Asus ROG Strix GL502VS - Gaming-Notebook Review 2

Gaming-Notebooks haben seit Jahren keinen wirklich guten Ruf: Sie seien zu schwer, laut, nicht aufrüstbar und teuer. Aber in einigen Eigenschaften kann das Asus Strix GL502VS aus der Serie ROG - Republic Of Gamers auftrumpfen. In den letzten Wochen hatte ich das Gerät unter meinen Fingern und habe es auf Herz und Nieren geprüft. Inklusive der Frage, ob das Notebook auch Anhängern der PC-Master-Race gefallen mag.

Nicht alltäglich kommt der Paketbote mit einem Notebook unter dem Arm und wenn es mal soweit ist, freut man sich natürlich umso mehr. Schnell ausgepackt verbirgt sich in der Verpackung nicht viel. Bis auf das 15,6" große Notebook und ein 180-Watt-Netzteil hält sich ASUS mit Goodies zurück und Recovery-DVDs gehören seit Jahren bei neuen Systemen nicht mehr zum Lieferumfang dazu.

Qualitativ kann das hauptsächlich aus schwarzem Plastik verbaute Asus ROG Strix GL502VS gleich überzeugen. Einzig auf dem Display-Oberteil wurde zum größten Teil schwarz gebürstetes Aluminium verwendet. Generell biegt sich das Material nicht ein, alle Kanten und Ecken sind sauber verarbeitet und optisch sind wenige orange Akzente gesetzt worden. Die Farbe wurde auch für den Tastaturaufdruck verwendet und die WASD-Tasten werden noch mal extra farblich hervorgehoben. Auch wenn man selbst wenig davon hat, erleuchtet als nettes Gimmick nach dem Einschalten das ASUS-ROG-Logo hinter dem Display. Die Tastatur verfügt über eine Hintergrundbeleuchtung und generell kann man nicht viel bemängeln. Der Druckpunkt ist gut gesetzt, man kann super auf ihr schreiben und beim Spielen reagierte die Tastatur einwandfrei. Ghosting habe ich nicht feststellen können und ASUS wirbt sogar damit, dass man bis zu 30 Tasten gleichzeitig drücken kann - ausprobiert habe ich es natürlich nicht.




Anders als andere Gaming-Vertreter ist das GL502VS mit 2,3 kg und einer Höhe von etwa 3 cm ein Leichtgewicht und zudem recht schlank. Das macht sich natürlich beim Transport bemerkbar und ist für Personen, die flexibel sein wollen und die Leistung benötigen, ein enormer Pluspunkt. Das Notebook verfügt über alle wichtigen und benötigten Anschlussmöglichkeiten, unter anderem USB 3.0, Mini DisplayPort und HDMI 2.0. Sehr löblich: Es hat sogar für einen "zukunftssicheren" USB 3.1 Gen 2 (Typ-C) Anschluss gereicht.

Ausgestattet ist unser Testmodell (in diesem Falle genau das GL502VS-FY042T) mit allerlei feinen Komponenten, hier eine kleine Auflistung:

CPU: Intel Core i7-6700HQ, 4x 2.60GHz | RAM: 16GB DDR4 | HDD: 1TB (HTS721010A9E630) | SSD: 512GB M.2 (HFS512G39MND-3510A) | Grafik: NVIDIA GeForce GTX 1070 (Mobile), 8GB GDDR5 | Display: 15.6", 1920x1080, non-glare, IPS (NVIDIA G-SYNC fähig) | WLAN 802.11a/b/g/n/ac , Bluetooth 4.1 (Intel AC 8260)| Cardreader: SD/SDHC/SDXC/MMC | Webcam | Akku: Li-Ionen, 4 Zellen 64Wh


Natürlich ist die Konfiguration schon das Modell, mit dem man klotzen kann, und sollte ausreichend Kapazitäten in allen Anliegen bieten. Inzwischen ist auch die siebte Generation der Intel-Prozessoren (Kaby Lake) auf dem Markt und hier hat das GL502VS bereits ein Hardware-Upgrade spendiert bekommen. Dieses wird aber erst in der nahen Zukunft erhältlich sein (z. B. GL502VS-GZ221T), während unser hier getestetes Modell seit August 2016 zu haben ist. Die neue Generation dürfte dann fast 10% mehr CPU-Leistung mitbringen. Aber selbstverständlich kann man mit der aktuellen Ausstattung schon sehr viel Spaß haben.

Durch die verbaute SSD ist das Notebook innerhalb von wenigen Sekunden startbereit und lässt auch so keine Wünsche offen. Als Betriebssystem kommt Windows 10 Home in der aktuellsten 64bit-Version zum Einsatz. Hier gibt es allerdings Anlass zur Kritik, denn von Haus aus kommt auch sehr viel unnötige "Bloatware" mit. Das muss wirklich nicht sein, ist aber für viele Hersteller eine nette Nebengeldquelle. Die einzige nützliche "Fremdsoftware" ist immerhin das ASUS ROG Gaming Center, in dem man die verbauten Komponenten auf einem Blick findet und analysieren kann. Es werden etwa Temperaturen oder Taktfrequenzen (CPU / GPU) angezeigt und man kann Profile einstellen, in denen zum Beispiel beim Spielen die Windows-Taste deaktiviert wird oder die Farbdarstellung und Soundwiedergabe verändert werden können. Aufrufen kann man die Software nicht nur über die Verknüpfung, sondern auch über die "ROG-Taste", welche sich auf der Tastatur dort findet, wo normalerweise die Num-Taste platziert ist. Darüber hinaus kann man mit dem ebenfalls vorinstallierten "ASUS GameFirst IV" den Netzwerkverkehr überwachen und Anwendungen / Spiele netzwerktechnisch priorisieren. Das übernimmt aber auch der "Intelligente Modus" von selbst.




Ist erstmal alles Unnötige deinstalliert, kann man mit dem Notebook endlich das machen, wofür es gebaut wurde: Zocken. Also: Steam und Battle.net drauf, ein paar Titel installieren und es kann losgehen. Die verbaute NVIDIA GeForce GTX 1070 liefert dabei die erwartet gute Leistung ab: Weder in Battlefield 1, Planet Coaster, Counter Strike: Global Offensive noch Overwatch lässt sich das Notebook lumpen und weist stets stabile Frameraten aus. Die Ergebnisse sind allesamt überzeugend, Ruckler gab es keine - dabei habe ich überall die Grafikeinstellungen auf das Maximum (ohne Anti-Aliasing) gedreht. Da unsere technischen Überprüfungsmöglichkeiten bei weitem nicht so groß sind wie bei anderen Redaktionen, findet ihr eine unglaublich gute Auflistung und Protokollierung der Leistung bei den Kollegen von Notebookcheck.net. Wenn Virtual Reality in Form der Oculus Rift oder HTC Vive für euch ein Thema ist, dann ist das GL502VS ebenfalls ein Kandidat, denn das Gerät besitzt nicht nur einen "VR Ready" Aufkleber, sondern wird auch vom SteamVR-Performance-Test als "VR-bereit" deklariert und ausdrücklich mit "Ihr System ist deutlich leistungsfähiger, als für das empfohlene VR-Erlebnis mit hoher Qualität nötig wäre!" gelobt. Hier sollte es für den VR-Spaß allemal reichen.

Das verbaute Display ist eines mit Full-HD-Auflösung und hinterlässt einen guten Eindruck. Je nach Einstellung weist der Bildschirm eine zufriedenstellende Helligkeit auf und lässt sich von verschiedenen Blickwinkeln einwandfrei betrachten. Die Farbdarstellung ist meiner Meinung nach vorbildlich und laut ASUS werden 100% RGB und 98% Adobe RGB Farbdarstellung erreicht. Eines der Hauptfeatures ist die Kompatibilität von NVIDIAs G-SYNC-Technologie, welche aus dem GL502VS ein echtes Gaming-Notebook macht. Hier ein kleiner Auszug von NVIDIA selbst über die Technik:

Durch die Synchronisation der Bildwiederholrate des Bildschirms mit dem Grafikprozessor verhindert G-SYNC Tearing und minimiert Ruckeln und Anzeigelatenzen für ein flüssiges, gestochen scharfes und spannendes Gamingerlebnis.




Der größte Kritikpunkt am GL502VS sind die Lüfter. Sobald ein Spiel läuft, dauert es nicht mehr lang und das Notebook macht sich lautstark bemerkbar. Auch wenn die Temperaturen meist bei unter 70°C bleiben, werden die beiden Lüfter unangenehm laut - dies ist bei allen Gaming-Notebooks ein großes Manko, aber unser Testsystem hat es echt böse erwischt, denn die verbauten Exemplare erzeugen ein Geräusch, welches schon fast in eine nervzerreißende Richtung schlägt. Ob das Geräusch auch bei anderen Modellen derart penetrant ausfällt, kann ich mangels Vergleichsgeräten nicht sagen, aber ohne Kopfhörer macht es mit unserem Testgerät wirklich keinen Spaß - da muss ASUS bei zukünftigen Modellen unbedingt nachbessern. Selbstverständlich muss eine solche Technik ausreichend gekühlt werden, aber hier muss ein besserer Kompromiss gefunden werden. Generell bleibt das Gehäuse bei Belastung "nur warm" und lässt sich dabei gut anfassen.

Im Netz finden sich zudem einige Behauptungen (Kundenbewertungen, etc.), dass das Notebook über ein zu schwach dimensioniertes Netzteil (180 Watt) verfügt, was beim Zocken dazu führe, dass der Akku mit entladen wird - dieses Problem lässt sich bei mir nicht reproduzieren bzw. nachvollziehen. Das Netzteil verfügt indes über eine angenehme und moderate Größe, da gibt es weitaus klobigere Monster.

Ansonsten habe ich wenig zu kritisieren. Vielleicht noch erwähnenswert ist der Wegfall des optischen Laufwerks - aber mal ganz ehrlich, wann habt ihr das letzte Mal eine DVD eingelegt oder gar gebrannt? Dies kommt natürlich der Dicke des Notebooks zu Gute und der frei gewordene Platz kann für Wichtigeres verwendet werden (beispielsweise für einen größeren Akku, optimierte Kühlung, etc.). Von Batterie-Dauertests habe ich abgesehen, da meiner Meinung nach ein solches Gerät sowieso fast immer an der Steckdose hängt und im Akkubetrieb die Taktraten gedrosselt werden, was sich negativ auf den Spielbetrieb auswirkt - und dafür kauft man sich kein Gaming-Notebook.

Dem GL502VS hätte außerdem eine Wartungsklappe für den Austausch oder der Erweiterung der Hardware ziemlich gut gestanden - so müssen ganze zehn Schrauben gelöst werden, um anschließend die gesamte (!) Bodenplatte zu entfernen, bis man an das Innenleben herankommt. Unser Modell ist zwar jetzt schon üppig ausgestattet und so gibt es wenige Gründe, das Gerät zu öffnen, aber sollte es doch einmal notwendig sein, ist der Prozess unnötig umständlich. Auch die Soundqualität der verbauten Lautsprecher reißen niemanden wirklich vom Hocker. Sie klingen insgesamt recht dumpf und trotz des AudioWizards (Equalizer) hinterlässt der Sound von ice power nur einen mäßigen Eindruck.
Michi

Fazit von Michi:

Der (Gaming-)Notebook-Markt ist sehr groß und unübersichtlich. Viele Geräte sind dick, klobig und schwer - und hier punktet das Asus ROG Strix GL502VS. Das Notebook ist genau das Gegenteil von den meisten Mitbewerbern und trumpft dabei mit enormen Leistungen bei Games und normalem Arbeiten auf. Das GL502VS gibt es in vielen verschiedenen Variationen mit unterschiedlicher Hardware-Ausstattung und somit dürfte für jeden das passende Modell zu finden sein. Insgesamt hinterlässt das ASUS einen sehr guten Eindruck - trotz der nervigen Lüfter und der daraus entstehenden Betriebslautstärke. Mit den verbauten Komponenten wird man sicherlich noch ein paar Jahre aktuelle Titel problemlos bei hohen Einstellungen spielen können und bleibt dabei sehr flexibel. Dennoch: Wenn ihr euch ein solches System zulegen wollt, dann wartet lieber noch ein bisschen und greift direkt zu den Modellen mit den neuen Intel-Kaby-Lake-Prozessoren - bis dahin sollte auch das Lüfter-Problem behoben sein.

Besonders gut finde ich ...
  • enorme Leistung
  • sehr gute Gaming-Performance
  • für ein Spielenotebook dünn
  • mit 2,3 kg recht "leicht"
  • gutes blickstabiles Display
  • G-SYNC-Unterstützung
  • viele Variationen erhältlich
  • viele Anschlussmöglichkeiten
  • USB 3.1 Gen 2 (Typ-C) Anschluss
  • gute Tastatur mit Hintergrundbeleuchtung
  • VR-fähig
Nicht so optimal ...
  • nervige Lüfter
  • bei Belastung laut
  • Lautsprecher enttäuschend
  • vorinstallierte Bloatware
  • orange Akzente nicht jedermanns Geschmack
  • mit 2000€ Straßenpreis schon eine Hausnummer

Das Rezensionsexemplar wurde uns freundlicherweise von ASUSTeK Computer zur Verfügung gestellt.

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Folgenden Usern gefällt der Beitrag: Tim, ... und einem Gast.
  • Kithaitaa
    #1 | 17. März 2017 um 21:36 Uhr
    Zugegeben, das Asus-Notebook scheint ein schickes Teil zu sein, schließlich kennt sich Michi dahingehend privat- und beruflich aus, aber ... ich kann nach wie vor keine Daseins-Berechtigung von Gaming-Notebooks feststellen, die 2k Euro und mehr kosten. Mobil(e Power) ist dahingehend ja immer das Totschlagargument, welches aber wohl bei den wenigsten zum Tragen kommt. Die fehlenden Möglichkeiten zur Aufrüstung, oder einem Hardware-Upgrade zu marktüblichen Preisen (GFX) schrecken mich da immer ab. Ich spreche hier speziell im Hinblick auf den Gaming-Einsatz (wenn man das Ding nicht als E-Sportler gesponsert bekommt).

    Ich bleibe bei meinem schicken NZXT H440 mit ausgewählten Komponenten, die jederzeit ...   

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