Genre: FPS  
Entwickler: Flying Wild Hog  Publisher: Flying Wild Hog
Plattform(en):  PC

Release: 13.09.2011, 08.03.2012 (Extended Edition)
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Community: 1 User hat es.



 





Hard Reset - Review

Im Kampf gegen die Eintönigkeit

Geschrieben von Christian am 12. September 2011 um 20:04 Uhr


Die Jungs und Mädels von Flying Wild Hog wagen für heutige Zeiten ein mehr als mutiges Experiment: PC-Exklusiv. Trash-Geballer ohne Sinn und Verstand. Kein überflüssiger Multiplayer. Was kann da noch schiefgehen? Ich hab mich in die letzte Bastion der Menschheit vorgewagt, um Roboterhorden artgerecht zu beseitigen und muss einsehen, dass da doch einiges ziemlich in die Hose gegangen ist. Warum, erfahrt ihr im Review ...

Hard Reset lässt einen verwirrt zurück. Das liegt nicht an Story oder deren Ende – keines von beiden ist annährend gut genug, als das man sich länger damit beschäftigen würde. Nein, man fragt sich nach beenden des Spieles zwangsläufig: Wie kann man ein so vielversprechendes Spiel so versauen! Dass das polnische Studio Flying Wild Hog es auch anders kann, beweisen die letzten zwei Level, welche dem letzten Drittel des Spiels entsprechen. Dort bekommt man knackige Bosskämpfe und abwechslungsreiche Szenarien serviert, nur warum muss man sich vorher durch immer gleiche und eintönige Level ballern?

Eine unwichtige Beilage - auch bekannt als Story

Die Menschheit steht am Abgrund. Noch tobt der Kampf um die letzte Bastion der Menschen: "Bezoar", doch der Krieg ist offensichtlich schon verloren. Ab sofort herrschen die rebellierenden Roboter, auch wenn sich eine kleine Schar verbliebener Individuen noch nicht ganz damit abgefunden hat. Hört sich altbekannt an? Ist es auch. Die Story ist wahrlich nicht die Stärke des Spieles. Zwar wird sie durch ansehnliche, comichafte Zwischensequenzen inszeniert und anfangs wird auch durch den exzessiven Gebrauch von „mysteriös“ klingende Begriffen das Interesse geweckt, doch schon nach kurzer Zeit durchschaut man das Story-Konstrukt und sieht die „überraschenden“ Wendungen schon meilenweit im Voraus kommen. Einzig und allein eine Szene weiß zu überraschen und zwar auch nur, weil der blasse Protagonist hier wirklich fernab jeder Logik handelt. In dieser Szene wechselt Major Fletcher die Seiten und wendet sich gegen seine alten Arbeitgeber. Warum das aber eigentlich trotzdem egal ist? Man kämpft weiterhin gegen rebellierende Kühlschränke und Kreissägen, aber jetzt mal ehrlich: Wer hat bei einem Oldschool-Shooter eine tiefschürfende, mitreißende oder gar bewegende Story erwartet? Eben. Keine Sau! Widmen wir uns also lieber Dingen von Belang: Dem Gameplay.



Roboterhorden ohne Sinn und Verstand

Bei den Gegnern setzten die Entwickler auf das bewährte Masse-statt-Klasse-Prinzip und hetzen dem Spieler häufig 20-30 Gegner gleichzeitig auf den Leib. Da die K.I. der Roboterhorden aber dermaßen unterwickelt ist, böse Zungen würden sogar behaupten nicht existent, werden diese dem Spieler auch nur durch schiere Übermacht wirklich gefährlich, was vor allem in den höheren Schwierigkeitsgraden häufig zum Bildschirmtod führen kann. Dieser kann vor allem deshalb frustrierend sein, da die Checkpoints, welche zwar meistens fair gesetzt sind, aber ab und zu schon fünf Minuten zurückliegen können, was bei einem mehrmaligen Ableben durchaus nerven kann. Man merkt auch bei den Gegnermodellen, dass hier ein kleines Studio ohne potenten Publisher im Rücken und mit wenig Geld zur Verfügung daran gewerkelt hat. So laufen einem im ganzen Spiel genau fünf Gegnertypen (+ zwei Bosse) über den Weg. Gut, in einem Call of Duty dürften es auch nicht viel mehr sein, nur bei Hard Reset fällt das aufgrund des zwangsläufig hohem Gegneraufkommen eher auf.

Man startet mit zwei Waffenmodellen und beendet das Spiel auch mit zwei Waffenmodellen, was sich auf den ersten Blick ziemlich mager anhört. Zum Glück haben die polnischen Entwickler dem Spiel ein motivierendes Upgrade-System mit auf den Weg gegeben bei dem man gegen Erfahrung, welche man entweder findet oder durch Besiegen von Gegner erhält, sich oder seine beiden Waffen aufrüsten kann. So wird aus einem Maschinengewehr ein Granatenwerfer oder aus dem Plasmagewehr eine, durch Wände schießende, Plasma-Nagelpistole mit X-Ray-Visier.

Design: Zwischen Genial und Gähhhnn! oder: "Ich laufe einfach mal geradeaus"

Die Grafik von Hard Reset ist für ein Low-Budget-Spiel, was der Cyber-Punk-Shooter zweifelllos ist, schlicht beeindruckend. Mit vergleichsweise moderaten Systemanforderungen zaubern die Entwickler vor allem in den letzten zwei Levels eine wahre Augenfreude auf den Bildschirm. Nur offensichtlich haben die Entwickler vergessen, dass Grafik allein nicht reicht um Spieler dieser Generation noch beeindrucken zu können. Das Design der Level gibt dem Wort „Schlauch-Level“ eine neue Bedeutung und die Stadt-Panoramen, die über diesen Fakt normalerweise hinwegtäuschen sollten, ähneln sich zumindestens in den ersten vier Level zu sehr, um eine Ablenkung zur Monotonie des Level-Designs bieten zu können. Nur die letzten beiden Level brechen etwas aus dem engen Korsett der Linearität aus, was umgehend dem Spielspaß zuträglich ist. Die beeindruckenden Effekte von explodierenden Fässern und Autos, welche man ebenfalls als Waffen gegen anrückende Roboterhorden nützen kann, lenken zumindestens kurz von der eher tristen Umgebung ab, auch wenn man sich an diesem visuellen Overkill bald satt gesehen hat. Wie es sich für einen zünftigen Oldschool-Shooter gehört, bietet Hard Reset die, gar nicht mehr so, guten, alten Schalterrätsel. Diese sind jedoch weder besonders anspruchsvoll noch abwechslungsreich, sie funktionieren nämlich nur nach einem Prinzip, stören dafür aber auch nicht weiter. Der größte Kritikpunkt kommt jedoch zum Schluss: Die Illusion, dass Roboter in eine belebte Stadt eingedrungen sind und Chaos verbreiten, scheitert an einem elementaren Punkt: Leichen oder verletzte Menschen sucht man vergeblich.


Äh..Moment mal! Schon vorbei?

Das Ende. Es ist das einzige am Spiel, was wirklich überraschen kann. Man wähnt sich noch im Mittelteil des Spiels als - das Spiel endet. Abrupt und ohne erkennbaren Sinn. Gerade wird noch eine umfassende Hintergrundgeschichte über den Kampf gegen den ehemaligen Arbeitgeber "The Cooperation" aufgezogen, als das Spiel tja endet. Nach einmaligen Durchspielen kann man im Menü die Option New Game+ wählen, durch die man mit allen freigeschalteten Erfolge und Upgrades ein neues Spiel starten kann. Nur warum sollte man? Die Leistung des Spielers wird zwar am Ende jedes Levels bewertet, es gibt jedoch keine globalen Ranglisten zum Vergleich und so dürfte die Motivation für einen Neuanfang relativ gering sein.






Christian schrieb am 12. September 2011
Hard Reset wird mir als das Spiel der verpassten Chancen im Gedächtnis bleiben. Während die letzten beiden Level ein wahres Feuerwerk an visuellen Eindrücken abbrennen, glänzen die vorrangegangenen Level nur durch Eintönigkeit und Linearität. Bevor man jetzt zu dem Schluss kommt, Hard Reset sei durch und durch schlecht, muss man fairerweise erwähnen, dass das Spiel durchaus seine Momente hat. Wenn man im letzten Level auf dem Dach eines Krankenhauses gegen einen überdimensionierten Roboterskorpion kämpft oder nach endlosen, missglückten Versuchen endlich eine knackige Stelle schafft, empfindet man tatsächlich so etwas wie Spaß. Und auch wenn ich Flying Wild Hog Respekt für ihren Versuch, einen, auf die Pc-Gemeinde zugeschnittenen, Oldschool-Shooter zu entwickeln, zolle, muss ich ehrlicherweise urteilen: Hard Reset ist nicht die erhoffte Pc-Exklusive Perle, es ist nicht einmal ein solides oder gar gutes Spiel. Es gibt einfach zu viele elementare Punkte die hier nicht stimmen. Neben der schon erwähnten Eintönigkeit der Level stören vor allem die, nicht vorhandene, K.I. der Gegner und die Gleichförmigkeit der Spielmechanik den Spielspaß empfindlich. Und bei einer durchschnittlichen Spielzeit von fünf bis sechs Stunden ist die eine Stunden, bei der man mit dem Titel wirklich Spaß hat, einfach zu wenig - vor allem für den Preis von 27€.


Besonders gut finde ich ...
  • motivierendes Upgradesystem
  • einige gute Bosskämpfe
  • geringer Hardwarehunger
  • beeindruckende Grafik & Effekte


Nicht so optimal ...
  • belanglose Schalterrätsel
  • extrem kurze Spielzeit
  • zu wenige Zwischen
  • und Endbosse
  • monotones Leveldesign
  • Story bestenfalls bemüht

 Testsystem:  PC
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6 Kommentar(e):
und folgenden Usern gefällt der Beitrag: Haschbeutel, ... und einem Gast.

 





#1
Geschrieben am 12. September 2011 um 20:53 Uhr

Billie_Who_Else meint ...

Ja, nach der Demo komm ich zu dem selben Ergebnis. Wie man hier das Schlauch-Level Prinzip schamlos auf die Spitze treibt, dass ist echt nicht mehr schön.
Die meisten Spiele versuchen das ja irgendwie zu kaschieren (wie bald UC3 durch Dünen die Drake nicht rauflaufen kann, weil er dann immer runterrutscht), aber hier geht man immer durch die gleichaussehenden, monotonen von grauen Mauern umgebenen Areale.
Schade für den lobenswerten Ansatz der Entwickler, aber so ein Spiel kannst du heute einfach nicht mehr absetzen, da die Alternativen zu gut sind, und der Preisverfall der Spiele heutzutage dazu beiträgt, dass die Blockbuster schnell in die 30€-Region fallen, und somit Hard Resets Preisvorteil auch Geschichte ist.
Lange Rede kurzer Sinn: Hard Reset darf man wohl ruhig auslassen.


          
 





#2
Geschrieben am 12. September 2011 um 23:19 Uhr

Kithaitaa meint ...

Schade. Sah zumindest optisch sehr vielversprechend aus und gerade Ostblockshooter haben da meist einen gewissen Charme, Hard Reset scheinbar nicht   

Der Preis ist auch nicht wirklich gut gewählt für einen Steam-Downloadtitel - bei der Konkurrenz und dem Umfang. Nunja.


          
 





#3
Geschrieben am 13. September 2011 um 12:04 Uhr via

Mario meint ...

Lade mir gerade die Demo von steam,mal sehen.....


        
 





#4
Geschrieben am 13. September 2011 um 12:50 Uhr via

Mario meint ...

installiert und eingestellt, probegespielt und ich finde es grafisch für schwache Systeme wie sie in "Ostblockländern" in jedem Haushalt stehen, besser als den Durchschnitt.Dort wird es auch als RPG Shooter betitelt.Für den Deutschen Spieler wohl aber nur ein Randprodukt für den Preis,bei der massiven Konkurrenz.Ein einfacher Shooter.


        
 





#5
Geschrieben am 13. September 2011 um 20:55 Uhr via

Fabian meint ...

Zum Demo-Download hat mich hauptsächlich das Setting (cyberpunk) bewegt. Leider konnte mich das Spiel ansonsten nicht sonderlich fesseln .. die Story fand ich jetzt auch nicht interessant/neu, welche den "Schlauchlevel"-Eindruck ansonsten wenigstens etwas hätte ausgleichen können (wie das bei zB HL/2 der Fall ist/war).


        
 





#6
Geschrieben am 15. September 2011 um 21:41 Uhr

Earthnoob meint ...

also ich habe das Game und ich finde es ist ein sehr guter Grafischer Shooter für neben bei und Rank liste gibt es aber die ist so fürn Ar... mein Tipp wenn man ein sehr schnelles gut aus sehendes Game haben will ist es genau richtig, es ist mal was anderes als immer nur Krieg aller bf call und co ich finde es toll ^^


        



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