Genre:Action-Adventure  
Entwickler:TT Games  Publisher: Disney Interactive Studios
Plattform(en):PC, PS3, Xbox360, Wii, NDS, 3DS, PSP

Release:12.05.2011

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Lego Fluch der Karibik - Review

Fremde Gezeiten für das Lego-Universum - es geht in die Karibik!

Geschrieben von Tim am 2. Juni 2011 um 17:09 Uhr


Vor wenigen Tagen ist mit Fluch der Karibik 4: Fremde Gezeiten der vierte Teil der Kultserie von Disney in den Kinos angelaufen, hat aber zumindest mich massiv enttäuscht. Daher ruhten meine Hoffnungen in Lego Fluch der Karibik: Zwar habe auch ich mich langsam an den immergleichen Lego-Spielen sattgesehen, aber vielleicht kann ja dieser Ableger mit einigen Überraschungen aufwarten. Nach Lego Star Wars III: The Clone Wars vor zwei Monaten aber gleich den nächsten Teil auf den Markt zu werfen, klingt jedoch etwas riskant. Ich frage mich: Wie schaffen Traveller's Tales einen solchen Output? Und: Wie schaffen sie es, die Qualität immer hoch zu halten?

In jeder Review zu einem aktuellen Lego-Videospiel ist es dasselbe: Zum Einstieg wird erstmal wiederholt, was doch alles schon verklotzt wurde, und der Wunsch nach etwas Neuem ausgesprochen. Bei dieser Review hier ist es nicht anders, schließlich fühle auch ich mich nach etlichen Stunden in Lego Indiana Jones, Lego Batman, Lego Indiana Jones 2, Lego Star Wars III: The Clone Wars und diversen anderen Ablegern der Serie langsam übersättigt. Es macht sich der ausdrückliche Wunsch nach etwas Neuem breit, nach Innovation, nach Einfallsreichtum und Abwechslung - ob dem der neueste Serienteil Lego Fluch der Karibik gerecht werden kann? Leider nicht ganz, da es sich im Grunde wieder mal um dasselbe Gameplay vor anderer Kulisse handelt. Allerdings gehören die Abenteuer rund um Captain Jack Sparrow mit zu dem besten, was Lego-Videospiele zu bieten haben. Und damit kann Traveller's Tales auch schon einen großen Teil der Enttäuschung kompensieren, die der vierte, vor zwei Wochen angelaufene Kinofilm Fluch der Karibik 4: Fremde Gezeiten verursacht hat.




Und 'ne Buddel voll Rum, aaaarrrrrrrrrrrrr!

Man sieht es auf den ersten Blick: Lego Fluch der Karibik ist ... Lego. Ein Lego-Spiel, wie man es kennt und liebt, nur dieses Mal mit einem frischen Szenario. Schön auch: Man muss nicht wie bei anderen Serienablegern mit einem direkten Nachfolger rechnen, da hier gleich alle drei guten und der eine eher misslungene Streifen enthalten sind - somit bleibt Traveller's Tales nach Lego Harry Potter: Die Jahre 5-7 wohl nichts anderes übrig, als neue Ufer anzusteuern und sich erneut an noch nicht verklotzten Marken zu versuchen. Und das ist auch gut so, denn Lego Fluch der Karibik ist eine wirklich erfrischende und unverbrauchte Kulisse, sodass ich auch dem x-ten Lego-Videospiel immer noch viel abgewinnen kann. Es ist natürlich schade, dass sich spielerisch nichts tut und die Serie seit Jahren auf der Stelle tritt - mittlerweile wird ja selbst ein dynamischer geteilter Bildschirm für den ausschließlich lokalen Coop-Modus als ach so große Neuerung angesehen -, aber das traditionell so gut wie unveränderte Gameplay sorgt immer noch für viel Unterhaltung, vor allem dann, wenn man zu zweit spielt. Auch Lego Fluch der Karibik folgt dem jüngsten Trend der Serie und legt größeren Wert auf Rätsel anstatt auf Action. Das mag dem einen gefallen, dem anderen wiederum nicht, mir persönlich kommt dieser Kompromiss entgegen - nicht zuletzt deswegen, weil sich die Actionpassagen mittlerweile stark abgenutzt haben.

Alle vier Kinofilme sind im Spiel enthalten, jeder setzt sich aus fünf Kapiteln und einer Menge an - wie gewohnt - sehr witzigen Zwischensequenzen zusammen. Insgesamt warten also 20 Levels auf euch, deren Durchspielen euch 10-15 Stunden beschäftigen dürfte, je nachdem, wie genau ihr jeden Ort untersucht. Wie immer gibt es sehr viel zu entdecken: Da wären beispielsweise die je zehn Minikits in jedem Level, diverse versteckte Objekte, die man mit Jacks Kompass entdecken kann, außerdem gibt es etliche Geheimgänge, die man erst im freien Spiel mit allen Charakteren begehen kann und zu guter Letzt kann man sich mit einer bestimmten Anzahl an Legosteinchen auch noch den Rang "Wahrer Pirat" verdienen - wer also alles auskundschaften möchte oder sämtliche Achievements erringen will, der wird sehr lange an Lego Fluch der Karibik sitzen müssen. Glücklicherweise macht das auch Spaß, da sich Traveller's Tales auf alte Stärken besinnt und wieder einmal ein grandioses Leveldesign sowie hübsche Umgebungen aus dem Hut zaubert. Auch der Lizenz-Soundtrack weiß zu überzeugen und untermalt das Geschehen sehr stimmungsvoll. Der Mangel an Überraschungen schmerzt jedoch stark.










Tim schrieb am 2. Juni 2011
Klotzen statt kleckern - das ist und bleibt das Motto von Traveller's Tales. Den Lego-Titeln will und wird man sich auch in naher Zukunft nicht abwenden (Lego Harry Potter: Die Jahre 5-7 ist ja bereits angekündigt), und wenn die Qualität nicht darunter leidet, so soll's mir recht sein. Ich bin dennoch ehrlich und muss an dieser Stelle sagen: So langsam habe ich genug vom immergleichen Standard-Erfolgsschema. Ich wünsche mir Verbesserungen im Gameplay, ich wünsche mir größere Areale, neue spielerische Elemente, mehr Freiheiten und weniger Linearität - kurz: Ich wünsche mir kein Lego-Action-Adventure-Update 1.01, sondern ein Lego-Action-Adventure 2.0. Lego Fluch der Karibik kann ich seine Qualität allerdings nicht absprechen: Das Spiel ist immer noch ein sehr unterhaltsames, schön anzusehendes, besonders im kooperativen Multiplayermodus süchtigmachendes Erlebnis. Daher führt auch kein Weg an den vier Sternen vorbei. Und für zukünftige Lego-Spiele wünsche ich mir, wenn man das Gameplay nicht umkrempeln möchte, dann wenigstens eines: vielfältigere Universen und Szenarien. Lego Fluch der Karibik ist eine tolle Abwechslung. Wie wäre es denn mit Lego Herr der Ringe, Lego Matrix, LegoShock, Legonetta oder Call of Lego: Black Bricks? Her damit!

Auch wenn sich hinter dem ungewöhnlichen Design nur das traditionelle, solide Lego-Prinzip der letzten fünf Jahre versteckt - es ist immer noch sehr unterhaltsam, hübsch anzusehen und wunderbar humorvoll. Abwechslung würde der Serie aber gut tun.


Besonders gut finde ich ...
  • gewohnt hübsche Inszenierung
  • vier Filme zu je fünf Kapiteln
  • traditionell gutes Gameplay
  • Rätsel, Kämpfe, Sprungpassagen
  • sehr humorvolle Präsentation


Nicht so optimal ...
  • Gameplay ohne Überraschungen
  • Schwierigkeitsgrad niedrig
  • fehlender Online-Multiplayer
  • stellenweise sehr dunkel

 Testsystem:  Xbox360
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