Genre:Jump'n'Run  
Entwickler:Ubisoft Montpellier  Publisher: Ubisoft
Plattform(en):PC, PS3, Xbox360, Wii, 3DS, PSVita

Release:24.11.2011, 22.02.2012 (PSVita), 29.03.2012 (PC)

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Rayman Origins - Review

Endlich wieder Rayman - von links nach rechts und ohne Rabbids.

Geschrieben von Tim am 6. Dezember 2011 um 18:45 Uhr


Viele, viele, sogar sehr viele Jahre ist es her, als Rayman noch von links nach rechts durch farbenprächtige Welten hüpfte, Feinde verkloppte und knuffige Electoons aus Käfigen befreite - das war 1995 auf der PlayStation. Es folgten zwei dreidimensionale Jump-'n'-Runs mit Rayman 2 und 3. Und danach ging es steil bergab: Die Raving Rabbids stahlen dem gliederlosen Ubisoft-Maskottchen jegliche Popularität. Mit Rayman Origins ist Rayman nun jedoch zurück, eindrucksvoller, schöner, unterhaltsamer denn je - und erstmals auch mit Multiplayer. Quasi das perfekte Comeback?


Rayman von 1995 - 2011: Ein Sneak-Peak zur Serien- und Charakterhistorie

1995 wurde Rayman geboren und hatte seinen ersten Auftritt in Rayman für diverse Plattformen, zu welchen auch die PlayStation gehört - die Konsole, auf der ich ersten Kontakt mit dem Ubisoft-Maskottchen aufgenommen hatte. Der Titel war ein klassisches 2D-Jump-'n'-Run. Sein Schöpfervater war Michel Ancel, der unter anderem auch den Klassiker Beycond Good & Evil kreiert hat. 1999 erschien mit Rayman 2 dann der Nachfolger, welcher erstmals in einer dreidimensionalen Umgebung spielte, 2003 folgte schließlich Rayman 3 für die Xbox, den GameCube, die PlayStation 2 und den PC.

Und danach? Genau - danach kam lange, lange Zeit einfach gar nichts mehr. Seit 2006 schwand Raymans Popularität konstant und konsequent, denn in diesem Jahr wurde Rayman Raving Rabbids für die Wii veröffentlicht. Das Spiel war kein Hüpfer mehr, sondern eine Minispielsammlung. Und weil die wahnsinnigen Hasen so gut in der Öffentlichkeit ankamen und sich der Titel gut verkaufte, folgte eine Vielzahl an Nachfolgern. Nach Rayman Raving Rabbids 2 verschwand der Name Rayman dann aus den Titeln und die Rabbids wurden zu den neuen Ubisoft-Maskottchen. Raving Rabbids: TV Party, Raving Rabbids: Die verrückte Zeitreise, Raving Rabbids: Alive & Kicking, Rabbids 3D und Rabbids Go Home erschienen allesamt zwischen 2008 und 2011. Doch seit dem 24. November ist Rayman endlich zurück, nach acht Jahren der Wartezeit. Die Frage ist: Wie gut ist Rayman Origins, das Comeback einer Kultfigur? Diese Frage beantworten die folgenden Absätze meiner ausführlichen Review - viel Spaß!





Das weckt Erinnerungen. Erinnerungen an glorreiche Zeiten!

Rayman Origins ist für mich, um das gleich mal vorwegzunehmen, eines der besten Spiele von 2011, wenn nicht sogar das beste, was ich dieses Jahr gespielt habe. Das mag sicher zum einen daran liegen, dass ich mich nach wie vor als eingefleischter Rayman-Fan sehe. Zum anderen liegt es aber natürlich an der ausgezeichneten Qualität dieses Jump-'n'-Runs, das für mich weit über dem bereits großartigen Wii-Hüpfer New Super Mario Bros. Wii steht, zu dem es nachgewiesen einige Parallelen gibt. Beide Spiele zeichnen sich durch ihr lupenreines zweidimensionales Gameplay, bunte Kulissen und Hintergründe, ausgefuchstes Leveldesign und durch ihren hervorragenden Multiplayermodus für bis zu vier Spieler aus - der auch bei beiden auf die lokale Nutzung beschränkt bleibt, da es keine Internet-Anbindung gibt.

Allerdings empfinde ich Rayman Origins in allen Kategorien - Grafik, Leveldesign, Multiplayer, Spielmechanik, Abwechslung, Musikuntermalung und so weiter - als das bessere Spiel. Angesichts meiner Begeisterung über New Super Mario Bros. Wii aus dem Jahre 2009 mag das erstaunlich klingen. "Ist Rayman Origins denn wirklich so gut?", werdet ihr euch jetzt vermutlich fragen. Ich sage: Das ist es.

Rayman Origins ist mehr als nur Nostalgie und eine Wiederbelebung der damaligen goldenen Zeiten des Ubisoft-Maskottchens. Es ist sogar weitaus mehr als nur das. Im Kern erwartet euch zwar viel Klassik, aber trotzdem waren sich die Entwickler rund um Rayman-Schöpfer Michel Ancel nicht zu schade, das Spielprinzip an die moderne Spielkultur anzupassen und eine Vielzahl an neuen Elementen zu integrieren. Das grundlegende Spielprinzip ist aber ganz wie früher: Ihr steuert Rayman, wahlweise auch Globox oder einen von zwei Kleinlingen, vor wunderschönen Hintergründen durch streng lineare und zweidimensionale Levels, müsst Abgründe überwinden, Gegner ausschalten und tonnenweise Lums - das sind gelbe, leuchtende und singende Viecher - einsammeln, zwischendurch warten auch ein paar knackige Bosskämpfe und dann gibt es auch noch Moskito-Passagen in Shoot'em-Up-Manier als Auflockerung vom Standard-Hüpfschema.

Die Steuerung geht dabei sehr intuitiv von der Hand: Rayman folgt immer korrekt den Eingaben, die man mit dem Controller betätigt. Es stellt sich schon nach kurzer Zeit ein angenehmes Spielgefühl ein. Rayman Origins lässt sich eben perfekt steuern und zeichnet sich unter anderem auch durch eine exzellente Spielbarkeit aus, die die eines 2D-Marios noch übersteigt.





Wer braucht schon Rayman in 3D, wenn es doch Rayman Origins gibt?

Zehn unterschiedliche Themenwelten warten darauf, gespielt zu werden. Jede enthält zwischen fünf und acht Levels, welche je ca. 10-15 Minuten beanspruchen - je nachdem, ob man einfach durch das Level rusht oder ob man es erkundet und versucht, auf der einen Seite alle Lums zu sammeln und auf der anderen Seite die drei geheimen Electoon-Käfige zu zerstören, die wiederum in geheimen Räumen versteckt sind. Dazu kommen noch die zahlreichen Tode, die man stirbt, denn im Großen und Ganzen ist Rayman Origins locker so anspruchsvoll wie Donkey Kong Country Returns, aber gleichzeitig nie so schwer wie ein Super Meat Boy. Der Schwierigkeitsgrad ist optimal ausbalanciert, sodass Einsteiger schnell ins Spiel finden und Profis dennoch immer gefordert werden.

Vor allem gegen Ende wird es teilweise verdammt schwierig und der Bildschirmtod ist euer ständiger Begleiter. Doch keine Sorge: Ihr habt unbegrenzt Leben und startet nach jedem Tod am Anfang des jeweiligen Abschnitts im Level wieder von vorne. Die ersten Welten sind zudem von der Schwierigkeit her genau richtig. Wenn ihr allerdings Umgebungen wie den grünen, dichten Dschungel oder die musikalischen Dünen der Didjeridoos verlasst und euch in die verschneiten Berggipfel oder die Maschinenwelt begebt, zieht der Schwierigkeitsgrad wieder an und ihr werdet richtig herausgefordert - selbst dann, wenn ihr einfach nur das Ziel erreichen wollt und euch nicht um die Geheimnisse schert. Auch dann habt ihr viel zu tun.

Ich habe etwas mehr als 15 Stunden für den ersten Durchlauf benötigt - Rayman Origins ist also auch ein sehr umfangreiches Spiel und nicht etwa, wie vergleichbare Konkurrenztitel, nach 6-7 Stunden vorbei. Doch diese lange Spieldauer könnte dem Spiel natürlich auch zum Verhängnis werden, wenn Abwechslung fehlen würde. Ist das mit Rayman Origins passiert? Glücklicherweise lautet die Antwort nein, denn gerade die enorme Abwechslung ist es, die das Jump-'n'-Run zu einem der gelungensten der aktuellen Konsolengeneration macht. Es werden immerzu neue Spielelemente eingeführt, die das Gameplay vorantreiben und es gleichzeitig auch hinsichtlich der Komplexität ansprechender gestalten. Zwar ist es nicht so wie beim gerade veröffentlichten Super Mario 3D Land, dass nahezu in jedem Level ein neuer Baustein der Spielmechanik vorgestellt wird.

Aber trotzdem wird in das Gameplay in unregelmäßigen Abständen modifiziert. Beispielsweise lernt man das Tauchen im Wasser oder das Rennen an Wänden und Decken erst später im Spiel. Auch wird nach einer Weile die Mechanik eingeführt, dass Rayman bei trichterförmigen Öffnungen auf einen Minimalteil seiner Körpergröße schrumpft. Selbst das Gleiten wird einem erst nach etwas mehr als einer Stunde beigebracht. Und auch die Levels selbst beeindrucken mit einem großen Abwechslungsreichtum: In den Dünen der Didjeridoos warten coole Aufwinde sowie von Stromstößen durchzogene Seile, im Leckermaulland dagegen zerstörbare Eisblöcke. Jede Welt hat ihre speziellen spielerischen und visuellen Eigenarten.





Multiplayer, Grafik und Musikuntermalung - weitere Gründe, das Spiel zu lieben

Wenn man Rayman Origins das erste Mal sieht, wird einen vermutlich nicht das Gameplay, sondern die grafische Gestaltung beeindrucken - und das völlig zu recht, denn nicht nur auf Standbildern, sondern auch in Bewegung sieht das Spiel unheimlich charmant und detailliert aus. Wer auf der PlayStation 3 zockt, bekommt zudem die volle Bandbreite von Full-HD geboten und kann die grafische Pracht des Titels noch mehr genießen. Aber auch die Xbox-360-Version macht technisch einen großartigen Eindruck. Lediglich die Wii-Fassung fällt dank einer leichten Unschärfe etwas ab, punktet aber ebenfalls mit tollen Farben und ansprechenden Animationen.

Die richtige Atmosphäre kommt aber erst auf, wenn nicht nur die Grafik, sondern auch die Akustik ihre Asse ausspielt: Ohrwurm-Melodien und stimmungsvolle Rhythmen begleiten das Geschehen auf dem Bildschirm optimal. Besonders cool sind die Musikstücke, in denen ein Lum-Chor im Hintergrund vor sich hin trällert. Für sich genommen klingen diese Lieder zwar seltsam, aber im Kontext passen sie perfekt und drücken dem Spiel ihren eigenen Stempel auf.

Was Rayman Origins ebenfalls auszeichnet, ist der Multiplayermodus für bis zu vier Spieler, der sowohl kooperativ als auch kompetitiv angesehen werden kann - je nachdem, wie man eben vorgeht. Man kann sich zwar gegenseitig Ohrfeigen verpassen und sich in den Abgrund stoßen oder den Mitspieler einfach mal absichtlich nicht wiederbeleben, wenn er á la New Super Mario Bros. Wii in einer Art Blase in der Gegend herumschwebt.

Man kann aber auch gemeinsam loslegen und versuchen, sich gegenseitig nicht zu behindern und zusammen das Ziel zu erreichen. Was aber in jedem Fall präsent ist, ist ein ständiger Wettbewerb um die goldgelben Lums, die am Ende zu einem Highscore zusammengerechnet werden. Allerdings bleibt der über alle Maßen gelungene Multiplayer ausschließlich auf das lokale Spielen beschränkt, eine Anbindung an das Internet gibt es nicht. Ich empfinde das aber nicht als schlimm.




Wir danken ~pridark von deviantart.com für sein Betilla and Rayman Wallpaper,
das ihr im Header dieser Review wiederfindet.






Tim schrieb am 6. Dezember 2011
Ich habe mich schon lange auf Rayman Origins gefreut - spätestens seit der herrlichen gamescom-Demo war mir klar, dass der Titel ein ganz großer werden wird. Allerdings hätte ich wirklich nicht erwartet, dass mich Raymans 2D-Comeback so begeistern würde. Tatsächlich gefällt es mir sogar wesentlich besser als jedes zweidimensionale Mario-Jump-'n'-Run, auch besser als New Super Mario Bros. Wii - und das hat was zu heißen! Rayman Origins ist für mich nicht nur ein ernsthafter Kandidat für das Spiel des Jahres, sondern gleichzeitig auch der beste Hüpfer, den man für Xbox 360 und PlayStation 3 finden kann - es ist das beste Rayman-Spiel seit dem Original von 1995. Es sieht fantastisch aus, spielt sich sowohl solo als auch im 2er- bis 4er-Team exzellent sowie super-flüssig und machte mir einmal mehr deutlich, dass für Rayman zu Recht immer noch einen Platz in meinem verwöhnten Jump-'n'-Run-Herzen reserviert bleibt. Ich kann Rayman Origins jedem Genre- und Coop-Liebhaber nur wärmstens empfehlen, denn so gut wurde ich lange nicht mehr unterhalten. Ich habe mich einfach in das Spiel verliebt. Und ein größeres Kompliment kann man einem Spiel wohl kaum machen, oder?

Rayman, wie er leibt und lebt und wie man ihn kennt und liebt: zweidimensional, wunderschön, super-spaßig - und mit kreativer Würze abgeschmeckt. So und nicht anders muss ein modernes Rayman aussehen. Einer der besten Hüpfer - plattformübergreifend!


Besonders gut finde ich ...
  • Rayman, wie man ihn kannte und liebte!
  • gleichermaßen klassisch wie innovativ
  • herausragende Grafik, sogar in Full-HD
  • tolles Leveldesign mit Geheimnissen
  • brillante Schatztruhenjagd-Abschnitte
  • super-spaßig mit drei Mitspielern
  • humorvolle, verliebte Präsentation
  • lange Spielzeit: mehr als 15 Stunden
  • alles andere als simpel und einfach
  • im Spiel-Kontext hervorragende Musik


Nicht so optimal ...
  • Multiplayermodus nur lokal, nicht online
  • sehr coole, aber zu wenige Bosskämpfe
  • Wii: schwächere, leicht unscharfe Grafik

 Testsystem:  PS3
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4 Kommentar(e):
und folgendem User gefällt der Beitrag: Fertschi,

 





#1
Geschrieben am 6. Dezember 2011 um 21:29 Uhr

DarkRaziel meint ...

Das Game wird gekauft, denn die Demo hat mir gefallen.
Und mein letztes Rayman war Teil 2 auf dem N64, aber der neue Teil muss noch etwas warten, denn Skyrim brauch Zeit und andere Games auch, welche ehr auf den Markt kamen.


          
 





#2
Geschrieben am 6. Dezember 2011 um 21:32 Uhr

Tim meint ...

Ach, also bei mir laufen auch Rayman und Skyrim parallel - und Batman liegt auch noch hier ...  


          
 





#3
Geschrieben am 6. Dezember 2011 um 23:28 Uhr

Kithaitaa meint ...

Das brauch ich auch unbedingt!   


          
 





#4
Geschrieben am 8. Dezember 2011 um 19:30 Uhr

DerBene meint ...

Uncharted 3 noch nicht durch, Batman Arkham City gerade mal angefangen und in Skyrim quasi erst den Charakter erstellt... Und dann kommt Rayman um die Ecke. Zu viele gute Spiele - zu wenig Zeit. Aber der Titel ist schon ne Weile vorgemerkt. Einziger Wermutstropfen ist der fehlende Online-Coop...


          



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