52 Games, Episode 48: Space - Marios wegweisende Planetenwanderung 6

Bowsers Plan hatte sich so gut angehört! Wenn es im Mushroom Kingdom nichts zu holen gibt, weil ständig dieser blöde Mario dazwischenfunkt, dann drehen wir den Spieß eben um und schnappen uns nicht nur Prinzessin Peach, sondern dieses Mal gleich ihr ganzes Schloss - und ziehen es mit den schwebenden Luftgaleeren hinaus in die endlosen Weiten des Weltalls, während der Erzfeind mit seinen ollen Pilzen auf der Erde zurückbleibt. "Space, the final frontier" lautet das 48. Motto beim 52 Games Blogprojekt, und auch wenn der Weltraum für Super Mario nicht die letzte Station sein wird, so fällt mir keine andere Serie ein, für die ein Schauplatz-Wechsel weg von der Erde derart wegweisend war.

Das Schönste und gerade so Faszinierende am Weltraum ist diese endlose Weite, das große Unbekannte, das sich fern am Himmel irgendwo befindet. Auf der Erde kennen wir ja schon alle Klimazonen, und auch wenn nicht jeder Winkel unseres Planeten im Detail erforscht wurde, so bindet man sich mit dem Schauplatz Erde immer auch irgendwie an diesen Rahmen und diese festen Konventionen. Nun ist das Mushroom Kingdom natürlich nicht wirklich auf der Erde, aber auch das Heimatland von Mario, Peach und unzähligen Toads hat sich über die Jahrzehnte und etliche Spiele als ein saftig-grünes Wiesenreich mit pinkem Schloss etabliert, um das herum irgendwo eine Wüsten-, eine Eis-, eine Vulkan- und eine Sumpflandschaft liegen. Wenn man also ein Jump'n'Run entwerfen möchte, in dem Mario zusätzlich auch noch ein Bienenkönigreich, einen Ozean in Form eines Autoreifens, eine intergalaktische Sternenfestung und andere völlig verschiedene Flecken bereist, dann wird es Zeit, das Mushroom Kingdom zu verlassen und sich aufzumachen zu fremden Galaxien mit unbekannten Wesen und Herausforderungen.


In Super Mario Galaxy greift Mario nach den Sternen und erkundet fremde Galaxien - in Teil 2 auch mit Yoshi.


Ich verbinde viel mit Super Mario Galaxy und seinem nicht minder genialen (meiner Meinung nach sogar noch deutlich besseren) Nachfolger und sie stehen für mich nicht nur für das Beste, was die Nintendo Wii allen Schmähungen zum Trotz zu bieten hatte, sondern auch repräsentativ dafür, warum ich Videospiele so sehr mag und weshalb Nintendo immer noch einen besonderen Platz in der Spielebranche einnimmt. Super Mario Galaxy schickte Mario nicht nur zum Selbstzweck ins All, sondern hat das neue Szenario auch spielerisch eingebunden. Das Experimentieren mit der Schwerkraft hat für mich bis heute noch nicht an Faszination verloren. In keinem anderen Jump'n'Run kann man per Weitsprung über den Rand des Levels springen und sanft auf der Unterseite landen. Und das ist auch weit mehr als ein "Gimmick", denn fast jedes Level spielt irgendwie mit der Gravitation - mal in 2D, mal in 3D, mal auf einem großen, mal auf mehreren kleinen Planeten, zwischen denen man hin und her pendelt.

Ich erinnere mich wahnsinnig gerne an die Sternenstaub-Galaxie vom ersten Super Mario Galaxy zurück, in der man sich mit dem Pointer in einer Schwebeblase an stacheligem Weltraumschutt vorbeizog, während im Hintergrund leise und unheimlich schöne Klaviermusik erklang. Oder als man in Super Mario Galaxy 2 in der Feuereruptionen-Galaxie, begleitet von treibender Orchestermusik, vor gefräßigen Lavamonstern wegrannte und währenddessen den herabfallenden Meteoriten ausweichen musste. Jedes Level hatte etwas eigenes an sich, immer gab es irgendeine kleine oder große Überraschung oder einen kreativen Twist; im Nachfolger kam 2010 sogar noch Yoshi als reitbarer Begleiter dazu und hat das Leveldesign und die Vielfalt nochmals spürbar gepusht. Super Mario Galaxy 1 und 2 sind für mich das Beste, was das 3D-Jump'n'Run-Genre bislang hervorgebracht hat - und ich würde mir kaum ein Nintendo-Spiel sehnlicher wünschen als einen dritten Teil mit der gleichen Gravitationsmechanik.


Super Mario GalaxySuper Mario Galaxy
Jede Galaxie hatte eigene Themen und Ideen - der Kreativität sind im All kaum Grenzen gesetzt.


Aber, und auch das muss ich trotz der Sehnsucht nach einem weiteren Ausflug in den Weltraum anerkennen: Nintendo weiß auch, dass man das Galaxy-Konzept nicht überbeanspruchen darf und dass schon ein weiterer Teil vielleicht nicht mehr die außergewöhnliche Erfahrung wäre, die 1 und 2 sind. Deshalb bekommen wir statt einem Super Mario Galaxy 3 eben ein Super Mario Odyssey, das auch ohne Schwerkraft-Spielchen erfrischend anders und dennoch nicht weniger unterhaltsam aussieht. Für Mario ist der Weltraum damit vielleicht nicht "the final frontier", wie es das Thema von Episode 48 eigentlich verlangt. Aber es ist dasjenige Spiel, das ich als erstes mit "Space" verbinde, und deshalb mein Kandidat für den dieswöchigen Beitrag.


So funktioniert das #52Games Blogprojekt:

Wieder wird jede Woche ein Thema vorgegeben und Ihr seid aufgefordert, ein passendes Game dazu auszuwählen (und bitte auch wirklich nur eins). Wir wollen natürlich wissen, warum es gerade dieses Spiel ist, das Euch bei der vorgegebenen Aufgabe am Herzen liegt. Also schnell in die Tasten gegriffen, Eure Gedanken dazu aufgeschrieben, einen wunderbaren Screenshot dazugepackt und gepostet. Um die Hürde nicht zu hoch zu setzen und auch diejenigen unter Euch anzusprechen, die keinen eigenen Game-Blog betreiben, dürfen dieses Mal auch diejenigen mitmachen, die sich auf anderen Plattformen herumtreiben. Ein kurzer Tweet oder ein kleiner Post auf Pinterest mit einem schönen Screenshot, ein kleiner Artikel auf dem eigenen Blog, ein Post auf einer Facebookseite, ... dieses Mal ist alles erlaubt, sofern jeder darauf zugreifen und Eure Gedanken zum jeweiligen Thema lesen kann.

Weitere Infos gibt's bei Zockwork Orange ...

Kommentare-Kommentier-Show


Folgenden Usern gefällt der Beitrag: Predator, ... und 5 Gästen.
  • David
    #1 | 20. Mai 2017 um 14:17 Uhr
    Das hatte ich bei dem Thema gar nicht auf dem Schirm, jetzt möchte ich das wieder spielen. Hoffentlich wird "Odyssey" ähnlich gut, bin bisher noch skeptisch, besonders das mit den echten Menschen sah irgendwie merkwürdig aus.

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