Genre:Puzzle  
Entwickler:Valve  Publisher: Valve
Plattform(en):PC, Mac, PS3, Xbox360

Release:19.04.2011

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Portal 2 - Review

Der pressakey-Testparcours - fünf Wertungskammern warten

Geschrieben von Tim am 29. April 2011 um 20:20 Uhr


"Lass uns den Streit beiseite legen. Der Wissenschaft zuliebe. Du Monster!" Das sind die Worte, die mir GlaDOS beim ersten Wiedersehen nach dem für sie schmerzhaften Ende von dem Überraschungserfolg Portal entgegenwirft. In Portal 2 feiert sie dennoch eine Rückkehr und mit ihr auch die Aperture Science Anlage. Vieles sieht jedoch anders aus, einige Teile sind komplett zerstört, manche gut erhalten und an bestimmten Stellen tropft sogar buntes Gel aus den Rohren. Der Titel wurde ja schon in den Himmel hoch gelobt: Spiel des Jahres 2011 (bereits jetzt!), bestes Spiel der letzten zehn Jahre, unendlich innovativ - da muss doch was dran sein! Ich habe die Portal-Kanone gezückt und mich in das Abenteuer gestürzt.

Portal 2 ist eines der wichtigsten Spiele dieses jungen Jahres, richtig? Ja! Das sehe ich natürlich genauso und darum habe ich mir für diese bedeutsame Review etwas besonderes ausgedacht. Fünf große Testkammern wird Portal 2 durchschreiten müssen und sich dabei entsprechend auch fünf verschiedenen Tests unterziehen. Genauer gesagt sind das Story, Präsentation, Technik, Gameplay und Coop. Fünf Bereiche, in denen ich Portal 2 auf Herz und Nieren geprüft habe - bevor am Ende natürlich der Endboss, das Fazit, wartet. Ob der Titel das alles wohl mit Bravour meistern konnte? Das verraten die nächsten Absätze. Der Test kann beginnen.




Testkammer #01 - Die Geschichte auf dem Prüfstand

Portal 2 führt die Geschichte von Portal fort und knüpft fast direkt an die Geschehnisse im Vorgänger an. Wir erinnern uns: am Ende von Teil 1 haben wir GlaDOS vernichtet und in die ewigen Jagdgründe geschickt. In Teil 2 spielen wir zwar dieselbe Protagonistin, reisen dafür aber weit in die Zukunft: unsere wie immer stumme Heldin lag angeblich 50 Tage lang im Hyperschlaf. Das jedenfalls versucht mir Wheatley, ein kleiner Roboter, der ständig auf einer Schiene unterwegs ist, weiszumachen. Es ist schön, dass ich gerade aufgewacht bin - in einem kleinen, engen Raum ohne Fenster und mit einer verschlossenen Tür sowie einem praktischen Bett. "Wenn Sie den Buzzer hören, bewundern Sie die Kunst". Hö, was bitte? Ja, das ist ernst gemeint - zum Einstieg darf man erst einmal ein Bild an der Wand betrachten und sich anschließend wieder ins Bett kuscheln, um weitere 9999 Jahre Hyperschlaf hinter sich zu bringen. Danach geht es endlich los: Wheatley sorgt dafür, dass der Raum völlig zerstört wird und wir ausbrechen können. Also, los geht's! Wir folgen Wheatley durch eine Reihe an dunklen Gängen, suchen die Portalkanone, finden sie und lösen ein paar Rätsel, bis wir irgendwann bei unserem Ausbruchsversuch auf GlaDOS stoßen. Was dann passiert? Mehr verrate ich an dieser Stelle aus Vorsicht wegen möglicher Spoiler nicht, aber ihr werdet mehr als nur überrascht werden von dem, was euch noch erwartet.

Ich kann aber auf jeden Fall bereits an dieser Stelle vorwegnehmen, dass die Story einer der ausschlaggebenden Gründe war, warum ich die Kampagne unbedingt zu Ende spielen wollte. Wirklich: die Geschichte ist außerordentlich spannend und nicht nur die Zwischensequenzen bzw. Ingame-Dialoge erzählen die Geschehnisse, es gibt auch innerhalb der Levels verdammt viel zu entdecken. Poster an der Wand, Überreste vergangener Zeiten und natürlich die zahlreichen Lautsprecherdurchsagen wecken den Entdeckerdrang und verleiten dazu, die Aperture Science Anlage bis ins kleinste Details auszukundschaften. Portal 2 erzählt eine außerordentlich interessante Geschichte, die auch nahezu durchgehend präsent ist. Nur hätte ich mir gewünscht, dass man sich bis zum fast schon epischen Finale immer weiter steigert, dass quasi alles auf den Höhepunkt hinleitet - aber leider wird die Story irgendwann im letzten Drittel zugunsten mehrerer Testkammern fast völlig vernachlässigt und man "quält" sich durch die Kammern, um endlich zu erfahren, wie es weitergeht. Das hätte nicht so sein müssen, hier hat Valve Potential verschenkt. Immerhin: das grandiose Finale entschädigt auf eine mehr als nur zufriedenstellende Art und Weise!

Portal 2 hat den Test bestanden. Nicht mit Bravour, aber sehr überzeugend.




Testkammer #02 - Die Präsentation: Stil, Charaktere, Humor

Wodurch zeichnet sich Portal 2 genau wie schon der Vorgänger aus? Die Antwort liegt auf der Hand: durch seine fantastische Präsentation! Portal 2 geht sogar noch einen Schritt weiter und führt gleich vier vollkommen neue Figuren ein. Das sind zum einen der bereits erwähnte Schienenroboter Wheatley und der Gründer der Aperture Science Anlage, Cave Johnson. Zum anderen sind das die beiden im Coop-Modus spielbaren Roboter P-Body und Atlas - für mich jetzt schon Kultfiguren! Valve schafft es mal wieder auf allerhöchstem Niveau, den Figuren ein Eigenleben einzuhauchen und sie wunderbar sympathisch zu gestalten. Es ist ganz gleich, ob es nun GlaDOS' wie immer herrlich amüsante Selbstgespräche sind oder die Art und Weise, wie sie die stumme Protagonistin niedermacht - Lacher gibt es quasi am laufenden Band, eine Menge witzige Anspielungen erwarten einen und zwischendurch kann das Ganze sogar auch mal ernste Formen annehmen, in denen der Humor gänzlich verschwindet.

Der Rhythmus, in dem Portal 2 von Spaß zu Ernst wechselt, ist beeindruckend. Wenn man mich fragen würde, welches Spiel mich in den letzten Jahren in Bezug auf Humor am besten unterhalten hat - ich würde mit "Portal 2" antworten. Und es sind ja nicht nur die brillanten Dialoge, die das Spiel so witzig machen, auch die herrlichen Animationen der Coop-Roboter sind eine Wucht. Man kann ja sogar auf Knopfdruck miteinander Schere, Stein, Papier spielen - wahrscheinlich haben Kollege Bene und ich das weit jenseits der 100 Mal gemacht. Cool auch: wenn man drei Mal in Folge gewinnt, erringt man damit sogar ein Achievement bei Steam. Keine Frage, die Präsentation gehört zu den größten Stärken von Portal 2 und ist ein absolutes Meisterstück.

Portal 2 hat den Test mit Bravour bestanden: Humor, Charaktere und Stil sind überragend!




Testkammer #03 - Der Technik-Check: Kommt Portal 2 durch den TÜV?

Bekanntlich spielt bei Videospielen auch die Technik eine große Rolle. Hier hat Portal 2 zwar zahlreiche Stärken, leider aber auch einige Schwächen. Doch fangen wir mal mit den Pluspunkten an: die optische Kulisse ist über weite Strecken sehr überzeugend und stilsicher. Man wandert nun nicht mehr nur durch grafisch eintönige Testkammern, sondern lernt auch den Rest der Aperture Science Anlage kennen - das bedeutet wiederum, dass man viel und oft durch lange düstere Gänge streift, oft auch weitläufige Umgebungen zu sehen bekommt und die Kulisse nicht gerade mit satten Farben auftrumpft. Ganz im Gegenteil: fast 50% des Spiels verbringt man in tristen, düsteren und fast schon gruseligen Arealen. Portal 2 sorgt damit aber für eine teils extrem dichte Atmosphäre - und der sehr gute Sound trägt seinen Teil dazu bei. Ich muss aber an dieser Stelle noch anmerken, dass Portal 2 zwar gut aussieht, das allerdings hauptsächlich wegen seines einzigartigen Stils und nicht wegen prachtvollen Texturen. Das Spiel basiert auf der mittlerweile recht überholten Source Engine und sieht dementsprechend technisch nicht besonders taufrisch aus - das sollte aber niemanden wirklich stören.

Sehr störend sind dagegen die fast unerträglichen Ladezeiten, die einen immer wieder aus dem Spielfluss reißen. Das ist absolut furchtbar und nimmt dem Spiel sehr viel von seiner eigentlich positiven Ausstrahlung auf den Spieler. Egal ob in der Kampagne oder im kooperativen Spielmodus: es ist extrem lästig, ständig im Spielfluss unterbrochen zu werden. Ich frage mich echt, wie Valve dieses massive Manko erfolgreich ignorieren konnte. Teilweise starten die Ladezeiten ja sogar inmitten eines Levels, einmal sogar mitten in einer hitzigen Fluchtsequenz - so etwas darf verdammt nochmal nicht sein! Natürlich ist das nicht entscheidend für den eigentlichen Spielspaß, aber auf Dauer wird es schier unerträglich. Dabei wissen wir alle, dass Valve es eigentlich besser kann. Man hätte die Levels ja im Hintergrund laden lassen können ...

Portal 2 besteht den Test nur mit einigen Problemen. Hier wäre mehr drin gewesen.




Testkammer #04 - Das Gameplay: Portale, Lichtbrücken, Traktorstrahlen, Gel ...

Portal war 2007 eine Innovationsbombe: der Puzzle-Shooter schlug auf Anhieb ein wie eine Rakete und eroberte die Herzen von Spielern und Presse sofort. 30 Mal wurde der Titel als Spiel des Jahres ausgezeichnet - und das, obwohl die Spielzeit gerade mal etwas weniger als maximal drei Stunden betrug und von einer Story weit und breit nur wenig zu sehen war. Aber das geschickte Platzieren der Portale und das exzellente Leveldesign begeisterten einfach jeden - ein solch geniales Spielprinzip hatte es lange nicht mehr gegeben. Portal 2 geht nun einen großen Schritt weiter und baut das Prinzip massiv aus. Neu in Teil 2 sind Lichtbrücken, Traktorstrahlen, Sprungfedern und drei verschiedene Sorten Gel: das blaue dient als Trampolin und befördert euch weit in die Höhe, das orangene verleiht einen immensen Geschwindigkeitsschub und das weiße Gel eröffnet die Möglichkeit, überall Portale platzieren zu können - auch an Stellen, an denen das vorher nicht möglich war. Kurz: es sind zahlreiche Spielelemente neu dazugekommen. Das Beste daran: sie fühlen sich alle super an und passen perfekt ins Gameplay hinein! Mir hat es vor allem das Gel angetan, das für mich auch die mit Abstand beste spielerische Neuerung darstellt - aber auch die Traktorstrahlen sind eine Klasse für sich.

Ja, Valve hat das Gameplay auf eindrucksvolle Art und Weise erweitert und in nahezu allen Belangen um noch mehr Qualität bereichert. Entscheidend dafür, dass das Spiel aber auch auf Dauer unterhält, ist aber natürlich das Leveldesign. Ganz wie man es erwartet hat, sind die Testkammern einsame Spitze! Bis zum Ende der Kampagne hin lernt man fast immer etwas neues (kennen) - mal sind das die Portale, mal die Lichtbrücken, mal die Traktorstrahlen und leider recht spät auch das Gel. Die Testkammern sind die mit Abstand besten und spaßigsten Abschnitte des Spiels, nicht nur weil sie am anspruchsvollsten sind, dort kann man auch am meisten experimentieren. Die anderen Umgebungen können genauso überzeugen, allerdings gibt es eine große Ausnahme: das finale Drittel wirkt massiv gestreckt und in die Länge gezogen, ein Rätsel folgt auf das nächste und de Lösungsweg ist meist sehr ähnlich. Außerdem gerät die Story hier völlig in den Hintergrund. Es ist mir schleierhaft, wie Valve so etwas durchgehen lassen konnte. Man sollte ja annehmen, dass sich die Spannung und der Anspruch bis zum Ende hin immer mehr steigern, aber leider ist das nicht der Fall. Blöd auch: wer eine wirkliche Herausforderung sucht, muss wohl auf Usernachschub oder DLC-Pakete warten, da die Kampagne alles in allem zu leicht ist. Es gibt zwar ein paar schwierigere Rätsel, aber ich habe mir mehr Komplexität, größere Testkammern und mehr Variation gewünscht. Leider muss Portal 2 hier Federn lassen ...

Portal 2 hat den Test bestanden und mit einem guten Ergebnis abgeschlossen.




Testkammer #05 - P-Body und Atlas: die wohl coolsten Roboter der Welt!

In Portal 2 gibt es sogar einen vollwertigen kooperativen Spielmodus für zwei Spieler - am PC nur über das Internet, auf PlayStation 3 und Xbox 360 auch lokal per Splitscreen. Dabei schlüpft man in die Metallhüllen von den zwei unglaublich liebenswerten Robotern P-Body und Atlas. Klar, über die beiden brauche ich eigentlich kein Wort mehr verlieren - Humor und Inszenierung sind ebenso überragend wie die Animationen. Es ist ein Genuss, den beiden zuzusehen! Aber auch spielerisch ist der Coop-Modus hervorragend und meiner Meinung nach das Beste, was das Spiel zu bieten hat. Vor allem erfüllt der Modus die Erwartungen, an denen die Kampagne gescheitert ist: er ist anspruchsvoll! Teilweise haben Bene und ich uns echt die Köpfe zerbrochen, bis wir auf die richtige Lösung gekommen sind. Allerdings gilt auch hier das Manko, dass die Rätsel nicht komplex genug sind.

Ich hätte mir gewünscht, dass man Gel, Traktorstrahlen, Lichtbrücken, Portale, Schalter und die ganzen anderen Elemente einfach mal konsequent miteinander verbindet, gerne auch in einem riesigen Areal, und dann dafür sorgt, dass es auch mehrere Lösungswege gibt. Das hat mir in Portal 2 einfach gefehlt. In der einen Testkammer geht es um Lichtbrücken und Geschütztürme, in der anderen um Gel, in der nächsten um Traktorstrahlen - aber die richtig großen, komplexen Rätsel haben mir persönlich gefehlt. Trotzdem ist der Coop-Modus ein Genuss und immer noch ein ganzes Stückchen anspruchsvoller als die Kampagne. Insgesamt ist man mit beiden Modi zusammen ca. 12-13 Stunden beschäftigt, was auch durchaus in Ordnung geht. Gerne hätte ich jedoch noch mehr Rätsel gesehen, vor allem in der Kampagne gab es davon zu wenige, die mir wirklich in Erinnerung geblieben sind. Glasklares Highlight des Spiels ist aber mit Abstand der Coop-Modus, den ich so schnell nicht mehr vergessen werde. Ich freue mich riesig auf Nachschub an Herausforderungen! Und ich frage mich, wie geil es wohl wäre, wenn man zu dritt oder zu viert in entsprechende Testkammern gesetzt würde ...

Portal 2 hat den Test mit Bravour bestanden. P-Body und Atlas gehen in die Geschichte ein.










Tim schrieb am 29. April 2011
Nun steht Portal 2 vor der größten Herausforderung seines jungen Lebens: mir, dem unerbittlichen und eiskalten Endboss. Und ich bin dieses Mal wirklich konsequent und weigere mich, die fünf Sterne an Portal 2 zu vergeben, obwohl mich das Spiel vor allem im Coop-Modus wirklich begeistert hat. Warum? dafür gibt es mehrere Gründe. Die Kampagne ist etwas zu kurz und das letzte Drittel spielerisch und storytechnisch enttäuschend, dem Leveldesign fehlt es trotz hervorragenden Spielprinzips an Tiefgang und die Ladezeiten sind absolut furchtbar. Ich würde so gerne sagen, dass mich Portal 2 so richtig geflasht hat, aber das wäre gelogen. Wenn ich ehrlich bin, dann hat mich das Spiel enttäuscht. Vielleicht waren meine Erwartungen einfach zu hoch, aber ich kann das In-den-Himmel-hoch-Hypen von Spielern und Presse nicht ganz nachvollziehen. Portal 2 ist ein gutes Spiel, das mir viel Spaß gemacht hat, dessen Coop-Modus und Charaktere ich noch lange in Erinnerung behalten werde - aber ich werde das Gefühl nicht los, dass hier eine Menge Potential verschenkt wurde. Übrig bleibt ein spielerisch, atmosphärisch und erzählerisch guter Puzzle-Shooter, der den Titel "Spiel des Jahres" meiner Meinung nach zumindest nach derzeitigem Stand nicht unbedingt verdient.

Portal 2 kann trotz überragendem Coop-Modus und zahlreichen sehr coolen Neuerungen nicht durchgehend begeistern: Ladezeiten, fehlende Komplexität und ein ödes letztes Kampagnendrittel zehren am Gesamteindruck. Spiel des Jahres? Wohl eher nicht, schade.


Besonders gut finde ich ...
  • unfassbar sympathische Präsentation:
  • guter Humor, dichte Atmosphäre, tolle Charaktere, berührendes Finale
  • durchgehend sehr gutes Leveldesign
  • neue Elemente: Gel, Lichtbrücken, etc.
  • überraschend interessante Story
  • fantastischer kooperativer Spielmodus


Nicht so optimal ...
  • Kampagne etwas zu kurz geraten
  • letztes Drittel zieht sich
  • furchtbar lästige Ladezeiten
  • alles in allem zu einfach

 Testsystem:  PC
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Michi schrieb am 29. April 2011
Was einst als Studienprojekt begann und im Jahre 2007 vom Entwicklerstudio Valve Software als nette Beilage der Half Life 2: Orange Box perfektioniert und veröffentlicht wurde, entwickelte sich weltweit dank GLaDOS und dem "Cake" zu einem wahren Kult. Drei Jahre nach dieser Veröffentlichung kündigten die Half Life Macher den zweiten Teil von Portal an und die Erwartungen der Fans wurden auf eine hohe Messlatte gesetzt. Doch konnte das Entwicklerstudio, welches für Titel wie Half Life, Team Fortress, Counter Strike und viele mehr verantwortlich ist, auch den Erwartungen gerecht werden? Meine persönliche Meinung - Nein.

Auch meine Erwartungen waren nach Portal und den zahlreichen PR-Aktionen (Trailer, Interviews,...) recht hoch, doch letztendlich wurde ich enttäuscht. Portal 2 konnte mich leider im gesamten Spielverlauf nicht wirklich in den Bann der Forschungseinrichtung Aperture Science ziehen und so wirkte das Spielgeschehen nicht nach einem Valve würdigen Titel, wo die Geschichte eines Spiels auch intensiv und packend erzählt (siehe HL2) wird, sondern der Inhalt eher aus kommerziellem Interesse zusammengepresst wurde. Dies merkt man nicht nur an den gefühlt langgezogenen und "ideen-/inhaltlosen" eingebauten Kapiteln (um marketingtechnisch eine lange Spielzeit verkaufen zu können), sondern auch z.B. am völlig überteuerten Ingamestore in denen man virtuelle Gegenstände für den Coop-Modus erwerben kann, was bis dato von Valve Software und deren kostenlose DLC-Schiene undenkbar war. Auch wenn es sich bis hier so lesen würde, Portal 2 ist wirklich kein schlechter Titel, so kam auch beispielsweise der Humor auch mit der deutschen Synchronisation gut rüber, einige der Testkammern beinhalteten interessante und unterhaltende Herausforderungen und die Source-Engine wurde trotz ihres Alters nochmals aufgehübscht und modifiziert, welche aber leider aufgrund der unzähligen und nervigen Ladesequenzen (welche meist sogar länger als einige der Testkammern andauerten und den Spielablauf enorm störten) patzte.

Letztendlich kann man sagen, dass Portal 2 ein Spiel ist welches nach dem Pressehype in der großen Spielewelt zwar da ist und einmalig durchgespielt werden kann, aber danach auch schon wieder die Luft draußen ist und dann im Spielearchiv landet. Verschiedene Lösungswege sind eher Mangelware und so kann auch der Coop-Modus nach einmaligem durchspielen zukunftstechnisch nicht wirklich reizen. Schade Gabe, hoffentlich klappt es bei Half Life 2: Episode 3 dann doch besser, denn hier sind die Erwartungen noch ein ganzes Stück größer...



Besonders gut finde ich ...
  • Storyerzählung
  • amüsanter Humor
  • nette Testkammerideen
  • Source-Engine nochmals aufgebohrt
  • schöne Animationen
  • Coop-Modus
  • deutsche Synchronisation

Nicht so optimal ...
  • Story wirkt langgezogen
  • Testkammern ohne wirkliche Herausforderung
  • geringer Wiederspielwert
  • viele Ladesequenzen
  • überteuerter Ingamestore

 Testsystem:  PC
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DerBene schrieb am 29. April 2011
GLaDOS ist wieder da! Auf den Nachfolger des Puzzlespiels Portal habe ich mich wahnsinnig gefreut - und nach etwa 18 Stunden Spielzeit in der Kampagne und dem Coop-Modus hält die Freude an: Portal 2 ist ein wirklich sehr gutes Spiel, aber leider nicht perfekt. Die zwei größten Schwachpunkte: Die Technik und der Schwierigkeitsgrad. Der Source-Engine merkt man ihr Alter inzwischen nämlich an. Die Licht- und Schatteneffekte sind zwar immer noch toll, ansonsten fühlt sich jeder halbwegs aktuelle PC aber schnell unterfordert. Das größte Manko der Engine ist aber das fehlende Streaming - was zu ständigen Ladepausen führt. Die gibts z.T. sogar nach kurzen Zwischensequenzen in der Spiele-Engine und an einigen Stellen reissen sie einen vollkommen aus der Story. Der zweite größere Kritikpunkt ist der Schwierigkeitsgrad. Portal 2 ist schlichtweg zu leicht. Es gibt nur wenige herausfordernde Testkammern, in vielen Abschnitten gibt es nur wenige Wände, an denen man ein Portal platzieren kann, die Lösung wird damit quasi verraten. Und warum bekomme ich alle neuen Spielzeuge wie Excursion Funnels, Lichtbrücken und die verschiedenen Gels schön nacheinander beigebracht, darf anschließend aber nur selten die verschiedenen neuen Aperture Science Technologien in Testkammern benutzen?

Was Portal 2 jedoch großartig macht, hat Kollege Tim ja schon in unserem Review-Testparcours geschrieben: Die Charaktere und der Humor sind unerreicht, Valve ist hier auf Pixar-Niveau - keinem anderen Spiel kaufe ich die Persönlichkeit eines Geschützturms ab. Abschließend bleibt die Frage: Kaufempfehlung? Von meiner Seite ein klares: Ja. Die extrem hohen Wertungen in den Printmedien sind zwar meines Erachtens etwas übertrieben, Portal 2 bietet aber einige Stunden Unterhaltung und Physikrätsel-Spaß auf sehr hohem Niveau. Und den Weighted Companion Cube, der in seinem Knuddelfaktor nur noch vom "I'm different"-Turret überboten wird. Und anschließend gehts im Coop munter weiter.



Besonders gut finde ich ...
  • gute Story...
  • GLaDOS und Wheatley
  • der typische Portal-Humor
  • herausragende englische (!) Synchro
  • sinnvolle neue Spielelemente
  • Coop-Modus mit komplett eigenen Testräumen
  • Coop zwischen PC und PS3 möglich

Nicht so optimal ...
  • ... mit Längen in den letzten Kapiteln
  • Ladezeiten
  • Schwierigkeitsgrad zu niedrig
  • es gibt schon wieder keinen Kuchen

 Testsystem:  PC
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5 Kommentar(e):
und folgenden Usern gefällt der Beitrag: DerBene, Haschbeutel, ... und einem Gast.

 





#1
Geschrieben am 29. April 2011 um 22:45 Uhr

Tancred meint ...

Jo, hab mir schon gedacht, dass es zu Portal 2 sicherlich ein Review geben wird.  
Das mit den langen Ladezeiten liegt definitiv an der Source-Engine; die gabs schon bei Half-Life 2. Allzu störend fand ich sie allerdings nicht.
Die Story war für meine Erwartung überraschend lang (was ich positiv finde) - sie ist auf jedenfall nicht kürzer als im ersten Teil. Langgezogen find ich sie aber an keiner Stelle, zumindest nich so sehr, dass ich nen bleibenden Eindruck hätte.
Zum Thema Ingame-Store behelf ich mich mit nem kleinen Video:
[Externer Link]
Ich mein, durch den von euch genannten geringen Wiederspielwert, der sich für mich nur im Achievements-holen ergibt, brauch man doch den ganzen Unfug den es da gibt garnicht?!   
Der Kritik bzgl. der Schwierigkeit stimm ich zu, ich glaube aber auch, dass da der Grad zwischen leicht und unschaffbar ziemlich schmal ist. Bei manchen Sachen musste ich schon kurz nachdenken/probieren, von daher wars schon ganz ok, auch wenn es natürlich noch besser geht. ^^


          
 





#2
Geschrieben am 30. April 2011 um 01:00 Uhr

Haschbeutel meint ...

Haha! Das Video ist klasse    Was den Schwierigkeitsgrad anbelangt - das liegt sicher daran, dass wir natürlich alle mit zu viel Indelligänz gesegnet wurden!   


          
 





#3
Geschrieben am 30. April 2011 um 12:57 Uhr

DerBene meint ...

Der Ingame-Store ist in der Tat ein schlechter Witz von Valve: Ich kann Animationen und Texturen für die zwei Coop-Charaktere kaufen (!), ja: Kaufen! Man kann es gar nicht oft genug sagen: Kaufen! Das passt weder zu Valve, noch bringt der DLC irgendwas.

Die Ladezeiten sind ähnlich wie in HL², das ist richtig. Passt aber nicht mehr in die heutige Zeit: HL² ist von 2004. Da hätte sich eindeutig etwas tun müssen. Zumal die Ladezeiten im ersten Portal nicht so störend sind und rein vom Gefühl seltener und kürzer ausfallen.

Was wieder richtig rockt ist die Ankündigung von kostenlosem DLC für den Sommer. Mit neuen Testkammern usw. Da passt an dieser Stelle ein freundliches FU an Activision, die ja bei ihren Topsellern gerne noch den Kunden melken.




          
 





#4
Geschrieben am 30. April 2011 um 13:38 Uhr

Tancred meint ...

Activision < EA/Dice < Valve
13€ für 4-5 neue Maps < 4-5 neue Maps kostenlos < neue Maps UND neue Features kostenlos

Fiel mir grad so ein bei dem Thema.  


          
 





#5
Geschrieben am 3. Mai 2011 um 16:50 Uhr

Fetzig meint ...

ich warte derzeit immernoch auf meine vorbestellte xbox 360 version... die wurde zwar schon am 19.04. verschickt, lässt aber immernoch auf sich warten... -.-


          



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