Das Schwarze Auge - Satinavs Ketten  (Gameartikel)
Jetzt wird's ernst! Daedalics Adventure-Trip nach Aventurien
Geschrieben von Kithaitaa am 20. Februar 2012 um 16:00 Uhr
Plattform(en): PC | Release: 22.06.2012

Denkt man an die Hamburger Spieleschmiede Daedalic, kommen einem sicherlich sofort die allseits beliebten und spaßigen Point'n'Click-Adventures wie zum Beispiel Edna bricht aus, Harveys Neue Augen oder Deponia in den Sinn. Mit dem Ende März erscheinenden Das Schwarze Auge - Satinavs Ketten verlässt Daedalic jedoch den Pfad der "bunten" Abenteuer und will den Adventure-Fans zeigen, dass es auch ernster und düsterer zur Sache gehen kann. Gleichzeitig will man Fans von DSA und Aventurien zeigen, dass es nicht immer ein Rollenspiel sein muss. In den vergangenen Tagen konnte ich die ersten Kapitel der aktuellen Preview-Version ausgiebig spielen und habe euch daher meinen Ersteindruck und weitere Infos zum Spiel in einen Artikel gepackt.


Damit ihr bei "ernst und düsterer" nicht gleich das Schlimmste befürchten müsst: Die Charaktere sind keine stocksteifen Langweiler und auch in Satinavs Ketten findet der Humor seinen Platz, insgesamt ist die Story und auch das Setting aber eben nicht mit den bisherigen Daedalic-Adventures zu vergleichen.

Die Geschichte beginnt in der Stadt Andergast, in der unser Protagonist, der Vogelfänger Geron, von zwei Dorf-Hooligans in die Mangel genommen wird. Hintergrund des Ganzen ist ein Wettbewerb des Königs für das normale Volk, bei dem der Gewinner eine persönliche Audienz bei seiner Majestät erhält - und natürlich möchte Geron unbedingt gewinnen, aber eben auch die beiden Dorfdeppen. Gerons Ansporn ist dabei ganz besonderer Natur, denn vor 13 Jahren soll ein Hexenmeister das Königreich mit einem mächtigen Fluch bedroht haben. Als man "den Seher", wie der Hexenmeister auch genannt wurde, dann auf dem Scheiterhaufen hinrichtete, deutete er auf Geron, der seinerzeit noch ein Kind war, und sprach seine letzte Prophezeiung. Seither heißt es in Andergast, dass Geron Unglück bringe und so ziemlich alle in der Stadt meiden ihn.

Eure erste Aufgabe besteht also darin, die Queste des Königs zu erfüllen, eure Audienz zu erhalten und dabei den beiden Kontrahenten aus dem Weg zu gehen. Obwohl man die Queste erfolgreich meistert, hat man schon recht schnell ganz andere Sorgen, denn scheinbar ist der Seher wieder nach Andergast zurückgekehrt - in Form von Krähen, die ungewöhnlich aggressiv vorgehen und sogar die Menschen attackieren. Euer Ziehvater und erfahrener Jäger Gwinnling, der einst das Versteck des finsteren Sehers ausfindig machte, schickt euch los, um eine Fee zu fangen, weil er glaubt, so die Krähen bekämpfen zu können. Damit geht die Geschichte und euer Abenteuer erst richtig los, das ihr fortan gemeinsam mit selbiger Fee bestreiten werdet und dessen Ziel es ist, die Hintergründe über den Seher, die Krähen und auch die der Fee zu ergründen.





Mir persönlich hat gleich zu Beginn das Setting sehr gut gefallen, endlich mal wieder etwas anderes und neues in Sachen Adventure und auch von Daedalic, dachte ich mir. Die handgezeichneten Hintergründe und deren Stil sind genau mein Ding und jede Szene bzw. jeder Schauplatz bietet wie gewohnt viele Details, die es zu entdecken gilt. Die Hauptfiguren Geron und Nuridarinellavanda (oder einfach nur Nuri) machen einen sympathischen Eindruck - auch deren Synchronsprecher passen recht gut, wie auch die der restlichen Figuren, die ich im Spiel bis dato angetroffen habe. Was leider aufgrund des Artwork-Stils teilweise etwas hölzern ausschaut, sind die Gesichtsanimationen der Figuren beim Sprechen.

Am Anfang des Spiels könnt ihr zwischen zwei verschiedenen Schwierigkeits-Stufen wählen, die sich auf verschiedene Zusatzfeatures (z.B. Hotspot-Anzeige) und Hilfen auswirken, diese sind in den Optionen jedoch auch separat (de)aktivierbar. Aufgrund des Stils der Hintergrundbilder empfand ich es teilweise etwas kniffliger, Objekte, die man verwenden kann, auf Anhieb ausfindig zu machen, und habe hier und da doch gerne auch mal die Hotspot-Anzeige verwendet. Die Rätsel selbst waren eigentlich immer logisch aufgebaut und beschränkten sich im Wesentlichen auf die Kombination von Objekten miteinander bzw. mit der Umgebung, wie man es gewohnt ist. Ganz witziger und teils notwendiger Zusatz ist jedoch der Einsatz von Magie. Diese beschränkt sich zwar auf das Zerbrechen (Geron) und Zusammensetzen (Nuri) von bestimmten Gegenständen, erweitert das übliche "Benutze-Dies-Mit-Dem"-Prinzip allerdings ganz gut. Im Verlauf des Spiels soll sich der Schwierigkeitsgrad der Rätsel im Übrigen weiter steigern, ob dies auch auf die Menge zutrifft, wird sich zeigen.

Denn generell will Das Schwarze Auge - Satinavs Ketten eher eine Geschichte erzählen, dies zeigt sich bereits an der von Daedalic anvisierten Spielzeit von 15-20 Stunden, da würden knackige Kopfnüsse unter Umständen den Erzählfluss bremsen. Die Preview soll etwas weniger als die Hälfte des Spiels abdecken und hier hatte ich schon rund 5-6 Stunden zu tun - demnach kommt die Gesamtspielzeit also gut hin. Die Dialoge im Spiel sind zum einen typisch für das Genre, zum anderen bieten sich hier und da sogar Entscheidungsmöglichkeiten - etwaige Auswirkungen auf das große Ganze konnte ich jedoch (noch) nicht ausmachen. Dennoch empfand ich den Punkt als recht interessant, ein simples Beispiel: Erzähle ich nun die Wahrheit oder versuche ich mit einer Lüge weiterzukommen?! Zumindest weitere Dialoge bauen teilweise auf der zuvor gewählten Entscheidung auf. Habt ihr einen Abschnitt des Spiels erfolgreich geschafft, resümieren kurze Zwischensequenzen im Holzschnitt-Stil die Story und führen selbige entsprechend weiter.




Übrigens hat Daedalic heute den Titelsong des Spiels für alle veröffentlicht. Die Musik stammt vom Studio Knights of Soundtrack (Daniel Pharos und Dominik Morgenroth), welches bereits für A New Beginning mit dem Deutschen Entwicklerpreis in der Kategorie „Bester Soundtrack“ ausgezeichnet wurde. Die Soundtrack-CD des Spiels wird sowohl in der normalen Ausgabe als auch in der Collector's Edition enthalten sein.

Das Schwarze Auge - Satinavs Ketten: Theme



Für die Umsetzung der Komposition holten sich Pharos und Morgenroth zahlreiche Gastmusiker der Mittelalterszene mit ins Boot: Sarah M. Newman der bekannten Mittelalterband „Estampie“ spielt Fidel und trägt mit ihrer Stimme zur besonderen Atmosphäre der Musikstücke bei. Verstärkt wird sie von „Adas“ Harfenistin Angelika „Geka“ Voigt, der Geigerin Katy Lestrémau und weiteren professionellen Gastmusikern.

Daniel Pharos über den Soundtrack: "Es war wundervoll, Geron auf seiner Reise zu begleiten. Die märchenhafte Musik, die dabei entstanden ist, gehört zu unseren gefühlvollsten Soundtracks, voller leiser, schöner Momente. Das Spiel hat eine ganz besondere Stimmung, und diese mit Musik zu unterstreichen, war ein tolles Erlebnis!"

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