden Spielzeit: ~25 Rätsel, 6 1/2 Stunden Spielzeit: ~50 Rätsel, 9 1/2 Stunden Spielzeit: ~75 Rätsel, 10 1/2 Stunden Spielzeit: ~80 Rätsel, 12 1/2 Stunden Spielzeit: ~100 Rätsel, 14 Stunden Spielzeit: ~120 Rätsel, 15 Stunden Spielzeit: ~125 Rätsel, ab hier nun sehr viele Zwischensequenzen und Dialoge, 17 Stunden Gesamtspielzeit: 138 Rätsel. Insgesamt gibt es 165 Rätsel zu entdecken, entsprechend bleibt mir also noch etwas Spielzeit, bis ich wirklich "fertig" bin.



Wie ihr seht, variiert die Rätselmasse enorm. Teilweise werdet ihr mit Handlungsfragmenten überschüttet, dann wieder mit Rätseln fast erdrückt. Die Abwechslung tut dem Spiel aber mehr als gut. Sollte euch das Knobeln nicht genügen, dürft ihr euch natürlich auch in dieser Episode wieder mit drei verschiedenen Minispielchen die Zeit vertreiben. Ob ihr nun ein Spielzeugauto mit Pfeilen durch die Gegend jagt, um Gegenstände einzusammeln, ob ihr einem Papagei das Fliegen beibringt oder ob ihr euch in einem Bilderbuch eine sinnvolle Geschichte zusammenreimt. Abwechslung ist auch hier wieder gegeben - schließlich werdet ihr hier ebenfalls auf die unterschiedlichste Art und Weise gefordert. Habt ihr alle Aufgaben eines Minispiels gelöst, gibt es im Anschluss an das Hauptspiel wieder die zusätzlichen Bonusaufgaben. Apropos Hauptspiel. Natürlich könnt ihr auch nach dem Abspann wieder nach London zurückkehren, um eventuell verpasste Rätsel nachzuholen. Zusätzlich gibt es auch wieder die wöchentlichen Rätsel via Nintendo WiFi. Ihr seht: die Spielzeit geht weit über die eigentliche Geschichte hinaus - um zu wenig Spielumfang braucht ihr euch also keine Gedanken zu machen.


Epilog

Das Look'n'Feel hatte ich ja bereits angesprochen. Altbewährte Spielehilfen sind natürlich wieder mit von der Partie. Laytons Tagebuch, das euch über aktuelle Ereignisse auf dem Laufenden hält - der bekannte Einspieler "Was bisher geschah", der euch nach Spielepausen wieder mitten ins Geschehen wirft - die Übersicht der "Geheimnisse", die sich im Laufe des Spieles lüften - der Rätselindex, in dem bereits gelöste Rätsel gesammelt werden - die unveränderte Steuerung und und und - alles ist wie gehabt. Never change a running system ist auch hier die Methode. Ausgezeichnet! Denn genau diese kleinen Hilfsmittel machen den Professor schon immer etwas liebenswerter.



Ein positiver Punkt: die Zwischensequenzen. Im Vergleich zu den Vorgängern zeigen diese deutlich weniger Kompressionsartefakte und wirken sehr hochwertig, was durch die erstklassige Synchronisation natürlich noch weiter aufgewertet wird. Ein negativer Punkt: es gibt auch hier wieder nur drei Speicherplätze. Schade eigentlich. Vielleicht nächstes Mal? Während in Japan bereits fünf Episoden der Laytonabenteuer erschienen sind, lässt uns das Ende des dritten Teils immerhin auf das vierte Abenteuer hoffen. Auch wenn sich das Ende selbst etwas zieht - ich vergleiche es einfach mal mit dem nie enden wollenden dritten Teils des "Herr der Ringe" - so muss auch ich entsprechend den letzten Worten nochmal wiederholen:

Ich freue mich auf ein neues Abenteuer mit Ihnen zusammen. Bitte lassen Sie mich nicht warten. Fortsetzung folgt.






Hardcora schrieb am 15. November 2010
Die Zeit verfliegt. Ein neues Jahr, ein neuer Layton? Solange die Qualität der abgelieferten Spiele darunter nicht leidet, ist mir das mehr als recht. Bisher überzeugte mich jede Episode des Professors - auch im dritten Teil ändert sich daran nichts. Die düstere Geschichte ist eine willkommene Abwechslung - dass ich nebenbei noch einiges über den Professor selbst erfahre, kam unerwartet und überraschte und verzauberte mich gleichermaßen. Die Rätsel gestalten sich auch diesmal wieder vielseitig: von extrem einfach bis extrem schwer ist alles dabei. Nach genau 17 Stunden Spielvergnügen kann ich wieder nur sagen: kaufen! Es lohnt sich wirklich.


Besonders gut finde ich ...
  • spannende Geschichte
  • erstklassige Synchronisation
  • hochwertige Zwischensequenzen
  • Rätselduelle
  • Supertipp
  • öffentliche Transportmittel
  • neue Minispiele
  • typische Laytonmusik
  • "Was bisher geschah"


Nicht so optimal ...
  • nur drei Speicherplätze
  • das Ende zieht sich etwas

 Testsystem:  NDS
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