LG 29EA93 - Der Ultrawide Monitor im Gaming Alltags-Check 2

Seit über vier Wochen verrichtet ein Ultrawide Monitor von LG seinen Dienst auf meinem Schreibtisch, genauer der LG 29EA93 im 21:9 Format, den uns LG freundlicherweise für Testzwecke zur Verfügung gestellt hat. In diesem Zeitraum konnte ich mir natürlich einen guten Eindruck verschaffen, ob der Monitor speziell für Game- und Entertainment-Freunde etwas taugt. Es wird also Zeit für einen Bericht, in dem ich meine Eindrücke mit euch teile.

Bisher habe ich in meiner PC-Laufbahn schon auf einige Monitore gestarrt, von alten Röhrengeräten bis zur aktuellen Flachbildschirm-Generation - in allen Zollgrößen, heute bin ich mit Full-HD voll zufrieden. Aber wenn es ein wenig mehr sein kann, ist man schließlich auch nicht abgeneigt - zumindest für einen Test. Mit dem 21:9 Kinoformat, einer 29" Bildschirmdiagonale und einer Auflösung von 2560 x 1080 Bildpunkten, soll einem der LG volles Entertainment-Vergnügen bieten, und wartet auch mit allerlei Features auf. Los geht's.

Nach dem Auspacken zeigt sich zunächst einmal die mitgelieferte Ausstattung, neben dem Monitor und einem Standfuß, findet man die üblichen Kartons und Tüten mit notwendigen Anschlusskabeln (DVI-D Dualkabel, 2x USB 3.0 Kabel, MHL-Signalkabel, Audiokabel) vor. Der Standfuß muss mit zwei Schrauben am Monitor montiert werden, dies stellt keine große Herausforderung dar und bereits nach wenigen Handgriffen kann man dem neuen Bildschirm einen Platz auf seinem Schreibtisch zuweisen. Der Ersteindruck hinsichtlich der Verarbeitung fällt durchaus positiv aus, die Rückseite ist in einem klaren, weißem Kunststoff gehalten, während der äußere Rahmen und das untere Bedienfeld des Displays in mattschwarzer Metalloptik daherkommen. Obwohl er dem Monitor einen stabilen Stand bietet, ist der Kunststoff-Fuß in Chromeoptik eher unpassend - dürfte jedoch wohl Geschmackssache sein.


LG 29EA93 - IPS Monitor 21:9 UltraWide (Frontansicht)


Alle Bedienelemente finden sich am unteren Rahmen der Front als Touchtasten ohne Druckpunkt - sofern man genügend Licht hat oder die Anordnung bereits blind bedienen kann ist alles kein Problem, allerdings reagieren die Tasten sehr empfindlich, so dass man sich hier und da auch schon mal etwas unbeholfen durch das OSD-Menü manövriert. Allerdings nimmt man derartige Einstellungen nicht jeden Tag vor, so dass man dies sicherlich verschmerzen kann - ggf. hab ich mich auch nur etwas ungeschickt angestellt. Neben dem dezenten Logo und einer kleinen Powerleuchte findet sich sonst nichts auffälliges an der Front, alles schön clean. Dazu trägt auch der ultraschmale Rahmen des Monitors bei, der keinen klobigen Bilderrahmen aus dem Gerät macht. Bevor wir das Schmuckstück in Betrieb nehmen widmen wir uns noch kurz der Rückseite, quasi der Anschlusszentrale des LG 29EA93. Hier befinden sich alle Schnittstellen, und davon gibt es einige.

Praktischerweise wird der Monitor nicht mit einem schnöden Kaltstecker ausgeliefert, sondern erhält ein externes Netzteil, dass durch ein entsprechendes Kabel den Monitor mit Strom versorgt. Für die Videosignale findet man auch reichlich Auswahl: Display Port, 2 x HDMI, DVI-D Dual Link (mit HDCP) - dazu gesellt sich noch ein PC Audio Anschluss (für die integrierten Stereo-Lautsprecher) und drei USB 3.0 Steckplätze (USB-Hub). Reichlich Connections also, sofern ihr den Monitor so aufstellen könnt, dass dies alles ohne Probleme zu erreichen ist, lässt sich dies auch optimal auskosten. Natürlich lässt sich der LG auch mittels Vesa-Halterung an der Wand montieren.


LG 29EA93 - IPS Monitor 21:9 UltraWide (Rückenansicht)


Nach dem ersten Einschalten erwarten euch satte Farben und reichlich Platz auf dem Desktop - die Auflösung wurde bei mir (Windows 7) automatisch erkannt, so dass ich erstmal die Icons auf dem Desktop umsortieren bzw. neu anordnen durfte. Der Start erster Anwendungen verdeutlichte mir dann ebenfalls nochmal den Unterschied zu meinem bisherigen Bildschirm (HP LP2475W, 1920x1200px). Die Farben sind bereits in der Voreinstellung ziemlich satt, je nachdem von welchem Gerät man auf den LG umsteigt, stellt sich ein unterschiedlicher Aha-/Wow-Effekt ein. Zusätzliche Einstellmöglichkeiten bietet die mitgelieferte bzw. im Internet verfügbare Software. Was mir auf einem komplett schwarzen Desktop jedoch auffällt, ist die Tatsache dass das Display nicht komplett schwarz "ausgeleuchtet" wird, im unteren Bereich habe ich immer etwas "grauen" Ecken, was wohl auch auf den Blickwinkel und die Breite des Displays zurückzuführen ist.

Als maximale Auflösung stehen euch nun 2560 x 1080 Bildpunkte zur Verfügung, was sich sehr angenehm auf das Arbeiten auswirkt, schließlich kann man auf dem Desktop nie genug Platz haben. Beim Gaming wurde ich bei Tomb Raider und BioShock Infinite, die Spiele die ich als erstes angeworfen habe, ebenfalls positiv überrascht. Selbst meine GTX 470Ti von Zotac packt die Auflösung ohne Probleme und nennenswerten Performance-Verlust gegenüber Full-HD. Somit dürften aktuelle Grafikkarten wie die AMD Radeon HD 7850/7870 bzw. die NVIDIA GTX 600er Serie erst recht keine Probleme bereiten, selbst wenn man Details und Kantenglättung bis zum Anschlag hochdreht. Hier kommt auch, je nach Spiel, echtes Panorama-Feeling auf und auch die Reaktionszeiten sind ausreichend, so dass man keine Schlieren oder ähnliches erhält. Neben den beiden oben genannten, habe ich auch noch weitere Games getestet - alle haben die Auflösung unterstützt und machten daher keine Probleme. Unter Umständen kann es jedoch vorkommen, speziell bei älteren Spielen, dass ihr diese Auflösung nicht in den Einstellungen findet, hier bleibt dann nur noch die Wahl einer anderen, die dann auf Fullscreen hochskaliert wird, der Fenstermodus, oder ein Config-/.ini-Hack (sofern verfügbar).


BioShock Infinite


Auf der offiziellen Produktwebsite von LG findet ihr weitere Key-Features und Ausstattungs-Merkmale des Monitors. Zum Beispiel die Split-Screen Funktion. Dadurch wird es möglich den Monitor in bis zu 4 Fenster auf 8 verschiedene Arten anzuordnen – ohne dabei an Übersichtlichkeit zu verlieren. Speziell für Anwendungen ist dies sicherlich äußerst praktisch. Auch das Dual Link-Up-Feature könnte für manche interessant sein. Dies erlaubt es euch, zwei tragbare Geräte (wie z. B. Computer, Kameras, Smartphones oder Blu-ray-Player) mit dem Monitor zu verbinden und zeitgleich zu benutzen. Über die MHL-Schnittstelle (Mobile High-Definition Link) könnt ihr das Bild eures Smartphones sowie den Sound direkt auf den Bildschirm übertragen. Ein kurzer Blick auf die technischen Details liefert euch alle notwendigen Infos auf einen Blick.

Insgesamt hinterlässt der LG 29EA93 bei mir einen positiven Eindruck, speziell da er selbst bei dieser Größe nicht so wuchtig daherkommt und im Umfang gefühlt kleiner als (m)ein 24" auf dem Schreibtisch wirkt. Dass die Anschlüsse, speziell die gelegentlich praktischen USB 3.0 Steckplätze, alle auf der Rückseite untergebracht sind, ist bei meinem Standort leider etwas ungeschickt - allerdings ist dies auch bei vielen anderen Monitoren (siehe Apple) so. Ein optionaler seitlicher USB Anschluss (zum Beispiel für USB-Sticks) wäre sicherlich toll gewesen, allerdings dann auf Kosten des Rahmens. Auch die Tatsache, dass der Monitor nicht höhenverstellbar ist, sondern nur im Neigungswinkel justiert werden kann, sollte man vor dem Kauf sicherlich berücksichtigen. Je nach Standplatz und der eigenen Körperhaltung, werdet ihr unter Umständen immer "etwas nach unten" schauen müssen.

Alles Dinge die sicherlich erwähnenswert sind, aber nicht unbedingt von einem Kauf oder gar einem Test abhalten sollten. Mich persönlich hat jedoch ein Punkt ziemlich gestört, das Bildschirm-Format ansich. Das liegt vor allem daran, da ich gerne auch mal Videos auf dem PC aufnehme und da das Seitenverhältnis nicht in HD/Full-HD passt, erhält man dadurch leider immer schwarze Balken bzw. muss sein Videomaterial nochmals entsprechend "Croppen" und zurechtfummeln. Ein Mehraufwand mit dem ich mich nicht wirklich anfreunden kann. Hier wäre für mich wohl ein 27" Monitor mit 2560x1440px die bessere Wahl - zum Beispiel der LG 27EA83. Zudem erscheint mir, auch nach über vier Wochen Eingewöhnungszeit, die Bildschirmhöhe immer noch sehr niedrig, was teils sicherlich auch an der nicht vorhandenen Höheneinstellung liegt.

Schade, denn sonst passt soweit alles und auch der Preis von 599,- Euro (unverbindliche Preisempfehlung) ist meiner Meinung nach angemessen. Der Straßenpreis liegt laut geizhals.de aktuell bei ca. 520,- Euro. Wer also mit einem Ultrawide-Screen liebäugelt, sollte sich den LG 29EA93 auf jeden Fall mal ansehen.

Kommentare-Kommentier-Show


Folgenden Usern gefällt der Beitrag: HerrBeutel, ... und einem Gast.
  • Tancred
    #1 | 25. April 2013 um 21:01 Uhr
    Kann mir überhaupt nich vorstellen wie das is mit so nem riesen Bildschirm zu spielen  Fürs Arbeiten stell ichs mir ziemlich praktisch vor. In Sachen Spiele .. naja, die Grafik is dann natürlich sehr geil, aber ob man deswegen gut damit spielen kann is wieder was anderes.. da muss man dann bestimmt weit wegsitzen? Egal, muss wohl einfach jeder selber testen.
  • Kithaitaa
    #2 | 25. April 2013 um 21:06 Uhr

    Tancred: Kann mir überhaupt nich vorstellen wie das is mit so nem riesen Bildschirm zu spielen Fürs Arbeiten stell ichs mir ziemlich praktisch vor. In Sachen Spiele .. naja, die Grafik is dann natürlich sehr geil, aber ob man deswegen gut damit spielen kann is wieder was anderes.. da muss man dann bestimmt weit wegsitzen? Egal, muss wohl einfach jeder selber testen.



    DAS ist der Clou an der Sache. Ich konnte es mir zunächst auch nicht vorstellen, ABER er ist gar nicht riesig, nur breit. Ich denke du hast bei diversen Games gewisse Vorteile, weil du eben mehr von der Karte, mehr von der Scene, erblickst ... aber das wirkt sich meist eh marginal aus. UND, nein, DAS ding ist nicht RIESIG, man muss nicht weit weg sitzen. GENAU DAS waren auch meine Bedenken. Pustekuchen. Same as always.
  • HerrBeutel
    #3 | 26. April 2013 um 00:28 Uhr
    Seit 3 Jahren meinen 27" iMac ... alles drunter ist Micro-Kosmos. Von daher: WIlkommen im Internet - jetzt auch in groß!  
  • Kithaitaa
    #4 | 26. April 2013 um 00:30 Uhr

    Haschbeutel: Seit 3 Jahren meinen 27" iMac ... alles drunter ist Micro-Kosmos. Von daher: WIlkommen im Internet - jetzt auch in groß!


    Och, Herr "Apple ist zum Arbeiten" ist wach! Let's talk about ... oh, wo isser denn hin?!  
  • DarkRaziel
    #5 | 28. April 2013 um 10:43 Uhr

    Haschbeutel: Seit 3 Jahren meinen 27" iMac ... alles drunter ist Micro-Kosmos. Von daher: WIlkommen im Internet - jetzt auch in groß!



    Wo damals die 27 Zoll iMac Geräte auf den Markt gekommen sind habe ich mich auch Schwarz geärgert das ich nicht die 3 Monate gewartet habe als ich mir meinen 24 Zoll iMac gekauft habe.
    Aber was soll's ich mag auch nicht mehr 19 Zoll wie früher zu Windows Zeiten   
    Umsteigen auf 27 Zoll werde ich erst, wenn der iMac sein Geist aufgibt   oder ich nicht mehr aufs neue Betriebsystem umsteigen kann.

    Doch zum Thema habe ich eigentlich nichts weiter zu sagen das ich nicht wieder ein Monitor samt Rechner irgendwo rumstehen haben möchte egal wie gel der Monitor aus schaut, denn mit dem iMac fahre ich seit 2009 sehr gut auch wenn die Technik nicht mehr aktuell ist, aber für meine Ansprüche immer noch gerate reicht.      
  • dästar
    #6 | 15. Oktober 2013 um 20:15 Uhr
    Wird das Bild verzogen wenn ich den monitor für die playstation 4 nutze?
  • Kithaitaa
    #7 | 15. Oktober 2013 um 21:34 Uhr

    dästar: Wird das Bild verzogen wenn ich den monitor für die playstation 4 nutze?


    Das wird leider nicht schön aussehen. PS3 ist auf max. 1920x1080 ausgelegt und daher hast du leider nur zwei Möglichkeiten: Das Bild wird bescheiden auf das komplette Display skaliert/verzerrt und sieht dann doof aus. Du kannst es in 1920x1080 zentriert darstellen und hast schwarze Ränder, was ebenfalls doof ausschaut.   

Name:*
E-Mail (wird nicht angezeigt):*
Eigene Homepage (optional):
Dein Kommentar:*
              
Antispam:*
 
Captcha