Genre:Action  
Entwickler:Q? Entertainment Inc.  Publisher: Ubisoft
Plattform(en):PS3, Xbox360

Release:16.06.2011, 30.09.2011 (PS3)

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Child of Eden - Review

Datenwale, Matrix-Strukturen & Phönixe - Eden, das Server-Paradies

Geschrieben von Tim am 23. Juli 2011 um 17:37 Uhr


Railshooter sind ein Nischengenre! Eigentlich gibt es so gut wie keine Genre-Vertreter mehr, lediglich für die Wii findet man noch einige nennenswerte Titel - an dieser Stelle denke ich an Dead Space: Extraction und The House of the Dead Overkill, welche es beide über lange Wege aber auch auf die PlayStation 3 geschafft haben bzw. schaffen werden. Doch was ist mit der Xbox 360? Gibt es da denn nix? Oh doch! Vor kurzem erst ist Child of Eden erschienen, ein rhythmischer, melodischer, bezaubernder Farbenrausch auf Schienen, entwickelt von Q? Games, den klugen Köpfen hinter Rez. Und man kann sogar ohne Controller via Kinect spielen! Ich habe den von Viren befallenen Eden-Server gereinigt, das hübsche Edenkind gerettet und ein Fazit gezogen.

Mal ehrlich: Wofür lohnt es sich nach aktuellem Stand, sich Kinect anzuschaffen? Für Kinect Joy Ride etwa? Sicher nicht - inhaltlich und gameplaytechnisch bietet Sonic & Sega Allstars Racing vergleichsweise mehr und lässt sich auch wesentlich besser steuern. Vielleicht für .. Dance Central? Wer richtig gerne tanzt und von Just Dance auf Wii nicht genug bekommen kann, der liegt hier goldrichtig - der Ottonormalgamer allerdings wird wohl eher die Finger davon lassen. Richtig: Bis jetzt gab es noch kein einziges Spiel, das den Kauf von Kinect wirklich rechtfertigt. Aber nun ist ja Child of Eden erschienen, ein Railshooter mit einem außergewöhnlichen Design und einem dynamischen, ansprechenden Gameplay. Ist das neue Werk von Rez-Schöpfer Mizuguchi etwa wirklich der neue Systemseller für Kinect? Das wohl eher nicht, dazu ist es viel zu speziell. Für Fans des Genres und des abgefahrenen Designs jedoch könnte das Paket Child of Eden + Kinect durchaus einen Blick wert sein. Und vielleicht auch für diejenigen, die sich bisher noch nicht mit dem Spiel auseinandergesetzt haben ...




Schwingt die Arme, nickt zur Musik, rettet das Edenkind!

Wie bereits erwähnt ist Child of Eden ein Railshooter - mehr oder weniger auch klassisch. Jedoch gibt es einige Merkmale, die den Titel von anderen Genre-Kollegen abheben. Das sind nicht nur das tolle visuelle Design und die rhythmische Musikuntermalung, sondern auch die Kinect-Unterstützung sowie die Möglichkeit, die Kamera leicht zu drehen. Im Gegensatz zu den meisten Railshootern kann man in Child of Eden die Kameraperspektive nämlich leicht in alle Richtungen verschieben, wodurch vorher nicht sichtbare Bereiche plötzlich erreichbar werden. Vielleicht verbergen sich dort feindliche Viren, die fies aus dem Hinterhalt angreifen? Oder hilfreiche Extras wie zum Beispiel Heilmittel? Es lohnt sich also, sich ab und an ein wenig in der Umgebung umzusehen. Mit Kinect macht man das sowieso fast schon automatisch, während man mit den Händen zielt. Je nachdem, ob sich ein Gegner weiter links oder rechts befindet, driftet der Bildschirm mit dem Fadenkreuz eben auch nach links bzw. rechts ab. Allgemein ist Kinect das spielerische Highlight des Spiels: Man steuert das Fadenkreuz mit einer der beiden Hände, wobei die linke einen Zielerfassungslaser und die rechte eine Dauerfeuerwaffe darstellt, und feuert mit einem Ruck der Hand ab. Hebt man beide Hände nach oben, kann man auch ein regelrechtes Inferno entfesseln - dies nennt sich dann Euphoria.

Bisher gab es nur wenige Spiele, in denen Kinect wirklich sinnvoll eingebunden wurde, aber Tetsuya Mizuguchis neueste Schöpfung gehört zu dieser kleinen Gruppe dazu. Zwar spielt sich Child of Eden auch mit dem Controller sehr gut, für die meisten wahrscheinlich sogar präziser, allerdings sorgt Kinect für ein gänzlich neues Spielerlebnis. Harry Potter und die Heiligtümer des Todes - Teil 1 hat ja schon einmal ein ähnliches Konzept verfolgt, aber völlig versagt. Child of Eden dagegen macht in dieser Hinsicht fast alles richtig. Wie bereits zu Beginn erwähnt, ist Kinect im Paket mit dem Titel durchaus einen Blick wert, den man zumindest einmal riskieren sollte. Alternativ kann man ja immer noch zum traditionellen Xbox-360-Controller greifen. Die grundlegende Spielmechanik, eine Mischung aus Schießen, kleineren Puzzles und diversen Bosskämpfen, ist nicht kompliziert, weiß aber über die gesamte Spielzeit zu unterhalten - leider beträgt die aber gerade einmal vier Stunden, sodass man schnell alles gesehen hat. Freischaltbare Boni wie Videos, Konzeptzeichnungen, Online-Ranglisten, höhere Schwierigkeitsgrade und ein ruhiger Spielmodus ohne gegnerischen Widerstand motivieren allerdings auch noch für eine Weile nach dem Abspann. Es ist dennoch ziemlich schade, dass ein so außergewöhnliches Erlebnis bereits nach so kurzer Zeit vorbei ist. Und das ist auch das größte Problem an Child of Eden. Es ist kein saftiges 3-Gänge-Menü, sondern nur ein schmackhafter Snack.




Ein digitales Meer aus Juwelen, Bäumen, Blüten und ... Viren?

Neben Kinect gibt es aber noch etwas ganz Entscheidendes, das Child of Eden aus der Masse herausstechen lässt: die Grafik. Man muss natürlich den Geschmack für so etwas besitzen, aber mich hat das, was der Titel auf den Bildschirm zaubert, umgehauen. Die Spielwelten von Child of Eden sind prall gefüllt mit glänzenden und dynamischen Strukturen, bunten Blumenwiesen, aufblitzenden Farben und Effekten und außerdem gibt es jede Menge Leben auf dem Eden-Server, den wir im Rahmen eines Virenbefalls retten müssen, indem wir die Firewall wieder aktivieren. Die Story ist kein wichtiges Element des Spiels, sonst hätte ich sie bereits früher und ausführlicher thematisiert. Im Grunde geht es nur darum, Eden wieder von den bösen Viren zu befreien. Eden heißt die Datenbank, in der alle Erinnerungen der Menschheit gesammelt sind - es handelt sich also um eine riesige Ladung an Daten, durch die wir uns in fünf verschiedenen "Archiven", also Levels, kämpfen müssen. Das titelgebende Edenkind nennt sich Lumi und ist ein virtuelles Geschöpf, das in Eden selbst entstanden ist - verkörpert wird es von einem jungen Mädchen, dem man häufiger im Spiel begegnet.

Wie genau sich Child of Eden spielt, seht ihr auch im Kinect-Trailer und im Tutorial-Trailer.







Tim schrieb am 23. Juli 2011
Child of Eden ist ein audiovisueller Genuss - aber nur für diejenigen, die beim extravaganten Design und der japanischen Pop-Musik nicht gleich Reißaus nehmen. Zugegeben, das Spiel ist sehr speziell. Wenn man allerdings etwas mit dem Design und der Spielmechanik anfangen kann, dann ist Child of Eden wirklich etwas Besonderes. Ein Spiel, wie man es so noch nicht gesehen und gespielt hat. Gerade die Kinect-Unterstützung macht den Titel erst so einzigartig: Mit freien Händen zu spielen und durch Armschwenken Gegner anzuvisieren ist eine der interessantesten und am besten funktionierenden Mechaniken, die mit Kinect bisher umgesetzt wurden - das grausige Harry-Potter-Spiel vergessen wir an dieser Stelle lieber. Wer Kinect noch nicht besitzt und mit Child of Eden liebäugelt, sollte sich überlegen, ob er sich die Zusatzhardware nicht anschaffen möchte. Mit Controller spielt sich der Titel nämlich wie ein klassischer Railshooter - das ist auch gut, aber eben nur halb so interessant. Mich hat Child of Eden auf jeden Fall ziemlich begeistert und ich hätte gerne mehr Archive der riesigen Datenbank erkundet. Schade nur, dass diese scheinbar nicht von Viren befallen wurden ...

Ein kurzer audiovisueller Genuss für all diejenigen, die mit dem Design und der Musik etwas anfangen können - und ein erster richtiger Kaufgrund für Microsofts Kinect.


Besonders gut finde ich ...
  • Bildschirm gefüllt mit Effekten & Farben
  • perfekte Abstimmung von Bild und Ton
  • außergewöhnliches Design der Welten
  • cooles neues Spielgefühl mit Kinect
  • anspruchsvoller Schwierigkeitsgrad
  • Videos, Zeichnungen & Ranglisten


Nicht so optimal ...
  • sehr kurze Spielzeit (ca. vier Stunden)
  • mit Controller relativ gewöhnlich

 Testsystem:  Xbox360
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3 Kommentar(e):
und folgenden Usern gefällt der Beitrag: Tim, ... und einem Gast.

 





#1
Geschrieben am 23. Juli 2011 um 18:39 Uhr

DarkRaziel meint ...

Für mich ist das Game nicht denke ich mal denn ich konnte mit REZ schon nichts anfangen was im Prinzip das gleiche ist nur einige Jahre älter.


          
 





#2
Geschrieben am 23. Juli 2011 um 18:46 Uhr

Kithaitaa meint ...

Ich hab die Epilepsiewarnung vermisst  


          
 





#3
Geschrieben am 25. Juli 2011 um 12:25 Uhr

Fetzig meint ...

REZ habe ich geliebt. REZ HD hat dann meine Liebe wieder aufleben lassen und nun habe ich gerade die PS3 Version des Nachfolgers für läppische 18€ vorbestellt (bei theHut) und freue mich wie ein kleines Kind auf dieses Spiel. Abtauchen in andere Welten... ich freu mich drauf.


          



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