Genre:Third-Person-Action  
Entwickler:Epic Games  Publisher: Microsoft
Plattform(en):Xbox360

Release:20.09.2011

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Gears of War 3 - Review

Aller guten Dinge sind drei. Oder sind zwei manchmal besser?

Geschrieben von Bart Wux am 17. November 2011 um 19:07 Uhr


Ach, Gears of War III Reviews sind schon durch? Ich hätte da nämlich auch noch eine und der ein oder andere Kollege, würde sicherlich auch seinen Senf abgeben wollen. Ach, nur weil das Game schon längst als eine GOTY Edition mit allen hundert Waffenskins, tausend neuen Maps und 16 Fantastilliarden Patches für 15,99 Euro erhältlich ist, Gears of War IV ist nicht nur angekündigt, Gold gegangen, sondern wird von Amazon schon zum Versand vorbereitet und überhaupt leben wir nicht mehr im Frühherbst des Jahres. Was denkt sich dieser verbitterte Nerd eigentlich, der Internetgemeinde jetzt noch seine unwichtige Meinung zu einem Spiel aufzuzwingen, von dem die Mehrheit längst vergessen hat, dass es je existierte? Wisst ihr, was ihr mich mal könnt? Ja genau!

Gears 1, okay, aber am Ende etwas meh. Der Zuglevel war ein ziemlicher Absturz und je weniger über Raam gesagt wird, desto besser. Gears 2 dagegen, oh mein Gott, was für ein gnadenlos guter SinglePlayer Third Person Cover Shooter. Steuerung zum Dahinschmelzen, Leveldesign wie im Himmel und intensive, aber faire Kämpfe in einer Kampagne voller Höhen und Überraschungen, kulminierend in einem spielerisch anspruchslosen, aber präsentationsmäßig unschlagbaren Finale (We are riding... a BRUMAK!!!), Gears 2 steht bis heute als Koryphäe da. Das ist freilich eine ziemliche Messlatte, die Gears 3 überwinden muss. Schafft es dieses Kunststück? Kurze Antwort: Knapp, aber nein. Lange Antwort:

Hehe, COG... get it?

Gears 3 startet einige Zeit nach Gears 2. Jacinto ist futsch ebenso wie die COG (Coalition of Governments). Jeder ist sich selbst der nächste und die Gears leben mehr oder weniger von Tag zu Tag, wobei die tägliche Aufgabe nicht lautet: „Gewinnt den Krieg!“, sondern „Besorgt man etwas Gemüse zum Mittag!“ Dom ist gerade fleißig dabei, seine Radieschen zu pflegen, neuerdings komplett mit Vollbart, denn wie jeder weiß, das erste, was gehen muss, wenn ein Mensch jeglichen Lebenswillen verloren hat, ist der Rasierer, als die Lambent das Schiff, welches nun als Behausung dient, angreifen. So beginnt das neueste Abenteuer der Delta Squad. Die Lambent kommen, Marcus Fenix geht in Deckung, knallt sie mit dem Lancer ab und der ikonische Jingle repräsentiert das Ableben des letzten Gegners. Plötzlich taucht eine gigantische kraken-ähnliche Kreatur auf und Marcus erbittet Hilfe von Cole und Baird, die an Land unterwegs sind zwecks Nahrungsaufnahme.

Schnitt, eine Stunde zuvor. Man spielt nicht mehr Marcus, sondern Augustus Cole. Ihr bewegt euch nun durch Coles alte Heimat, inklusive Stadium und Supermarkt, auf der Suche nach etwas Essbaren. Cole durchlebt seine Vergangenheit, seine Tage als glorreicher Spitzensportler, als Volksheld. Er trifft auf Bekannte und Fans, auf Freunde in seiner Heimatstadt. Gegen Ende trifft diese Szene mit dem Angriff auf das Schiff zusammen und ihr erlebt nun die zuvor nur akustisch wahr genommenen Momente des Kampfes gegen die Kreatur aus der anderen Perspektive.

Die Szene ist brilliant. Das Aufzeigen der beiden parallel verlaufenden Szenarios verdeutlicht, dass der Kampf nicht nur an einer Front statt findet und es wird wunderbar ein Einblick in das frühere Leben Coles geboten. Sowohl emotional wie auch strukturell ist dieser Storykniff eine superbe Idee, hervorragend umgesetzt und verleiht Gears 3 eine bisher unerreichte Dimension an Charaktertiefe und Emotionalität.

WARUM IN ALLER WELT ENDET DIESER KNIFF DANN MIT DEM ERSTEN KAPITEL????

Was als Versprechen beginnt, diese Idee auszubauen und fortzuführen, wird ab Kapitel 2 ad acta gelegt. Nun seid ihr Marcus Fenix, der ganze Marcus Fenix, nichts als Marcus Fenix, so wahr euch Marcus Fenix helfe. Cole und Baird sind ab der Mitte des Spiels für einen langen Zeitraum anderweitig beschäftigt und stoßen erst sehr spät wieder zurück zum Trupp. Gelegenheit für ein weiteres Parallelszenario wäre da gewesen. Warum hat man diese Methode nicht konsequent durchgeführt? Warum gibt es keine persönliche Szene für Baird, Dom, Anya oder auch Col. Hoffman? Warum deutet man eine solche Struktur an und führt sie nicht aus? Warum zeigt man dem Spieler die Möglichkeiten dieser Erzähltechnik auf, nur um sie ihm sodann vor zu enthalten? Es ist für mich die größte Enttäuschung des Spiels. Die Möglichkeit und wie der erste Abschnitt zeigt auch das Können zur Umsetzung dieser Technik waren da, aber der Entwickler entschließt sich bewusst, sie nicht zu nutzen. Yes, we can! But no, we won't!




Talk about Daddy Issues

Der Rest der Story ist eine Jagd nach Adam Fenix, der Mann, den alle für tot hielten, der sich am Ende von Gears 2 aber schon zu Wort meldete. Die neuen Charaktere sind nicht alle gelungen. Während Jace extrem blass bleibt (nicht leicht für einen Schwarzen) und über weite Strecken komplett ohne Persönlichkeit auskommt, hat Samantha eine wesentlich stärkere Persönlichkeit zu bieten und liefert sich hervorragende Wortgefechte mit Baird. In ihrer Art erinnert sich allerdings etwas zu stark an Chloe aus Uncharted, was nicht verwundert, werden doch beide Charaktere von der Australierin Claudia Black gesprochen. Auch die bekannten Charaktere bleiben ihren Rollen treu. Nicht jeder mag diese Typen, mir hat Delta schon immer gut gefallen. Zwischen dem selbstbewussten Cole, dem intelligenten, aber immer überaus zynischen und sarkastischen Baird kommt es immer wieder zu Reibereien, wobei Baird die wohl mit weitem Abstand witzigste Szene der ganzen Trilogie liefert. Anyas Wandel von Unterstützung zur Kampfmaschine kommt etwas unerwartet, aber scheinbar kann man jemanden doch in recht kurzer Zeit trainieren, wenn es drauf ankommt. Und naja, sie ist halt nun mal Militär, eine Grundausbildung wird sie auch gehabt haben.

Gears 3 fährt keinen Schongang und Delta lässt auf dem harten Weg durchaus Federn, schafft es aber nicht, die ganz große Emotionstiefe zu entfachen. Die Beziehung zwischen Marcus und Anya ist praktisch nicht existent und das Ende ist nicht in jeder Hinsicht befriedigend. Zu wenig Klarheit gibt es über die Locust, ihre Königin und Adams Stand zu all dem. Vieles kann man sich zwar zusammen reimen, aber ein bisschen mehr Klartext hätte der Serie nicht geschadet. Der angedeutete moralische Konflikt zwischen „Gut“ und „Böse“ wird ebenfalls nicht durch geführt. Viele Fragen, die in Gears 2 aufgeworfen wurden, man erinnere sich nur an die Versuchskaninchen im Labor mit der verrückten KI, werden in Gears 3 völlig ignoriert. Im Gegenteil, das Spiel wirft kurz vor Ende noch mal neue Fragen auf, die es dann nicht beantwortet. Man mag argumentieren, dass eine Story sicher nicht das ist, wofür die Leute ein Gears 3 einlegen, aber ich sage, entweder man zieht es vernünftig durch oder man lässt es ganz. Gears 3 startet einen Versuch und gibt dann schnell auf. Schade.

I mog ni mehr

Bei all der Kritik sei aber auch gesagt, dass das Spiel die dem Kapitel zu Grunde liegende Situation perfekt einfängt und rüber bringt. Ausnahmslos alle Beteiligten sind müde. Der Krieg hat zu lang gedauert, zu viele Opfer gefordert. Alle stehen am absolut äußersten Rand ihrer Kräfte, keiner kann dieses Leben noch länger weiter führen. Es muss enden! Man merkt es an den Gears, wie sich mit letzten Kräften vorwärts schleppen, man merkt es aber auch an der Aggressivität, mit der die Lambent und vor allem die Locust und ihre Königin agieren. Die einst so selbstsichere, besonnene Königin lässt sich mehr und mehr zu Verzweiflungstaten hinreißen, weil sie... verzweifelt ist. Diese bedrückende Atmosphäre bringt Epic auf den Punkt und das sogar, ohne dass einer der Charaktere dies jemals explizit ansprechen muss.




Delta Squad, wenn es krabbelt, läuft, springt, kriecht, fliegt, kniet, steht, liegt oder einfach nur komisch aussieht, wir löschen es aus und essen die Überreste

Dafür gibt es umso mehr zu töten im Spiel. Die Steuerung ist so gut wie ein Covershooter sie nur bieten kann. In Deckung gehen, aus der Deckung rollen, Zielen, Feuern, alles flutscht ohne Probleme von der Hand. Die verschiedenen Waffen bieten auch unterschiedliche Herangehensweisen, wobei viele bekannte Geräte wieder auftauchen, teils modifiziert. Die Lancer ist nach wie vor die Go-to Waffe mit ihrer hohen Reichweite, Genauigkeit, großen Clips und der Kettensäge. Der Retrolancer ist stark im Abschuss und verfügt über ein Messerbajonet, leidet aber an einem extremen Rückstoß. Die Gorgon feuert nicht mehr in kleinen Stößen, sondern vollautomatisch. Mit Shotgun, Sniper und einigen schweren Waffen, die eure Bewegungsfreiheit einschränken im Austausch gegen extreme Feuerkraft habt ihr also ein reichhaltiges Arsenal zur Verfügung, von denen ihr jeweils vier mit nehmen könnt, inklusive Granaten.

Neu ist die Gegnervielfalt, die euch erwartet. Ihr habt verschiedene Lambent, die sich teils ähnlich verhalten wie die Locust, teils aber mehr Monster sind als Mensch. Ihr habt die klassischen Locust, die wie immer intelligent und gefährlich agieren. Ihr habt diverse kleinere und mittelgroße spinnenartige Viecher, die auf euch zu stürmen. Ihr hab Corpser, Brumaks und Reavers. Und wenn alles nichts hilft, kommen Zombies. Ja, ihr habt richtig gelesen. Gears of War goes Dawn of the Dead.

Jeder dieser Gegnertypen verlangt eine eigene Strategie. Manchmal ist eine Shotgun die beste Wahl, mal wollt ihr eine Sniper, oft genug dürstet es euch nach der Lancer. Strategien können auch durchaus angewandt werden, da Gears 3 als Vier-Spieler-Coop Game euch immer drei Charaktere zur Seite stellt. Auch im SinglePlayer könnt ihr ihnen rudimentär Anweisungen geben, um effektiver bestimmte Feinde anzugreifen.

Vier gewinnt eben doch nur im Studium

Was an manchen Stellen hilfreich ist, kann aber auch, gerade als Solospieler zum Problem werden. Etwas ähnliches schrieb ich schon im Test zu Teil 2. Vier Leute auf der eigenen Seite ist schon sehr viel. Da gehen der Umgebung schneller die brusthohen Mauern aus als einem lieb ist. Nicht selten klauen einem die Kollegen einen Kill oder ruinieren einem den Versuch, eine Exekution durch zu führen, Ausweichrollen enden am Kollegen oder man schießt mehr auf Kameraden als auf Gegner. Vier ist schlichtweg zu viel. Im zweiten Teil waren es nur kurze Abschnitte, aber in Gears 3 ist diese Masse Dauerzustand und das Spiel ist dadurch nicht zwingend besser.

Im Übrigen scheint Gears 3 auf dem mittleren Schwierigkeitsgrad etwas einfacher zu sein als die Vorgänger. Es mag auch daran liegen, dass immer drei Mann vor Ort sind, um gefallene Kollegen wieder zu beleben, aber insgesamt schienen die Gegner weniger Widerstand zu bieten als in Teil 2.

Während Gears 2 bevorzugt in Höhlen statt fand, könnte Gears 3 abwechslungsreicher, was die Settings betrifft, kaum sein. Kein Kapitel hat Ähnlichkeiten mit dem vorigen. Beengte Höhlen sind offenen Welten auf dem Planeten gewichen, Orte wie Einkaufszentren, Stadien, Hotels etc. vermitteln den Eindruck eines bewohnten Ortes statt eines designten Schlachtfeldes für einen Shooter.

Können wir mal ne Pause machen?

Wenn ich doch das Gleiche über das Pacing des Spiels sagen könnte. Natürlich gehört Gears 3 wie die Vorgänger zu den Spektakelshootern, die Freiheit für mehr, bessere und spektakulärere Szenarien opfern, ein Opfer, das ich gerne bereit bin zu bringen. Gears 3 hat bei all seiner Vielfalt in Sachen Gegner und Setting einfach das Leveldesign etwas vernachlässigt. Schusswechsel-Cutszene-Schusswechsel-Cutszene-Schusswechsel-bisschen laufen-Cutszene. Gears 3 bietet Stop-and-Go Gameplay der schlimmsten Sorte. Ich verwende als kleinen Anhaltspunkt immer den Atemtest. Haltet während aller nicht-interaktiven Momente eines Spiels den Atem an. Wenn ihr ohnmächtig werdet, macht das Spiel etwas falsch. Ich sag nur soviel, mir war nach einer einstündigen Session etwas flaumig im Kopf. Es gibt immer noch einige on-rails-Szenen, in denen ihr am Geschütz sitzt und mehrere Bosskämpfe, aber was dem Spiel fehlt, sind heraus stechende Szenen. Es ist ein merkwürdiger Kritikpunkt für ein Spiel, das in jeder Sekunde ein Actionfeuerwerk abfackelt, aber Momente aus Gears 2 wie der Flug auf dem Reaver oder der Ritt auf dem Brumak waren Highlights inmitten eines Highlights. Im Gegensatz dazu kann eine kurze Fahrtszene einfach nicht vom sonstigen Deckung-Feuern-Cutszene Schema, welches das restliche Spiel ausmacht, ablenken. Im Gegenteil, eine langsame Fahrt in einem U-boot wirft dem Pacing eher noch Knüppel in die Speichen. Wo ist die große Bombe? Das Spiel findet seinen Rhythmus früh und weicht nie davon ab. Harte Gefechte gegen Therons sind intensiv und sehr spaßig... aber das machen wir nun auch schon seit 2006! Ein Gears 3 muss „bigger, better and more badass“ sein als ein Gears 2. Und genau das Ziel verpasst Gears 3. Alles Gebotene ist auf dem höchsten Niveau, das ein Shooter dieser Kategorie bieten kann. Indes fehlen die Fingerzeig-Momente, die Gears 2 noch hatte. Einfach nur die besten Gefechte aus der Deckung heraus zu bieten reicht für den Abschluss einer Trilogie, die das Genre überhaupt salonfähig gemacht hat, einfach nicht aus.

Und das ist der Knackpunkt. Gears 3 wäre okay, wenn es nur eine weitere Überleitung wäre. Das ist es aber nicht. Gears 2 hatte als Mittelteil einer Trilogie folgende Aufgaben: Die Erweiterung des Universums und der Charaktere, die Verbesserung des Gameplays, das Heraufsetzen der Standards, die Zementierung des Franchises und die Vorbereitung auf ein furioses Finale. All das hat Gears 2 locker erreicht. Gears 3 hatte sodann die zugegebenermaßen extrem schwere Aufgabe, die Serie mit dem bisher besten Teil (vorläufig) in Rente zu schicken, die aufgeworfenen Fragen zu beantworten und alles bisher Gewesene mit einem großen Knalleffekt am Ende zu einem runden Abschluss zu bringen. Gears 3 wäre ein hervorragender Mittelteil geworden. Als Finale hingegen reichen seine Qualitäten einfach nicht ganz aus. Tatsächlich hätte Gears 2 wohl das bessere Finale geboten. Hat Epic möglicherweise einfach zu früh sein Pulver verschossen?





Broomak! Boomer gekreuzt mit einem Brumak! Allein die Vorstellung...


Natürlich gibt es neben der etwa acht Stunden dauernden Kampagne auch noch den Mehrspielermodus. Neben den üblichen Verdächtigen sind es besonders die Horde-Modi, die Gears 2 auf die Karte gepackt hat und die seitdem jeder Entwickler eifrig klaut und kopiert, die die Show stehlen. Neuerdings hat Epic hier sogar eine Art Tower-Defense Komponente mit eingebracht. Zwischen Gegnerwellen könnt ihr mit erworbenem Bargeld Verteidigungsanlagen errichten, warten und verbessern, was der Modus eine völlige taktische Richtung gibt. Und Epic wären nicht Epic, wenn sie ihren eigenen Modus nicht toppen würden. Als neuester Mode steht der Inverted Horde Mode (Beastmode) zur Verfügung, in dem die gegnerischen Locust spielbar sind. Stehen anfangs nur kleine Viecher wie Ticker zur Verfügung, so könnt ihr nach und nach Dronen und Boomer auswählen und auf eine kleine Gruppe Gears hetzen. Beide Modi machen viel Spaß und rechtfertigen für Onlinespieler den Kaufpreis fast schon alleine.

Bislang war ich immer der Auffassung, dass die PlayStation 3, richtig programmiert, immer die besseren Grafiken bietet. Sei es ein God of War III, die Uncharted Serie, Heavy Rain, oder die Killzone Spiele, die sony-exklusiven Spiele haben sich immer noch von den Microsoftprodukten abgesetzt. Nach Gears 3 vermag ich das so nicht mehr zu sagen. Nicht nur Fenix und Konsorten, auch die UnrealEngine feuert aus allen Rohren. Scheiße, sieht Gears 3 gut aus. Allen voran stehen die neuen Lichteffekte, die die großen und detailreichen Szenerien einhüllen. Egal wohin man sieht, das Spiel ist voller knackig-scharfer Details und begeistert mit einer hohen Abwechslung, was die Umgebung betrifft. Egal, ob es nun Innenräume sind oder weite Außenareale, alles ist mit einer derartigen Detailverliebtheit modelliert, dass man sich kaum daran satt sehen kann. Explosions-, Mündungsfeuer- und Raucheffekte sind exzellent und Gesichtsanimationen sind facettenreich. Selbst bis hin ins letzte Kapitel schafft es Gears 3, noch zu überraschen und neue, fantastischen Szenen aus der Xbox360 heraus zu quetschen. Was visuell hier abgeliefert wird, ist einfach irre!

Dabei steht der Sound dem in nichts nach. Musik wird nach wie vor verstärkend eingesetzt mit dem bekannten Gong als Abschluss eines harten Kampfes. In einer bestimmten Szene beweist Epic Gefühl und Gespür für den richtigen Einsatz eines lizenzierten Songs. Alle Waffen klingen individuell und das Klacken beim gekonnten ActiveReload zaubert immer wieder ein Grinsen ins Gesicht. Die Sprecher sind wie immer an der Grenze der Selbstparodie, treffen aber meistens den gewollten Ton. Marcus Fenix grummelt wie eh und je und Col. Hoffmann behält seinen Marschton auch bei. Auffällig ist, wie schon weiter oben erwähnt, Claudia Black, die einen gewohnt guten Job in ihrer Rolle macht, aber auch charakterlich eine solche Kopie von Chloe Frazer abliefert, dass es stellenweise regelrecht verwirrend wirkt.

Das Ganze läuft nach dem Starten des Spiels beinahe ohne jede Ladezeiten ab. Anzumerken wäre, dass die Disc trotz Installation nach dem Booten immer kurz mit anläuft bevor sie die Arbeit dann nach einigen Minuten endgültig der Festplatte überlässt.







Bart Wux schrieb am 17. November 2011
Gegen wen kämpfen wir jetzt in Teil 4?


Enttäuschung auf allerhöchstem Niveau. So könnte man Gears 3 beschreiben. Es ist rein spielerisch nicht weniger als der beste ThirdPersonShooter dieser Generation, einer der grafisch beeindruckendsten Konsolentiteln plattformübergreifend und bietet einen äußerst robusten Multiplayermodus. Im Grunde gibt es am Vorhandenen rein gar nichts auszusetzen. Alles was da ist, ist nahezu perfekt und wegweisend im Genre umgesetzt. Es ist das, was nicht da ist, aber da sein sollte, das Anlass zur Kritik bringt. Insofern ist es schwer, wirklich den Finger drauf zu legen und hier an dieser Stelle zu schreiben, was es genau ist, das fehlt. Es fehlt ein Moment, der sich vom Rest des Spiels abhebt. Zugegeben, jede Szene des „Restes des Spiels“ wäre in einem Standard-Shooter ein solcher Moment gewesen, aber gerade darum ist es Jammern auf hohem Niveau. Mit Gears 3 zeigt der Entwickler an vielen Stellen, was möglich gewesen wäre. Es scheint, als habe man das Finale der Trilogie mit der Handbremse ins Ziel gefahren, sei es aus technischen Gründen (was schwer zu glauben ist), sei es, um Abschnitte per DLC nachzureichen (in dem Fall schicke bitte jemand eine Briefbombe an die Epic Studios!) oder sei es, um noch mehr Stoff für Gears 4 zu haben. Was auch immer der Grund, Gears 3 ist wie ein teures, opulentes Mahl in einem edlen Restaurant, das zwar toll geschmeckt, aber nicht gänzlich satt gemacht hat (ich hatte eine ähnliche Metapher mit einer Prostituierten, aber naja, das hat mich deprimiert und ich denke, worauf das hinaus laufen sollte, könnt ihr euch auch denken). Und nach wie vor schockiert es mich, wie man im ersten Kapitel eine in dem Genre selten gesehene Cleverness in Sachen Erzählstruktur und Missionsdesign andeutet und diese anschließend komplett über Bord wirft.

Das ist alles viel Kritik und lässt vielleicht den Eindruck zu, dass Gears 3 kein gutes Spiel sei. Nichts könnte weiter von der Wahrheit entfernt sein. Gears 3 ist ein fantastisches Spiel mit einer Gesamtqualität, von der der Großteil der Erscheinungen nicht mal zu träumen wagt. Wer die bisherigen Gears-Spiele gemocht hat, der wird auch mit Gears 3 sowohl alleine als auch online viele Stunden Spaß haben.

Und vielleicht hilft es, wenn man die Sache einmal etwas psychologischer angeht. Manchmal muss man, um glücklich zu sein, im Leben vielleicht auch einfach mal das Gute genießen, das man hat, anstatt immer nur an das Bessere zu denken, das man gerne hätte.


Besonders gut finde ich ...
  • superbe Technik
  • Covershooter-Mechanik perfektioniert
  • viele und gut ausbalancierte Waffen
  • viel Abwechslung bei Gegnern und im Setting
  • origenelle Mehrspielermodi


Nicht so optimal ...
  • schlicht und einfach nicht ganz so bombastisch wie Teil 2
  • verschenkte Möglichkeiten in Sachen Storytelling
  • leicht schwaches Ende

 Testsystem:  Xbox360
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4 Kommentar(e):
und folgenden Usern gefällt der Beitrag: Haschbeutel, ... und einem Gast.

 





#1
Geschrieben am 17. November 2011 um 20:17 Uhr via

DarkRaziel meint ...

Spiele gerade das Game noch mal durch da der Spielstand aus der US Version nicht mit der DE kompatibel ist. Aber dieses mal nur im Coop, denn da macht das Game erst Richtig Spaß.


          
 





#2
Geschrieben am 17. November 2011 um 21:47 Uhr

Haschbeutel meint ...

Verdammt geiler Titel. Bin mit der Kampagne bisher zwar nur ca. halb durch, aber rockt bisher ohne Wenn & Aber. Nur wie im Test geschrieben - so ein richtiges Highlight fehlt mir noch. Aber das ist halt dann doch Jammern auf hohem Niveau  


          
 





#3
Geschrieben am 18. November 2011 um 22:26 Uhr

Kithaitaa meint ...

DarkRaziel: Spiele gerate

geraDe, herrgott Dark!


          
 





#4
Geschrieben am 19. November 2011 um 10:32 Uhr

DarkRaziel meint ...

Kithaitaa: geraDe, herrgott Dark!


Man ich hatte vor gut 20 Jahren das letzte mal die Schulbank gedrückt und in Deutsch war ich auch nicht der Beste und mit genügend sollten solche Tippfehler auch Erlaubt sein      
Aber damit dein Geschultes Auge befriedigt ist habe ich es geändert.


          



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