Genre: Third-Person-Action  
Entwickler: Epic Games  Publisher: Microsoft
Plattform(en):  Xbox360

Release: 20.09.2011
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Community: 3 User wollen es. 2 User spielen es. 9 User haben es.



 





Gears of War 3 - Review

Meine Xbox braucht mehr Raam

Geschrieben von Bart Wux am 19. Dezember 2011 um 16:47 Uhr


Die Locust sind tot, die Lambent sind tot und so manchem Gear geht es auch nicht mehr so gut. Zum Glück gibt es ja das gute alte System des Prequels, um eine Serie auszuschla... ähm, sinnvoll zu erweitern. So geschehen mit dem ersten DLC für Gears of War 3, der eine drei- bis vierstündige Kampagne bietet. Ob sich diese drei Stunden lohnen und vor allem, ob sie 1200 MS Points wert sind, prüfen wir ausgiebig in 3... 2... 1... jetzt.

300 GB Raam

Raam's Shadow spielt in Ilima City kurz nach E-Day und somit vor den Ereignissen in Gears of War 1. Delta Squad ist ersetzt worden durch Zeta Squad, angeführt von Lt. Kim (aus Gears 1). Mit im Team sind die junge Dame Valera, die sich allerdings als Alicia vorstellt. An der Stelle fällt erstmalig die inkonsequente Darstellung der Namen der Gears auf. Dom wurde beispielsweise immer mit Vornamen angezeigt während Cole und Baird mit Nachnamen aufgeführt werden. Das ist nicht weiter wichtig, aber da man Valera so nicht kennt, ist das zumindest für einen Moment verwirrend. Weiter dabei ist Tai Kaliso, der wieder mit Vornamen geführt ist. Als letzter im Bunde und euer spielbarer Gear im Singleplayer ist... ähm... mal schauen, er hat einen coolen Schnauzbart und kaut immer an einer Zigarre... ähm... Captain Price. Captain Price ist euer spielbarer Charakter.

Raam's Shadow zeigt die letzten Stunden Ilimas und sieht Zeta bei der Rettung eines Rektors sowie seinen Schützlingen während Locustgeneral Raam die Invasion weiter vorbereitet. Leider kann Zeta nicht wirklich mit Delta mit halten. Kim hat außer seinem Rang kaum etwas zu bieten und Tai hat mehr als nur einen leichten Dachschaden. Das pseudo-philosophische Gebrabbel ist so sinnlos wie unpassend. Valera bekommt auch keine Gelegenheit, sich zu präsentieren. Schmerzlich vermisst man Bairds Sarkasmus, Coles aufbrausende Natur, Fenix' bäriges Organ oder Doms... ähm... Dom. Sagt über Delta, was ihr wollt, aber die Jungs hatten Persönlichkeit und selbst Anya und Sam waren gute Ergänzungen. Von allen Neulingen bekommt ausgerechnet Jace hier seine Vorgeschichte, welche ihn etwas besser beleuchtet. Auch sein Auftritt ist aber etwas kurz geraten, sodass ihr die meiste Zeit mit Zeta unterwegs seid. Mit Deltasquad hat man einen wesentlichen Teil der Persönlichkeit des Gears-Universums heraus genommen und somit fehlt es der Story von Beginn an an der Intensität der Originalspiele.




Raam-Spinat

Aber auch sonst fehlt es der Story an interessanten Punkten. Jace, Kim, Tai, Raam... bei allen wissen, wie es mit ihnen weiter geht und wo sie enden. Wer die Comics kennt, kennt dazu noch das Schicksal von Captain Price. Dadurch kommt zumindest durch die Charaktere keine wirkliche Spannung auf. Das ist ein grundlegendes Problem von Prequeln, aber keines, dass man nicht überwinden könnte. Final Fantasy VII Crisis Core hat dies eindrücklich bewiesen. Zumindest kann ich sagen, dass Raam der beste Gegner der Gears Reihe bleibt, auch wenn Fenix in Teil 2 etwas anderes behauptet. Ein Scorge ist ein Witz im Vergleich zu Raam. Schade, dass man ihn nur einmal töten kann.

Spielerisch bietet Raam's Shadow mehr von Gears of War 3. Dabei hält sich der DLC nicht zurück und feuert von Anfang an alles auf Zeta, was der Krieg bis dato zu bieten hatte. Der Schwierigkeitsgrad ist insgesamt im Vergleich zum Hauptspiel erhöht, was aber nicht zuletzt auch der miesen KI im Singleplayer liegt. Dieses Problem mag sich im Vierspieler-Coop erledigt haben, aber eine frühe Stelle in einer Bank hätte mich als Solospieler beinahe zum Austicken gebracht.

Roter Bildschirm mitten im Kampf, Game Over. Bevor ich in Ungläubigkeit meinen Kopf kratzen konnte, las ich es: Tai has died. Okay, Neustart.

Tai has died. Kim has died. Kim has died. Valera has died. Tai has died. Tai has died.

In drei Spielen musste ich bisher nie Babysitter für eine inkompetente KI spielen. Wieso sich auf einmal ein derartig tödlicher Fehler eingeschlichen hat, ist mir unbegreiflich.


Raam-Bock

Neben der erwähnten Bank bietet das Spiel unter anderen eine längere Szene in einer ehemaligen Schule. Der Kniff, eine Schule als Schauplatz blutiger Gefechte zu wählen, ist mittlerweile ein alter Hut. Von Splinter Cell: Conviction, Modern Warfare 2 über Dead Space 2 bis zurück zu Dark Sector haben das alle schon gemacht, was Raam's Shadow etwas altbacken wirken lässt. Es ist noch nicht einmal besonders gut gemacht, zum Teil sieht die Schule aus wie jeder andere metallische Gang auch.

Die interessanteste Neuerung dürften die beiden Abschnitte sein, in denen ihr General Raam persönliche spielen könnt. Leider sind diese nicht so spektakulär wie man glauben sollte. Raam ist groß und stark und zumindest auf normal kaum verwundbar. Er hat seine Kryll, die er von Gegner zu Gegner dirigieren kann. Dazu hat er sein Messer, mit dem er eine Attacke ausführen kann, die der Meleeattacke des Retrolancer gleicht sowie eine Nahkampfattacke, die ihm einen Finisher erlaubt, bei dem er den Kopf der armen COG Soldaten abschneiden kann. Für maximal fünf Minuten macht das Spaß, dann aber fallen die extrem limitierten Optionen des Hünen auf und nach der zehnten Kopf-ab-Animation mag diese auch nicht mehr zum Grinsen anregen. Auch das Design um die Raam-Mission herum ist nahezu immer gleich. Hockt an einem Ort und tötet alle Gears, die spawnen.





Raam-Ba-Zaamba

Generell lässt das Design die Cleverness und Balance der Gears Spiele vermissen. Zu oft spawnten neue Gegner direkt hinter meinem Captain Price. Handelt es sich dann auch noch um Boomer, kommt man kaum noch schnell genug wieder in Deckung. Selbst vor Bugs ist das Spiel nicht gefeit. In der Schule musste ich eine Stelle drei Mal neu laden, weil ein Wretch sich verfangen hatte. Auch beim dritten Mal hing er fest, ließ aber wenigstens erschießen, sodass ich den Checkpoint triggern konnte. All das erweckt den Eindruck, als sei die Qualitätssicherung des DLC nicht auf dem Stand der Hauptspiele.

Lambent gibt es zu diesem Zeitpunkt nicht, aber die Locust bringen ihre Topspieler. Zurück an Bord sind die E-Holes, die im ersten Teil eine Rolle spielten, aber seither fast in Vergessenheit geraten sind. Granaten sind daher wichtiger denn je. Mit einem gelungenen Finale und einem ganz ordentlichen finalen Bosskampf endet die kurze Kampagne zumindest versöhnlich.






Bart Wux schrieb am 19. Dezember 2011
Raam-Bo... ok, ich hör schon auf

Raam's Shadow bietet gute drei Stunden typische Gears of War Action in gewohnt guter Technik mit etwas mehr Bugs als man gewohnt ist. Die Raam Abschnitte wirken mehr wie ein billiger Marketinggag als eine wirkliche Bereicherung zum Gameplay. Was die Hintergründe angeht, so erfährt man etwas über Jace, aber auch nichts, was man nicht in zwei Zeilen nachlesen könnte. Der Rest der Story ist eine recht uninteressante Nebengeschichte im Verhältnis zu Deltas Erlebnissen. Damit muss man leider festhalten, dass die hohe Qualität von Gears of War 3 im Singleplayer DLC nicht gehalten wird. Wer den Seasonpass und somit ohnehin schon bezahlt hat, der kann sich ohne Bedenken die 2 GB große Story runterladen. Sofern er seine Erwartungen ein wenig dämpft, erhält er einen guten Bonus zum Spiel. Wer jedoch erst einmal saftige 1200 MS Points abgeben muss, der sollte zweimal nachdenken. Spielerisch und technisch findet er hier nichts, was das Hauptspiel nicht deutlich besser macht und neue Informationen über Gears of War, die COG und die Charaktere sind minimal und innerhalb weniger Minuten nachlesbar. Hier sollten nur absolute Hardcore-Fans zugreifen. Aber die haben vermutlich ohnehin den Seasonpass, also...


Besonders gut finde ich ...
  • gewohnt gute Grafik und Steuerung
  • Raam ist wieder da


Nicht so optimal ...
  • mehr Bugs als gewohnt
  • nur drei Stunden lang
  • kaum neue Informationen
  • keine sonderlich interessanten Charaktere
  • abgedroschene Locations
  • Raam-Abschnitte enttäuschend
  • mit 1200 MS Points etwas überteuert

 Testsystem:  Xbox360
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5 Kommentar(e):
und folgendem User gefällt der Beitrag: Haschbeutel,

 





#1
Geschrieben am 19. Dezember 2011 um 21:10 Uhr

Michael meint ...

Wirklich spitzen Testbericht. Ich habe bisher noch keins der Gears of War Spiele gespielt aber nach diesem Bericht hier und den coolen Screenshots, werde ich das auf jeden Fall in Angriff nehmen! Gruss Michael


        
 





#2
Geschrieben am 19. Dezember 2011 um 22:12 Uhr

Kithaitaa meint ...

Michael: Wirklich spitzen Testbericht. Gruss Michael

Ansich hast nur blöd gelabbert, weils hier um einen DLC geht, und wolltest einfach deinen Link zur Website hinterlassen, oder?


          
 





#3
Geschrieben am 19. Dezember 2011 um 22:28 Uhr

Michael meint ...

Das mit dem DLC habe ich gesehen. Aber das ändert doch nichts daran, dass der Artikel gut und ansprechend geschrieben ist. Ich hatte mich bisher noch nicht mit Gears of War beschäftigt aber die Screenshots sehen gut aus und ich werde mir das Game genauer anschauen. Und über den Link freue ich mich natürlich, dafür ist das Eingabefeld "Eigene Homepage" ja da...  Gruss Michael


        
 





#4
Geschrieben am 19. Dezember 2011 um 22:32 Uhr

Kithaitaa meint ...

@Michael, da du wiedergekommen bist, mein Dank und eine Entschuldigung im Hinblick auf den Linkvorwurf. Aber du glaubst ja nicht wie viele ...


          
 





#5
Geschrieben am 28. Dezember 2011 um 01:01 Uhr

Billie_Who_Else meint ...

Wie immer eine sehr witzige Review, aber jetzt heißt es für Gears Of War Fans, Raam an die Buletten und DLC zulegen  ... haha, ich kanns auch.
Naja, prinzipiell finde ich den Ansatz eines SP-DLCs für einen Shooter ja interessant, aber da muss ich schon hoffen, dass mein Kollege sich das gönnt, weil ich selbst kein xbox habe und Gears nur bei ihm zocken kann - da aber mit Begeisterung.
Hoffe, zu Weihnachten hat er sich Teil 3 geschenkt   


          



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