52 Games, Episode 43: Da ist ein Zombie in meinem Garten! 4

"Spiele für die Hosentasche" lautet das aktuelle Motto beim 52 Games Blogprojekt und bei diesem Thema denke ich nicht in erster Linie an zeitfressende JRPGs à la Chrono Trigger oder Bravely Default auf dem Nintendo 3DS, deren Spielzeit weit im zweistelligen Bereich anzusiedeln sind und genauso viel Aufmerksamkeit erfordern wie ihre großen Geschwister auf der Heimkonsole. Nein! Mir geht es in diesem Fall um das perfekte Spiel für zwischendurch.

Wer aus diesem heiß umkämpften Genre der Casual-Games als Sieger hervorgeht: darüber musste ich keine einzige Sekunde nachdenken. In Plants vs. Zombies, und damit meine ich den ersten Teil aus dem Jahr 2009 in der Portierung für den Nintendo DS, habe ich mehr als 160 Stunden versenkt. Mehr als in jedes andere Spiel auf jeder anderen Konsole. Das Brainstorming für ein Spiel wie Plants vs. Zombies es am Ende geworden ist, stelle ich mir ungefähr wie die Ideenfindung für die Edel-Trash-Perle Sharknado vor. Ich habe den passenden Dialog des öligen Studiobosses dazu ganz genau vor Augen:

  • Leute, wir brauchen unbedingt wieder einen Hit. Irgendwelche Vorschläge?
  • Chef: Lass uns was mit Tieren machen. Haie vielleicht, das gab’s noch nie und am besten packen wir noch eine Naturkatastrophe obendrauf!
  • Und wie soll dieses cineastische Meisterwerk dann heißen?
  • Sharknado!


Das Grundkonzept von Plants vs. Zombies ist so abseitig wie genial



So könnte es gewesen sein, nur dass die Jungs und Mädels von PopCap eben keine Haie, sondern Pflanzen (!) in die Diskussion eingebracht haben. Warum bitteschön sollten Pflanzen gegen Untote kämpfen? Das Grundkonzept des Spiels ist so abseitig wie genial und das Ergebnis überzeugt am Ende durch eine absolut treffsichere Mischung aus Charme, leichter Erlernbarkeit und spielerischer Tiefe. Doch worum geht es überhaupt? Im fauligen Gerippe von Plants vs. Zombies modert das bewährte Tower-Defense-Prinzip, wonach ich den heimischen Rollrasen gegen Wellen heranrückender Zombies verteidigen muss. Die Abwehr obliegt hier der Natur, indem ich im Verlauf der Kampagne auf insgesamt 48 verschiedene Pflanzen zugreifen kann, und meinem strategischen Geschick, diese auch effektiv gegen 26 verschiedene Untote einzusetzen bzw. in meinen Acker einzupflanzen.


Plants vs. ZombiesPlants vs. Zombies
Während ich in Plants vs. Zombies mit Erbsen und Melonen schieße, verkauft mir Crazy Dave den Nachschub


Die (Kirsch-)Bombe reißt den schlurfenden Eindringling in Stücke



Gegen die nach Hirn geifernden Biester fahre ich dabei schweres Geschütz in Form von Erbsen- und Melonen-Kanonen auf oder ich mache den wandelnden Leichen mit Hilfe einer Chilischote so richtig Feuer unterm Hintern. Um ein Bollwerk zu errichten, pflanze ich (dicke) Kartoffeln und Knoblauch in meinen Vorgarten oder platziere eine heimtückische (Kirsch-)Bombe, die meinen schlurfenden Eindringling in Stücke reißt. Allerdings haben wir es hier trotz der Gewalt nicht mit einem Resident Evil oder Left4Dead zu tun. Ganz im Gegenteil: die Welt von Plants vs. Zombies ist 100 Prozent familientauglich und hat zudem noch den schrägen Nachbar Crazy Dave als Sidekick zu bieten. Will sagen: der tanzende Michael Jackson-Verschnitt ist genauso putzig anzusehen, wie der Football-spielende Zombie, der per Stabhochsprung meine Verteidigungslinie zu durchbrechen versucht. Im weiteren Verlauf des Spiels kommen dann auch noch auf Delfinen-schwimmende und mit gelben Quietscheentchen-Ringen ausstaffierte Wasser-Zombies hinzu. Das Tableau des (humorvollen) Grauens ist reichlich und die Animationen ihrer Bewegungen kreativ und sehr hübsch anzusehen.

Die spielerische Tiefe entsteht daraus, dass mir für jeden Level nur eine begrenzte Anzahl an Itemslots zur Verfügung steht. Ich muss also zuvor abwägen, ob ich mehr in den Angriff (Erbsen, Melonen, Chilischoten) oder die Abwehr (Kartoffeln, Kirschen, etc.) investieren will. Indem ich kleine Sonnen mit dem Stylus des DS aufsammele, fülle ich mein Konto auf, mit dem ich wiederum neue Pflanzen einsetzen kann. Dass es über den Adventure-Mode hinaus auch noch Mini-Games, Puzzles und einen Survival-Modus gibt und der Soundtrack von Laura Shigihara direkt ins Ohr geht (und auch dort bleibt), muss an dieser Stelle eigentlich gar nicht mehr erwähnt werden, um die Qualität dieses Klassikers zu unterstreichen. Plants vs. Zombies ist für mich "Einfachheit in Vollendung" und spielt damit in einer Liga mit dem ebenfalls höchst süchtig machenden Tetris.

So: jetzt muss ich aber wieder Dr. Zomboss besiegen (They are coming…).


So funktioniert das #52Games Blogprojekt:

Wieder wird jede Woche ein Thema vorgegeben und Ihr seid aufgefordert, ein passendes Game dazu auszuwählen (und bitte auch wirklich nur eins). Wir wollen natürlich wissen, warum es gerade dieses Spiel ist, das Euch bei der vorgegebenen Aufgabe am Herzen liegt. Also schnell in die Tasten gegriffen, Eure Gedanken dazu aufgeschrieben, einen wunderbaren Screenshot dazugepackt und gepostet. Um die Hürde nicht zu hoch zu setzen und auch diejenigen unter Euch anzusprechen, die keinen eigenen Game-Blog betreiben, dürfen dieses Mal auch diejenigen mitmachen, die sich auf anderen Plattformen herumtreiben. Ein kurzer Tweet oder ein kleiner Post auf Pinterest mit einem schönen Screenshot, ein kleiner Artikel auf dem eigenen Blog, ein Post auf einer Facebookseite, ... dieses Mal ist alles erlaubt, sofern jeder darauf zugreifen und Eure Gedanken zum jeweiligen Thema lesen kann.

Weitere Infos gibt's bei Zockwork Orange ...

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