Genre:Action-RPG  
Entwickler:Bioware  Publisher: Electronic Arts
Plattform(en):PC, PS3, Xbox360, WiiU

Release:08.03.2012, 30.11.2012 (Wii U)

Jetzt kaufen:Amazon.de | Steam







Mass Effect 3 - Preview

Ich bin Commander Shepard und das ist mein Lieblingsstand in Köln!

Geschrieben von Tim am 25. August 2011 um 15:39 Uhr


Okay, eigentlich lautete der Spruch etwas anders und jeder, der Mass Effect 1 und 2 genauso genossen hatte wie ich, wird sich sofort an seine Herkunft erinnern. Am 08. März 2012 wird das große Finale der Trilogie in den Läden stehen - und wir haben das Rollenspiel-Epos Mass Effect 3 auf der gamescom 2011 angespielt. Und nicht nur das: Während einer Entwickler-Präsentation wurden mir bisher unveröffentlichte Spielszenen auf der Erde gezeigt. Mass Effect 3 wird groß, das steht fest. Es wird grafisch opulent. Aber was wird es spielerisch - etwa ein lupenreiner Shooter?

Tatsächlich könnte man genau das vermuten, nachdem man die für die Öffentlichkeit bereitgestellte Demo zu Mass Effect 3 gespielt hat. Denn die gesamten knapp zehn Minuten verbringt man fast ausschließlich mit Schießen, Ballern und dem Abfeuern von Projektilen - kurz gesagt, außer Action bietet die Anspielversion nichts. Zwar konnte man zum Beginn der Demo noch eine ganze Menge an Erfahrungspunkten verteilen und die einzelnen Fähigkeiten der Charaktere ausbauen, allerdings war's das auch schon mit Rollenspiel. Ich verstehe ja, dass ein solch massives Rollenspiel wie Mass Effect 3 nicht auf eine zehnminütige Demo reduziert werden kann, dennoch hatte ich mir weniger Action und mehr Rollenspiel gewünscht. Interaktive Dialoge zum Beispiel wären ein optimales Mittel gewesen, um dem Spieler zu vermitteln, dass in Mass Effect 3 nicht nur geschossen wird. Stattdessen bewegt man sich aber mit Shepard und seinen beiden Gefährten Liara T'Soni und Garrus durch immer gleich aufgebaute und optisch abwechslungsarme Forschungsanlagen, schlüpft von einer Deckung zur anderen und prüft, ob man nach Mass Effect 2 immer noch punktgenau zielen und feuern kann.




Ja, das war alles. Mehr gab es am Mass-Effect-3-Stand in Halle 6 nicht zu sehen. Gut, man konnte noch die neuen Nahkampftechniken in Augenschein nehmen und Commander Shepards biotische Klinge live und in Aktion erleben - das war schön anzusehen, besonders spektakulär fielen die Nahkämpfe allerdings nicht aus. Es wurde ohnehin so viel geballert, dass man sich für einzelne Feinde nicht mehr interessierte. Hier ist noch einer, da ist noch einer, von da hinten kommt gleich die nächste Gruppe - Adrenalin und Spannung sehen anders aus. Natürlich spielte sich Mass Effect 3 verdammt gut, natürlich hat es mir Spaß gemacht, mit dem verschiedenen, meist jedoch bekannten biotischen Techniken herumzuspielen und meine Squad-Mitglieder zu befehligen. Von einem Mass Effect 3 erwarte ich allerdings weit mehr als nur Projektilgewitter, Deckungshüpfen und Leichenberge. Ich erwarte weitreichende Entscheidungen mit guten und schlechten Konsequenzen, ich erwarte Dialoge auf Kinoniveau und ich erwarte eine cineastische, spektakuläre, einfach packende Präsentation. Und vor allem wünsche ich mir Emotionen. Denn Mass Effect und Mass Effect 2 gehören zu den Spielen, die mich bisher am allermeisten berührt haben. Wenn ich nur an das Ende des zweiten Teils denke ...


Doch all das schien Mass Effect 3 nicht zu bieten.


Glücklicherweise besaß ich jedoch ein Ticket für den EA-Business-Bereich und konnte mir dort eine weitere Präsentation von Mass Effect 3 ansehen, kommentiert und gespielt von BioWare-Mitarbeitern selbst. Und es ist tatsächlich nicht nur ein anderes Gefühl, wenn man zu sechst im Präsentationssaal sitzt - es wurden auch andere, mir bisher gänzlich unbekannte Spielszenen gezeigt. Spielszenen, wie ich sie mir gewünscht hatte: bombastisch inszeniert, spielerisch ergiebig, emotional und gefühlvoll. DAS war das Mass Effect 3, das ich sehen wollte! Anstatt irgendwo auf einem unbekannten Planeten in einem Forschungszentrum unterwegs zu sein, befanden sich Commander Shepard und seine Gefährten nun auf der Erde. Und dort war es alles andere als ruhig: Gigantische Reaper wandern über die Erdoberfläche und zerlegen überall Gebäude, sorgen für Schutt und Zerstörung und versetzen die Einwohner in Angst und Schrecken. Das, was mir gezeigt wurde, war schlichtweg atemberaubend: Während man mit Shepard durch fast zerstörte und vom Einsturz bedrohte Gebäude lief, konnte man seine Augen kaum von dem Chaos abwenden, das im Hintergrund am Horizont stattfand. Keine Frage, BioWare hat massiv an der Grafikschraube gedreht: Mass Effect 3 sah auf der X360 fantastisch aus.




Während Shepard sich mit Anderson durch das einsturzgefährdete Gebäude bewegt und fiese Feinde auf's Korn nimmt, gibt es aber auch emotionale Szenen. In einem Lüftungsschacht sitzt plötzlich ein kleiner Junge, ganz alleine, und sagt nur "Everyone's dying!" Und endlich sehe ich einen Dialog in Mass Effect 3, in dem man eine Entscheidung treffen kann: Entweder schreit man den Jungen aggressiv an und ruft "Get out of here, NOW!" oder man versucht es auf die liebenswürdige und hilfsbereite Art: "Let me help you." In der Präsentation wählten die Entwickler die zweite Variante, die auch ich bevorzugt hätte, die Reaktion des Jungen fällt allerdings anders aus als erwartet: Der Kleine krabbelt den Lüftungsschacht weiter und ist verschwunden. Da es für Shepard keine Möglichkeit gibt, ihm zu folgen, lassen wir ihn also gehen und führen den Kampf gegen die bösen Aliens weiter. Auch wenn die Action im Grunde nicht anders ausfällt als bei meiner Anspiel-Sitzung, macht das Gezeigte auf der Erde wesentlich mehr her als noch in Halle 6 - sehr schön. Nachdem wir die meisten Feinde beseitigt haben, erreichen wir die Normandy und könnten die Erde verlassen. Es bleibt uns auch nichts anderes übrig, da wir gegen die Reaper in dieser Verfassung unmöglich ankommen könnten. Wir müssen also in die endlosen Weiten der Galaxien und uns eine neue Allianz zusammenstellen - nehme ich jedenfalls an.

Zu sehen bekam ich nämlich etwas anderes und Unerwartetes: Anderson weigerte sich, mit auf die Normandy zu kommen; er muss die Erde und ihre Bewohner beschützen. Shepard und Anderson wünschen sich gegenseitig alles Gute, anschließend hebt die Normandy ab, und Shepard beobachtet, wie die verzweifelten Überlebenden in die rettenden Schiffe der Allianz gehievt werden. Auch Anderson befindet sich dort und hilft den Menschen, in die Schiffe einzusteigen. Und plötzlich taucht auch der kleine Junge von vorhin auf! Erst sieht er Shepard tief in die Augen, scheint sich bedanken zu wollen, und dann steigt auch er in eines der Rettungsschiffe ein. Das Rettungsschiff hebt schließlich ab und alles scheint ein glückliches Ende zu nehmen. Doch es kommt ganz anders: Ein nahender Reaper feuert einen mächtigen Laserstrahl ab und bringt mehrere der Rettungsschiffe zur Explosion, darunter auch das mit dem kleinen Jungen. Es ist eine sehr ergreifende Szene, die BioWare da inszeniert, und sie war ungemein traurig. Hier wurde mir klar, was mich mit Mass Effect 3 wieder erwarten würde: Emotionen und Dramatik auf höchstem Niveau. Es war auch verdammt seltsam, danach in den begeisterten Beifall überzugehen, aber ich bin überzeugt, dass das nur die Spitze des Eisberges war.







Tim schrieb am 25. August 2011
Nach dem Anspielen war ich enttäuscht, aus der Präsentation kam ich hingegen begeistert heraus. Ich habe noch lange darüber nachgedacht, was wohl passiert wäre, wenn ich den Jungen angeschrien hätte: Hätte er überlebt? Wäre er mit auf die Normandy gekommen? Oder wäre vielleicht etwas ganz anderes geschehen? Es ist ein verdammt gutes Zeichen, wenn ich nach einer Präsentation eines Spiels noch lange darüber nachdenke. Aber auch der Rest war ganz hervorragend: Die Grafik sieht deutlich besser aus als noch in den Vorgängern, die Action ist schnell, dynamisch und ansehnlich, die Soundeffekte brachial und die Inszenierung bombastisch - wie gerne hätte ich noch mehr davon gesehen! Stellenweise erinnerte mich das Spiel sogar an ein Uncharted in Space - beispielsweise dann, als das Gebäude letztendlich wirklich eingestürzt ist und Shepard im letzten Moment noch hinausspringen kann. Mass Effect 3 hat das Zeug, die beiden grandiosen Vorgänger, die ich verehre, noch zu übertreffen. Alle Zeichen stehen auf ein fantastisches Finale - ich kann es kaum erwarten. Selten hat mich eine Präsentation derart begeistert!




Weitere interessante Artikel der gamescom 2011 Serie:

Weitere News, Artikel & Videos zu Mass Effect 3:






3 Kommentar(e):
und folgenden Usern gefällt der Beitrag: Haschbeutel, Markys, ... und einem Gast.

 





#1
Geschrieben am 25. August 2011 um 17:39 Uhr

Kithaitaa meint ...

Ich muss Teil 2 noch irgendwann(tm) mal zocken, und am besten den ersten davor noch - liegt ja irgendwie beides im Regal. Aber schon den ersten empfand ich damals auf der XBOX eher als Actiongame, ein Rollenspiel definier ich dann doch etwas anders. Und gerade das letzte Gameplay (MS Play Day) zeigt mir ansich mehr Geballer als sonstwas. Mag sein, dass die Story und das Drumherum das gewisse Etwas ausmacht, bleibt für mich aber dennoch Action - hat BioWare mit DA2 ja nicht anders gemacht ...




          
 





#2
Geschrieben am 8. September 2011 um 09:18 Uhr via

Tamara meint ...

Ich freu mich sehr auf den Coop-Modus! Und das der 3. Teil wieder mehr RPG Elemente haben soll!


        
 





#3
Geschrieben am 11. September 2011 um 23:25 Uhr

Markys meint ...

Den Artikel kann ich nur zustimmen, sah auch im Publikum und die Präsentation war großartig  


          



Kommentar verfassen:


NAME*: (KEiNE URL/DOMAiN)

EMAiL*: (WiRD NiCHT ANGEZEiGT)

EiGENE HOMEPAGE: (OPTiONAL)

TWiTTERNAME: (OPTiONAL)


DEiN KOMMENTAR*:
                           


BEi WEiTEREN KOMMENTAREN ZU DiESEM ARTiKEL BENACHRiCHTiGEN?
 JA, PER EMAiL.
 JA, PER TWiTTER - DiREKTNACHRiCHT
Du musst @PRESSAKEY auf Twitter folgen, damit wir dir Direktnachrichten senden können.


ANTiSPAM*: 
(entfällt bei Registrierung)





     


* = PLiCHTFELDER