Genre:Action-Adventure  
Entwickler:Insomniac Games  Publisher: Sony CEE
Plattform(en):PS3

Release:21.10.2011

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Ratchet & Clank: All 4 One - Review

Schraubenstreit, Einsamkeit und Teamarbeit - Ratchet & Clank 2.0?

Geschrieben von Tim am 9. November 2011 um 15:27 Uhr


Ratchet, Clank, Captain Qwark und Dr. Nefarious arbeiten zusammen! So unvorstellbar und irreal sich das anhören mag, im neuesten Serienableger ist es die Realität. Es gibt einen neuen Feind, neue Umgebungen, neue Waffen, neue Abenteuer und ein neues Spielkonzept - Ratchet & Clank: All 4 One geht erstmals kooperative Wege und lädt vier Spieler gleichzeitig zum gemeinsamen Schraubensammeln und Gegnerabschießen ein. Ich habe mir das Spiel genauer angesehen, habe alleine gespielt und auch den Multiplayermodus ausführlich getestet. Steht die neue Ausrichtung der Serie gut oder sorgt das Mehrspielerkonzept für den bitteren Untergang von Ratchet & Clank?

Eine Warnung gleich vorneweg: Wer den Multiplayermodus richtig genießen möchte, der muss sich entweder eine neue Version des Spiels kaufen oder 9,99€ für den PlayStation Network Pass, so Sonys Variante des allseits gehassten Online-Pass, bezahlen. Nur dann kann man online spielen - ansonsten seid ihr gezwungen, offline zu bleiben. Natürlich steht euch dann immer noch der lokale Modus zur Verfügung, bei dem ihr auch zu viert spielen könnt, allerdings sind hierfür - logisch - vier PS3-Controller und drei freiwillige Mitspieler nötig. Da das nicht jeder hat, werden viele wohl auf den Online-Multiplayermodus zurückgreifen müssen. Meine Meinung zum Online-Pass ist nicht besonders positiv, aber hier geht es bekanntlich nicht darum. Außerdem hat Kollege Bene bereits darüber berichtet. Hier geht es einzig und alleine um Ratchet & Clank: All 4 One. Und bei diesem Spiel dreht sich alles, und zwar wirklich alles, um den Multiplayermodus. Bedeutet das auch, dass Solisten auf der Strecke bleiben?




Die vier Musketiere aus dem interstellaren Planetensystem

Nein! Denn man kann auch durchaus alleine Spaß mit Ratchet & Clank: All 4 One haben, obgleich man an allen Ecken und Enden spürt, dass der Titel speziell für das Spielen mit Freunden oder Fremden zugeschnitten wurde. Doch bevor ich über die Spielmechanik berichte, erzähle ich erst einmal etwas über das Drumherum. Die Story ist, wie nicht anders zu erwarten war, etwas abgedreht und wirkt an einigen Stellen leicht aufgesetzt. Irgendwie musste es das Team von Insomniac ja rechtfertigen, dass Ratchet, Clank und Qwark plötzlich mit ihrem Erzfeind Dr. Nefarious zusammenarbeiten.

Der Hintergrund ist ein neuer Bösewicht, der verschiedene Kreaturen aus dem Weltraum sammelt und sie zusammenpfercht - das müssen unsere Helden natürlich verhindern. Wie man es von den bisherigen Serienteilen gewohnt ist, erwarten den Spieler nicht nur pixar-reife und grafisch brillante Zwischensequenzen, sondern auch ein zumeist treffender Humor, welcher den Charakteren noch mehr Charme verleiht. Im Gegensatz zu den Einzelspieler-Vorgängern wie zum Beispiel Ratchet & Clank: A Crack in Time wurde der Storygehalt aber stark zurückgefahren, sodass spürbar nur noch das Nötigste getan wird, was eine Story eben tun muss. Dennoch hat sie mich im Großen und Ganze überzeugt und mir auch verständlich gemacht, warum die vier Figuren zusammenarbeiten müssen.

Im Kern spielt sich All 4 One immer noch wie ein klassisches Ratchet & Clank, auch wenn einige Abstriche gemacht werden mussten. So kann man nun nicht mehr auf Knopfdruck in die Schulterperspektive zum Schießen schalten, außerdem haben die Hüpfanteile merklich abgenommen. Mehr Wert wird dafür auf die brachiale Dauer-Action gelegt, insgesamt bietet das Spiel aber immer noch genug Abwechslung, um auch auf Dauer zu motivieren. Ich hätte mir ein paar Sprungpassagen mehr gewünscht und auch clevere Rätsel wären nicht schlecht gewesen. Dafür sorgt All 4 One aber für geballten Multiplayerspaß - vor allem dann, wenn man lokal mit drei Freunden spielt und sich durch die Feindesmengen ballert. Einige Abschnitte erfordern auch gezieltes Teamplay, was dem kooperativen Aspekt durchaus entgegen kommt. Beispielsweise muss der eine Spieler den anderen auf eine höher oder weiter abseits gelegene Plattform werfen, damit dieser dann eine Brücke oder Leiter aktiviert oder einfach einen Hebel umlegt.

Das sind aber nur einfache Beispiele, denn das Spiel bietet noch ein paar weitere Kniffe, die nur im Coop richtig zum Tragen kommen. Wer alleine spielt, dem hilft die computergesteuerte Clank-KI. Die überzeugt zwar alles in allem, kann aber einen menschlichen Spieler nie wirklich ersetzen. Wenn man einmal online gespielt hat, fühlt man sich alleine irgendwie einsam und verlassen. Trotzdem kann man auch so unterhalten werden. Ich empfehle allerdings, den Online-Multiplayermodus vorzuziehen.




Kunterbunter Weltraumzauber mit Technikschwächen

Was man in einem typischen Ratchet-&-Clank-Spiel macht, sollte klar sein. Für diejenigen, die sich mit der Marke noch nicht auskennen, fasse ich die grobe Spielmechanik mal kurz zusammen: In klassischer Third-Person-Perspektive streift man durch farbenprächtige und abwechslungsreiche Umgebungen, sammelt sogenannte Bolts (Schrauben) ein, besiegt eine Menge Standard- und einige Bossgegner, ergattert außergewöhnliche Waffen und kann diese anschließend aufrüsten und modifizieren. Ratchet & Clank: All 4 One dreht nicht viel an dieser Formel, sodass im Kern immer noch ein traditionelles, wenn auch leicht abgespecktes, dafür aber durch den Multiplayer aufgewertetes Ratchet & Clank dabei rauskommt.

Wer mehr über das grundlegende Spielprinzip erfahren will, schaut sich am besten mal meine Review zum Vorgänger A Crack in Time an, die ihr hier findet. Wer den Vorgänger gespielt hat, dem wird beim Zocken von All 4 One sicherlich auffallen, dass die technische Seite abgebaut hat. Richtig: Der Titel sieht nicht einmal genauso gut aus wie A Crack in Time aus 2009. Es gibt einige matschige Texturen und hässliche Animationen, auch sehen manche Zwischensequenzen arg unscharf aus. Das Schöne ist aber, dass der Grafikstil immer noch zu beeindrucken weiß und die bunten und liebevoll gestalteten Umgebungen sehr viel Charme versprühen.










Tim schrieb am 9. November 2011
Einer für alle, alle für einen! Der neue kooperative Ansatz steht Ratchet & Clank erstaunlich gut und sorgt für 8-10 Stunden gemeinsamer Unterhaltung inmitten von krachenden Effekten und vor wunderhübsch gestalteten, wenn auch technisch etwas veralteten Kulissen. Ja, auch Ratchet & Clank: All 4 One ist im Kern immer noch ein richtiger Serienableger, der seinem Namen gerecht wird. Er hat mich zwar nicht ganz so begeistern können wie es A Crack in Time damals tat, trotzdem hatte ich meinen Spaß damit und kann den Titel durchaus weiterempfehlen. Ich rate allerdings dringend dazu, entweder von Anfang an alleine zu spielen oder konsequent immer nur mit Freunden oder über das Internet zu zocken, da Solisten spürbar weniger geboten bekommen als Teamplayer. Was mir nach wie vor fast am besten gefällt, ist das süchtig machende Schraubensuchen und -sammeln sowie das Aufrüsten der unterschiedlichen Waffentypen. Alles in allem kann ich All 4 One jedem ans Herz legen, der mal Lust auf witzige, unterhaltsame und kooperative Hüpf-Action mit einem quirligen Charakterquartett hat - auch wenn in einigen Dingen noch spürbar Verbesserungsbedarf und mehr Potential besteht.

Spielspaß hoch vier bietet Ratchet & Clank: All 4 One zwar nicht und fällt gegenüber dem grandiosen Vorgänger etwas ab, dennoch erwartet euch hier unterhaltsames und kunterbuntes Quartetthüpfen im Coop. Der neue Ansatz steht der Serie überraschend gut.


Besonders gut finde ich ...
  • unterhaltsames Multiplayerhüpfen
  • offline und online für vier Spieler, ...
  • liebevolles Design der Spielwelten
  • einige sehr coole Bosskämpfe, ...
  • Zwischensequenzen auf Pixar-Niveau
  • recht abwechslungsreicher Spielverlauf


Nicht so optimal ...
  • technisch schwächer als die Vorgänger
  • ... allerdings nur mit Online-Pass
  • Unübersichtlichkeit & Effektgewitter
  • ... aber auch einige nicht so coole

 Testsystem:  PS3
 Weitere Reviews von Tim anzeigen










2 Kommentar(e):
und folgenden Usern gefällt der Beitrag: Haschbeutel, ... und einem Gast.

 





#1
Geschrieben am 11. November 2011 um 01:23 Uhr

Kithaitaa meint ...

Gedämpfte Beigeisterung? Hm.



          
 





#2
Geschrieben am 12. November 2011 um 16:15 Uhr

DarkRaziel meint ...

Kithaitaa: Gedämpfte Beigeisterung? Hm.


Geht mir genau so und da ich mehr auf der 360 spiele und Skyrim jetzt viele Zeit in Anspruch nimmt bleiben solche Spiele für Spieleflauten.


          



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