Genre:Action  
Entwickler:Beenox Studios  Publisher: Activision
Plattform(en):PS3, Xbox360, Wii, NDS, 3DS, PSP

Release:14.10.2011

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Spider-Man: Edge of Time - Review

Gefangen im Netz der Eintönigkeit

Geschrieben von Christian am 4. November 2011 um 20:28 Uhr


Während Superhelden-Kollege Batman mit seinem furiosen Einstand Arkham Asylum und dem ebenso guten Arkham City die Spielelandschaft im Superhelden-Genre beherrscht, wurde es still um die menschlich Spinne, was vor allem an den Spielen lag, welche nur durch gähnende Langweile zu glänzen wussten. Das hat auch Activision-Boss Kotick erkannt und ungewöhnlich scharf die Qualität der eigenen Produkte kritisiert. Spider-Man, auf dem Weg zu Besserung? Nein, keine Sorge! Spider-Man reiht sich in einer Linie mit seinen katastrophalen Vorgängern ein und zelebriert Langweile und Bedeutungslosigkeit schon fast als Stilmittel. Warum? Erfahrt ihr wie immer im Test.

Spider-Man ist tot! Noch vor dem eigentlichen Spiel wird Peter Parker von Anti-Venom, einem seiner ärgsten Widersacher, um die Ecke gebracht. Schluss, aus, finito? Vorhang auf für das kürzeste Abenteuer der Spinne aller Zeiten? Nein, Spidey´s Tod ist das Resultat einer Zeitreise aus dem Jahre 2099. Walker Sloan, seines Zeichens leitender Angestellter beim Megakonzern Alchemax und Bösewicht, beschließt, um noch mächtiger und reicher zu werden als er jetzt schon ist, in der Zeit zurück zu reisen und Alchemax vor seiner eigentlichen Gründung zu gründen und so die Zukunft nach seinem Plan umzuformen.

Der Spider-Man der Zukunft, Miguel O´Hara, kann das Herumpfuschen in seiner Gegenwart natürlich nicht auf sich sitzen lassen und reist nun ebenfalls in der Zeit zurück um den Spider-Man der Gegenwart, welcher inzwischen seinen Fotografen-Job an den Nagel gehängt hat und ebenfalls Mitarbeiter bei Alchemax geworden ist, vor seinem Verderben zu retten und so den beschädigten Zeitstrahl wieder in Ordnung zu bringen.


Was mach ich hier eigentlich? Na auch egal, einfach mal draufhaun!

Die Story ist eine der besseren Aspekte an Spider-Man (was jedoch nichts zu bedeuten hat), denn obwohl sie eigentlich nur aus einem einzigen großen Plothole bestehen zu scheint und der Antagonist und seine Motivation maßlos uninspiriert ist, fühlt man sich dennoch mehr oder wenig gut unterhalten. Aber auch wenn die Geschichte eine der wenigen bescheidenen Höhepunkte des Spieles darstellt, ohne Kritik kommt auch sie nicht davon. Das Verhalten der Charaktere, vor allem das von Spider-Man, gibt einem immer wieder ein Rätsel auf.

So bekommt unsere Lieblings-Spinne, als sie sich in der Zukunft befindet, unvermittelt Gewissenskonflikte und Schuldgefühle wegen der Gefahr, die sie nahestehenden Personen aussetzt, was eigentlich einen vielversprechenden Wendung darstellen würde, wenn nicht Spider-Man 2099, welcher mit Hilfe von Telepathie mit seinem Bruder im Geiste kommunizieren kann, ihn mit genau einem Satz von seinem Selbstmitleids-Trip runterholt und die Dinge einfach weiter ihren Lauf nehmen, was arg konstruiert wirkt. Auch das Auftauchen von Anti-Venom und anderer Scheusale wird mit der Story nicht erklärt und so wirken die Bossgegner eher wie willkürlich zusammengewürfelt als storyabhänig, was der Atmosphäre eher abträglich ist.





Sorgenkind des Spieles ist das Gameplay. Man kann Spider-Man: Edge of Time durchaus als abgespecktes Spider-Man: Shattered Dimensions bezeichnen, nur gibt es dort einen Haken. Während der Vorgänger sich vorzugsweise unter freiem Himmel abspielte, ist man in Spider-Man: Edge of Time den größten Teil der Zeit in einem nichtssagenden Bürokomplex, bestehend aus Lüftungschächten, Büros und Lagerräumen, unterwegs. Das Problem daran ist, das man mit dem Namen Spider-Man eher Netzschwungaction zwischen Wolkenkratzern verbindet, als Klettern in drögen Räumen.

Wenn das Klettern wenigstens richtig funktionieren würde! Bei den Übergängen zwischen Wand und Decke hat die Steuerung einen Totalaussetzer und treibt den geneigten Spieler mit ihrer Zickigkeit zu Weißglut und auch sonst ist das Klettern sehr eintönig geraten.

Nicht nur dort versagt die Steuerung, auch bei den Fluqsequenzen, welche übrigens viel zu häufig überstanden werden müssen und auch storytechnisch gesehen keinen Sinn machen, die Abstände die man dort durchfliegt sind einfach viel zu groß als das sie noch einem Gebäude stattfinden könnten, treibt sie mit ihre Ungenauigkeit den Spieler in den Wahnsinn, übrigens waren diese Abschnitte, die einzigen während der sieben stündigen Spielzeit, bei denen ich unfreiwillig das Zeitliche segnete, Kämpfe oder Sprungpassagen sind viel zu leicht geraten.





Zusammengefasst gesagt ist der Sprung-Aspekt schon mal versiebt, kann wenigstens das Kämpfen überzeugen? Kurz und knapp: Nein! Anspruchsvoll, taktisch, abwechslungsreich und spannend? All das trifft auf das Kampfsystem nicht zu. Auch wenn die das unterschiedliche Aussehen der Gegnertypen anderes vermuten lässt: Taktik oder Strategie ist nicht von Nöten, beim Bekämpfen der Alchemax-Security reicht stupides Buttonsmashing, was anfangs recht nett anzuschauen ist, aufgrund der spielerischen Limitierung aber schnell langweilig wird. Die Bosskämpfe, welche eigentlich prächtig inszeniert und abwechslungsreich gestaltet sind, sind jedoch, wie die Kämpfe gegen das einfache Fußvolk, viel zu einfach geraten und führen so auch das Upgrade-System ad absurdum, was jedwede Sammelleidenschaft im Keim ersticken lässt.

Nur die Rätsel bringen etwas Abwechslung ins dröge Superhelden-Leben und machen dank abwechslungsreichen Inszenierung durch die Spielzeit hinweg Spaß, auch wenn vor allem die Aufgaben mit Laserschranken aufgrund einer Spezialfertigkeit der beiden Spider-Mans, dank der man unbehelligt durchs eigentlich tödliche Licht spazieren kann, zu inkonsequent geraten sind. Bei den zeitlich begrenzten Aufgaben offenbaren sich jedoch ebenfalls Schwächen. Bei fast allen Auf-Zeit-Schalter-Rätseln und ähnlichen Spielchen ist der Zeitraum viel zu großzügig gewählt und man kann fast ungestört die Räume nach Gegenständen abgrasen ohne das man in Konflikt mit der Zeit kommen würde, was der Illusion eines Zeitdruckens natürlich nicht gerade dienlich ist.

Auch die "Zeitkasualitäts-Rätsel" sind nicht gerade ein Musterbeispiel für ein logisches Aufgabendesign (z.B. im Storykontext). Als Spider-Man 2099 in seiner Gegenwart von böswilligen Wächterrobotern malträtiert wird, liegt nichts näher, als dem Spider-Man der heutigen Zeit zu Befehlen, die Robotefertigungsanlage in seiner Zeit etwas aufzumischen um so die Fertigung der Killermaschinen zu verhindern. Eigentlich logisch nicht, nachdem Spider-Man drei Bauteile des Roboter in der Gegend rumschleudert wird die Fertigung natürlich verzögert und in den 88 Jahren waren natürlich alle zu faul äh.. hatten was anderes zu tun und deshalb kam die Firma nie über den einen Prototyp hinaus. Moment mal... das macht ja absolut keinen Sinn! Naja, Logik in Spielen ist halt so ne Sache.


Hier ist alles so... grau

Von der technischen Perspektive aus gesehen, gibt sich das Superhelden-Abenteuer auf den ersten Blick keine Blöße. Grundsolide und ohne technische Probleme wird hier ein Effekt-Feuerwerk inszeniert, dafür schwächelt das Art-Design. Man stört sich vor allem am extremen Level-Recycling und dem eintönigen Level-Design, bei dem bis auf wenige Ausnahmen, eindeutig die Farbe Grau dominiert. Und auch die größte grafische Opulenz bei den Effekten, welche sich im weiteren Spielefortschritt immer häufiger wiederholen, vermag über diesen Umstand nicht hinwegzutäuschen.

Beim Soundtrack, geschrieben von Gerard Marino, Lead Composer der God of War-Serie, läuft das Spiel zu einer ungeahndeten Größe auf. Mit dramatischen und treibender Stücken wird das Spielgeschehen immens unterstützt, was aber eigentlich in Anbetracht der Qualität der restlichen Aspekte eine Verschwendung ist. Auch die Synchronisation (es gibt nur deutsche Untertitel) der beiden Spider-Mans und ihres Gegenspielers, Wlaker Sloan, gesprochen von Val Kimmer, ist überduchschnittlich geraten und unterstützt die Atmosphäre immens.









Christian schrieb am 4. November 2011
"Our Spider-Man games have sucked for the last five years" (Bobby Kotick)
Auch wenn sich der gute Herr Kotick sich auf die vergangenen Veröffentlichungen bezieht, beschreiben seine Worte die Qualität des vorliegenden Spider-Man-Abenteuers treffend. Die Story krankt an Einfallslosigkeit und Vorhersehbarkeit, das Gameplay an der Steuerung und miesem Level-Design und die Grafik an der Eintönigkeit und dem Level-Recycling, nur der Soundtrack sticht positiv aus diesem Machwerk hervor. Während der Spieler in Batman: Arkham Asylum nicht nur Batman spielte, er konnte Batman sein, so hat man hier das Gefühl, man spiele nicht einmal Spider-Man. Das liegt vor allem daran, dass Spider-Mans Markenzeichen normalerweise das grenzenlose Schwingen durch Wolkenkratzern ist, und nicht das Klettern in drögen Lüftungsschächten und Bürokomplexen. Was mir vor allem deshalb sauer aufstößt, weil unser aller Freund Bobby dieses Problem durchaus erkannt hat: "We went away from what is Spider-Man. It's about web-slinging. If you don't do web-slinging, what is the fantasy of Spider-Man?" So wirken die selten eingestreuten und spielerische enttäuschenden Schwungabschnitt eher als Hohn auf die Käufer: Ätsch, wir wissen, ihr wolltet Spider-Man, bekommen habt ihr aber nur einen halbgaren 08/15-Prügler mit anspruchslosen Klettereinlagen und ein bis zwei Schwungeinlagen. Nächstes Mal wird aber sicher besser. Versprochen!



Besonders gut finde ich ...
  • Solide Grafik
  • ordentliche Spieldauer
  • klasse Musik
  • viel Drumherum wie Zeitungen oder Action-Figuren
  • klasse Synchronisation
  • Rätsel bieten eine gelungene Ablenkung


Nicht so optimal ...
  • hanebüchene und einfallslose Story
  • dämliches Verhalten der Charaktere und noch blödsinnigere Dialoge
  • willkürlich erscheinende Auswahl der Endgegner
  • zu Einfach
  • nervige Flugsequenzen
  • inkonsequente Rätsel
  • Buttonsmashing führt zum Erfolg

 Testsystem:  PS3
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7 Kommentar(e):

 





#1
Geschrieben am 6. November 2011 um 11:18 Uhr

Kithaitaa meint ...

Hmm. Schade. Nicht das Spider-Man keine Figur wäre die nicht ein würdiges Videospiel verdient hätte ... vielleicht sollte Activision mal mit Rocksteady sprechen?



          
 





#2
Geschrieben am 6. November 2011 um 11:24 Uhr

DarkRaziel meint ...

Activision will doch nur in meinen Augen die teure Lizenz mit allen Möglichen vermarkten was geht, aber es ging schon zu Oft nach Hinten los.

Das einzige Zugpferd was Activision noch hat ist Call of Duty und dort lassen sie sich die DLC Überteuert vergolden.


          
 





#3
Geschrieben am 6. November 2011 um 11:28 Uhr

Kithaitaa meint ...

DarkRaziel: Das einzige Zugpferd was Activision noch hat ist Call of Duty und dort lassen sie sich die DLC Überteuert vergolden.

Vergess Blizzard nicht   


          
 





#4
Geschrieben am 6. November 2011 um 13:54 Uhr

DarkRaziel meint ...

Ein Name macht noch lange keinen guten Entwickelter, denn das letzte Spiel von Blizzard war bei mir "The Lost Vikings" und das war auf dem SNES.

Denn der ganze andere Müll gefiel mir Überhaupt nicht und ist nur darauf Ausgelegt das maximum von den Usern zu holen und zwar das Geld.
Die letzen Jahre nur ein Add-on für das Add-on und nicht mal etwas neues Probiert


          
 





#5
Geschrieben am 6. November 2011 um 13:57 Uhr

Kithaitaa meint ...

DarkRaziel: Ein Name macht noch lange keinen guten Entwickelter

Och, mir gings jetzt mehr ums MOney  
... und da ist Blizzard zweifelsfrei 'n guter Faktor, ganz nebenbei finde ich deren Spiele auch klasse, auch WoW.



          
 





#6
Geschrieben am 6. November 2011 um 16:08 Uhr

DarkRaziel meint ...

WoW ist nicht mein Fall und mit den Add-on für das Add-on meinte ich ja das sie auf Money aus gelegt sind. Und bei EA ist es die Sims mit gefüllten 1000 Erweiterungen.



          
 





#7
Geschrieben am 11. November 2011 um 02:01 Uhr

Kithaitaa meint ...

DarkRaziel: WoW ist nicht mein Fall und mit den Add-on für das Add-on meinte ich ja das sie auf Money aus gelegt sind. Und bei EA ist es die Sims mit gefüllten 1000 Erweiterungen.

Nun, die Käufer wissen das. Ein Käufer vom CodXpaket, weiß das es X andere gab und er die alle hat, womöglich, ein Käufer vom Xten DLC für Sims3, weiß das auch - sei dir da sicher! Tellerrand.


          



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