Das Nintendo Post-E3-Event 2017 - Neues für Switch & 3DS angespielt 5

Die anstrengende Woche der diesjährigen E3 Expo liegt hinter uns, endlich kann man die ganzen Neuankündigungen, Trailer und Infos sacken und wirken lassen und langsam kehrt der Alltag wieder ein - aber natürlich nicht, bevor Nintendo uns wie jedes Jahr traditionell zum großen Post-E3-Event nach Frankfurt am Main geladen hat. Mit einem großen 3D-Mario-Jump'n'Run, einem unerwarteten Crossover zwischen dem Pilzkönigreich und den Raving Rabbids sowie einigen weiteren Neuheiten für Nintendo Switch und 3DS versprach das Event ein interessantes und vielseitiges Line-Up. Jari und ich sind dem Ruf gefolgt und haben uns durch die aufgebotenen Demos gezockt - hier sind unsere Eindrücke, gefolgt von ein paar Event-Schnappschüssen.

Für Nintendo war diese vergangene E3 natürlich besonders wichtig, denn schließlich ist die neue Nintendo Switch Heimkonsole gerade erst erschienen und die Nachfrage weiterhin größer als das Angebot. Klar, dass das Momentum aufrecht erhalten werden muss - und schaut man sich das generelle Feedback zur E3-Woche und den gezeigten Spielen an, dürfte das auch geklappt haben.

Neuankündigungen wie Metroid Prime 4 oder ein großes Pokémon-Rollenspiel ziehen die erwartet großen Wellen - obwohl die Existenz beider Spiele streng genommen alles ist, was man bislang darüber weiß -, Yoshi und Kirby sind die ersten für 2018 bestätigten Titel und für dieses Jahr kann sich das Angebot auch sehen lassen. Zumindest größtenteils, denn nicht alles, was wir auf dem Event anspielen durften, konnte auch glänzen. Im Gegensatz zur wie gewohnt einwandfreien Organisation seitens der Veranstalter: Nach einer kurzen und problemlosen Anmeldung durften wir uns unsere Namensschildchen ankleben, den Event-Raum betreten, uns einen Kaffee oder ein paar Häppchen schnappen und ein paar Minuten Wartezeit später auch selbst die Joy-Con in die Hand nehmen, um das, was man letzte Woche nur anschauen konnte, auch einmal persönlich auszuprobieren.


Mario + Rabbids: Kingdom Battle



Tim: Ein Crossover zwischen Mario und den Raving Rabbids, exklusiv für die Nintendo Switch, entwickelt und vermarktet von Ubisoft, und dann auch noch als Taktik-Strategiespiel á la XCOM? Das kam unerwartet - zumindest der letzte Teil, denn alles andere war (leider) ja im Vorfeld bereits mit Infos und gar Artworks geleakt worden. Das soll mir aber nicht die Vorfreude auf dieses in dieser Form trotzdem überraschende Spiel nehmen, denn beim Anspielen hat sich der Eindruck nur bestätigt, den ich schon von der Präsentation auf der E3 hatte. Anders als befürchtet ist Mario + Rabbids: Kingdom Battle nämlich keine hingeschusterte Minispielsammlung mit Mario-Lizenz, sondern ein wirklich aufwendig produziertes und allem Anschein nach sehr hochwertiges Strategie-Abenteuer. Spielen konnte ich in Frankfurt eine etwa 20-minütige Demo, die gewissermaßen ein Tutorial darstellt und deshalb natürlich noch keine Schlussfolgerungen auf die mögliche Komplexität späterer Levels, aber zumindest ein erstes Vorabfazit zu Spielkonzept, Spielbarkeit und Präsentation erlaubt. Die Demo begann mit einem kurzen Kampf gegen zwei Standard-Rabbids, in der ich drei von insgesamt acht Helden - Mario, Rabbid Peach und Rabbid Luigi - hinter hohen und halbhohen Deckungen positionierte, von dort aus mit bonbon-bunten Schiusswaffen auf die Gegner feuerte und langsam in die vielen coolen Ideen und Tricks eingeführt wurde, die das rundenbasierte Kampfsystem aufwerten.

So kann man sich etwa mehrfach innerhalb einer Runde bewegen, sich von Verbündeten einige Felder weiter werfen lassen, Röhren betreten, um den Gegner von der anderen Seite zu überraschen, oder mittels Spezialaktionen heilen, einen Schild aktivieren oder auf feindliche Bewegung mit einer Salve reagieren. Ich sehe da gerade in späteren Welten mit Eisflächen, diversen Gegnertypen, unterschiedlichen Waffen und zusätzlichen Elementen wie zum Beispiel einem Kettenhund jede Menge Potential für spannende und taktisch anspruchsvolle Kämpfe. Cool ist auch, dass fast jede Deckung zerstörbar ist - und dass es auch abseits des Kampfes viel zu tun gibt: Auf einer scheinbar recht großen Karte kann man erkunden, Puzzles lösen, Münzen und Gegenstände einsammeln, mit NPCs (Rabbids) quatschen und sich am farbenfrohen und verdammt schicken Grafikstil erfreuen, der für mich momentan auch schöner aussieht als Super Mario Odyssey. Einzig die Textboxen wirken momentan noch, als wären sie im letzten Moment mit Paint und Arial erstellt worden. Darum sollte und muss man sich bis zum Release am 29. August noch kümmern. Davon abgesehen bin ich wirklich begeistert von Mario + Rabbids: Kingdom Battle und freue mich riesig darauf, dieses kuriose Abenteuer auf meiner Switch zu erleben. Das könnte einer der besten Ubisoft-Titel seit langem werden.




Fire Emblem Warriors



Tim: Schön wäre es, könnte ich das Gleiche auch über das nächste Spiel unseres Berichtes sagen - das wäre aber glatt gelogen. Denn Fire Emblem Warriors ist für mich die größte Enttäuschung des Events. Erinnern wir uns zurück an 2014: Damals veröffentlichten Nintendo und Omega Force bzw. Tecmo Koei mit Hyrule Warriors das erste Warriors mit Nintendo-Lizenz - und obwohl man das Spiel im Vorfeld als eine Schande für die Zelda-Serie verschrie, hatte ich schlussendlich eine Menge Spaß damit auf meiner Wii U und habe gemeinsam mit meinem Bruder mehr als 30 Stunden im Coop im Hyrule-Kriegsgebiet verbracht.

Seitdem hat sich die Warriors-Serie allerdings weiterentwickelt und nicht nur sehen aktuelle Ableger grafisch mittlerweile sehr ansprechend aus, auch das Kampfsystem wurde erweitert und das Spielkonzept gar in eine offene Welt verfrachtet. Keine dieser (sinnvollen) Neuerungen hat es in Fire Emblem Warriors geschafft. Fire Emblem Warriors ist im Endeffekt der (billige) Versuch, das gleiche Spiel und damit den Erfolg von Hyrule Warriors mit der Fire-Emblem-Lizenz zu replizieren. Sicherlich hängt ein Teil des nun fehlenden Charmes auch damit zusammen, dass Fire Emblem als Marke einfach nicht so interessant ist wie ein Zelda - gekämpft wird hier in der Regel mit klassischen und gewöhnlichen Waffen wie Schwert, Axt und Lanze, die Charaktere sind fast allesamt gewöhnliche Krieger oder Magier. Aber teilweise ist Omega Force auch selbst daran Schuld, dass ich mich mit diesem Spiel nicht anfreunden kann. Langweiliger designte Hauptcharaktere als diese hier habe ich noch nie in einem Fire Emblem gesehen und visuell wirkte die Demo auf mich schlechter als Hyrule Warriors vor drei Jahren. Das muss man erstmal schaffen.

Das heißt nicht, dass das Spiel nicht auch ein paar gute Ideen hätte. Endlich kann man per Tastendruck inmitten eines Kampfes on-the-fly zu einem anderen Helden auf der Karte wechseln und in bester FE-Tradition lassen sich Figuren zu Duos zusammenschließen, die dann noch mächtigere Spezialangriffe beherrschen. Auch das Klassensystem soll integriert worden sein und beim Level-Up werden Statuswerte dargestellt wie in der Hauptserie. Ich will nicht ausschließen, dass Fire Emblem Warriors nicht doch noch die Kurve kriegen und mich überzeugen kann - immerhin sind es bis zum Release Ende des Jahres noch ein paar Tage hin und noch hat man nichts von Magiern, Pegasus- und Drachenreitern, Barbaren und dem Beziehungssystem gesehen.


Fire Emblem WarriorsFire Emblem Warriors
Fire Emblem Warriors setzt vor allem auf Charaktere aktueller Ableger, etwa Xander aus Fates (rechts).


Splatoon 2



Tim: Was kommt dabei heraus, wenn Nintendo seine Teams einfach mal kreativ werden lässt, ganz ohne Bindung an ein bestimmtes Franchise? Spiele wie Arms oder Splatoon - und zu letzterem gibt es ab Mitte Juli den Nachfolger. Ich mochte Splatoon auf der Wii U sehr gerne, weil es dem klassischen Konzept des Multiplayer-Shooters etwas Neues abgewinnen konnte, weil man nicht töten musste, um zu punkten, und auch als ungeübterer Spieler eine wichtige Rolle für den Erfolg des Teams spielen konnte - weil es eben darum ging, möglichst viel Farbe auf der Map zu verspritzen, und nicht nur um Kills und Assists. Vor allem hatte Splatoon auch eine coole kleine Kampagne und das Spielprinzip, zum Tintenfisch zu transformieren, verlieh dem Ganzen eine frische Dynamik. Splatoon 2 macht nun genau da weiter, wo Teil 1 aufgehört hat. Bei Nintendo konnten wir gleich drei Multiplayermodi anspielen: Turf War, Rainmaker und den neuen Coop-Modus Salmon Run. Während die ersten beiden exakt so spaßig waren wie im ersten Splatoon, fühlte sich Salmon Run angenehm anders an. Hier müssen vier Spieler gemeinsam auf einer Karte mehrere Wellen immer stärkerer KI-Gegner überstehen, goldene Fischeier sammeln und diese in der Mitte in einem Netz sammeln - bei genug Eiern startet schließlich die nächste Stufe. Das klingt so weit noch einfach, erfordert aber Koordination und Teamwork und eine gute Vorbereitung, da die Gegner die Karte - natürlich - auch in ihrer Farbe einfärben. Und natürlich verändern dynamische Ereignisse immer wieder den Spielfluss, etwa Bosse, plötzlich eintretender Nebel oder Flut.

Schon bei Schwierigkeitsstufe 10% hatten wir Probleme, bei 100% gingen wir völlig unter und im finalen Spiel soll man die Stufe sogar bis 200% hochdrehen können. Wer also eine echte Herausforderung sucht, hier findet er sie. Mir hat Splatoon 2 in allen drei Spielmodi und sowohl am Handheld als auch am großen Bildschirm sehr gut gefallen. Das hier ist mehr Splatoon, vielleicht ist es sogar besseres Splatoon. Herausfinden können wir es am 21. Juli, wenn Splatoon 2 für die Switch erscheint.



Jari: Als ich auf dem Post-E3-Event von Nintendo das erste Mal mit Splatoon 2 in Berührung gekommen war, fragte ich mich ernsthaft, warum ich diese großartige IP bislang komplett ignoriert hatte. Immerhin hat sich jeder dritte Wii-U-Besitzer das Spiel zugelegt, was angesichts der mageren Konsolen-Basis schon ein mehr als beachtlicher Erfolg ist. Vielleicht lag es einfach nur daran, dass abseits des familienfreundlichen Tinten-Shooters auch der famose Fun-Racer Mario Kart 8 an mir vorbeigegangen ist oder einfach an der Tatsache, dass sich der Titel mehr in Richtung Online-Multiplayer orientiert (was ja auch für Nintendo damals ein Novum war). Egal: Was ich definitiv sagen kann ist, dass die Multiplayer-Matches mit sieben anderen Personen einen mordsmäßigen Spaß machen. Zudem habe ich Splatoon 2 sowohl im Handheld-Modus gegen drei andere Spieler ausprobiert, wobei ich in diesem Fall mit der Bewegungssteuerung und den angedockten Joy-cons der Switch so meine Probleme hatte. Mit dem Pro Controller und am großen Bildschirm spielt sich das meiner Meinung nach viel geschmeidiger, wobei natürlich alles eine Sache der Übung und der persönlichen Vorlieben ist.

Ich hätte persönlich nicht gedacht, dass mir das immer noch frisch anmutende Shooter-Konzept von Nintendo so gut gefallen würde. In der Testumgebung haben wir uns durch eine Kletterhalle geschossen und den Salmon Run ausprobiert. Das Gute dabei: Obwohl ich natürlich gewinnen oder verlieren kann, füllt sich das Ganze nicht ultra-kompetitiv an. Auch wenn ich am Ende prozentual weniger Fläche eingefärbt hatte, obsiegte der Spaß-Faktor deutlich. Ich hoffe nur, dass trotz aller Fixierung auf die Mehrspieler-Arena im fertigen Spiel auch genügend Futter für den Einzelspielermodus geboten wird.


Splatoon 2
Zusammen ist man stärker: Im neuen Coop-Modus Salmon Run ist Teamwork essentiell für den Erfolg.


Sonic Forces



Tim: Habt ihr auch schon seit Jahren davon geträumt, euren eigenen Sonic-Charakter zu erstellen? Nein? Ich auch nicht. Nichtsdestotrotz ist genau ein solcher Charakter-Editor das große Aushängeschild von Sonic Forces. Aus sieben Tieren darf man wählen, sie anschließend personalisieren und benennen und sie dann mit einer Sonderwaffe ausstatten - etwa einem Flammenwerfer oder einer Elektropeitsche. Je nach gewählter Waffe ändert sich die Herangehensweise an das jeweilige Level. In Frankfurt habe ich den Flammenwerfer gewählt und dabei zwischen all dem Rennen und Springen (soweit die klassische Sonic-Tradition) auch Dutzende Gegner mit dem lodernden Feuerstrahl meiner Spezialwaffe geröstet. Und meine Begeisterung dafür hält sich, vorsichtig formuliert, in Grenzen. Nicht nur fühlen sich selbst erstellte Charaktere in der sowieso seltsamen Welt von Sonic noch seltsamer an, das Level hat mir persönlich durch das unnötige Gadget auch nicht sonderlich viel Spaß gemacht.

Besser waren die anderen beiden Levels, die man in der Demo spielen konnte: Im ersten raste ich mit 3D-Sonic mit hoher Geschwindigkeit durch eine Stadt, die gerade von Robotern angegriffen wird - das erinnerte ein wenig an Crisis City -, im zweiten durfte ich Classic Sonic spielen und in einem Sidescrolling-Level gegen den Boss Dr. Eggman antreten. Auch wenn mir die Optik des Stadtlevels mit all seiner "coolen Zerstörung" nicht wirklich gefallen hat, war zumindest spielerisch eine solide Basis spürbar, an der man die Expertise erkennt, die auch in Sonic Generations und Colors gesteckt hat. Nach den letzten Sonic-Spielen bin ich weiterhin sehr skeptisch, was Forces angeht, und Dinge wie die Thematik (Roboterkrieg, Weltuntergang) und die Avatar-Stages missfallen mir im Moment noch relativ stark. Ich hoffe, dass sich das bis zum Release Ende des Jahres oder mit dem finalen Spiel legt. Zumindest dürfte gesichert sein, dass Sonic Forces besser wird als Sonic Boom - das ist ja schon mal ein Anfang.


Sonic ForcesSonic Forces
Wie schon Generations teilt auch Sonic Forces seine Levels in moderne 3D- und klassische 2D-Stages.


Spiele für den Nintendo 3DS: Hey! Pikmin und Mario & Luigi: Superstar Saga



Tim: Und was ist mit dem Nintendo 3DS? Auch der wird versorgt - allerdings wurde das spärliche Line-Up auf dem Post-E3-Event nicht dem gerecht, was den Handheld über das Jahr 2017 und darüber hinaus noch erwartet. Gespielt habe ich für den 3DS ausschließlich ein paar der ersten Levels aus Hey! Pikmin und meine Begeisterung dafür hält sich dann doch eher in Grenzen. Anders als die bisherigen drei Teile der Serie ist Hey! kein Strategie-Abenteuer in einer dreidimensionalen Welt mehr, sondern ein allem Anschein nach doch sehr simpler Sidescroller, der zwar netten Nutzen beider Bildschirme macht, aber mir jedenfalls nicht das gibt, was ich von Pikmin erwarte. Ich hoffe derweil einfach, dass Pikmin 4 so bald wie möglich für die Switch erscheint.



Jari: Mit der Veröffentlichung des New Nintendo 2DS XL wird am 28. Juli auch Hey! Pikmin erscheinen. Das Geschicklichkeitsspiel bedient sich zwar der putzigen Pikmin und auch der gestrandete Astronaut Olimar taucht natürlich als Held auf, dennoch bewegt sich der Titel abseits der bekannten (Pikmin-)Pfade und probiert stattdessen ein neues Genre aus. In diesem Sinne ist das Spiel näher an Lemmings dran und von der Spielmechanik eher mit Kirby Mass Attack zu vergleichen. In beiden Fällen steuert sich das Abenteuer nahezu ausschließlich über den Stylus und damit auf dem unteren Bildschirm. Lediglich die Richtung, in die ich Olimar über den Bildschirm steuere, wird mit dem linken Stick ausgeführt. Ähnlich wie Lemmings ist Hey! Pikmin ein klassisches Kettenreaktions-Tüftelspiel, nur mit dem Unterschied, dass meine kleinen Helfer nicht sterben können und ich auch nicht eine bestimmte Anzahl durch das Zieltor bugsieren muss, um den Level zu gewinnen. Stattdessen reicht ein Pfiff mit der Trillerpfeife, um die Pikmin immer wieder aufs Neue aus ihrem Nest zu locken. Doch genau wie im großen Klassiker und (vielleicht auch) Vorbild trotten die Pikmin stumpf hinter mir her, wenn ich sie nicht per Stylus auf eine höher gelegene Ebene katapultiere oder sie einem Gegner vor den Latz knalle. Das Konzept "Schiebe Kiste A nach B, um Ebene C zu erreichen" ist zwar nicht neu, spielt sich aber sehr kurzweilig. Zumal auch der Schwierigkeitsgrad eher moderat zu sein scheint. Ich bin gespannt. Seit kurzem ist übrigens auch im eShop des Nintendo 3DS eine spielbare Demo zu Hey! Pikmin verfügbar.

Und dann habe ich auch noch Mario & Luigi: Superstar Saga + Bowsers Schergen auf der neuen 2DS-Hardware angespielt, wobei es sich um das Remake eines GBA-Titels handelt. Dass Prinzessin Peach ihre schöne Stimme verloren hat und stattdessen mit Bomben um sich wirft (kein Witz!), ist so skurril, wie ich es von einem Mario-&-Luigi-RPG erwarte. In diesem Fall geht es für unsere beiden Helden mit Bowser im Schlepptau ins Bohnenland, um den Täter dingfest zu machen. Das Gameplay um die rundenbasierten Kämpfe steht den anderen Teilen der Serie in nichts nach. Ich denke, dass das Spiel zwar solide, aber nicht über den reinen Fan-Service im Sinne eines Remakes hinaus wachsen wird. Release ist am 6. Oktober exklusiv für den 3DS.


Hey! PikminMario & Luigi: Superstar Saga + Bowser's Minions
In Hey! Pikmin kehrt Captain Olimar auf den 3DS zurück. Mario & Luigi ist ein Remake des GBA-Klassikers.


Eindrücke aus der Präsentation: Metroid: Samus Returns



Jari: Metroid-Fans konnten während der E3 gleich zweimal in Ekstase geraten. Nicht nur, dass allein die Ankündigung eines Metroid Prime 4 für die Switch das Internet komplett ausflippen ließ: Nintendo-Amerika-Präsident Reggie Fils-Aime ließ während einer Treehouse-Veranstaltung mit Metroid: Samus Returns für den 3DS auch gleich die nächste Katze aus dem Sack und kündigte mit dem Remake des Klassikers Metroid 2 quasi im Nebensatz eine Weltpremiere an. Ursprünglich erschien das Spiel im Jahr 1991 für den Nintendo Game Boy. Obwohl die Neuauflage von Entwickler Mercurysteam während des Post-E3-Events nicht anspielbar war und lediglich eine ausführliche Gameplay-Präsentation gezeigt wurde, kann sicherlich gesagt werden, dass da etwas Großes auf Metroid-Fans (oder alle, die es noch werden wollen) zurollt. Nicht nur, dass die Grafik auf einer mittlerweile sechs Jahre alten Hardware großartig aussieht, es spielt sich allem Anschein nach auch sehr komfortabel. Im Gegensatz zum Original gibt es nun eine Karten-Funktion und die Möglichkeit, mit dem Beam in alle Richtungen zielen und schießen zu können. Ein bedrohlicher Ambient-Mix unterstützt die klaustrophobische Stimmung des Tunnelsystems auf dem Planeten SR 388 perfekt. Vorfreude ist, so glaube ich, bei diesem Remake mehr als angebracht. Samus Returns erscheint am 15. September für den 3DS.





Das soll es mit unseren Eindrücken an dieser Stelle gewesen sein - vorerst, denn daneben findest du hier auch eine ausführliche Vorschau zum Star des Line-Ups: Super Mario Odyssey. Erwähnen möchte ich noch zwei weitere Spiele, die vor Ort anspielbar waren, aber wir nicht lange oder intensiv genug spielen konnten und deshalb nur in aller Kürze abhandeln: In FIFA 18 habe ich zwei Matches mit dem FC Bayern gegen einen Kollegen gespielt, beide mit dem Switch Pro Controller und beide habe ich leider relativ deutlich verloren. Mitnehmen konnte ich aber, dass die Switch-Version - obgleich grafisch spürbar schwächer - sich nicht besser oder schlechter spielt als das letztjährige FIFA 17 für die PlayStation 4. Vor allem für unterwegs scheint FIFA 18 jedenfalls sehr gut zur Switch zu passen. Wie groß genau die spielerischen Unterschiede zu den "großen" Versionen sind, wird sich im September zeigen müssen. Außerdem konnte man auch Pokémon Tekken DX ausprobieren, das sich nach 2-3 Matches nicht wesentlich anders anfühlte als auf der Wii U. Fünf neue Kämpfer sind schön, das generische Design drumherum ist es nach wie vor nicht. Auch dieses Spiel ist ab September erhältlich. In diesem Sinne leiten wir mit einer Bildergalerie zum Fazit über.



Tim

Fazit von Tim:

Nintendos Post-E3-Events sind für mich jedes Jahr eine große Freude: Man verbringt einen schönen Tag unter Gleichgesinnten in freundlicher Atmosphäre, plaudert mit Kollegen und Kolleginnen, Streamern und PR-Vertretern bei Kaffee, Kuchen und Snacks und kommt überdies auch noch dazu, die neusten Nintendo-Spiele anzuzocken - und zwar in den heiligen Hallen bei Nintendo of Europe höchstpersönlich. Ich mag diese Post-E3-Events sehr gerne und 2017 war keine Ausnahme. Besonders schön war dieses Jahr aber, dass mir auch das Spiele-Line-Up nach langer Zeit wieder einmal sehr gefallen hat: Vor allem die beiden Mario-Spiele haben mich begeistert, das kuriose Rabbids-Crossover mit seinem an XCOM angelehnten Kampfsystem vielleicht sogar noch eine Ecke mehr. Für mich hat sich die Switch damit spätestens zum Ende des Jahres hin absolut rentiert und das Software-Aufgebot verspricht größtenteils eine so hohe Qualität und Vielfalt, dass ich mit ziemlicher Sicherheit sagen kann, dass das das beste Launch-Jahr einer neuen Konsole werden dürfte, das ich bislang erlebt habe - und dabei hat Nintendo nebenbei ja auch noch den 3DS zu versorgen.

Apropos 3DS: Neben dem billig anmutenden Fire Emblem Warriors war das Line-Up für den "echten" Handheld die einzige Enttäuschung am sonst wunderbar gestalteten und prima organisierten Event. Mit Hey! Pikmin und Mario & Luigi: Superstar Saga waren nur die für mich uninteressantesten 3DS-Spiele vor Ort und es ist ein Jammer, dass wir nicht auch Metroid: Samus Returns anspielen durften. Auch Monster Hunter Stories hätte ich gerne einmal ausprobiert, aber dafür wird dann wohl die gamescom im August herhalten müssen. Grundsätzlich ist es aber natürlich richtig, die Switch in den Mittelpunkt zu stellen.

Nach fast 15.000 Buchstaben und einigen Fotos bleibt mir an dieser Stelle auch nicht viel mehr zu sagen als Danke an Nintendo für das abermals gelungene Event und vor allem die vielen schönen Spiele, auf die sich meine Switch freuen darf!


Jari

Fazit von Jari:

Ich kann Tim nur zustimmen: das Post-E3-Event von Nintendo hat Spaß gemacht und ich denke, dass der Mario-Konzern nach dem Wii U-Desaster ein beeindruckendes Comeback hingelegt hat. Für mich war es im Übrigen das erste direkte Aufeinandertreffen mit der Switch. Das Launch-Event im Januar hatte ich nur durch die Schilderungen der Kollegen verfolgt und angesichts der Knappheit im Handel habe ich bislang auch noch nicht zugreifen können. Im Herbst wird sich dies aber sicherlich ändern und eine Switch in meinem Wohnzimmer Einzug halten. Was mir besonders aufgefallen ist: die Konsole ist kleiner, als ich dies von Fotos erwartet hätte. Andererseits macht sie auch genau den hochwertigen Eindruck, der mir durch die Berichterstattung vermittelt worden ist. Dass in die Entwicklung des Hybrids ein „Best of“ aller zurückliegenden Konsolen geflossen ist, halte ich nicht nur für eine gute Marketing-Story, sondern für absolut glaubwürdig. Während bei den Duellen mit dem Prügelspiel Arms wieder das Wii-Feeling samt Fuchtelsteuerung (nur in besser) aufkommt, kann ich mit dem Pro-Controller ein konservatives Konsolen-Erlebnis abbilden. Die Vorzüge des immer-und-überall-spielens und der uneingeschränkten Tragbarkeit des Systems müssen an dieser Stelle ja nicht mehr gesondert hervorgehoben werden.

Neben der Hardware lässt auch das Line-Up hoffen. Für die Prognose, dass das neue Mario Odyssey ein „10 von 10“-Spiel werden wird, muss man kein Prophet sein. Das Triumvirat aus Zelda (das in den kommenden Monaten mit DLCs versorgt wird), Mario Kart Deluxe und Mario Odyssey wird der Switch – so denke ich – ein ganz starkes Weihnachtsgeschäft bescheren. Vorausgesetzt natürlich, dass die Lieferengpässe bis dahin behoben sind. Auch der Neuzugang in der DS-Familie, der New Nintendo 2DS XL, macht einen schicken Eindruck: es ist halt nur die Frage, wer die x-te Revision eines bestehenden Systems überhaupt noch braucht.

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Folgenden Usern gefällt der Beitrag: Kithaitaa, ... und 4 Gästen.
  • Kithaitaa
    #1 | 27. Juni 2017 um 20:17 Uhr
    Schön, dass Mario + Rabbids auch bei genauerem Hinsehen überzeugen kann, könnte schon ziemlich einschlagen, der Ubisoft-Aktienkurs und die Switch könnten das gut gebrauchen. Schade, dass Fire Emblem Warriors jetzt (zumindest dich, Tim) weniger überzeugen kann, und bei Xenoblade Chronicles 2 hast ja ähnliche Bedenken =/

    Ich möchte an dieser Stelle allerdings noch den Mangel an Toads anprangern! =D

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