52 Games, Episode 41: Im tiefen Wald - Wo ist der Deku-Baum? 5

Wälder sind keine besonders seltenen Schauplätze in Videospielen und vermutlich hat jede größere Serie schon mindestens einmal in das dunkelgrüne Dickicht entführt, aber einen wirklich ikonischen Wald oder ein denkwürdiges Waldlevel findet man trotzdem nicht alle Tage. Einen solchen berühmt-berüchtigten Wald hat das Medium Videospiel allerdings doch hervorgebracht und zwar in The Legend of Zelda. An die Lost Woods dürfte sich jeder erinnern, der einmal eines der betroffenen Zeldas gespielt hat - egal ob Ocarina of Time oder jüngst das neue Breath of the Wild.

Wenn man in The Legend of Zelda: Ocarina of Time (3D) zum ersten Mal die Lost Woods betritt - nur mit einem Holzschwert und -schild bewaffnet -, dann sieht man bald den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr. Egal wohin man geht, links, rechts, geradeaus, der Weg führt irgendwie immer wieder zurück an die gleiche Stelle, man scheint sich endlos im Kreis zu drehen. Und dann diese nicht enden wollende Melodie, Saria's Song, die permanent im Hintergrund erklingt, aus allen Richtungen gleichzeitig - ist das ein Echo oder singen da mehrere? Dieses unheilvolle Labyrinth aus Ästen, Blättern, Büschen und Wiesen droht laut Hyrule-Folklore einen jeden zu verschlingen, der sich hineinwagt, ohne den Weg zu kennen oder eine Karte im Gepäck zu haben, bis man sich schließlich in einen Stalfos oder ein Skull Kid verwandelt - in diese schaurigen Wesen, die Link im Wald verfolgen und angreifen.


The Legend of Zelda: Ocarina of Time 3DThe Legend of Zelda: Ocarina of Time 3D
Ocarina of Time führt schon früh im Spiel in diesen mysteriösen Wald. Wieso ist Saria nur so weit hineingelaufen?


Die Lost Woods sind nicht einfach irgendein Wald, sondern ein immer wiederkehrendes Konzept



Ganz so finster wie in der Erzählung sind die Lost Woods im Spiel natürlich nicht, zumal man über kurz oder lang ja auch auf die Lösung des Rätsel stößt: Wer jeweils in die Richtung weitergeht, aus der die Musik am lautesten erklingt, steht schon bald vor dem mächtigen Deku-Baum. Aber trotzdem sind die Lost Woods einer der bekanntesten und ikonischsten Bereiche von Ocarina of Time - und von The Legend of Zelda im Allgemeinen, denn auch in späteren Ablegern betritt man immer wieder ein ähnliches dieser dunkelgrünen Labyrinthe. Majora's Mask beginnt sogar inmitten der Lost Woods und auch im aktuellen Breath of the Wild muss man irgendwann durch diesen gruseligen nebeldurchzogenen Wald. Dabei hat jede Version der Lost Woods ihre eigene Lösung und ihre eigenen Geheimnisse, wodurch es sich eben nicht um einen speziellen Ort als solches handelt, sondern um eine Idee von einem Wald, die jedes Mal ein kleines bisschen anders umgesetzt ist und sich doch irgendwie bekannt anfühlt.

Deshalb sind die Lost Woods derjenige Videospielwald, der für mich am besten zum aktuellen Thema des Blogprojektes 52 Games von Zockwork Orange passt. Anders als die Wälder in zum Beispiel Unravel oder Alan Wake geht es hier eben nicht nur um eine stimmungsvolle Kulisse, sondern auch um ein spielerisches Konzept - wobei ich mir für zukünftige Ableger wünschen würde, dass die Komplexität und der Rätselaspekt endlich ein bisschen hochgedreht werden. Nachdem ich mittlerweile den Weg durch x verschiedene Lost Woods gefunden habe, war der Wald in Breath of the Wild schon fast keine Herausforderung mehr und das ist irgendwie schade. Andere Kandidaten, die mir zum Thema "Im tiefen Wald" eingefallen sind, sind übrigens Grim Fandango mit seinem Knochenwald, in dem man Glotis' Herz aus einem Spinnennetz zurückholen muss, der Märchenwald in Nier, in dem sich das Action-RPG plötzlich in ein Text-Adventure verwandelt, und die gesamte Spielwelt von Ori and the Blind Forest - einfach weil Ori ein wunderschönes Spiel ist und mir der berührende Einstieg nach wie vor im Gedächtnis geblieben ist.

Aber unter dem Strich konnte ich mich hier nur für einen Wald entscheiden und das mussten einfach die Lost Woods aus The Legend of Zelda sein, weil ich damit persönlich am meisten verbinde - und das dürfte auch vielen anderen so gehen, oder?




So funktioniert das #52Games Blogprojekt:

Wieder wird jede Woche ein Thema vorgegeben und Ihr seid aufgefordert, ein passendes Game dazu auszuwählen (und bitte auch wirklich nur eins). Wir wollen natürlich wissen, warum es gerade dieses Spiel ist, das Euch bei der vorgegebenen Aufgabe am Herzen liegt. Also schnell in die Tasten gegriffen, Eure Gedanken dazu aufgeschrieben, einen wunderbaren Screenshot dazugepackt und gepostet. Um die Hürde nicht zu hoch zu setzen und auch diejenigen unter Euch anzusprechen, die keinen eigenen Game-Blog betreiben, dürfen dieses Mal auch diejenigen mitmachen, die sich auf anderen Plattformen herumtreiben. Ein kurzer Tweet oder ein kleiner Post auf Pinterest mit einem schönen Screenshot, ein kleiner Artikel auf dem eigenen Blog, ein Post auf einer Facebookseite, ... dieses Mal ist alles erlaubt, sofern jeder darauf zugreifen und Eure Gedanken zum jeweiligen Thema lesen kann.

Weitere Infos gibt's bei Zockwork Orange ...

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Folgenden Usern gefällt der Beitrag: ... 5 Gästen.
  • Fetzig
    #1 | 3. April 2017 um 15:34 Uhr
    Dir waren die Lost Woofs in Breath of the Wild zu einfach? Ich habe damit schon genug zu knabbern gehabt. Vor allem weil ich direkt davor durch dieses Labyrinth aus Dunkelheit, etwas nördlich der Wälder getappst bin und da auch eine ganze Weile gebraucht habe... aber mein erster gedanke für die 52 Games zum Thema Wald war auch Zelda... und dann dachte ich, das da bestimmt zu viele drüber berichten... und habe mich für Ori entschieden.  
  • Tim
    #2 | 3. April 2017 um 16:46 Uhr
    Ja, war mir wirklich zu einfach - übrigens auch die Krog-Quests im Herz des Waldes. Ich finde schon, dass man das noch eine Ecke komplexer und verwirrender aufziehen könnte. An Ori habe ich btw. auch gedacht, aber in Zelda fand ich den Wald als solches einfach interessanter.   

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