Sony PlayStation Experience 2017 - Eindrücke vom Münchner PSX-Event 8

Während die ganze Gaming-Welt am Ende eines Jahres nach San Francisco zur alljährlichen PlayStation Experience blickt und sich durch neue Trailer und Ankündigungen berieseln lässt, findet das PlayStation-Event seit 2015 auch in München statt. Zweifelsfrei genießt die PSX in München weit weniger internationale Resonanz und gerät auch beim heimischen Publikum nicht sonderlich stark in den Fokus. Dennoch. Zum dritten Mal lud Sony Interactive Entertainment dieser Tage abermals in die Hauptstadt Bayerns und dieses Mal sind wir dem Ruf gefolgt. Welche Spiele es zu Bestaunen gab und welche Eindrücke & Erkenntnisse wir von unserem Ausflug mitgebracht haben, liest du hier.

Fernab der traditionellen Gaming-Pflichtveranstaltung gamescom in Köln, der E3-Trailershow sowie diversen Penny Arcade Expos, bietet die PlayStation Experience seit 2015 eine durchaus gelungene Abwechslung zu ungewohnter Jahreszeit, welche zwar nicht mit den beiden erstgenannten Events vergleichbar ist, allerdings dennoch mit frischem Material zu locken & begeistern weiß. Bisher haben wir das ganze PlayStation-Spektakel vor dem Bildschirm mitverfolgt, wie ihr wahrscheinlich auch. In diesem Jahr haben Tim und Kith die Gelegenheit genutzt und sind zum deutschen Ableger, der PlayStation Experience Munich 2017, gereist. Kollege Jari musste kurzfristig absagen und wartete in Nordrhein-Westfalen auf unseren Bericht.

Mangels Hype und Details im Vorfeld sind bei uns keine großartigen Erwartungen entstanden, vielmehr ein dezentes Rätselraten, was Sony uns in München zeigen wird. After some travelling with Deutsche Bahn, we arrived Munich Central Station und sind dann die wenigen Schritte zur Event-Location, dem Postpalast, gepilgert. Nach einer flotten Akkreditierung haben wir es geschafft und standen in der heiligen PlayStation Experience Halle. Der erste Rundblick fiel durchaus positiv aus, machte aber auch schnell klar: Okay, für acht Stunden wird das knapp. Mit einem einstimmigen "Immerhin mehr Spiele, als beim Nintendo Switch Event" liefen wir zielstrebig einmal im Kreis, um im Anschluss einen Anspielplan festzulegen. Kurz noch einen Kaffee, schon konnte es losgehen. An dieser Stelle darf dann auch noch das vorzügliche Catering von Käfer gelobt werden.


The Inner World - Der letzte Windmönch



Kith: Headup Games und Studio Fizbin haben erst dieser Tage den ersten Teil von The Inner World für die Konsolen veröffentlicht, räumten mit ihrem Debüt allerdings bereits 2013 zahlreiche Preise und Lob ab. Schon bald steht mit "Der letzte Windmönch" der zweite Teil des Point'n'Click-Adventures auf dem Programm - diesmal auch zeitgleich für PC/Mac und Konsolen, im Sommer soll es soweit sein. Wir durften eines der Kapitel auf der PlayStation 4 anspielen und haben uns reichlich Zeit gelassen, um die detailverliebten, handgezeichneten Szenen zu genießen, während wir mit Robert & Hack die kniffligen Rätselaufgaben lösten. Die komplett deutsche Vertonung und die witzigen Dialoge und Gimmicks sind ein wahres Highlight und dürften für zahlreiche Lacher sorgen. Die Story des zweiten Teils ist auch ohne Kenntnisse von The Inner World verständlich, aber natürlich solltet ihr euch den ersten Teil nicht entgehen lassen.

Die Steuerung für die Konsole ist durchaus gelungen, auch wenn man mit Maus & Tastatur auf jeden Fall das komfortablere Spielerlebnis erhalten wird. Bei unserer Anspielsession war das "Durchklicken" durch die jeweiligen Hotspots mit Interaktions-Möglichkeiten zumindest recht ungewohnt, ein guter Kompromiss und auch zugänglich, aber stets hatten wir das Gefühl, dass eine Gamepad-Steuerung und das Point'n'Click-Genre nicht zusammenpassen würden. Bis auf einen fehlenden Dialog lief das Abenteuer bereits vollends rund, bekommt allerdings bis zum Release dennoch den letzten Feinschliff verpasst. Nach etwas über einer Stunde haben wir das Kapitel und unseren ersten Ausflug nach Asposien erfolgreich beendet und können definitiv eine Empfehlung an alle Adventure-Fans aussprechen. Besten Dank auch an Sebastian Mittag, Creative Director beim Ludwigsburger Studio, der uns mit wohldosierten Tipps und seiner Geduld zur Seite stand. The Inner World - Der letzte Windmönch erscheint voraussichtlich am 13. Juli für PC/Mac, PlayStation 4 und Xbox One. Android- und iOS-Geräte werden ebenfalls noch in diesem Jahr bedient.




Gran Turismo Sport



Kith: Have a seat, enjoy the speed. Neben DiRT 4 von Codemasters bot die PSX in München auch zahlreiche Anspielstationen für Gran Turismo Sport - der kommenden PS4-Rennsimulation von Polyphony Digital. Wie es sich gehört, durfte man im stilechten Recaro-Rennsitz an einem Force-Feedback Lenkrad in zahlreichen virtuellen Fahrzeugen Platz nehmen und auf diversen Strecken, u.a. Brands Hatch und dem Nürburgring, seine Fahrkünste unter Beweis stellen. Das Hardware-Setting war hierbei gewissermaßen für uns beide neu, da keiner von uns ein Simulations-Enthusiast mit entsprechender Ausstattung ist und daher maximal mit einem Gamepad an den Start geht. Dass die Fahrt in den PS-starken Maschinen mit einem Lenkrad ungleich realistischer und demzufolge auch herausfordernder ist, dürfte sich von selbst erklären. Die vorderen Plätze waren somit nicht immer zu erreichen, wenngleich wir uns sehr gut geschlagen haben.

Gran Turismo Sport macht durchaus Laune, sieht optisch auch sehr detailgetreu und überzeugend aus, allerdings ließ die Demo Wettereffekte und auch die für Rennspiele essenziellen 60fps vermissen. Auch ein, zumindest angedeutetes, Schadensmodell war nicht zu erkennen. Die Sound-Atmosphäre war auf dem generell eher schwer einzuschätzen, da die wenigsten Stationen über ein Headset verfügten und man sich meist mit dem Sound des Sony-TV begnügen musste. Ob Gran Turismo Sport am Ende auch für Hobby-Rennfahrer ohne Lenkrad empfehlenswert sein wird, bleibt wohl abzuwarten. Die Veröffentlichung ist in diesem Jahr exklusiv für die PlayStation 4 geplant, ein genauer Termin steht bisher jedoch noch nicht fest.


Gran Turismo SportGran Turismo Sport
Mit Vollgas über Stock und Stein - optisch macht Gran Turismo Sport einiges her.


Crash Bandicoot: N. Sane Trilogy



Tim: Seit Jahren wünsche ich mir ein würdiges Comeback von Crash Bandicoot, letztes Jahr kam dann endlich die Ankündigung - wenn auch "nur" in Form eines Remakes, genauer gesagt drei Remakes, denn Crash Bandicoot: N-Sane Trilogy beinhaltet gleich drei Klassiker im neuen Gewand, nämlich die Teile 1-3, die damals noch von Naughty Dog für die allererste PlayStation entwickelt worden waren. Auf der PSX konnten wir drei Levels anzocken, zwei davon aus Teil 1 (das traditionelle Strand-Level und "Heavy Machinery"), eines aus dem zweiten. Und auch wenn die Originale schon mehrere Generationen alt sind, braucht man über die Remakes kaum Worte verlieren, denn beim Anspielen wurde sofort klar: Das ist haargenau so, wie man es in Erinnerung hatte - nur eben ein bisschen hübscher.

Die sehr direkte Steuerung, die mit dem Digipad besser funktioniert als dem Analogstick, mag manchen Crash-Neuling zunächst irritieren, ebenso wie die nahe und fixe Kamera. Aber das war früher auch schon so und muss auch genau so sein, denn nach kurzer Gewöhnungszeit war man sofort wieder drin und hat sehr viel Spaß am Hüpfen durch die bunten Umgebungen. Als tricky erwies sich dabei vor allem das zweite Bonuslevel aus Heavy Machinery, aber nach gefühlt 50 Versuchen hat auch das irgendwann geklappt, und mit einem glitzernden Diamanten im Gepäck konnten wir die Anspielstation dann erhobenen Hauptes wieder verlassen. Viel schiefgehen kann bei der N-Sane Trilogy, die bei Activision und Vicarious Visions entsteht, nicht mehr, wenn sie am 30. Juni für die PlayStation 4 erscheint: Das hier scheinen drei gute Remakes zu werden.


Crash Bandicoot: N. Sane TrilogyCrash Bandicoot: N. Sane Trilogy
Die N-Sane Trilogy legt Crash Bandicoot 1 und 2 sowie das beste Spiel von Naughty Dog neu für die PS4 auf.


Farpoint



Tim: Während in den Medien und Foren gefühlt kaum noch über PlayStation VR geredet wird, war Sonys VR-Brille auf der hauseigenen Messe mit fünf präsentierten Spielen erstaunlich präsent. Besonders eines stach dabei heraus und das war Farpoint von Impulse Gear - ein neuer First-Person-Shooter im Weltall. Auf der PSX konnten wir eine erste Demo in einer rot-braunen, mars-ähnlichen Planetenlandschaft anspielen und dabei mit der Brille auf dem Kopf und einem merkwürdigen PlayStation-Move-Plastikgestell allerlei extraterrestrische Spinnenwesen niederballern. Und das war nicht nur erstaunlich spaßig, sondern vor allem technisch ziemlich beeindruckend. Die Animationen waren herrlich flüssig und realistisch und als am Ende der Demo dann aus einer riesigen Höhlenöffnung eine XXL-Monsterspinne als Endboss herausgekrabbelt kam, wurde abermals klar, wieso Virtual Reality so eine außergewöhnliche Technologie ist - denn der schiere Anblick dieses achtbeinigen Kolosses war verdammt cool und in der Realität möchte man so einem Viech lieber nicht begegnen. Clever ist in Farpoint auch der verwendete Move-Controller, der "in echt" zwar nur ein Plastikgestell ohne besondere Designelemente ist, im Spiel aber tatsächlich wie eine echte Waffe wirkt und sich auch so anfühlt. Man kann die Waffe dann in alle Richtungen drehen und wenden und es kommt einem wirklich so vor, als hätte man das Sturmgewehr bzw. die Schrotflinte, mit der der Held im Spiel feuert, selbst in der Hand.

Trotz freier Bewegung im Raum (Farpoint ist kein Rail-Shooter wie etwa Until Dawn: Rush of Blood) und schnellen Bewegungen kam zumindest bei mir auch keine Motion Sickness auf, auch wenn man sich nach dem Absetzen der VR-Brille erst einmal etwas an die "echte Welt" gewöhnen musste. Natürlich bleibt noch abzuwarten, wie sich das Ganze nach längeren Sessions anfühlt und ob das Spiel auch über die ganze Spielzeit überzeugen kann, aber der erste Eindruck nach dem Anspielen war ziemlich positiv und hat Appetit auf mehr gemacht. Farpoint wird schon in wenigen Wochen am 16. Mai exklusiv für PlayStation 4 und PlayStation VR erscheinen und könnte womöglich ein gutes Argument für die teure neue Hardware sein.


FarpointFarpoint
Die lebensunfreundliche Oberfläche dieses Planeten dient dem VR-Shooter Farpoint als Schauplatz.


WipEout: Omega Collection



Im Grunde sind rasante Rennspiele durchaus ein Genre dem wir beide nicht abgeneigt sind, dennoch mussten wir uns bei der schon bald erscheinenden WipEout: Omega Collection, welche optimierte Versionen der Klassiker WipEout HD, WipEout Fury und WipEout 2048 beinhaltet, ziemlich schnell geschlagen geben. Unser Spielstil war nicht mit der Strecke kompatibel und unser Skill zu gering, um die Novizen KI-Gegner zu beeindrucken. Für alle die mehr drauf haben: Die WipEout: Omega Collection erscheint am 7. Juni für die PlayStation 4.


WipEout: Omega CollectionWipEout: Omega Collection
Schnell, schneller, WipEout.


New Everybody's Golf



Um unsere WipEout-Niederlage schnell zu vergessen, wagten wir im Anschluss eine Runde beim lockeren Rasen-Sportspiel New Everybody's Golf, das direkt nebenan aufgebaut war. Die Traditionsmarke "Everybody’s Golf" feiert in diesem Jahr 20-jähriges Jubiläum auf der PlayStation, und war zumindest mir bisher nicht wirklich ein Begriff. Daher habe ich dieses feine Detail auch dem Fact-Sheet entnommen, sonst hätte ich womöglich noch gedacht, dass es sich hierbei um einen Wii-Port handelt. Sieht man mal von der schwachen Optik mit extremen Kantenflimmern ab, kann man dem Spiel doch hier und da etwas abgewinnen. Zumindest die Lust auf Golf. Die zusätzlich verfügbare Kategorie, bei der man mit einem Golf-Kart über die Anlage brettern und dabei unbescholtene Bürger wahlweise über den Haufen fahren oder zum Klatschen animieren kann, bedarf zum Release sicherlich noch einer näheren Betrachtung. Um nicht unfair zu werden, würde ich dem Titel nach der kurzen Anspielsession zumindest eine Party-Tauglichkeit zuschreiben. New Everybody's Golf wurde bereits zur PSX 2015 angekündigt und soll wohl noch dieses Jahr für die PlayStation 4 veröffentlicht werden.


New Everybody's Golf
New Everybody's Golf könnte ein spaßiges Partyspielchen werden.


Little Nightmares



Um euch unser Spielerlebnis des kommenden Puzzle-Adventures der spanischen Tarsier Studios näherzubringen, würde ein Link zum Gameplay-Demo-Video von der letztjährigen gamescom ausreichen. Mehr haben Bandai Namco Games zu Little Nightmares auf der PSX 2017 in München nicht gezeigt. Immerhin hatte man dadurch die Gelegenheit das Abenteuer, welches wie eine düstere Variante von Unravel daherkommt, anzuspielen - sofern bisher noch nicht geschehen. Atmosphäre und Stimmung passen soweit, für weitere Eindrücke fiel die bekannte Demo allerdings viel zu kurz aus. Little Nightmares erscheint am 28. April für PC, PlayStation 4 und die Xbox One.


Little NightmaresLittle Nightmares
Die düstere, skurrile Atmosphäre packt einen ab der ersten Sekunde.


Prey



Tim: Mein persönliches Highlight der PlayStation Experience war wohl Prey von Bethesda und den Arkane Studios. Spielbar war der komplette Spielbeginn bis hinein in das Hub (die Lobby), von wo aus man in die verschiedensten Richtungen weitergehen konnte - bis man aber erst dort angelangt ist, waren schon allerlei andere Dinge passiert. Interessant war vor allem auch der Einstieg, der zunächst harmonisch anmutet und dessen funktionierende Welt schnell durch den Angriff der "Mimics" zerstört wird. Diese Mimics werden so genannt, weil sie jede beliebige Form annehmen können und sich also als Kaffeetassen, Ordner, Bücher oder Schreibtischstühle tarnen - es gilt also, vorsichtig abzuwägen, welche Objekte man einfach aufnimmt und auf welche man vorher lieber mit dem Schraubenschlüssel schlägt, um böse Überraschungen zu vermeiden. Zwar waren die Mimic-Verstecke in der Demo recht einfach zu erraten, aber noch bin ich ja auch nicht vielen begegnet, und mit dem Phantom habe ich auch schon einen etwas stärkeren Gegnertyp begegnet, der vielleicht gemeinere Tricks auf Lager hat.

Ein echter Gameplay-Fluss entstand während des ca. 45-minütigen Anzockens noch nicht, weil Prey vor allem darauf aus war, zunächst die Story vorzubereiten und den Spieler an die verschiedenen Möglichkeiten heranzuführen, mit denen er den Mimics den Kampf ansagen kann. Genannt seien da etwa eine Gel-Schusswaffe, mit der man Objekte versteinern oder ganze Brücken und Treppen bauen kann, sowie eine Art Granate, die getroffene Objekte nicht zerstört, sondern verdoppelt. Über einen umfangreichen Skilltree kann man seinen Spielstil indes individuell anpassen, sodass es viele verschiedene Wege gibt, das jeweilige Missionsziel zu erreichen - und das ist wörtlich zu nehmen, weil das relativ offene Leveldesign unterschiedliche Herangehensweisen erlaubt. Mich erinnerte Prey beim Anspielen angenehm an BioShock, auch wenn man nach 45 Minuten freilich noch keine konkreten Schlüsse ziehen kann. Neugierig gemacht hat mich das außergewöhnliche Abenteuer mit Horror-Touch und Puzzle-Flair aber auf jeden Fall und so bleibt nur zu hoffen, dass der Rest des Spiels ebenso stark weitermacht wie der Anfang es versprochen hat. Dass mir die PC(!)-Demo auf dem Event tatsächlich gleich zwei Mal abgestürzt ist, schiebe ich mal auf den Beta-Zustand - bis zum Release am 5. Mai für PC, PlayStation 4 und Xbox One sollte das Problem hoffentlich behoben sein.





Soweit unsere Eindrücke zu ausgewählten Spielen, darüber hinaus waren u.a. noch folgende Titel vertreten: Ace Combat 7: Skies Unknown (Bandai Namco Entertainment), Adventures (Sony Interactive Entertainment), DiRT 4 (Codemasters), Shadow Tactics: Blades of the Shogun (Daedalic Entertainment), Star Trek: Bridge Crew (Ubisoft), Starblood Arena (Sony Interactive Entertainment), State of Mind (Daedalic Entertainment), Sudden Strike 4 (Kalypso Media), Tekken 7 (Bandai Namco Entertainment), Vikings: Wolves of Midgard (Kalypso Media) und World of Warriors (Sony Interactive Entertainment). Zum Abschluss unseres Event-Berichts bleibt uns nur noch ein Danke an Sony Interactive Entertainment zu senden und uns mit ein paar Schnappschüssen, die wir auf der PlayStation Experience 2017 in München geschossen haben, fürs erste zu verabschieden.



Kithaitaa

Fazit von Kithaitaa:

Man sollte sich stets die Neugier bewahren, hat mal ein schlauer Kopf gesagt und diesem Motto folgend habe ich in diesem Jahr München bereits zweimal für ein Gaming-Event besucht. Zum einen die Nintendo Switch Präsentation, zum anderen die PlayStation Experience 2017. Um das Fazit bereits vorwegzunehmen: Ich hätte mehr erwartet. Vor allem mehr oder besser gesagt andere Spiele. Die Location fand ich, durch die kreisförmige Anordnung, ziemlich klasse und es wurde genügend Raum geboten, um die mitgebrachten Titel ordentlich in Szene zu setzen. Im Zentrum luden darüber hinaus zahlreiche Sitzgelegenheiten zum fachlichen Plausch, angeregten Diskussionen oder entspannenden Pausen ein. Als Kirsche obendrauf gab es noch noch erstklassiges Catering von Käfer. Dahingehend lief also alles rund. Jedoch fallen mir beim Thema PlayStation spontan ganz andere Spiele ein, als die, welche man vor Ort bestaunen durfte. Ein Uncharted: The Lost Legacy, Detroit: Become Human oder Days Gone zum Beispiel. Doch dafür ist das deutsche PSX-Event wohl schlichtweg zu klein und zudem rund zwei Monate vor der E3 in Los Angeles sowie dem heimischen Platzhirsch gamescom im August auch mit Blick auf den Kalender eine Herausforderung, wenn man auch Anspielmöglichkeiten bieten möchte.

Insgesamt konnte man alles Anzocken, was vor Ort vertreten war und sich gleichzeitig hier und da auch mit den Entwicklern und PR-Kontakten austauschen. Durch die verhältnismäßig weite Anreise und den Kostenfaktor für selbige, fiel die Party am Vorabend leider flach, sonst wäre wohl (für uns) noch weiterer Mehrwert herauszuholen gewesen. Von den angespielten Titeln hat mich Gran Turismo Sport positiv überrascht, da ich sonst mit Simulationen eher wenig anfangen kann. Dem Charme und Witz von The Inner Worlds konnte ich ebenfalls nicht widerstehen und Farpoint merkt man bereits beim Zuschauen an, dass es explizit für PlayStation VR ausgelegt und entwickelt wurde. Für Fans bietet das Crash Bandicoot Remaster sicherlich eine ordentliche Portion Spaß und Fan-Service. Auch Prey dürfte seine Anhänger finden, wie man bereits Tims Eindrücken entnehmen kann. Mir hat das Gezeigte jedoch nur bestätigt, dass das Spiel ob seiner sterilen, glatten Optik eher nichts für mich ist. Schade Arkane Studios, beim nächsten Mal wieder. Nun geht der Blick wieder in Richtung E3 im Juni, der gamescom im August sowie zu den angekündigten PlayStation-Spielen für 2017.


Tim

Fazit von Tim:

Natürlich war die PlayStation Experience in München keine gamescom oder E3 und auch nicht einmal im Ansatz so wichtig wie die gleichnamige Messe im Dezember in San Francisco, aber unter dem Strich hätte ich mir ebenfalls mehr Spiele und zumindest aktuellere Demos erhofft. Dafür dass ein Crash Bandicoot: N-Sane Trilogy schon im Juni erscheint, finde ich es etwas schwach, wieder die gleiche Demo zu präsentieren, die man bereits in den Trailern und Gameplay-Videos gesehen hat. Auch hätte ich mir persönlich gewünscht, vielleicht ein Get Even, Injustice 2 oder The Surge spielen zu können, die ja ebenfalls nicht weit in der Zukunft liegen - aber dafür ist der April vermutlich einfach ein schlechter Zeitpunkt, da die großen Messen kurz bevorstehen und die meisten Blockbuster-Spiele des Frühjahrs schon erschienen sind. Nichtsdestotrotz war das Event selbst sehr gut organisiert und die acht Stunden vergingen letztendlich schneller als ich das anfangs erwartet hatte, was womöglich auch daran lag, dass wir fast eine Stunde für die Demo zu The Inner World gebraucht haben und das eine Bonus-Level in Crash Bandicoot sich mit aller Kraft dagegen gewehrt hat, von mir bezwungen zu werden. Spaß gemacht hat es auf jeden Fall, das Catering war klasse und das Sony-Team vor Ort sehr sympathisch und freundlich, und so werde ich nächstes Jahr bei einem etwas umfangreicheren und interessanteren Lineup gerne wieder vorbeischauen - auch wenn die Fahrt nach München und zurück nicht weniger anstrengend werden dürfte.

Kommentare-Kommentier-Show


Folgenden Usern gefällt der Beitrag: CookieMonster, Kithaitaa, HerrBeutel, ... und 5 Gästen.
  • Jari
    #1 | 6. April 2017 um 23:05 Uhr
    Toller Bericht! Vielleicht klappt es ja beim nächsten Mal bei mir. Von den gezeigten Spielen interessiert man am meisten das Crash-Remake und Farpoint, wenn ich nicht allergisch gegen Spinnen wäre. Das Starship Troppers-Feeling kommt aber sicherlich gut rüber, auch wenn der Titel bei mir wegen besagter Krabbelviecher nicht wird punkten können. Und Prey lässt mich noch völlig kalt. Das Kämpfen mit dem Schraubenschlüssel erinnert ja schon sehr an Bioshock, was ja nicht schlecht sein muss. Eher im Gegenteil. Aber das glatte Setting will bei mir noch keine Begeisterung aufkommen lassen.
  • Kithaitaa
    #2 | 6. April 2017 um 23:09 Uhr

    Jari: Und Prey lässt mich noch völlig kalt. Das Kämpfen mit dem Schraubenschlüssel erinnert ja schon sehr an Bioshock, was ja nicht schlecht sein muss. Eher im Gegenteil. Aber das glatte Setting will bei mir noch keine Begeisterung aufkommen lassen.


    Sei froh, dass du Tim nicht beim Spielen zuschauen musstest ... er war ständig nur am Dinge zerschlagen und Dinge rumwerfen. Insgeheim glaube ich ja, dass die CryEngine deswegen auch zweimal die Grätsche gemacht hat. Hehe. Mir ist das leider viel zu clean, ähnlich wie Deus Ex und sieht halt einfach aus, wie aus einem Engine-Baukasten. Bei der üppigen Auswahl muss einem aber ja auch nicht immer alles gefallen.
  • DarkRaziel
    #3 | 8. April 2017 um 11:22 Uhr
    Gran Turismo lebt noch   
    Dann bin ich ja mal gespannt ob es dieses Jahr noch kommt oder Forza Motorsport 7 schon das dritte Autorennspiel ist was seit dem Erscheinen beider Konsolen auf den Markt kommt.
    Sony braucht halt wie immer mal wieder etwas länger mit ihren GT Spielen.

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