Genre: Jump'n'Run  
Entwickler: BlueTongue Entertainment  Publisher: THQ
Plattform(en):  PS3, Xbox360, Wii, NDS
PlayStation Move

Release: 25.02.2011
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De Blob 2 - Review

Hüpfen und Malen im Rhythmus der Musik - Gute-Laune-Unterhaltung?!

Geschrieben von Tim am 11. March 2011 um 20:44 Uhr


Jazzige Rhythmen, kräftige Farben und eine dicke Portion Unterhaltungswert: so begeisterte mich THQs Jump'n'Run-Spaß de Blob im Jahre 2008 für Nintendos Wii. Wundert es da irgendjemanden, dass ich den Release des Nachfolgers kaum noch erwarten konnte? Jetzt, knapp 2 1/2 Jahre nach Teil 1, kehrt Blob zurück - und feiert auch noch eine Premiere auf Xbox 360 und Playstation 3! Ist de Blob 2 so gut wie der Vorgänger oder sogar noch besser? Und wie schlägt sich der Titel in High Definition und mit Gamepad? Ich habe mit Blob auf Xbox 360 und Wii losgepinselt ...

Eine Welt ohne Farben - Genosse Schwarz ist zurück

De Blob 2 ist eigentlich ein verdammt buntes und liebenswertes Videospiel mit einer vor Farben nur so strotzenden Kulisse - aber irgendwie merkt man das gar nicht, wenn man sich mit Blob auf den Weg nach Bleichstadt, zum Senat oder den Limonadenfällen begibt. Wo sind die fröhlichen Prismaner hin, die die Stadt Prisma City bewohnen? Was ist mit den einst so farbenprächtigen Häuserfassaden passiert, die nun nur noch grau und weiß in der farblosen Einöde untergehen? Und warum läuft aus den Farbpools und in den Flussbetten dicke schwarze Tinte? Das kann nur eines bedeuten: Genosse Schwarz und die böse INKT-Organisation sind zurück. Es wird Zeit, hier wieder für Ordnung zu sorgen! Natürlich kann man von der Story nicht mehr als das Nötigste erwarten - dennoch sorgt sie dank technisch erstklassiger und humorvoller Renderfilme für Motivation und irgendwie will man ja doch wissen, was am Ende passiert. Dialoge und Charaktere sind ebenso kein Highlight, aber immerhin sympathisch und witzig. Keine Frage: de Blob 2 richtet sich eher an ein jüngeres Publikum. Das heißt jedoch nicht, dass es nicht das Zeug hätte, auch erwachsene Spieler zu unterhalten.




Auf Begeisterung folgt Ernüchterung - von Recycling und Routine

Ich muss wirklich sagen, dass mich de Blob 2 über 14-15 Stunden hinweg sehr gut unterhalten hat - ich hatte fast durchweg viel Spaß, war motiviert zum Weiterspielen und selbst in den finalen Levels wurde es nie langweilig, die weitläufigen Areale zu erforschen und jedes kleine bisschen Grau durch ein helles Rot oder Blau zu ersetzen. Das ändert jedoch wenig daran, dass das Missions- und Leveldesign mit der Zeit an Frische verliert und sich etwas Eintönigkeit breitmacht - das hätte nicht unbedingt sein müssen, hier hätte man nachbessern können. Gerade optisch wirken die verschiedenen Gebiete auf Dauer nicht mehr so abwechslungsreich und beeindruckend wie noch zu Beginn. Natürlich gibt es Highlights wie die Limonadenfälle - aber es wäre deutlich mehr drin gewesen. Überraschend fand ich persönlich, dass mich ausgerechnet die vielen Sidescroller-Passagen am besten unterhalten haben. In 2D zu hüpfen und zu färben ist fast noch spaßiger als in 3D! Und das Schöne: es gibt Dutzende solcher Passagen!

Diese 2D-Levels sind komplett neu in de Blob 2 und sie machen einen hervorragenden Eindruck, sorgen für Abwechslung und bieten einige coole Schalter- und Färbrätsel - dennoch wird auch hier irgendwann etwas zu viel recycelt. Grundsätzlich ist es so, dass de Blob 2 an Abwechslungsarmut leidet, denn so liebenswert das ganze Spiel präsentiert wird, so prächtig die Kulissen aussehen, so wunderbar stimmungsvoll die Musik im Hintergrund auch erklingt - mit der Zeit verkommt das Anmalen zur Routine. Immerhin gibt es weit mehr zu tun und zu entdecken als in den Levels des Vorgängers: Dutzende Sidescroller-Passagen sorgen wenigstens für ein bisschen Variation im Gameplay, nach dem Beenden der Storymissionen gibt es etliche Bonusmissionen, dazu kommen Bäume, Objekte und Graulinge, die ebenfalls bemalt werden wollen, und Bilder sowie Muster sind auch noch in den Umgebungen verstreut. Nervig ist dabei jedoch, dass man sich nicht frei nach Belieben in einem Level austoben darf und erst mal die Umgebung anmalt, bevor man sich den Storymissionen zuwendet, da das altbekannte Zeitlimit wieder einmal präsent ist und den Erkundungsdrang zumindest zu Beginn etwas hemmt. Eigentlich ist die zeitliche Begrenzung sogar ziemlich unnötig. Warum hat man sie nicht gleich weggelassen?




Anspruchlosigkeit und Spielspaß - kann das überhaupt funktionieren?

Doch glücklicherweise ändern die nicht zu übersehbaren Probleme hinsichtlich optischer und spielerischer Abwechslung nichts an der Tatsache, dass de Blob 2 vor allem für zwischendurch ein wunderbar unterhaltsames Abenteuer darstellt, das man immer und immer wieder in seine Xbox 360, Wii oder Playstation 3 einlegen kann. Es macht kurzweilig einen Riesenspaß, auch wenn man pro Session nur selten mehr als ein Level schafft, da so ein Level durchaus 45-60 Minuten beansprucht. Schön ist dabei aber, dass man aus den Fehlern von Teil 1 gelernt hat und dieses Mal eine Speichermöglichkeit innerhalb der Levels anbietet - das war für mich der Hauptkritikpunkt am Vorgänger. Wenn man keinen Zuckerschock riskieren will, sollte man immer wieder Pausen einlegen, weil die Optik und das Gameplay auf Dauer dann doch ermüden. Keine Frage: de Blob 2 ist kein dramatisches, packendes, mitreißendes Epos, sondern ein kurzweiliger, schneller und witziger Snack für zwischendurch. Diesen Job erfüllt das Spiel aber sehr gut. Ich wünsche mir dennoch für den hoffentlich kommenden dritten Teil, dass man bei THQ bzw. Blue Tongue am Missionsdesign und Gameplay feilt und einfach ein abwechslungsreicheres Spiel entwickelt. Denn noch gibt es reichlich Luft nach oben.

Und nicht nur da besteht Nachbearbeitungsbedarf, sondern auch beim Schwierigkeitsgrad: de Blob 2 ist wirklich kinderleicht, sogar noch ein ganzes Stückchen leichter als der einfache erste Durchlauf bei Kirby und das magische Garn, und man bekommt beim Spielen nie das Gefühl, auf irgendeine Art und Weise gefordert zu werden. Oft wird man an die Hand genommen und bekommt mitgeteilt, was man als nächstes tun muss, anstelle selbst mal aktiv zu werden. Dazu kommt, dass die Kämpfe gegen die verschiedenen INKT-Gegner aus schlichtem Tastendrücken bestehen. Mit einem Druck auf die A-Taste (Xbox 360) schaltet man nahezu jeden Gegner auf Anhieb aus - Ausnahmen stellen nur wenige Feinde dar, für die man entweder von vorne (RT-Taste) angreifen oder eine bestimmte Farbe haben muss. Leider ist die Variation im Gegnerdesign ebenfalls recht bescheiden und die Kämpfe sind sowieso kaum der Rede wert. Herausforderung ist anders. Für Färben, das Erledigen von Gegnern & Co. bekommt man Punkte und erhält am Ende eine Rang von D bis S. Bezeichnend für die Anspruchslosigkeit von de Blob 2 ist damit auch die Tatsache, dass ich beim ersten Versuch bei 10 von 12 Levels den höchsten Rang S und bei den anderen A errungen hatte.




Stärken und Schwächen einer liebenswerten Welt der Farben

Zwischen gefährlichen Elektrofeldern und Feuerplatten, Tintengruben, -gräben und -fontänen streift man also mit Blob durch ein kunterbuntes Prisma City, das einem dennoch lange in Erinnerung bleiben wird, denn durch seine visuelle Gestaltung und liebevolle Präsentation verbindet man viel Gutes und eigentlich relativ wenig Schlechtes damit. Vor allem die unheimlich stimmungsvolle und auch stimmige Musikuntermalung mit jazzigen Melodien gestaltet das Färben der Stadt zu einem wirklich spaßigen Vorhaben - ein Beispiel dafür findet ihr hier in diesem Newsschnipsel.







Tim schrieb am 11. March 2011
Seufz. De Blob 2 ist eines dieser Spiele, die es mir wirklich schwer machen, ein endgültiges Fazit zu ziehen. Denn auf der einen Seite stehen so viele Pluspunkte wie das ungemein kreative & sehr gut umgesetze Spielkonzept, die hübsche & liebenswerte Inszenierung, die tollen neuen Sidescroller-Passagen, die Gute-Laune-Musikuntermalung, die farbenprächtigen Kulissen und der angenehme Spielspaß für zwischendurch. Aber auf der anderen Seite stehen Kritikpunkte wie fehlende Herausforderung und mangelhafte Abwechslung in Design und Gameplay. Insgesamt ist de Blob 2 ein gutes Spiel - leider aber auch nicht mehr. Es ist unterhaltsamer, umfangreicher, vielfältiger, schöner und alles in allem besser als der Vorgänger, aber bietet eben noch nicht die konsequente Weiterentwicklung des Spielprinzips. Hoffentlicht schöpft de Blob 3 endlich mal das ganze Potential aus, das die Serie inne hat. Teil 2 ist schon mal eine solide Verbesserung, aber noch nicht der erhoffte deutliche Fortschritt.


Besonders gut finde ich ...
  • unterhaltsames Jump'n'Paint-Gameplay
  • furchtbar liebenswerte Präsentation
  • technisch gute, stilistisch hervorrag-
  • ende und quietschbunte Kulissen
  • weitläufige, frei erkundbare Areale
  • sehr gute Sidescroller-Abschnitte
  • recht umfangreiche Kampagne
  • Gute-Laune-Musikuntermalung


Nicht so optimal ...
  • Abwechslungsarmut im Missionsdesign
  • Gebiete ähneln sich etwas zu stark
  • Schwierigkeitsgrad ist zu niedrig
  • Recycling & Routine im Gameplay
  • unnötiges, nerviges Zeitlimit

 Testsystem:  Xbox360
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