Genre:Adventure  
Entwickler:Pendulo Studios  Publisher: Crimson Cow
Plattform(en):PC, Mac

Release:04.02.2011

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The Next BIG Thing - Review

Aaahh!!! Monster! - Erschafft Pendulo ein neues "Runaway"?

Geschrieben von Hardcora am 14. Februar 2011 um 20:16 Uhr


Und will Pendulo das überhaupt? Die Runaway-Serie ist schließlich das Musterbeispiel für eine ganze Trilogie unterhaltsamer, humorgeprägter Adventures ... und Pendulo hat die Adventurebranche damit Anfang der 2000er (angeblich) vor ihrem sicheren Tod bewahrt. Für mich als Abenteuerfan der ersten Stunde war Runaway allerdings nur ein weiteres Adventure auf der Todo, das mich letztendlich nicht sonderlich überzeugt hat. Seit jeher wollen uns "humorgeprägte" Adventures mit bissigen Sprüchen und seltsamen Geschichten um den Finger wickeln. Bei mir funktioniert das leider nicht immer - dennoch wollte ich dem neuesten Streich der Pendulos eine Chance geben und habe mich erneut auf ein gewollt lustiges Spielchen eingelassen.

Von Monstern und Menschen

Menschen, die mit Monstern zusammen in einer Welt leben, 50er Jahre, zwei charismatische und höchst unterschiedliche Hauptdarsteller und ein Horrorfestival als Startpunkt - eine interessante Zusammenstellung für das nächste große Adventure? Wäre The next BIG thing kein lustiges Adventure, könnte man dem Zusammenleben zwischen Monstern und Menschen vielleicht eine sozialkritische Komponente abgewinnen. Hier ein großer Poet des Schmerzes, der seine Inspiration durch Selbstverstümmelung findet, da ein trauriger Gärtnerroboter und daneben ein mutierter Fliegen-Wissenschaftler. Neben all den abgefahrenen Charakteren gesellt sich dann noch unser Reporterpärchen dazu: die dezent verrückte, aber irgendwie sympathische Liz Allaire und ihr Kollegenmacho Dan Murray. Ein Männlein, ein Weiblein und noch dazu eine gewisse Antipathie - dieses Rezept war schon immer gut, das weiß auch Pendulo.




Aber zurück zum Horrorfestival, denn hier beginnt unsere Reise. Ein Erzähler blickt zu dieser großartigen Geschichte zurück und eröffnet die Erzählung ähnlich einem kleinen Theaterstück - wir schwenken zurück zu unserer Gegenwart, der Spielehandlung. Eigentlich wollte unsere Liz nur einen kleinen alltäglichen Report über das Ereignis des Abends schreiben, als sie einen Einbruch in jener Villa bemerkt, in welcher gerade dem genüsslichen Alkoholkonsum nachgegeben wird. Dan interessiert das herzlich wenig - er feiert lieber eine Privatparty mit seinem Flachmann. Als Liz während ihrer Untersuchungen dann aber verschwindet, ist er doch neugierig. Er will sie also wiederfinden - und sei es nur dafür, um ihr dann wieder ein paar Beleidigungen an den Kopf zu knallen. Willkommen bei The next BIG thing.


Von Klischees und Hilfen

Bisher scheint sich meine Begeisterung merklich in Grenzen halten. Trotzdem schafft es das verrückte Kollegenpaar tatsächlich, dass ich mich für sie interessiere. Natürlich wird bei beiden kein Klischee außer Acht gelassen. Die Story selbst wirft einen direkt ins Geschehen, ohne groß darauf einzugehen, warum überhaupt alles so ist, wie es eben ist. Und dennoch wirkt alles schlüssig. Monster, die innerhalb der Gesellschaft der Menschen leben? Warum eigentlich nicht? Die Welt überzeugt durch viele kleine Details, die genau ein solches Zusammenleben plausibel erscheinen lassen. Die weitere Handlung besticht durch seltsame Ereignisse, die man eben genau in einem solchen Spiel vermutet. Der Storytwist ist jetzt vielleicht nicht der größte der Spielegeschichte, doch vermutet man ihn immerhin nicht.




Auf dem Weg zum großen Finale unterstützt einen das Spiel durch vielerlei Hilfesysteme. Direkt zu Beginn des Spiels könnt ihr selbst wählen, inwieweit ihr diese in Anspruch nehmen wollt. Ob ihr nun Anfänger seid und gerne Hotspots und eine erweiterte Hilfe nutzen möchtet oder lieber auf all den Schnickschnack verzichtet - das ist komplett euch überlassen. Selbst wenn man alle Hilfen aktiviert, muss man sie letztendlich ja nicht nutzen. Die erweiterte Hilfe sollte man sich allerdings wenigstens mal testen, da diese doch eine kleine Innovation ist: statt irgendwelche sinnfreien Hinweise à la CSI zu bekommen, erzählt euch der allwissende Erzähler, der auch die ganze Geschichte selbst immerwieder mit seinen Eindrücken vervollständigt, einfach wie die Geschichte weitergeht - in kleine Häppchen unterteilt natürlich. Fragt ihr ihn einmal, sagt er euch, was passiert. Fragt ihr ihn ein zweites Mal, sagt er euch beispielsweise wo das passiert. Fragt ihr ihn ein drittes Mal, sagt er euch auch noch welchen Gegenstand ihr hierfür nutzen müsst. Na wenn das mal keine echte Hilfe ist.


Technik, die begeistert

Die Geschichte selbst ist eigentlich schlüssig genug, weshalb ihr eher selten auf die Hilfe zurückgreifen müsst. Neben den Hilfeoptionen glänzt das Spiel auch sonst durch Erfahrung im Adventurebereich. Ob das nun die sinnvolle Pausefunktion ist, die man auch während der Zwischensequenzen nutzen kann, ob nun Dialoge auch via Klick verkürzt werden können, nachdem man bereits die Untertitel gelesen hat oder ob der Weg der Hauptdarsteller durch "Beamen" innerhalb eines Bildschirms verkürzt wird - natürlich sollte es heutzutage einfach zum Standard gehören, gewisse Features zu bieten, doch kann man das ruhig mal positiv hervorheben. Das Spiel selbst ist in mehrere Kapitel unterteilt, die allerdings nahtlos ineinander übergehen. Die Aufgaben innerhalb eines Kapitels bekommt ihr in einer Aufgaben-Übersicht angezeigt. Habt ihr eine Aufgabe erfolgreich gelöst, wird diese abgehakt und ihr könnt die nächste Aufgabe angehen. In welcher Reihenfolge ihr die Aufgaben löst, steht euch oftmals frei, außer eben ihr müsst erst Aufgabe A erledigen, um Aufgabe B+C+D beginnen zu können.




Auch Gegenstände könnt ihr nach Belieben aufnehmen - kein Warten also, bis ein gewisser Punkt der Geschichte erreicht ist und ihr den tatsächlich Gegenstand braucht. Mit der rechten Maustaste könnt ihr wiederum alle Aktionen durchschalten, die ihr so benötigt. Kein umständliches Aktionsmenü also, aber ein nicht ganz so durchdachtes Inventar, was allerdings nicht großartig auffällt, da es sowieso nicht so oft vorkommt, dass ihr etwas miteinander benutzen müsst. Stattdessen wird via Multiple Choice viel geredet. Da ihr oft jede Information benötigt, die euch so zugeschmissen wird, solltet ihr auch alles anklicken, was man euch anbietet.


Das große Finale

Die Geschichte kommt langsam in Fahrt - je Kapitel wechselt ihr zwischen den beiden Protagonisten hin und her. Bissige Sprüche zwischen den beiden Helden runden das Ganze ab. Man muss sie einfach gern haben. Leider bleiben einige angeschnittene Handlungen offen - vielleicht weil sie einfach nicht wichtig genug waren, oder weil sie vergessen wurden? Ich weiß es nicht, aber ich hätte gerne erfahren, was aus Vulkan Flash geworden ist oder was es mit dem Skifahrer auf sich hatte. Vielleicht klärt mich ja Teil 2 auf? Potential hätten Liz und Dan dafür allemal.








Hardcora schrieb am 14. Februar 2011
Ich hatte meine Bedenken, doch ist der neueste Titel aus dem Hause Pendulo tatsächlich ein Adventure geworden, das mir größtenteils zusagt. Warum "nur" größtenteils? Das Spiel macht mir zwar Spaß, doch kann ich mir auch sehr gut vorstellen, dass die Hauptdarsteller für manche Spieler etwas zu extrem überzeichnet wurden. Spiele mit Humor sind eben immer Geschmackssache. Letztendlich ist es immerhin ein solides Adventure, das gerade für Anfänger gut geeignet und für Fortgeschrittene vielleicht etwas zu leicht ist. Die erstklassige Synchronisation und die detaillierte Umgebung runden das Gesamtbild ab. Insgesamt also nicht perfekt, aber auch nicht schlecht.


Besonders gut finde ich ...
  • ausgezeichnete Synchronisation
  • viele Hilfestellungen
  • Aufgaben-System
  • spontane Musikuntermalung
  • erstklassige Technik
  • sympathische Hauptdarsteller


Nicht so optimal ...
  • Humor nicht für jedermann geeignet
  • geringe Rätseldichte
  • etwas zu einfach
  • etwas kurz

 Testsystem:  PC
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2 Kommentar(e):
und folgenden Usern gefällt der Beitrag: ... 2 Gästen.

 





#1
Geschrieben am 14. Februar 2011 um 22:25 Uhr

Tim meint ...

Vielleicht könnte mich das Spiel ja doch interessieren.. Runaway 1 & 2 fand ich super, Teil 3 und damit das Finale habe ich bis heute nicht gespielt. Aber mal wieder ein nettes Adventure wäre schon schön. Schauen wir mal  


          
 





#2
Geschrieben am 14. Februar 2011 um 23:23 Uhr

Hardcora meint ...

Runaway war nett, doch verstehe ich eben bis heute nicht, warum ein eigentlich durchschnittliches Adventure das Genre vor dem Aussterben bewahren konnte. (steht sogar in Wikipedia .. wtf: [Externer Link])

Da gab es weitaus bessere Adventures, die diese Lobpreisung eher verdient hätten. Aber was solls. Ohne Runaway hätte es das Adventurejahr 2010 vielleicht nicht gegeben. Und ich hätte TNBT nicht gespielt.


          



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