PlayStation 4K Remastered - Sonys aufpolierte Next-Gen-Konsole 9

Die Spekulationen und Gerüchte um eine aufpolierte PlayStation 4 Konsole, die mit einem verbesserten Prozessor und weiteren Optimierungen, bis hin zum 4K-Support, aufwarten soll, werden immer handfester. Erfahrungsgemäß bleibt immer etwas hängen und wenn sich selbst renommierte Technik-Experten wie Digital Foundry zu Wort melden und diverse Meldungen und Details bestätigen, ist eine offizielle Ankündigung meist nur noch eine Frage der Zeit. Grund genug, die bisherigen Infos über die "PlayStation 4K" zusammenzutragen und sich u.a. zu fragen, welche Strategie Sony damit verfolgt.


First Things First.



Irgendwann im Februar-März dieses Jahres hat Xbox-Chef Phil Spencer erwähnt, dass man in Zukunft vielleicht die Möglichkeit erhalten wird, seine Xbox One aufzurüsten. Die Idee dahinter sei, ähnlich wie bei Smartphones, Tablets oder dem klassischen Spiele-PC, die Hardware im Laufe der Zeit zu verbessern und nicht nur "günstiger & schlanker" zu werden. In einem darauffolgenden Podcast mit Larry "Major Nelson" Hryb ruderte man jedoch wieder zurück. Schließlich sei es seit jeher die Philosophie von Spielekonsolen, dass man mit diesen für einen langen Zeitraum unbeschwert und frei von Nachrüstgedanken seine Spiele genießen kann. Daher sei derzeit nicht geplant, dass man seine Konsole stückchenweise aufrüstet.

Mitte März tauchten dann erste Gerüchte zu einer "PlayStation 4.5" auf, die das gleiche Prinzip aufgreifen soll. Laut Kotaku arbeitet Sony Computer Entertainment demnach an einer neuen Revision seiner erfolgreichen PS4-Konsole, die dann u.a. 4K-Auflösungen unterstützen und durch verbesserte Fertigungsprozesse und Technologien profitieren soll. Stand heute "wissen" wir, dass diese Pläne bereits sehr konkret sind und es sich dabei nicht nur um eine Spielerei aus dem 3D-Drucker oder eine Feintuning-Revision handelt wie in vergangenen Konsolen-Generationen bzw. dem neuen PS4-Modell, das im vergangen Jahr auf den Markt kam.

Eine technisch verbesserte PlayStation 4 mit mehr Power würde natürlich gerade vor dem anstehenden Launch von PlayStation VR Sinn machen, um den ohnehin erhöhten Hardware-Anforderungen für virtuelle Welten gerecht zu werden. Doch, wie möchte Sony seinen über 40 Millionen PS4-Käufern erklären, dass man rund drei Jahre nach Launch bereits das nächste, stärkere Modell auf den Markt bringt? Ist das überhaupt ein Problem? Schließlich haben wir bereits auf dem Smartphone-Markt oder auch beim (New) Nintendo 3DS+ seit Jahren eine solche Situation. Verkürzt sich damit der Lebenszyklus von Konsolen, von fünf und mehr Jahren, auf lediglich zwei bis drei?


PlayStation 4 Neo


Mehr Power, keine Spaltung



Laut den jüngsten Informationen von Giant Bomb und Digital Foundry (Eurogamer), die bereits Ende März die Existenz der neuen PS4 bestätigt haben, trägt die PlayStation 4K den Codenamen "Neo" – bedient sich damit nach Project Morpheus (PlayStation VR) scheinbar abermals am Filmklassiker Matrix – und soll bereits diesen Oktober für $399 angeboten werden. Hinsichtlich der verbesserten Komponenten will Digital Foundry folgendes in Erfahrung gebracht haben:


PlayStation 4"PlayStation 4 Neo"
CPU8 Jaguar-Kerne @ 1,6 GHz8 Jaguar-Kerne @ 2,1 GHz
GPUAMD GCN, 18 CUs @ 800 MHzVerbesserte AMD GCN, 36 CUs @ 911 MHz
RAM8 GB GDDR 5, 176 GB/s8 GB GDDR 5, 218 GB/s


  • CPU: - "Die gute Nachricht ist, dass es gegenüber den glanzlosen x86-Kernen in der PlayStation 4 ein Upgrade geben wird. Die schlechte Nachricht ist, dass die Kerne selbst nicht verändert wurden - man übertaktet sie lediglich von 1,6 auf 2,1 GHz, was einer Leistungssteigerung von 31 Prozent entspricht. Wie bei der aktuellen PlayStation 4 werden ein Kern und ein Zeitanteil eines weiteren für das Betriebssystem reserviert."

  • Arbeitsspeicher: - "Wir sind noch immer bei 8 GB GDDR5, aber mit einer 24 Prozent höheren Bandbreite im Vergleich zur ursprünglichen PS4. Das aktuelle Modell verwendet Speichermodule mit 5,5 gbps. Ein wenig Rechenarbeit lässt vermuten, dass Sony nun die gleichen Module mit 7,0 gbps verwendet, die wir auf High-End-Grafikkarten wie der GTX 980 oder GTX 980 Ti sehen. Hier gibt es einige Bedenken. Der Schub in puncto Bandbreite ist nicht allzu gewaltig und es steht noch immer im Wettstreit mit der CPU-Nutzung (beide teilen das gleiche Interface). Außerdem passt es nicht so ganz zum GPU-Boost, der - um ehrlich zu sein - ziemlich massiv ist."

  • GPU: - "Das hier ist der aufregendste Aspekt der Spezifikationen. Die Zahl der Recheneinheiten verdoppelt sich von 18 auf 36, die Taktrate wird von 800 auf 911 MHz erhöht - eine Steigerung um 14 Prozent. Alles in allem entspricht das einer 2,3-fachen Leistungssteigerung in FLOPs. Die Frage ist, welche Technologie hier verwendet wird? Bislang hat man die Current-Gen-Prozessoren produziert, indem man einige ältere, handelsübliche Produkte nahm und ein paar Compute Units deaktivierte. Effektiv nutzt die Xbox One eine Radeon HD 7790, die PlayStation 4 eine leistungsfähigere, halb-individuelle Radeon HD 7870. Und hier wird es interessant. Die 36 Compute Units passen nicht einfach auf eine der vorhandenen GPUs von AMD. Es deutet an, dass Sony und AMD hier auf den Putz hauen und die kommende Polaris-Technologie verwenden."

    (Quelle: Eurogamer / Digital Foundry)

Den vorliegenden Infos zufolge plant Sony keine explizite Sonderbehandlung der Neo-Edition, d.h. keine Trennung der PSN-Möglichkeiten, keine exklusiven Features, Gameplay-Optionen oder ähnliche Dinge. Auch wenn Sony wohl darauf Wert legen wird, die PlayStation-Community nicht zu splitten, die erste PlayStation 4 weiterhin versorgt wird und es auch keine Neo-exklusiven Spiele geben soll, ist gleichzeitig die Rede von einem "Base-" und einem "Neo-Modus" für Spiele. Werden sich die Unterschiede demnach wirklich auf die verbesserte Grafikqualität und Bildwiederholrate beschränken? Was halten die Entwickler davon und welche "Einbußen" muss man dann schlussendlich womöglich doch in Kauf nehmen, wenn man erstmal nicht auf den Neo-Zug aufspringt?

Der Vergleich zum PC-Markt liegt natürlich nahe. Mit meiner Nvidia GTX 960 sehen nahezu alle heutigen Spiele klasse aus und laufen fluffig, dennoch würde natürlich eine GTX 980Ti – oder vergleichbare AMD-Modelle – noch mehr Power und Möglichkeiten bieten. Aber, braucht man das, sieht man das? Stehen uns nach der HD- und Remastered-Welle nun "Neo-Editionen" von Spielen ins Haus, mit denen man uns abermals Geld aus der Tasche ziehen will?

In einem weiteren Infopost stützt sich Eurogamer auf weitere Dokumentationen die Entwicklern vorliegen, schlüsselt die Ambitionen von Sony nochmals auf und zeigt, wie man die Koexistenz beider PlayStation 4 Varianten sichern will. Im Grunde wird dort nochmals dargelegt, dass es keine Trennung von Features- und Diensten zwischen den beiden Konsolen geben darf. Außerdem soll die Mindestauflösung für neue Titel bei mindestens 1080p (1920x1080px) liegen, mit der Möglichkeit von Supersampling auf Full-HD. Damit würden zum Beispiel Titel wie Star Wars: Battlefront, die auf der PS4 nativ mit 900p laufen, ein Problem bekommen. Ein weiterer Punkt ist die Möglichkeit von Patches. Damit können ältere Spiele entsprechende "Neo-Optionen" per Update nachreichen. Neue Titel die ab Oktober erscheinen, müssen diese bereits zum Launch beinhalten und können diese nicht nachträglich hinzufügen.

Vom 10. – 11. Mai findet in Hollywood, Kalifornien, das diesjährige PlayStation DevCon-Event statt. Die Developer Conference richtet sich offenkundig an Entwickler und soll in diesem Jahr nicht nur im Zeichen von PlayStation VR stehen, sondern auch weitere Informationen zur "PlayStation Neo" offenbaren. Erste DevKits sollen laut Digital Foundry bereits im Umlauf sein. Erinnert ihr euch noch an die ersten Bilder des PS4-Devkit?


Deine Meinung?



Ist es eine gute Idee von Sony eine PS4 mit mehr Power anzubieten oder führt das, aufgrund des scheinbar verkürzten Konsolenzyklus, den Gedanken und die Philosophie der Spielekonsolen eher ad absurdum? Gleicht man sich somit immer mehr dem PC- und Smartphone-Markt an? Unter welchen Voraussetzungen würdet ihr zum Beispiel im Herbst auf eine verbesserte PlayStation 4 umsteigen? Fragen über Fragen und deine Meinung ist gefragt =)

Kommentare-Kommentier-Show


Folgenden Usern gefällt der Beitrag: icezolation, Rheeza, ATeC, ... und 6 Gästen.
  • Jari
    #1 | 20. April 2016 um 10:37 Uhr
    Ich bleibe dabei. Ich halte diesen Schritt für einen Marketing-Fail mit Ankündigung und ich habe keine Ahnung, warum sich Sony OHNE NOT in eine Situation bringt, in der sie dem Kunden erklären müssen, warum es falsch war, sich eine PS4 gekauft zu haben. Warum kann Sony nicht einfach warten und im Jahr 2018, also fünf Jahre nach dem Release, eine PS5 auf den Markt bringen, die dann voll abwärtskompatibel und mit stärkerer Hardware ausgerüstet ist. So spalte ich die Community und produziere auch für die Entwickler einen Mehraufwand, der sich wiederum in höheren Kosten niederschlagen wird. Immerhin müssen nun alle Spiele auf zwei Systemen getestet werden.

    Ich kann nur hoffen, dass sie diesen Spuk noch absagen. Meine Meinung.
  • HerrBeutel
    #2 | 20. April 2016 um 11:02 Uhr
    Bin bei Jari. Das Prinzip von Konsolen ist meiner Meinung nach, dass man nicht wie beim PC ständig Ärger mit Grafiktreibern, Einstellungen, Nachrüsten usw. hat. Wenn ich ständig updaten, auf- und nachrüsten will, kaufe ich mir einen PC. Da kann ich dann wenigstens ordentliche "Sprünge" machen was die Leistung angeht; wenn ich mir das Update oben anschaue hält sich das ja ziemlich in Grenzen, was das LeistungsPLUS angeht.

    Klar, bei einem 3DS gibt's auch gefühlt jedes Jahr neue Versionen, aber das ist einer der Gründe, wieso ich so ein Gerät nicht besitze. Es gibt 3DS spiele die nicht auf allen Geräten laufen. Da separierst du innerhalb des gleichen Devices die Käuferschaft - und es dauert garantiert nicht lange bis es die ersten 4k-Only-Games gibt. Dann hast eine 1-2 Jahre alte PS4, aber kannst nicht spielen, weil du für 400€ nicht neu gekauft hast.

    Ich hoffe ja inständig, die Microsoft rückt da nicht nach.   
  • Manni
    #3 | 20. April 2016 um 15:30 Uhr
    Bin dafür und gespannt, wie es laufen wird...











    ...jetzt könnt ihr Steine werfen    
  • Predator
    #4 | 20. April 2016 um 21:50 Uhr
    Kommt mir definitiv nicht in die Tüte. Sollten die Spiele für die "Base-Version" dann nur mit Abstrichen, insbesondere im Hinblick auf die Framerate laufen, hat sich das Kapitel mit der PlayStation für mich erledigt. Aber noch ist nichts offiziell und es gibt ja noch eine kleine Hoffnung, dass es vielleicht gar nicht so weit kommt...
  • icezolation
    #5 | 22. April 2016 um 12:09 Uhr
    Eine gute Gelegenheit um enttäuschte PS4-Spieler abzuholen und den PC als Spieleplattform schmackhaft zu machen 8-)

    Ich muss an die unzähligen Diskussionen in verschiedensten Kommentarbereichen denken, wenn einer den Plattformvergleich bringen musste. "Aber wenn du die Spiele vernünftig spielen willst, musst du mal eben 1000 Euro und mehr für den PC blechen." - und ich hab's nie verstanden. Auch zum durchschnittlichen Konsolenpreis von 400 Euro ist das möglich. Es kommt einfach darauf an, was und wie man die Spiele zocken will. Und damit werden nun gewissermaßen die PS4-Spieler konfrontiert.

    "Ständig mit Treibern rumjonglieren" ist für mich auch ein Argument, was aus den Mitte 90er Jahren mitgeschleppt wurde. Was sind denn bitteschön die regelmäßigen Firmware-Updates auf Konsole? Und wieviele der Spiele konnte man nach der PS2 / Xbox / GameCube Zeit denn tatsächlich noch 'Kaufen, einlegen, loslegen'? DAS waren für mich Gründe für eine Konsole. Das war es früher, wenn ich am PC nichts zu tun hatte, was mich zum Spielen abgeholt oder nen Kumpel vor der Konsole abhängen gelassen hat. Sofort loslegen.

    Habe auch schon viele Relativierungen im Netz gesehen. "Schon Sega hat das damals gemacht. Und jede Konsole bekommt nunmal irgendwann ne neue Revision." Wozu das bei Sega geführt hat dürfte bekannt sein. Und unter einer neuen Revision hatte man – so zumindest meine Auffassung – keine spürbaren Leistungssteigerungen zu verstehen. Und auch nicht so vom Hersteller begründet. Da wurde vielleicht die Bauform in kompaktere Formate gebracht, an der Energieeffizienz geschraubt oder mal die Anschlüsse "gerichtet".

    Bin mal gespannt wie sich das entwickelt, insbesondere reaktionär bei der treuen Käuferschicht.
  • ATeC
    #6 | 25. April 2016 um 01:55 Uhr

    icezolation: Eine gute Gelegenheit um enttäuschte PS4-Spieler abzuholen und den PC als Spieleplattform schmackhaft zu machen    Ich muss an die unzähligen Diskussionen in verschiedensten Kommentarbereichen denken, wenn einer den Plattformvergleich bringen musste. "Aber wenn du die Spiele vernünftig spielen willst, musst du mal eben 1000 Euro und mehr für den PC blechen." - und ich habs nie verstanden. Auch zum durchschnittlichen Konsolenpreis von 400 Euro ist das möglich. Es kommt einfach darauf an, was und wie man die Spiele zocken will. Und damit werden nun gewissermaßen die PS4-Spieler konfrontiert. "Ständig mit Treibern rumjonglieren" ist für mich auch ein Argument, was aus den Mitte 90er Jahren mitgeschleppt wurde. Was sind denn bitteschön die regelmäßigen Firmware-Updates auf Konsole? Und wieviele der Spiele konnte man nach der PS2 / Xbox / GameCube Zeit denn tatsächlich noch Kaufen, einlegen, loslegen? DAS waren für mich Gründe für eine Konsole. Das war es früher, wenn ich am PC nichts zu tun hatte, was mich zum Spielen abgeholt oder nen Kumpel vor der Konsole abhängen gelassen hat. Sofort loslegen. Habe auch schon viele Relativierungen im Netz gesehen. "Schon Sega hat das damals gemacht. Und jede Konsole bekommt nunmal irgendwann ne neue Revision." Wozu das bei Sega geführt hat dürfte bekannt sein. Und unter einer neuen Revision hatte man – so zumindest meine Auffassung – keine spürbaren Leistungssteigerungen zu verstehen. Und auch nicht so vom Hersteller begründet. Da wurde vielleicht die Bauform in kompaktere Formate gebracht, an der Energieeffizienz geschraubt oder mal die Anschlüsse "gerichtet". Bin mal gespannt wie sich das entwickelt, insbesondere reaktionär bei der treuen Käuferschicht.

    sehr schön gesagt
    -finde es auch sehr unschönen Weg den Sony und ja evtl auch Microsoft da gehn denn auch von der one gibts mittlererweile Gerüchte verstehe ja das der ruf nach 4K zocken laut wird aber denke das kaum jemand dafür ne Konsole umsonst gekauft haben will bin echt froh das ich inzwischen immer weniger Konsole spiele und wieder zurück auf pc bin zuletzt die Geschichte mit den unzähligen exklusiv Titeln mehr im Vergleich ps4 zu one hat mich auch schon sehr geärgert werd wohl wenn sie das durchziehen so schnell keine Konsole mehr kaufen

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